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im rechten Seitenschiff das Grab des hl. Hieronymus
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Verherrlichung des hl. Hieronymus Ämiliani, Somasca-Vercurago
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Die Familie hieß Ämiliani. Da der Name aber den bequemen Leuten zu Venedig viel zu lang war, sagten sie kurzweg Miani.
Der Vater Miani war ein hoher Staatsbeamter, angesehen und
einflussreich. Ebenso ehrenwert wie der Vater waren auch die Mutter und
die Kinder bis auf den Jüngsten, der Hieronymus hieß und der ein
Schlingel war, wie er im Buch steht. Der Apfel fällt nicht weit vom
Stamm, oder er rollt. Dass sich unter den artigen und anständigen
Kindern einer Familie ein schwieriges Kind befindet, ist gar
nicht so selten. Bei den Miani zu Venedig war es Hieronymus, der
weit vom Stamm weg den Berg hinunterrollte.
Sehr oft schwänzte Hieronymus die Schule. Wegen seines Jähzorns lag
er mit den Geschwistern ständig im Streit. Deshalb fühlte er sich zu
Hause auch nie wohl, aber auf der Straße war er der Held,
der anerkannte Anführer bei unzähligen Streichen. Die Mutter konnte
froh sein, wenn ihr Jüngster abends einmal mit heilen Sachen heimkam.
Mahnungen und Warnungen schlug Hieronymus in den Wind,
Strafen waren sofort wieder vergessen, die Bitten des Vaters und die
Tränen der Mutter ließen ihn kalt, und immer weiter und immer schneller
rollte der Apfel den Berg hinunter.
Zu allem Unglück starb im Jahre 1496 der Vater. Damit verlor der
Fünfzehnjährige den letzten Halt. Wenige Tage nach dem Begräbnis brannte
er durch und ging zu den Soldaten. Da war er allerdings
am richtigen Platz. Als er bald darauf das erste Pulver gerochen und
sich einen Orden verdient hatte, war er mit Haar und Haut dem Militär
verfallen. Da jeder weiß, dass es in einer Kaserne
anders zugeht als in einem Kloster, kann man sich ausmahlen, dass
der Apfel noch weiter und schneller den Berg hinunterrollte. Vielleicht
wäre er sogar in den ewigen Abgrund gerollt, wenn ihn die
liebe Mutter Gottes nicht aufgefangen hätte.
Wie ging das zu?
Hieronymus Miani, fünfundzwanzig Jahren bereits Festungskommandant,
musste nach langer ruhmreicher Verteidigung, von Hunger gezwungen,
kapitulieren. Die Sieger, die wegen der schweren Verluste,
die sie bei der Belagerung erlitten hatten, aufs äußerste erbost
waren, schmiedeten den gefangenen Kommandanten in Ketten und kerkerten
ihn ein mit dem Bemerken, dass er am nächsten Tag als
Kriegsverbrecher hingerichtet werde.
Wenn sich ein gesunder und starker junger Mensch plötzlich nur noch
zwölf Stunden weit vom Tod entfernt sieht, so ist diese Lage sicher dazu
geeignet, heilsame Gedanken in ihm wachzurufen. So
erging es auch dem leichtsinnigen Hieronymus Miani. Es war nicht der
Tod, den er fürchtete, denn so leicht fürchtet ein Soldat den Tod
gerade nicht. Was Miani vielmehr in Schrecken setzte, war
der Ausblick auf das Gericht der Ewigkeit, das er am nächsten Tag zu
bestehen hatte. Denn bei allem Leichtsinn war der junge Mann zum Glück
ein gläubiger Christ geblieben. Wie Schuppen fiel es
ihm in dieser Nacht von den Augen, und er erkannte, wie schlecht und
sündhaft er gelebt hatte. Bohrende Zweifel ängstigten ihn, ob er das
Gericht der Ewigkeit, das über Himmel und Hölle
entscheidet, wohl bestehen werde.
In dieser größten Gefahr ließ die Gnade den reuigen Sünder den
richtigen Weg aus der Not finden, denn auf einmal kam ihm der Gedanke,
die liebe Mutter Gottes zu bitten, ihn aus den Ketten und aus
dem Gefängnis zu befreien. Zum Dank für die Errettung wolle er dann
ein besserer Mensch werden.
Hieronymus Miani begann zu beten. Mühsam war es erst, denn Wort für
Wort musste er sich das Vaterunser und das Ave-Maria wieder
zusammensuchen. Aber dann ging es besser. Stunde um Stunde betete
der Todgeweihte heiß und innig, bis die liebe Mutter Gottes dem
stürmischen Drängen nicht mehr widerstehen konnte. Die Himmelskönigin
kam in eigener Person in den Kerker, löste dem Gefangenen die
Fesseln und führte ihn ungesehen und unbehindert durch die Wachen in
die Freiheit.
Hieronymus Miani hat dann auch seinerseits Wort gehalten. Von Stund
an ist er ein besserer Mensch geworden. Später empfing er die
Priesterweihe und hat an vielen Orten Waisenhäuser eingerichtet.
Für die Betreuung der Waisenhäuser hat er einen eigenen Orden
gegründet. So wurde Hieronymus Miani zu einem Segen für viele.
Was uns im Leben des heiligen Hieronymus Miani wohl am meisten
Freude machen muss, ist die Tatsache, dass die liebe Mutter Gottes den
rollenden Apfel aufgefangen und ihn den armen Waisenkindern
zum Heil und Segen geschenkt hat.
heiligenlegendede
Am Grab des hl. Hieronymus Ämiliani
Die Somasker auf dem Aventin
Hieronymus Ämiliani, der Anwalt der Waisen
Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Josefine Bakhita.
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Kirche des hl. Hieronymus Ämiliani, Mosaik
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Maria löst die Ketten des hl. Hieronymus Ämiliani
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