Freitag, 29. August 2025

Der geflügelte Prophet

 

Johannes der Täufer in der Johanneskathedrale in Przemysl

In bestimmten byzantinischen Ikonen, insbesondere ab dem 14. Jahrhundert, wird Johannes der Täufer mit Flügeln dargestellt. Diese Darstellung ist symbolisch gemeint und basiert auf seinem Titel:

„Engel der Wüste“ oder „Engel in Menschengestalt“
(griechisch: ἄγγελος ἐν ἀνθρώποις, lateinisch: angelus in carne)

Dieser Titel leitet sich aus dem Alten Testament ab, genauer gesagt aus Maleachi 3,1:

„Siehe, ich sende meinen Boten (hebräisch mal’ach, griechisch angelos), der vor mir her den Weg bereiten soll.“

Die frühen Christen interpretierten diese Stelle als eine Prophezeiung über Johannes den Täufer. Das griechische Wort angelos bedeutet sowohl „Engel“ als auch „Bote“. Aus diesem Grund wurde Johannes manchmal als eine Art irdischer Engel verstanden – also ein Mensch, der eine göttliche Botschaft bringt.

Bedeutung der Flügel

Die Flügel in diesen Ikonen sollen nicht bedeuten, dass Johannes wörtlich ein Engel ist, sondern dass er eine engelgleiche Sendung hat:

  • Er ist der Vorläufer Christi.

  • Er kündigt das Kommen des Messias an.

  • Er lebt asketisch in der Wüste – ähnlich wie Engel außerhalb der Welt stehen.

Fazit

Johannes der Täufer wird nur in bestimmten östlichen Traditionen mit Flügeln dargestellt – symbolisch, nicht buchstäblich. Die Darstellung soll seine Prophetenrolle und Nähe zur göttlichen Botschaft betonen – er ist ein menschlicher Bote mit engelhafter Mission.

(chatgpt) 

Taufe des Herrn durch Johannes

Die Johannes-Kathedrale in Przemyśl ist die griechisch-katholische Kathedralkirche der Erzeparchie Przemyśl-Warschau und damit Sitz des Erzbischofs.

Geschichte

Die Kirche wurde ursprünglich in den Jahren 1626 bis 1632 von Jesuiten erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde der Innenraum von dem Holzschnitzer Stefan Grodzicki gestaltet. Nachdem der Jesuitenorden aufgehoben worden war, diente die Kirche im 19. Jahrhundert als Lagerraum, wurde 1904 restauriert und diente dann als römisch-katholische Garnisonkirche. Seit 1957 wurden Gottesdienste im griechisch-katholischen Ritus gefeiert. 1991 ging sie in den Besitz der griechisch-katholischen Erzeparchie über. Die barocke Ikonostase stammt aus einem Kloster bei Krakowez und wurde in den 1680er Jahren geschaffen und in der Kathedrale 1993 aufgestellt. Im angrenzenden ehemaligen Jesuitenkloster befindet sich das Museum der Erzeparchie. (wikipedia)

 

Johanneskathedrale in Przemysl

Donnerstag, 28. August 2025

Die Bibel erschließt sich nicht - Glaubensgewißheit durch die Bibel

Vor der Bekehrung des hl. Augustinus:

So beschloß ich denn, meine Aufmerksamkeit auf die Heiligen Schriften zu richten und zu sehen, wie beschaffen sie sind. Was ich da entdeckte, war dies: etwas für Gelehrte Unzugängliches, das sich auch Kindern nicht aufdeckt, etwas mit niedrigem Eingang, das sich aber beim weiteren Eindringen erhöht, doch überall in Geheimnisse gehüllt bleibt.
Ich war keineswegs imstande, darin einzutreten oder den Kopf so zu beugen, um darin voranzukommen. Aber nicht genauso, wie ich jetzt davon rede, habe ich damals gefühlt, als ich an die Schrift herantrat, vielmehr schien sie mir nicht würdig, mit der Hoheit eines Cicero verglichen zu werden. Mein Dünkel sträubte sich angesichts ihrer Einfachheit, mein Blick war nicht scharf genug, in ihr Inneres einzudringen.
Die Schrift als solche wäre fähig gewesen, mit den Kleinen zusammen zu wachsen, aber ich wollte eben kein kleiner sein, sondern fühlte mich, von Hochmut geschwollen, groß.

(Augustinus, Confessiones, 3. Buch, im Bann der Manichäer, Hrsg. H. U. v. Balthasar)

Norwich Cathedral

Die Bekehrung:
Ich warf mich unter einen Feigenbaum nieder und ließ meinen Tränen freien Lauf; Ströme brachen aus meinen Augen, ein Dir wohlgefälliges Opfer, und ich sagte Dir vieles, nicht in diesen Worten, aber in diesem Sinn: "Und Du, Herr, wie lange noch? Wie lange noch? Wirst Du mir bis ans Ende zürnen? Ach, gedenke nicht meiner alten Sünden." Denn nur sie, ich fühlte es, hielten mich noch zurück. Jämmerliche Worte stieß ich aus: "Wie lange, wie lange noch? Immer nur morgen? Warum denn nicht heute? Warum nicht zu dieser Stunde das Ende meiner Schmach?"

Sprach es und weinte in der bittern Zerknirschung meines Herzens. Und auf einmal hörte ich aus einem Nachbarhaus die Stimme eines Knaben oder Mädchens wiederholt sagen: "Nimm, lies, nimm, lies." Sogleich veränderte sich mein Gesicht, und ich begann angestrengt darüber nachzudenken, ob Kinder bei irgendeinem Spiel etwas derartiges zu singen pflegen; doch ich entsann mich nicht, es je gehört zu haben. Ich dämmte die Tränenflut und stand auf, ich wußte keine andere Deutung, als daß Gott mir befehle, ein Buch zu öffnen und die Stelle zu lesen, auf die ich als erste stieße.
Ich hatte nämlich von Antonius vernommen, er habe aus einer zufällig aufgeschlagenen Stelle im Evangelium eine persönliche Mahnung herausgehört, als sei ihm bei der Lesung zugesprochen worden: "Geh, verkauf alles, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und kommt und folge mir nach." Auf diesen Wahrspruch hin habe er sich sogleich zu Dir bekehrt.

So kehrte ich eilends zu dem Platz zurück, wo Alypius saß, dort hatte ich nämlich beim Aufstehen das Buch der Apostel hingelegt. Ich nahm es, schlug es auf und las die erste Stelle, worauf meine Augen fielen:

"Nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Beischlaf und Unzucht, nicht in Streit und Gezänk, sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt nicht den Leib zur Erregung der Begierlichkeit."

Weiter wollte ich nicht lesen, es war nicht nötig. Denn kaum hatte ich den Satz zu Ende gelesen, ergoß sich wie ein Licht der Gewißheit in mein Herz, und alle Schatten des Zweifels waren zerstoben.

(Begegnung mit Alypius)

Darauf gehen wir zur Mutter: wir sagen es ihr, sie freut sich. Wir erzählen ihr, wie alles sich zutrug, sie jubelt und triumphiert, und sie pries Dich, "der Du mächtig bist über all unser Bitten und unser Verstehen hinaus", denn sie sah, wie viel mehr Du ihr für mich gewährt hast, als sie mit ihren gewohnten Bitten und armen Tränen und Seufzern zu erreichen vermochte.

Du bekehrtest mich in der Tat so zu Dir, daß ich keine Gattin mehr suchte noch sonst etwas, das man in dieser Welt erhoffte. Nun stand ich auf jenem Richtscheit des Glaubens, (der Traum Monikas) auf dem sie mich gemäß Deiner Offenbarung vor Jahren erblickt hatte. Du "hattest ihre Trauer in Freude verwandelt", eine viel überströmendere, als sie sie erbeten, eine viel köstlichere und keuschere, als sie sie von den Enkelkindern meines Fleisches erwartet hatte.

 (Augustinus, Confessiones, 8. Buch, 12. Kapitel, Hrsg. H. U. v. Balthasar)

 

 Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert im Südgang der Kathedrale von Norwich. Das Herz und ein Buch sind traditionelle Attribute des hl. Augustinus. Der Pfeil, der das Herz durchdringt und einen Bluttropfen verursacht, erinnert uns auch an das Gebet des heiligen Augustinus: "Du hast mein Herz mit Deinem Wort durchbohrt, und von da an liebte ich dich." (Confessiones, Buch 10, Kapitel 6)

Mittwoch, 27. August 2025

Der Traum Monikas - Dein Ohr lag an ihrem Herzen

 

Salisbury Cathedral

 

Du aber "strecktest Deine Hand aus der Höhe" und "rissest meine Seele aus" der dichten Finsternis, weil meine Mutter, Deine Getreue, um meinetwillen zu Dir weinte. Sie weinte mehr, als Mütter ein totes Kind beweinen.
Durch den Glauben und den Geist, den sie von Dir erhalten hatte, sah sie meinen Tod, und Du, Herr, hast sie erhört. Du hast sie erhört und ihre Tränen nicht gering geachtet, wenn sie strömend den Boden unter ihren Augen netzten, wo immer sie betend verweilte. Ja, Du hast sie erhört. Denn woher sonst kam der Traum, durch den Du sie getröstet hast, so daß sie wieder einwilligte, mit mir zusammenzuleben und im Hause den gleichen Tisch zu teilen? Sie hatte eine Zeitlang sich geweigert, es zu tun, vor Abscheu und Widerwillen gegen meine gotteslästerlichen Verirrungen.

Im Traum aber sah sie sich auf einem hölzernen Richtscheit stehen (Hinweis auf regula fidei, die christliche Glaubenslehre), und ein strahlender, froher, sie anlächelnder Jüngling kam auf sie zu, während sie trauerte und vor Gram ganz gebrochen war. Dieser fragte nach dem Grund ihrer Trauer und warum sie immerfort weine, wie man fragt, um zu helfen, nicht aus Neugier. Sie erwiderte, sie beklage meinen Untergang. Da hieß er sie, getrost zu sein, und ermunterte sie, aufzumerken und genau hinzusehen: dort, wo sie sei, sei auch ich. Und als sie aufmerkte, sah sie, daß ich neben ihr auf dem gleichen Richtscheit stand. (die Erfüllung des Traums)

Wieso das? Doch weil Dein Ohr an ihrem Herzen lag, o Du guter, allmächtiger Gott, der über jeden von uns wacht, als kümmertest Du Dich um ihn allein oder um alle so wie um jeden.

Und wie kam das Weitere, daß, als sie mir ihre Schau erzählte, und ich sie so wegdeuten wollte, als dürfe sie nicht daran verzweifeln, eines Tages dort zu sein, wo ich war, sie sogleich ohne das geringste Zögern erwiderte: "Nein, mir wurde nicht gesagt: Wo er ist, wirst du sein, sondern: Wo du bist, wird auch er sein".

Herr, hier bekenne ich Dir ein weiteres Mal meine Erinnerung, soweit mein Gedächtnis reicht: die Antwort, die Du mir so durch den Mund meiner wachsamen Mutter gabst, ihre Ruhe angesichts meiner falschen, danebengreifenden Antwort, ihre rasche Einsicht in das zu Beachtende - das ich vor ihrer Antwort nicht beachtet hatte-, sie hat mich damals mehr bewegt als der Traum selbst, der dieser frommen Frau lange vorweg zur Tröstung über gegenwärtige Sorgen eine Freude ankündigte, die sich erst viel später verwirklichen sollte.

Denn neun Jahre ungefähr verflossen, während denen ich mich "im tiefen Schlamm" und im finstern Irrtum wälzte; oft suchte ich aufzutauchen und sank nur tiefer zurück, während diese keusche, fromme und nüchterne Witwe, so wie Du sie liebst, schon beflügelter im Hoffen, aber unermüdet im Weinen und Seufzen, zu jeder Stunde ihres Gebets nicht aufhörte, für mich vor Dir zu klagen. Ihren Gebete "drangen vor Deine Augen", aber Du ließest mich indessen noch immer im Finstern suhlen und mich einwühlen.
(Augustinus, Confessiones, Hrsg. Hans Urs von Balthasar,  3. Buch, der Traum Monikas, 82ff)

Heilige Monika, bitte für uns und alle, die nicht glauben
Salisbury Cathedral

Dienstag, 26. August 2025

Teresa von Jesus Jornet Ibars

 

Teresa Jornet, Museum der Kathedrale von Oviedo

Unsere Gesellschaft wird immer älter, regelmäßig ist in den Medien vom "Pflegenotstand" die Rede. Höchste Zeit also, sich mit der Patronin des hohen Alters zu beschäftigen: Teresa von Jesus (1843-1897). Die Katalanin war die älteste Tochter einer tiefreligiösen Bauernfamilie – zwei ihrer Schwestern wurden Ordensfrauen und einer ihrer Onkel war Karmeliter. 1872 trat Teresa in ein Klarissinenkloster ein und nahm den Namen Teresa von Jesus an. Weil ihr die politische Situation jedoch nicht die Ablegung der Gelübde erlaubte, konnte sie "nur" Tertiarin der Karmelitinnen werden. Gemeinsam mit einer Gruppe von Priester engagierte sich Teresa in der Pflege bedürftiger Senioren und rief noch im Jahr ihres Klostereintritts die "Kongregation der kleinen Schwestern für die verlassenen Alten" ins Leben. Für ihre Gemeinschaft wählte Teresa die Regel der Franziskaner-Klarissinnen. Als Generaloberin widmete sie sich bis zu ihrem Tod am 26. August 1897 aufopferungsvoll um die ihr Anvertrauten. Papst Paul VI. sprach sie 1974 heilig.
(katholischde)

Montag, 25. August 2025

Ludwig der Heilige

 

Kathedrale von Amiens


Ludwig IX., ganz links, mittlere Figur (an der Kathedrale)

König von Frankreich
Namensdeutung: glorreicher Kampf (althochdt.)
Namenstage: Ludwig, Louis, Lou, Louie, Chlodwig, Lovis, Ludovico, Luigi, Lutz, weibl.: Ludovica, Ludwika
Gedenktag: 25. August

Lebensdaten: geboren am 25. April 1219 in Poissy bei Paris, gestorben am 25. August 1270 bei Tunis

Lebensgeschichte: Louis wurde mit zwölf Jahren und unter der Regentschaft seiner Mutter Blanche von Kastilien König von Frankreich und hatte zunächst Mühe, seine Herrschaft gegen die großen Landbarone und den König von England durchzusetzen. Mitte der 1240er Jahre war ihm aber nicht nur der Rückzug der Engländer und die Unterwerfung des Adels gelungen, sondern er hatte durch den Albigenserkreuzzug auch Okzitanien seinem Thron einverleibt. Mit rechtlich-administrativen Reformen, die am römischen Recht angelehnt waren, sowie diplomatischem Geschick führte der „ungekrönte Kaiser des Abendlandes“ Frankreich in ein Goldenes Zeitalter politischer und wirtschaftlicher Erfolge.

Ludwig IX., der mit Margarete von Provence elf Kinder hatte, lebte persönlich wie ein Mönch und beteiligte auch seinen Hof und seine Familie an seinen Fasten- und Gebetsübungen. Seine Kinder mussten an den Papst appellieren, um nicht in einen der neuen, vom König favorisierten Bettelorden eintreten zu müssen. 1239 erwarb er die Dornenkrone Christi und ließ dieser kostbaren Reliquie die Sainte-Chapelle erbauen. 1248 wurde die Kathedrale Notre-Dame eingeweiht, 1268 das theologische Kolleg seines Hofkaplans Robert de Sorbon, die spätere Universität Sorbonne, bestätigt. Auch in der Armen- und Krankenfürsorge engagierte sich der Monarch.

König Ludwig beteiligte sich an zwei Kreuzzügen zur Befreiung Jerusalems, die eindrucksvoll scheiterten. Beim ersten wurde er 1250 in Ägypten gefangengenommen, vom zweiten kehrte er 1270 gar nicht mehr zurück. Kurz nach der Eroberung Karthagos fiel er einer verheerenden Seuche zum Opfer.

Verehrung: Ludwig wurde in der Königsabtei Saint-Denis bei Paris bestattet, sein Schädel kam in der Sainte-Chapelle zu liegen, sein Herz ruht im Dom von Monreale auf Sizilien. 1297 heiliggesprochen, wurde er zum französischen Nationalheiligen, der zahllosen Orten wie St. Louis in Missouri seinen Namen gegeben hat. In Bayern wird er als Namenspatron der Könige Ludwig I. und Ludwig II. verehrt, die beide an einem 25. August geboren wurden.

Darstellung: im Königsornat, als Kreuzfahrer, mit Dornenkrone, Lanze, Schwert, Kreuzstab, Geißel, Jagdvogel oder Ring

Patron: von München, Saarlouis, Berlin, Paris, der Franziskaner, Pilger und Reisenden, Bäcker, Friseure, Bauarbeiter und vieler anderer Berufe, Helfer gegen Pest, Blindheit und Hörschäden
(bistumaugsburg)

oben Ludwig IX.

 

Der Großteil der Bauarbeiten an der Kathedrale von Amiens wurde 1269 unter der Herrschaft des heiligen Königs Ludwig IX. von Frankreich abgeschlossen, der hier an der Westfassade der Kathedrale dargestellt wird. Neben ihm ist das Wappen von "France Ancien", das er als König von Frankreich trug.

Statue des hl. Ludwig in der Sainte Chapelle, Paris 

Glasfenster von Ludwig IX. im St. Denis, Paris (aus dem Testament an seinen Sohn)

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl.

Josef von Calasanz - Altar in der Piaristenkirche Maria Treu, Wien 

 

und der hl. Mirjam von Abellin (im Karmel, in der Universalkirche am 26.8.)

Im Karmel von Bethlehem

Reliquienrosenkranz der hl. Mirjam

Am Grab der hl. Mirjam (Seligsprechung Johannes Paul II.)

Ikone und Morgengebet der hl. Mirjam

Sonntag, 24. August 2025

Sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen

 

Verkündigungsbasilika in Nazareth

Lesung aus dem Buch Jesája 66

So spricht der Herr:
18 Ich kenne die Taten und die Gedanken aller Nationen und Sprachen
und komme, um sie zu versammeln,
und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.
19 Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf
und schicke von ihnen einige, die entronnen sind,
zu den Nationen, zu den fernen Inseln,
die noch keine Kunde von mir gehört
und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben.
Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Nationen verkünden.
20 Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen
als Opfergabe für den Herrn herbeibringen
auf Rossen und Wagen,
in Sänften, auf Maultieren und Kamelen,
zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, spricht der Herr,
so wie die Söhne Israels
ihre Opfergabe in reinen Gefäßen zum Haus des Herrn bringen.
21 Und auch aus ihnen
nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der Herr.
(1. Lesung vom 21. Sonntag im Jahreskreis)

Gott versammelt alle Nationen und Sprachen, Mosaik


Samstag, 23. August 2025

Rosa von Lima

 

Rosa von Lima, Vorhalle von S. Sabina, Rom

Terziarin, Mystikerin
Namensdeutung: die Rose (lat.)
Namenstage: Rosa, Rose, Rosalie, Rosalia, Rosina, Sina, Rosita
Gedenktag: 23. August

Lebensdaten: geboren am 20. April 1586 in Lima, gestorben am 24. August 1617 ebendort

Lebensgeschichte: Isabel Flores de Oliva wurde von ihren Eltern, armen spanischen Einwanderern mit zehn Kindern, nur Rosa genannt und fiel bereits als Kind durch ihre Selbstbeherrschung und ihren Ernst auf: Als ihr ein gequetschter Finger amputiert werden musste, gab sie keinen Schmerzenslaut, und mit vier Jahren hatte sie sich selber Lesen beigebracht und die heilige Katharina von Siena als Vorbild entdeckt. Sie entzog sich den Verheiratungsplänen ihrer Eltern dadurch, dass sie sich ihre Haare abschnitt und erklärte, dass sie Ordensfrau werden wollte – dafür wurde sie von ihrer Mutter verprügelt.

1606 schloss sie sich mit dem Namen Rosa a Santa Maria als Terziarin dem Dominikanerorden an und bezog im elterlichen Garten eine Bretterhütte, steuerte als Gärtnerin und durch Handarbeiten dem familiären Unterhalt etwas bei, besuchte Arme und Kranke, betete und fastete, schlief kaum auf einem mit spitzen Scherben übersäten Bett und durchlebte schwere körperliche und seelische Schmerzen ohne Klage. „Herr, vermehre meine Leiden, aber auch meine Liebe“ war ihr Leitgebet, und sie verstand ihr Büßerleben als Sühne für die schädlichen Auswirkungen der spanischen Eroberung an den Ureinwohnern. Immer wieder machte sie mystische Erfahrungen, und viele Ratsuchende fanden in ihrer armseligen Hütte Trost und Gebet. Sie starb mit 31 Jahren.

Verehrung: „Die erste Blüte der Heiligkeit in Südamerika“ konnte erst nach mehreren Anläufen bestattet werden, weil der Andrang derer so groß war, die Rosa noch einmal sehen wollten. Schon bald nach ihrem Tod ereigneten sich zahlreiche Wunder an ihrer Grabstätte in der Dominikanerkirche von Lima. 1671 wurde sie von Papst Clemens X. als erste Amerikanerin heiliggesprochen.

Darstellung: als junge Ordensfrau, einen Kranz Rosen auf dem Kopf, mit Rosenstrauß, Hase, Nachtigall oder Anker

Patronin: von Lateinamerika, Peru, der Philippinen, West-Indien und Lima, der Gärtner und Blumenhändler, Helferin bei Verletzungen, Ausschlag, Entbindungen und Familienstreitigkeiten
(BistumAugsburg)


Rosa von Lima
 
 
Statue in der Dominikanerkirche in Znaim (Bekehrungen durch Gebet und Buße)

 

Santa Sabina, Vorhalle der Kirche

Freitag, 22. August 2025

Rosenkranzkönigin

 

Hochaltar von Veit Stoß, 1489


 

"Du Königin vom heiligen Rosenkranz": Papst Leo XIII. ließ diese Anrufung im Jahr 1883 in die lauretanische Litanei einfügen. Viele, gerade auch jüngere Menschen, haben Schwierigkeiten mit dem Titel "Königin". Ist dies ein Begriff, mit dem man in unserer Zeit nichts Rechtes anzufangen weiß?

Ein Blick in die Bibel kann uns hier weiterhelfen. Da heißt es: "Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen…" (Offb 3,21). Wer Jesus die Treue gehalten hat, der darf mit ihm herrschen. Und das dürfen wir doch besonders von Maria annehmen. Wie herrscht Maria? Indem sie uns zu Jesus und seinem Wort hinführt – durch ihre Fürbitte. Es ist, als ob uns die Rosenkranzkönigin immer wieder daran erinnert: "Was er euch sagt, das tut!" (Joh 2,5).

Und hier stehen wir bei einer ganz wichtigen Weisung für das Rosenkranzgebet: Während wir ruhig die zehn Ave beten, sollen wir uns fragen, was das betreffende "Geheimnis" (der "Leben-Jesu-Satz") für unser Leben bedeuten könnte. Diese Verbindung von mündlichem und betrachtendem Gebet ist nicht einfach und bedarf einiger Übung. Man könnte den Vergleich des Klavierspielers gebrauchen: Die eine Hand spielt die Melodie – das entspräche der Anwendung des Geheimnisses auf das eigene Leben –, und die andere Hand spielt die Begleitung – das entspräche dem mündlichen Gebet der Ave Maria. Versuchen wir, das auch auf unser Leben zu übertragen. Beim Beten der Ave können wir natürlich nicht auf jedes Wort achten, das Hauptaugenmerk ruht auf der Betrachtung.

Aber wie steht es mit den Anliegen, die wir in das Rosenkranzgebet einschließen wollen? Papst Johannes Paul II. sagte ja: "Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren." Die Sorgen von Kirche und Welt, aber auch unsere persönlichen Nöte, dürfen wir in das Vater Unser eines jeden Gesätzes einschließen.

Wenn wir uns in der Betrachtung der einzelnen Geheimnisse darum bemühen, unser eigenes Leben dem Leben Jesu und seiner heiligen Mutter anzugleichen, wird Gott unsere Anliegen umso eher erhören.

Bei ihrer letzten Erscheinung in Fatima (13. Oktober 1917) bezeichnete sich die heilige Jungfrau Maria als Rosenkranzkönigin. Wollte sie uns damit nicht eindringlich darauf hinweisen, welche Bedeutung der Rosenkranz für die Kirche und die Welt hat?

P. Benno Mikocki


Krönung der Gottesmutter durch die hl. Dreifaltigkeit

Marienkirche in Krakau

Donnerstag, 21. August 2025

Von Pius X. für Amtsträger vorgeschriebener Antimodernisteneid 1910, gültig bis 1967 (D3537-3550)

 

S. Matteo di Riese, urspr. Grabeskirche von Pius X.

Ich, N.N., umfasse fest und nehme samt und sonders an, was vom irrtumslosen Lehramt der Kirche definiert, behauptet und erklärt wurde, vor allem diejenigen Lehrkapitel, die den Irrtümern dieser Zeit unmittelbar widerstreiten.

 

Und zwar erstens: Ich bekenne, dass Gott, der Ursprung und das Ziel aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der Vernunft „durch das, was gemacht ist“ (Röm 1,20), das heißt, durch die sichtbaren Werke der Schöpfung, als Ursache vermittels der Wirkungen sicher erkannt und sogar auch bewiesen werden kann.

 

Zweitens: Die äußeren Beweise der Offenbarung, das heißt, die göttlichen Taten, und zwar in erster Linie die Wunder und Weissagungen lasse ich gelten und anerkenne ich als ganz sichere Zeichen für den göttlichen Ursprung der christlichen Religion, und ich halte fest, dass ebendiese dem Verständnis aller Generationen und Menschen, auch dieser Zeit, bestens angemessen sind.

 

Drittens: Ebenso glaube ich mit festem Glauben, dass die Kirche, die Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes, durch den wahren und geschichtlichen Christus selbst, als er bei uns lebte, unmittelbar und direkt eingesetzt und dass sie auf Petrus, den Fürsten der apostolischen Hierarchie, und seine Nachfolger in Ewigkeit erbaut wurde.

 

Viertens: Ich nehme aufrichtig an, dass die Glaubenslehre von den Aposteln durch die rechtgläubigen Väter in demselben Sinn und in immer derselben Bedeutung bis auf uns überliefert <wurde>; und deshalb verwerfe ich völlig die häretische Erdichtung von einer Entwicklung der Glaubenslehren, die von einem Sinn in einen anderen übergehen, der von dem verschieden ist, den die Kirche früher festhielt; und ebenso verurteile ich jeglichen Irrtum, durch den an die Stelle der göttlichen Hinterlassenschaft, die der Braut Christi überantwortet ist und von ihr treu gehütet werden soll, eine philosophische Erfindung oder eine Schöpfung des menschlichen Bewusstseins setzt, das durch das Bemühen der Menschen allmählich ausgeformt wurde und künftighin in unbegrenztem Fortschritt zu vervollkommnen ist.

 

Fünftens: Ich halte ganz sicher fest und bekenne aufrichtig, dass der Glaube kein blindes Gefühl der Religion ist, das unter dem Drang des Herzens und der Neigung eines sittlich geformten Willens aus den Winkeln des Unterbewusstseins hervorbricht, sondern die wahre Zustimmung des Verstandes zu der von außen aufgrund des Hörens empfangenen Wahrheit, durch die wir nämlich wegen der Autorität des höchst wahrhaftigen Gottes glauben, dass wahr ist, was vom persönlichen Gott, unserem Schöpfer und Herrn, gesagt, bezeugt und geoffenbart wurde.

 

Ich unterwerfe mich auch mit der gehörigen Ehrfurcht und schließe mich aus ganzem Herzen allen Verurteilungen, Erklärungen und Vorschriften an, die in der Enzyklika „Pascendi“ und im Dekret „Lamentabili“ enthalten sind, vor allem in bezug auf die sogenannte Dogmengeschichte. Ebenso verwerfe ich den Irrtum derer, die behaupten, der von der Kirche vorgelegte Glaube könne der Geschichte widerstreiten, und die katholischen Glaubenslehren könnten in dem Sinne, in dem sie jetzt verstanden werden, nicht mit den wahren Ursprüngen der christlichen Religion vereinbart werden.

 

Ich verurteile und verwerfe auch die Auffassung derer, die sagen, der gebildetere christliche Mensch spiele eine doppelte Rolle, zum einen die des Gläubigen, zum anderen die des Historikers, so als ob es dem Historiker erlaubt wäre, das festzuhalten, was dem Glauben des Gläubigen widerspricht, oder Prämissen aufzustellen, aus denen folgt, dass die Glaubenslehren entweder falsch oder zweifelhaft sind, sofern diese nur nicht direkt geleugnet werden.

 

Ich verwerfe ebenso diejenige Methode, die heilige Schrift zu beurteilen und auszulegen, die sich unter Hintanstellung der Überlieferung der Kirche, der Analogie des Glaubens und der Normen des Apostolischen Stuhles den Erdichtungen der Rationalisten anschließt und - nicht weniger frech als leichtfertig - die Textkritik als einzige und höchste Regel anerkennt.

 

Außerdem verwerfe ich die Auffassung jener, die behaupten, ein Lehrer, der eine theologische historische Disziplin lehrt oder über diese Dinge schreibt, müsse zunächst die vorgefasste Meinung vom übernatürlichen Ursprung der katholischen Überlieferung oder von der von Gott verheißenen Hilfe zur fortdauernden Bewahrung einer jeden geoffenbarten Wahrheit ablegen; danach müsse er die Schriften der einzelnen Väter unter Ausschluss jedweder heiligen Autorität allein nach Prinzipien der Wissenschaft und mit derselben Freiheit des Urteils auslegen, mit der alle weltlichen Urkunden erforscht zu werden pflegen.

 

Ganz allgemein schließlich erkläre ich mich als dem Irrtum völlig fernstehend, in dem die Modernisten behaupten, der heiligen Überlieferung wohne nichts Göttliches inne, oder, was weit schlimmer ist, dies in pantheistischem Sinne gelten lassen, so dass nichts mehr übrig bleibt als die bloße und einfache Tatsache, die mit den allgemeinen Tatsachen der Geschichte gleichzustellen ist, dass nämlich Menschen durch ihren Fleiß, ihre Geschicklichkeit und ihren Geist die von Christus und seinen Aposteln angefangene Lehre durch die nachfolgenden Generationen hindurch fortgesetzt haben.

 

Daher halte ich unerschütterlich fest und werde bis zum letzten Lebenshauch den Glauben der Väter von der sicheren Gnadengabe der Wahrheit festhalten, die in „der Nachfolge des Bischofsamtes seit den Aposteln“ ist, war und immer sein wird; nicht damit das festgehalten werde, was gemäß der jeweiligen Kultur einer jeden Zeit besser und geeigneter scheinen könnte, sondern damit die von Anfang an durch die Apostel verkündete unbedingte und unveränderliche Wahrheit „niemals anders geglaubt, niemals anders“ verstanden werde.

 

Ich gelobe, dass ich dies alles treu, unversehrt und aufrichtig beachten und unverletzlich bewahren werde, indem ich bei keiner Gelegenheit, weder in der Lehre noch in irgendeiner mündlichen oder schriftlichen Form, davon abweiche. So gelobe ich, so schwöre ich, so wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien Gottes.

 


Totenmaske von Pius X.