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Altar der Jungfrau von Guadalupe in der Wiener Votivkirche,
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Warum dieses Bild Millionen bekehrte
Durch
dieses Bild wandten sich innerhalb kürzester Zeit Millionen von Indigenen
dem Glauben der katholischen Kirche zu. Aber warum? Hernand Cortéz und seine
Soldaten hatten keinen Erfolg mit dem vergeblichen Versuch, den Samen des
Glaubens mit Ihren Waffen in die Herzen der Ureinwohner zu säen.
Sie sahen
die schrecklichen Menschenopfer der Azteken und wie den Menschen bei lebendigem
Leib das Herz aus der Brust gerissen wurde, um so die Götter der Azteken zu
beschwichtigen. Sie wollten diesem Treiben ein Ende setzen und versuchten es mit
Feuer und Schwert, ja mit Gewalt.
Sie
hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, das Volk der Azteken war dadurch ganz und gar verletzt, es
fühlte sich seiner Kultur beraubt, verwirrt, verzweifelt. Die Kluft zwischen
Cortéz´ Soldaten und den Indigenen wurde immer größer, die Gräben und Wunden
immer einschneidender.
Missionare
suchten Zugang über Sprache und Kultur
Neben den
Soldaten des Cortéz versuchte auch eine Gruppe von Franziskanermissionaren den
Glauben an den wahren Gott zu verbreiten. Sie hatten nichts gemein mit den
Gewalttaten der Soldaten und deren Gier nach Gold – das es in Mexiko im
Überfluss gab – sondern versuchten, durch das mühselige Erlernen der
Nahuatl-Sprache und des Studiums ihrer Kultur, einen Zugang zu den Azteken zu
finden. Es war ein sehr friedliches Miteinander, das jedoch anfangs sehr
wenig Früchte hervorbrachte. Allerdings gab es schon damals einige erste
Konvertiten, zu denen auch Juan Diego zählte.
In diese furchtbare
und leidvolle Stille hinein kam nun die Wärme der Mutter. Dieses Bild
sprach seine eigene Sprache zu den Azteken: Es holte sie in ihrer Kultur
ab.
War es
das Bild des 12. Kapitels der Offenbarung des Johannes in der Heiligen
Schrift, wie es die Eroberer, die Soldaten von Hernand Cortéz, interpretierten?
Es war diesem so ähnlich: "Und es erschien am Himmel ein großes Zeichen: eine
Frau, umkleidet mit der Sonne, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt
ein Kranz von zwölf Sternen; und sie ist schwanger und schreit in Wehen
und Geburtswehen."
Die
Azteken hingegen konnten in diesem Bild "wie in einem Bilderbuch
lesen, es hatte mit ihrer Kultur, mit ihrem Glauben, mit ihrer Sprache, mit
ihrer Bildersprache zu tun."
Das Bild
erschloss den Ureinwohnern den Glauben
Mit
dieser Frage hat sich Pater Maria Rojas Sanchéz, einer der bekanntesten
Guadalupeforscher Mexikos und unserer Zeit, auseinandergesetzt. Er spricht
nicht nur die alte mexikanische Nahuatl-Sprache, sondern hat sich auch
intensiv mit der Kultur der Azteken befasst.
Er
beschreibt die Bekehrung der Indigenen durch die Marienerscheinung als
Erklärungsmuster, dass den Ureinwohnern nun alles in diesem Bild erschließen
konnte. Das Abbild einer Mutter und Frau, die vor der Sonne stand, die stärker
war als ihr Sonnengott Huitzlipochtli.
Die
Religion der Azteken hatte einen primitiven Opferkult zum Mittelpunkt:
Lebendigen Leibes wurde den Opfern das Herz herausgerissen. Ihr Blut sollte
helfen, die Herrschaft des Kriegsgottes Huitzlipochtli aufrechtzuerhalten. Nach
ihrem Glauben standen die Götter im Kampf miteinander und bedurften der Beschwichtigung
durch Menschenopfer. Auf vielen Bildern in der Aztekenwelt wurde ein
Kolibri abgebildet, der Herz und Blut der Opfer zu den Göttern gen Himmel trug.
Nun jedoch deutete diese erhabene Frau darauf hin, dass sie diesen
blutrünstigen Gott besiegt hatte.
Pater
Mario Rojas Sanchéz, der Jahrzehnte seiner Forschung diesem Bild widmete,
erwähnt, dass dem Glauben der Ureinwohner zufolge Huitzlipochtli den vorherigen
Herrscher Quetzalcóatl, den gefiederten Schlangengott, aus dem Land vertrieben
hatte.
Damit war
für die Azteken das Zeitalter "der dritten Sonne" zu Ende. Für die
Azteken war der wachsende Mond ein Symbol für Quetzalcóatl, die gefiederte
Schlange, die unter anderem auch mit dem "weißen Gott" in Verbindung
gebracht wurde, über den eine Legende existierte.
Prophetien,
die es schon lange vor der Ankunft der Spanier gab, wiesen darauf hin, dass
auch die Zeit der "vierten Sonne" bald zu Ende sein würde, und ein
"weißer Gott” kommen werde.
Die
schöne Frau auf dem Bild steht auf der Sichel des Mondes. Diese Mondsichel
hatte für die Ureinwohner mehrere Bedeutungen. Sie verkörperte unter anderem
ihren gefiederten Schlangengott. Diese Dame war also stärker als Ihr
Schlangengott, diese “Mestiza", also “Mischling”, die mit dem
Sternenhimmel bekleidet war. Ja, der ganze Kosmos und die Sternenwelt
dienten ihr als Mantel, alles diente ihr.
Nicht nur
war diese tief türkis-grüne Farbe die Farbe der Fürsten, der Könige, Prinzen
und Prinzessinnen, sonder auch die Farbe der Jungfräulichkeit. Sie war
für sie eine noble Dame, eine "Cihuapilli". Sie wussten also, dass es
sich bei dieser schönen "Mestiza" um eine Jungfrau handelte. Die
türkise Farbe und die Strahlenmandorla wies auch auf das kostbarste des
"Himmels und der Erde" hin.
Aber wer
war dann diese Frau? War sie für die Azteken eine Göttin?
Nein, sie
stand geneigten Hauptes auf der Sichel des Mondes. Nicht nur das, sie betete
mit ihren in aller Andacht gefalteten Händen an! Aber wen? Wen betete sie denn
an? Für die Azteken, die in diesem Bild wie in einem Bilderbuch lesen konnten war
es eindeutig.
Diese
Dame trägt eine Brosche, auf der ein Kreuz abgebildet ist. Es war
wiederum das gleiche Kreuz, das die Spanier, als sie in Veracruz Anker legten,
auf der Flagge trugen und das sie auf den wahren Gott hinwies, von dem sie schon
durch die Prophetie hörten: die Rückkehr des weißen Gottes Quetzalcóatls.
Nahui
Ollin ist die
einzige vierblättrige Blume in diesem Bild, die sich auf Ihrem Kleid, unter den
schwarzen Bändern finden lässt. Diese Blume deutete auf den unbekannten Gott
hin, auf den einen wahren Gott, der kommen wird. Sie hatte in der
Aztekensprache mehr als 80 Bedeutungen wie: der Gott über alle vier
Himmelsrichtungen, er, der das Nahe und Nächste beherrscht, den Himmel und die
Erde, Schöpfer der Personen.
Hinzu
kommt, dass die Azteken erkannten, dass die "Morenita" (die kleine
Braungebrannte) ein Kind unterm Herzen trägt. Denn jede Aztekenfrau trug, wenn
sie schwanger war, solch ein schwarzes Band, wie auf dem Bild sichtbar.
Also war
es klar: sie war schwanger! Es ist auch unverkennbar auf dem Bild zu sehen,
dass das schwarze Band etwas hinaufgerutscht ist und sich eine Wölbung in der
Bauchgegend abzeichnet. Sie trug also den Erlöser, den wahren Gott in
sich. Sie selber war also keine Göttin, sie betete IHN an.
Sie
erkannten in ihr also nicht nur eine Jungfrau, sondern sie war auch Mutter und
Mutter des bis dahin unbekannten, einen, wahren Gottes.
Pater
Mario Rojas Sanchéz fügt hinzu: "Die weißen Hermelinärmel, Teil des
Unterkleides der Morenita, deuteten auf den Erlöser hin. Immer wenn die
Franziskaner die Messe feierten, sprachen sie von dem "Lamm Gottes, das
die Sünden der Welt hinwegnimmt", indem sie die weiße Hostie hoch erhoben.
Die Azteken konnten sich darunter gar nichts vorstellen, da sie keine Lämmer
kannten. Erst als die Spanier die Lämmer aus Europa mitbrachten, wussten
Sie, was gemeint war. Es war für Sie eine ganz neue Erfahrung und sie
verglichen die Lämmer mit Baumwolle, nannten die Lämmer die "hüpfende
Baumwolle". Die weiße Hostie, das Lamm Gottes erinnerte sie an die
weißen Ärmel Mariens. Diese Frau also trug also das Lamm Gottes in Ihrem Schoß
und ihre anbetenden Hände deuteten darauf hin."
Dass in
diesem Bild sehr viele wunderbare Entdeckungen gemacht wurden, würde viele
Kapitel eines Buches füllen.
Angefangen
vom bärtigen Mann, der in den Pupillen der Augen der Jungfrau von Guadalupe
sichtbar ist und mittels modernster Technologie wissenschaftlich
erforscht wurde. Dann die Sternenwelt auf dem Mantel, die identisch ist
mit dem Sternenhimmel des 12. Dezembers 1531, dem Zeitpunkt der
Erscheinung. Die Farben, die nicht aus dieser Welt stammen, die Tilma auf der
das Bild wie eingebrannt ist, besteht aus Kakteenfasern, einem groben Stoff,
der spätestens innerhalb 25 Jahren verwesen müsste.
Diese
Tilma ist jedoch heute noch so intakt, als ob das Wunder sich erst ereignet
hätte. Die perfekte Symmetrie, die man im Bild im Blick auf den Goldenen
Schnitt bewundern kann, selbst die Blumen haben ihre tiefere Bedeutung,
abgesehen von den unzähligen übernatürlichen Wundern, die dieses Bild und die
Erscheinungen von Guadalupe begleiteten. Pater Sanchez erklärt:
Als Maria
das erste Mal Juan Diego erschien, "rief sie (Maria) ihn an, dass er sich
ihr nähere. Als er ihr näherkam, ward er zutiefst ergriffen über ihre Würde.
Ihr Gewand strahlte wie die Sonne, löste sich wie in Strahlen auf. Der Stein,
der Vorsprung auf dem sie stand, strahlte nur so. Ihr Glanz war wie Edelstein,
wie der schönste Smaragd. Die Erde strahlte aus dem Nebel in allen Farben des
Regenbogens. Die Disteln und Nopalkakteen und das andere Gewächs, das dort
vorkommt, schienen von Smaragd und ihre Blätter von Türkis zu sein. Ihr Stamm
aber und ihre Stacheln leuchteten wie Gold.
Er neigte
sich zu Boden vor ihrer Gegenwart, horchte auf ihren Hauch, ihr Wort, das
strahlte vor Herrlichkeit und doch zugleich liebenswürdig war, ihn anzog und
erhob. Und sie sagte: "Höre, kleinster meiner Söhne, lieber Juan, wo gehst
du denn hin?" Und er antwortete: "Meine Herrin, Königin, meine
Schönste, ich gehe hin in Dein Haus nach Tlatilolco, um den Unterricht zu
empfangen von denen, die das Bild unseres Herrn Jesus Christus sind, den
Priestern. "
Dann
spricht sie mit Juan, übersetzt Pater Sanchez aus dem Nican Mopohua, dem
aztekischen Text.
"Wisse
und sei dessen ganz sicher, du kleinster meiner Söhne, dass ich die Heilige
Jungfrau Maria bin, die Mutter des einen wahren Gottes, durch den wir das Leben
empfangen, den Schöpfer der Personen, der das Nahe und das Nächste beherrscht,
den Himmel und die Erde.
Mein ganz
besonderer Wunsch ist, dass man IHM hier ein Heiliges Haus errichte.
Hier
werde ich IHN zeigen, erhöhen und offenbaren. Ich werde IHN verschenken an die
Menschen mit meiner ganz persönlichen Liebe, in meinem erbarmenden Blick, durch
meine Hilfe, in der Kraft der Erlösung, die mir zuteil geworden ist.
Denn ich
bin in Wahrheit eure erbarmende Mutter; deiner und aller Menschen, die ihr auf
dieser Erde eins seid; ja der verschiedensten Arten von Menschen, die mich
lieben, die mich anrufen, die mich suchen und mir vertrauen. Denn hier werde
ich hören auf ihre Klage, ihre Traurigkeit, um ihr abzuhelfen, um alle ihre
Not, Bedrängnis und ihren Schmerz zu heilen."
Das ist
die Hauptbotschaft von Guadalupe. Durch Bild und Wort konnte Maria so die
Herzen einer ganzen Nation gewinnen. Innerhalb weniger Jahre bekehrten sich
acht bis neun Millionen Azteken. Die Franziskaner mussten Massentaufen
abhalten, da sie dem großen Andrang nicht mehr stand halten konnten. Alle
wollten sie Kinder des einen wahren Gottes sein. Alle wollten sie in ihrer
mütterlichen Liebe geborgen sein. Bis heute ist Guadalupe der größte
Wallfahrtsort der Welt.
(von Christine Hein-Moosbrugger auf CNA)
Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)
Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo)
Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla
Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom
Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche
Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto
Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes
Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem
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| Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns! |