![]() |
| Franziskusaltar in Maria Lankowitz, mit Antonius links und Johannes von Capestrano rechts |
Das Bollwerk des christlichen Europas ist gefallen
Am 29. Mai 1453 war Konstantinopel, das Bollwerk der christlichen Kultur gegen die Osmanen, gefallen. Dieses Ereignis erschütterte ganz Europa und obwohl der Papst angesichts der großen Gefahr zu einer gemeinsamen Aktion der europäischen Fürsten aufrief, kam diese nicht zustande. Zu einem geplanten Reichstag in Wiener Neustadt im Frühling des Jahres 1455 reiste Capistran schon Monate zuvor an und gründete auf seinem Weg jeweils ein Kloster in St. Pölten und in Langenlois. Aber auch auf diesem Reichstag in Wiener Neustadt konnte keine Einigung unter den Herrscherhäusern erzielt werden, die Fürsten Europas blickten dem herannahenden Unheil mutlos und verschreckt entgegen. Dieses Verhalten ermunterte den osmanischen Sultan Mohammed II. umso mehr und mit mindestens 160.000 Mann zog er im Juni 1456 gegen Belgrad und belagerte die Stadt. Der ungarische König Ladislaus, ein Knabe von 16 Jahren floh vor Schrecken nach Österreich, als ihn diese Kunde ereilte. Auch der Kaiser Friedrich III. blieb untätig. Menschlich betrachtet musste die Sache der Christenheit als verloren betrachtet werden.
Die Stunde des Johannes Capistrano schlägt
Der hochbetagte Papst Kalixtus III. war entschlossen, den Osmanen entgegenzutreten. Am Fest der Apostelfürsten, dem 29. Juni 1456, ermahnte er alle Patriarchen, Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte der Christenheit, durch Gebet, Fasten und Buße „zum Herrn zurückzukehren, damit dieser sich wieder zu uns wende“, sie sollten die Gläubigen zu besseren Sitten ermahnen. Bittprozessionen zur Abwendung der Türkengefahr sollten abgehalten werden, täglich sollte in allen Kirchen nachmittags die Glocken („Türkenglocke“) geläutet werden. Diese übernatürlichen Mittel sollten durch natürliche unterstützt werden: Der Papst ernannte Kardinal Johannes Carvajal als Legaten und befahl ihm, Capistran als Ratgeber und Mitarbeiter zu nehmen. Der Legat traf Capistran in Ungarn und übergab ihm ein vom Papst gesegnetes Kreuz. Capistran reiste von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt, um die Menschen zur Verteidigung Europas, zum „Kreuzzug“ zu ermuntern. Besonders in Wien und Niederösterreich schlossen sich ihm viele an, auch die Studenten der Wiener Universität waren zum Kampf entschlossen. Bald schon hatte Capistran eine Armee von 40.000 Mann – keine Soldaten, aber Bürger und Bauern, Studenten, Mönche und Eremiten - die völlig unzulänglich mit Hacken, Spießen und Dreschflegeln bewaffnet, dem Landesverweser Ungarns, Johannes Hunyadi, unterstellt wurden. Dieser verfügte über eine hohe Feldherrnkunst und viel Erfahrung, was die mangelnde Ausrüstung der Krieger natürlich nur zum Teil aufwiegen konnte. Man beschloss, den Entsatz der belagerten Stadt Belgrad auf dem Wasserweg zu bewerkstelligen. In der Stadt herrschten Hunger und Pest, die Bewohner hatten alle Hoffnung aufgegeben. Am 14. Juli 1456 begann der Kampf frühmorgens. Capistran eilte am Donauufer entlang, zeigte den Kämpfern das Kreuz, das ihm der Papst geschickt hatte und rief ihnen den Namen Jesus zu. Das ermutigte die Kämpfer zur äußersten Anstrengung und es gelang ihnen, in die von der Landseite bedrängte Stadt zu kommen, wo sie jubelnd empfangen wurden.
Am Abend des 21. Juli aber begann der Angriff der Türken auf die Stadt und selbst Hunyadi befielen große Zweifel angesichts der Übermacht und der Bewaffnung des Gegners. Eine ganze Nacht und bis in den nächsten Tag hinein wurde mit äußerster Anstrengung gerungen, selbst Frauen beteiligten sich am Kampf. Capistrano rief von einem Turm aus Aufmunterungen und Weisungen in das Getümmel und flehte den Himmel um den Sieg an. Und seine Gebete wurden erhört! Die türkische Armee trat schließlich nach hohen Verlusten den Rückzug an, Belgrad und das christliche Abendland waren gerettet. Das Volk sah Capistran als alleinigen Sieger in der Abwehr des Türkensturmes. Dankprozessionen wurden abgehalten und Europa atmete auf. Zu diesem Zeitpunkt hätten es die europäischen Fürsten in der Hand gehabt, die osmanische Bedrohung ein für alle mal zu beenden, aber genauso wie sie vor diesem Kampf uneins waren, waren sie es auch danach und so kam es in der weiteren Folge immer wieder erneut zu Angriffen seitens der Osmanen bis hin zur entscheidenden Schlacht am Kahlenberg im Jahr 1683.
MEHR HIER
Glasfenster im Redemptoristenkloster in Eggenburg, über den Klerus, 2024
Johannes Capestran und der Angelus, St. Maria Schnee, Prag
Bild im Kloster Maria Lankowitz
Die Rettung Belgrads durch Johannes Capestranus (Franziskanerkirche Stuhlweissenburg, Kapistrankanzel Stephansdom)
Das Leben des hl. Johannes von Capestrano (kath-info.de)
Sandalen, Habit und Stola des hl. Johannes von Capestran
227 später rettet wieder ein Franziskaner/Kapuzinermönch die Christenheit vor den Türken
![]() |
| Maria Lankowitz |



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen