Donnerstag, 17. August 2023

Hyazinth von Polen

 


Dominikanerkirche, Krakau

Heiliger Hyazinth, bitte für uns!

Ordenspriester, Glaubensbote
Namensdeutung: Hyazinthe (griech.)
Namenstage: Hyazinth, Jacek, Jacko, Jacinto, Giacinto, Jácint, weibl.: Jacinta, Jacinda, Sinta, Sinda, Hyacinth, Giacinta, Jaxine
Gedenktag: 17. August

Lebensdaten: geboren um 1183 in Groß Stein bei Oppeln, gestorben am 15. August 1257 in Krakau

Lebensgeschichte: Der oberschlesische Grafensohn Jacek Odrowąż studierte in Krakau und Prag und wurde in Bologna zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert. Zurück in Polen, machte ihn der Bischof von Krakau, sein Onkel Ivo, zum Domkanoniker der Wawelkathedrale. 1217 reiste er vermutlich im Auftrag seines Bischofs nach Rom, wo er sich allerdings dem heiligen Dominikus anschloss und mit dem Namen Hyazinth in den Predigerorden eintrat.

Dominikus entsandte ihn bald darauf zurück nach Polen, um den Orden dort einzuführen. Auf dem Weg gründete Hyazinth 1221 im kärntnerischen Friesach das erste Dominikanerkloster im deutschen Sprachraum. 1222 entstand in Krakau das künftige Hauptkloster des Ordens in Polen. Hyazinth siedelte Konvente in Breslau und Danzig an und zog im Auftrag des Ordens bis nach Kiew, wo er bis 1233 blieb. Aus dieser Zeit stammt die Legende, wie er beim Einfall der mongolischen Goldenen Horde in Kiew das Allerheiligste sowie eine Alabasterstatue der Muttergottes aus dem brennenden Kloster holte und über seinen Mantel schreitend trockenen Fußes über den Dnjepr rettete.

Ab 1236 missionierte Hyazinth, inzwischen Leiter der schnell wachsenden Ordensprovinz Polonia, entlang der Ostseeküste von Pommern bis ins Baltikum und dann noch bis nach Skandinavien hinein. Ab 1238 lebte er wieder in Krakau. Seine Verwandte Bronisława will bei seinem Tod am 15. August 1257 in einer Vision gesehen haben, wie ihn Maria in den Himmel hineinführte.

Verehrung: Hyazinth wurde in der Krakauer Dominikanerkirche begraben und ruht heute in der barocken Hyazinth-Kapelle. 1427 wurde seine Verehrung erlaubt, 1594 wurde er heiliggesprochen, 1686 zum Patron Litauens erklärt.

Darstellung: im Ordenshabit mit Monstranz oder Hostienschale und Muttergottesstatue

Patron: von Pommern, Preußen, Polen, Litauen und Russland, von Danzig, Krakau, Breslau und Kiew, bei Gefahr des Ertrinkens, bei Kinderlosigkeit und für eine leichte Entbindung


Mittwoch, 16. August 2023

Stephan von Ungarn und Maria

 

Aufnahme Mariens, Bad Deutsch Altenburg
 
 
In der Herausbildung der Marienverehrung Stephans mögen z. T. sein Erzieher (hl. Adalbert) und seine geistlichen Führer (hll. Wolfgang und Gerhard), z. T. seine Verbindungen zu Cluny (Abt Odilo) eine
Rolle gespielt haben. Ausdruck seiner Marienverehrung ist v. a. die Wahl der Marienpatrozinien der von ihm gegründeten Basiliken (Szekesfehervar, Esztergom), der erzbischöflichen und bischöflichen
Kathedralen (Kalocsa, Györ, Väc) sowie der Abteikirchen und Nonnenklöster (Pecsvärad,
Veszprernvölgy).
Ein weiteres Kultzeugnis ist die Ikonogiaphie des ungar. Krönungsmantels, der von ihm und Gisela 1031 der Basilika von Szekesfehervär geschenkt wurde. Darauf ist Maria als eine von Engeln umgebene Nebenfigur (Typ Maria orans) in der Gesellschaft Christi, der Propheten, Apostel, Märtyrer und Heiligen dargestellt.
Die Legenden über Stephan, die den jeweiligen dynastischen und kirchenpolitischen Interessen
entsprechend gestaltet wurden, haben die MV des Königs bedeutend weiterentwickelt. In sei-
ner frühesten Lebensgeschichte (Legenda maior, um 1077, vor 1083) sagt Stephan Maria Dank und
vergibt in ihrem Namen den Bettlern, die ihn während des Almosengebens beleidigt haben.
Maria ist persönliche Patronin Stephans. Nach dem Tode seiner übrigen Kinder empfiehlt er seinen Sohn Emmerich in seinem täglichen Gebet Christus und Maria. Hier erscheint das Motiv der Ubergabe
des Landes an die Gottesmutter zum ersten Mal: Vor der Schlacht gegen den heidnischen Rebellen
Koppany bittet er um die Hilfe Marias, Martins und Georgs; bei dem Angriff des Kaisers Konrad klagt er das erlittene Unrecht Maria, um dann nach dem Rückzug des Feindes sich selbst und die Sorge seines Landes der Gottesmutter zu übergeben. 
Die erste Abbildung Stephans, in der er zusammen mit Maria dargestellt wurde, war das Marmorrelief im Tympanon der Ehrenpforte der Basilika von Esztergom (Porta speciosa, Ende 12.Jh., 1764 zerstört). In der Komposition wurde der Dialog zwischen Maria und Stephan mit Hilfe von Inschriften festgehalten. Stephan steht neben der thronenden Gottesmutter mit Jesuskind auf dem Schoß und
hält ein Spruchband mit dem Satz in seiner Hand: »Suscipe Virgo Pia Mea Regna Regenda
Maria«.
(aus dem Marienlexikon)
 
 

Nimm an, fromme Jungfrau, meine Reiche,
dass du, Maria, sie regierst


Heiliger Stephan, bitte für uns und unsere Politiker

Dienstag, 15. August 2023

Die Mutter Gottes mußte besitzen, was ihrem Sohn gehört

 

Kathedrale von Bialystok, Polen


Herrlich strahlst du im Licht, Jungfrau Maria,
Kind aus Davids Geschlecht, Tochter des Königs,
die erhaben nun thront hoch in den Himmeln
und Gebieterin ist über die Engel.

Dem allmächtigen Gott wurdest du Mutter,
hast dem Herrn, der dich schuf, Wohnung bereitet,
ihm den heiligen Schoß willig geboten -
und im Fleische ward Gott Mensch wie wir alle.

Den in Ehrfurcht verehrt Erde und Himmel,
den Erlöser und Herrn, bitten wir heute,
da ins himmlische Reich ganz er dich aufnahm:
Aus dem Dunkel der Welt führ uns zum Lichte.

Dir sei Ehre und Preis, Vater des Lichtes,
dir, dem ewigen Sohn, der uns erlöst hat,
dir, dem Heiligen Geist, Gott dem Dreieinen,
dessen Herrschaft und Reich währen auf ewig.
Amen.

 


Pius XII. († 1958)

Aus der Konstitution "Munificentissimus Deus".

Mariä Leib ist herrlich und heilig
 
Wenn die heiligen Väter und Lehrer die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel mit einem Festtag begingen, richteten sie Homilien und Reden an das Volk und sprachen von ihrer Aufnahme wie von einer bekannten und anerkannten Tatsache. Sie erklärten sie ausführlicher, legten ihren Sinn und ihre Wirklichkeit vertieft vor. Vor allem rückten sie ins rechte Licht, dass dieses Fest nicht nur daran erinnert, dass es bei Maria keine Verwesung des entseelten Leibes gab, sondern dass sie im Triumph dem Tod entrissen wurde und wie ihr Sohn in die Herrlichkeit des Himmels einging.

Der heilige Johannes von Damaskus war mehr als alle ein Herold dieser überlieferten Wahrheit. Er verglich die Aufnahme in den Himmel mit den sonstigen Gnadengaben der erhabenen Gottesmutter und sagte mit großer Beredsamkeit: "In der Geburt des Herrn blieb ihre Jungfräulichkeit unverletzt. So musste ihr Leib auch nach dem Tod unversehrt bleiben. Sie hat den Schöpfer als ihr Kind an ihrer Brust getragen, darum musste sie auch mit ihm im Himmelszelt weilen. Die Braut, die der Vater sich verlobt hatte, musste das Brautgemach im Himmel bewohnen. Sie hatte ihren Sohn am Kreuz gesehen. Das Schwert der Schmerzen, dem sie bei der Geburt des Kindes entgangen war, durchbohrte ihre Brust. Nun musste sie ihn auf dem Thron des Vaters schauen. Die Mutter Gottes musste besitzen, was ihrem Sohn gehört, und sie musste von allen Geschöpfen als Mutter und Magd Gottes verehrt werden." (1)


Der heilige Germanus von Konstantinopel hielt es nicht nur wegen ihrer Gottesmutterschaft für angemessen, dass der Leib der jungfräulichen Gottesmutter Maria unversehrt blieb. Er begründete es auch mit der einzigartigen Heiligkeit ihres jungfräulichen Leibes: "Du erscheinst in Heiligkeit, wie die Schrift sagt; dein jungfräulicher Leib ist ganz und gar heilig, ganz keusch, ganz Gottes Wohnstatt. Daher ist er fortan der Auflösung in Staub entzogen. Verwandelt in seiner Menschlichkeit, geht er in das unvergängliche Leben des Himmels ein. Er lebt verherrlicht, unversehrt und teilhaft des vollkommenen Lebens." (2)


Ein anderer alter Kirchenschriftsteller versichert: "Als ruhmreiche Mutter Christi, des Erlösers und Spenders von Leben und Unsterblichkeit, wird sie von ihm lebendig gemacht und hat auf ewig in Unvergänglichkeit einen Leib mit ihm, der sie aus dem Grab erweckt und zu sich aufgenommen hat, wie er allein weiß." (3)

All diese Äußerungen und Überlegungen der Väter gründen in der Heiligen Schrift als ihrem letzten Fundament. Diese stellt uns die erhabene Gottesmutter in ihrer innigen Verbindung mit dem göttlichen Sohn vor Augen, an dessen Geschick sie immer teilhat.

Vor allem ist es bemerkenswert, dass die heiligen Väter vom zweiten Jahrhundert an die heilige Jungfrau als zweite Eva dem neuen Adam gegenüberstellen. Wenn sie ihm auch untergeordnet ist, so ist sie ihm doch aufs engste verbunden im Kampf gegen den Feind aus der Welt des Todes, dem Kampf, der im Protoevangelium vorgebildet ist und zu dem vollen Sieg führen wird über Sünde und Tod, die nach den Schriften des Heidenapostels eng zusammenhängen. Wie die ruhmreiche Auferstehung Christi ein wesentlicher Teil dieses Sieges ist und sein letztes Siegesdenkmal, so muss auch der Kampf, den die heilige Jungfrau zusammen mit ihrem Sohn führt, in der Verherrlichung des jungfräulichen Leibes seinen Abschluss finden, wie der Apostel ruft: "Wenn dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet wird, dann erfüllt sich das Wort der Schrift: Verschlungen ist der Tod vom Sieg." (5)


Die erhabene Gottesmutter ist mit Jesus Christus von Ewigkeit her "in einem und demselben Ratschluss" vorherbestimmt und geheimnisvoll verbunden. Unbefleckt in der Empfängnis, unversehrte Jungfrau, freigebige Gefährtin des Erlösers, der über die Sünde und ihre Folgen den Sieg davongetragen hat. Schließlich ist es sozusagen die Krönung ihres Lebens, dass sie vor der Verwesung im Grab bewahrt blieb und wie ihr Sohn nach Überwindung des Todes mit Leib und Seele zur hohen Herrlichkeit des Himmels emporgehoben wurde, wo sie als Königin glänzt an der Rechten ihres Sohnes, des unsterblichen Königs der Ewigkeit. (6)


1 Vgl. Joh. Damscenus, Encomium in Dormitionem, Hom. 2,14.

2 Vgl. Germanus v. Konstantinopel, In s. Dei genitricis Dormitionem, Serm. 1.
3 Vgl. Ps.-Modestus von Jerusalem, Encomium in Dormitionem, Nr. 14.
4 Vgl. Gen 3,15.
5 1 Kor 15,54.
6 Vgl. 1 Tim 1,17.
Hochaltar Aufnahme Mariens in den Himmel, Bialystok

Montag, 14. August 2023

Darum bemüht sein, Jesus so zu lieben, wie ihn seine heilige Mutter geliebt hat (Maximilian Maria Kolbe)

 

Heiligtum der Barmherzigkeit, Bialystok, Polen

 

Maximilian Maria Kolbe († 1941)

Aus der Schrift "Jedem ist der Weg gewiesen".

Durch Leiden zur Herrlichkeit
 
Es gibt keinen Menschen unter der Sonne, der nicht das Glück suchte. Bei allem, was wir tun, haben wir das Glück in dieser oder jener Form als Ziel vor Augen und streben ihm von Natur aus zu. Das Glück aber, das nicht auf der Wahrheit gegründet ist, kann ebenso wenig von Dauer sein, wie die Unwahrheit von Dauer ist. Allein die Wahrheit ist das zuverlässige Fundament des Glücks, für den einzelnen Menschen wie für die gesamte Menschheit.
Der Blick des Ungläubigen reicht nicht weiter als bis zum Sarge. Er kann der rein stofflichen Welt nicht entrinnen. Schaut euch diese Menschen an, die im tiefsten Materialismus befangen sind: Sie wagen es, der Menschheit das Glück zu verheißen. Alles, was die Welt geben kann, reicht doch für den Menschen nicht aus. Alle diese Güter haben doch ihre Grenzen. Sie enttäuschen und wecken das Verlangen nach einem größeren, dauerhaften Glück.
Die Immaculata sagte in der Stunde der Verkündigung: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast." (1) Wie Gott es will, so soll es geschehen. In diesen Worten ist die ganze Glückseligkeit, aber auch unsere Aufgabe hier auf Erden eingeschlossen. Gott hat uns erschaffen, dass wir seine Werkzeuge seien. Bitten wir die heilige Mutter, dass sie uns lehrt, wie die Seele einer Magd des Herrn beschaffen sein soll.
Das muss unser ganzes Bestreben sein, Gott dem Herrn die höchste Ehre zu erweisen. Wir müssen darum bemüht sein, Jesus so zu lieben, wie ihn seine heilige Mutter geliebt hat. Sie steht Gott am nächsten. Wenn wir uns ihr nähern, nähern wir uns damit Gott selbst.
Mitunter ist es wirklich schwierig im Leben, man meint, es gäbe keinen Ausweg mehr. Weil wir nicht alles wissen können, sehen wir den Zusammenhang nicht zwischen unserem eigentlichen Glück und den widrigen Umständen, die uns quälen. Was sollen wir also tun? Gott vertrauen. Durch solches Vertrauen – auch ohne letzte Einsicht in die Dinge – erweisen wir gleichzeitig Gott eine große Ehre, denn wir erkennen seine Weisheit, Güte und Macht an.
Vergessen wir nicht, immer wieder mit Jesus auf dem Ölberg zu sprechen: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe." Wenn Gott es für richtig und gut findet, dass es so sei wie auf dem Ölberg, dass unsere Bitte keinen Erfolg haben soll und wir den Kelch bis zu Neige trinken müssen, dann wollen wir nicht vergessen, dass Jesus nicht nur gelitten hat, sondern danach in Herrlichkeit auferstanden ist. So müssen auch wir durch Leiden zur Auferstehung kommen.
1 Lk 1,38.
(Lesehore, Maximilien Maria Kolbe)

Altar in der Minoritenkirche in Venedig

Statue in der Franziskanerkirche Vicenza

Gebet zur Mutter Gottes um Rettung (Loretokapelle Brünn)
Über das Leiden (Minoritenkirche Wien)
Durch die Hände der Unbefleckten kannst du alles (Katharinakirche Krakau) 
Die Macht des Gebetes (Chiesa dei Santi Apostoli, Rom)

Priesterweihe in Rom
Die Primizkirche des M. Kolbe, (S. Andrea delle Fratte, Rom)
Die Todeszelle des hl. Maximilian Kolbe

 

Heiliger Maximilian Maria Kolbe, bitte für uns!

Sonntag, 13. August 2023

Herr, rette mich!

 

Jesus zieht den untergehenden Petrus aus dem Wasser, Petrusfenster, Ely Cathedral
Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 14,22-33

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte,
22 drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
23Nachdem er sie weggeschickt hatte,
stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
24Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt
und wurde von den Wellen hin und her geworfen;
denn sie hatten Gegenwind.
25In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen;
er ging auf dem See.
26Als ihn die Jünger über den See kommen sahen,
erschraken sie,
weil sie meinten, es sei ein Gespenst,
und sie schrien vor Angst.
27Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen
und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es;
fürchtet euch nicht!
28Petrus erwiderte ihm und sagte:
Herr, wenn du es bist,
so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme!
29Jesus sagte: Komm!
Da stieg Petrus aus dem Boot
und kam über das Wasser zu Jesus.
30Als er aber den heftigen Wind bemerkte,
bekam er Angst.
Und als er begann unterzugehen,
schrie er: Herr, rette mich!
31Jesus streckte sofort die Hand aus,
ergriff ihn
und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger,
warum hast du gezweifelt?
32Und als sie ins Boot gestiegen waren,
legte sich der Wind.
33Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder
und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.

(Evangelium vom 19. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Freitag, 11. August 2023

Klara, eine Frau des Gebetes

 

Hl. Klara mit dem Allerheiligsten Sakrament, St. Maria Schnee, Prag

 

Klara war eine Frau des Gebetes, viele Berichte erzählen von der Kraft ihrer Fürbitte. Bekannt ist vor allem die Erzählung von der Bedrohung der Stadt Assisi durch die feindlichen Sarazenen: Klara trat den wilden Sarazenen mit dem Allerheiligsten, das sie in einem Kästchen bei sich trug, entgegen. Tatsächlich zogen die Sarazenen wieder ab.

 

mit 29 m der höchste Säulenaltar in Prag

Mittwoch, 9. August 2023

Sei gegrüßt, o Kreuz, du einzige Hoffnung

 

Heilige Patronin Europas, rette die Welt vor Unglauben und Epidemien
vermutlich wäre aus heutiger Sicht besser: vor der Epidemie des Unglaubens
 

Kein Menschenherz ist je in eine so dunkle Nacht eingegangen wie der Gottmensch in Gethsemani und auf Golgota. In das unergründliche Geheimnis der Gottverlassenheit des sterbenden Gottmenschen vermag kein forschender Menschengeist einzudringen. Aber Jesus kann auserwählten Seelen etwas von dieser äußersten Bitterkeit zu kosten geben. Es sind seine treuesten Freunde, denen er es als letzte Probe ihrer Liebe zumutet. Wenn sie nicht davor zurückschrecken, sondern sich willig hineinziehen lassen in die dunkle Nacht, dann wird sie ihnen zum Führer:

O Nacht, die Führer war?
O Nacht, viel liebenswerter als die Morgenröte!
O Nacht, die du verbunden
die Liebste dem Geliebten,
In den Geliebten die Geliebte umgewandelt!
(Johannes v. Kreuz, Gesang von der dunklen Nacht, Str. 5)

Das ist die große Kreuzeserfahrung von Toledo (Johannes vom Kreuz im Gefängnis): äußerste Verlassenheit und eben in dieser Verlassenheit die Vereinigung mit dem Gekreuzigten.
(aus Kreuzeswissenschaft 1,24f, Edith Stein)

Ein ganz kurzer Text, aus einem Briefchen an die Mutter Priorin in Echt, offensichtlich in den allerletzten Lebenstagen geschrieben, in einer den geschilderten Heimsuchungen des Ordensvater Johannes außerordentlich ähnlichen Situation:

Ich bin mit allem zufrieden. Eine Scientia Crucis (Kreuzeswissenschaft) kann man nur gewinnen, wenn man das Kreuz gründlich zu spüren bekommt. Davon war ich vom ersten Augenblick an überzeugt und habe von Herzen: Ave Crux, spes unica, gesagt!


 

In dieser Kirche hat die hl. Edith Stein gebetet und um 6.00 Uhr morgens die Hl. Messe besucht, wenn sie in Breslau war (in der Zeit von 1922 bis 1933)

Altarstein mit den Worten "Ave crux, spes unica", Edith Steinkapelle, Breslau


Edith Stein Kapelle in der St. Michaelis Kirche in Breslau

Montag, 24. Juli 2023

Gebet zum hl. Charbel

 

Reliquie in der Basilika der Königin von Polen, Gdynia

 

Gebet zum Heiligen Charbel Makhlouf


Lieber heiliger Charbel, Sohn armer Leute im Libanon,
schon früh hast du dich für ein Leben im Dienste Gottes entschieden
und seinem Ruf folgend den Ordensstand als deinen Weg gewählt.
In demütigem Gehorsam hast du dich führen und unterrichten lassen,
um als Mönch, Priester und Lehrer der Kirche und dem Volk zu dienen.

Immer inniger mit Gott verbunden wurdest du erwählt,
als Eremit in Gebet und Busse ein Werkzeug seiner Gnade,
ein Berater und Fürsprecher für viele Menschen zu sein.

Und nach deinem Tod hat Gott dein heiliges Leben mit vielen Wundern seiner Liebe gekrönt.
Geheimnisvolles Öl aus deinem unversehrten Körper heilt Wunden des Leibes und der
Seele zum Lobpreis des allmächtigen und barmherzigen Gottes.

So bitten wir dich um deine gütige Fürsprache in unsern Leiden und Sorgen.
Da du die Macht hast, zu helfen, versag uns deinen Beistand nicht!
Erweise auch an uns wunderbar deine väterliche Güte, damit wir mit dir Gott danken können,
der lebt und liebt in Ewigkeit.


Heiliger Charbel, bitte für uns!

Freitag, 30. Juni 2023

Komm in jedes Herz, Jesus!

 


O Jesus, wir wissen,dass Du gütig warst
und dass Du für uns Dein Herz gegeben hast.
Es ist gekrönt mit der Dornenkrone
und mit unseren Sünden.
Wir wissen, dass Du auch heute
für uns betest, damit wir nicht fallen.
Jesus, steh uns bei, wenn wir sündigen.
Durch Dein heiligstes Herz gib,
dass wir einander alle lieben.
Es soll keinen Hass mehr
unter den Menschen geben.
Zeig Deine Liebe!
Wir lieben Dich alle und wünschen,
dass Du uns durch Dein Hirten-Herz
vor der Sünde beschützt.
Komm in jedes Herz, Jesus!
Klopfe, klopfe an unsere Herzen.
Sei geduldig und unermüdlich.
Wir haben Deinen Willen
noch nicht richtig begriffen
und sind verschlossen.
Klopfe beständig und gib,
dass wir unsere Herzen Dir öffnen,
wenigstens dann, wenn wir uns
an Deine Leiden erinnern,
die Du für uns erlitten hast.
(28.11.1983, gegeben in Medjugorje)


Donnerstag, 29. Juni 2023

Die Apostelfürsten

 

Christus zw. Petrus und Paulus, Holzfigur, 14. Jh.

Apostelfürsten, Märtyrer
Namensdeutung: Petrus: der Fels (griech.-lat.), Paulus: der Geringe (lat.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette; Paulus, Paul, Pablo, Paolo, Pál, Pavel, Pol, Poul, Pavo, weibl.: Paula, Paulina, Pauline
Gedenktag: 29. Juni

Lebensdaten von Petrus: geboren in Kafarnaum, Galiläa, gestorben 64 in Rom; von Paulus: geboren in Tarsus, gestorben 67 in Rom

Lebensgeschichten: Simon bar Jona (Sohn des Jona) war verheiratet, lebte als Fischer am See Genezareth und wurde von seinem Bruder Andreas zu Jesus geführt, der ihm den Namen Kephas – Petrus, das heißt Fels, gab (Joh 1,42) und ihn ins enge Vertrauen zog. Petrus war Zeuge aller besonderen Ereignisse im Leben Jesu und trat mit unbestrittener Autorität als Sprecher der zwölf Jünger auf. Als Petrus Jesus als den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes bekannte, verhieß Jesus, auf diesem Felsen seine Kirche zu bauen und Petrus die Schlüssel des Himmelreichs zu übergeben (Mt 16,16–19). Darauf und auf die Aufforderung Jesu an Petrus, seine Schafe zu weiden und seine Brüder zu stärken (Joh 21,15–17; Lk 22,32), gründet der Anspruch der Bischöfe von Rom auf das Petrusamt: als Päpste die katholische Kirche zu leiten. Petrus gelangte im Jahr 43 nach Rom, nachdem er in Jerusalem bereits die Apostelkirche gemeinsam mit dem Herrenbruder Jakobus geleitet und mehrere Missionsreisen unternommen hatte. In Rom wurde er unter Kaiser Nero mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Über seinem Grab erhebt sich der Petersdom.

Saulus Paulus war ein Pharisäer und römischer Bürger und erhielt seine gründliche Ausbildung beim berühmten Gesetzeslehrer Gamaliel in Jerusalem. Nach jüdischer Sitte hatte er auch ein Handwerk gelernt: Zeltmacher. Im Neuen Testament tritt er zum ersten Mal bei der Steinigung des Stephanus auf (Apg 7,58). Er wütete gegen die Christen als jüdische Ketzer und ließ sich als ihr Verfolger bevollmächtigen, bis Jesus ihm vor Damaskus erschien und er sich leidenschaftlich zum Herrn bekehrte und taufen ließ. Drei Jahre später unternahm er im Auftrag der Apostel eine erste Missionsreise, der noch weitere folgen sollten, die ihn besonders zu den Heiden, das heißt den Nichtjuden, führten, und an deren Ende er – als Gefangener – im Jahr 61 nach Rom gelangte. Dort wurde er mit dem Schwert enthauptet. Sein Grab befindet sich in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Die Briefe des heiligen Paulus, der für sich ebenfalls das Apostelamt beanspruchte, gehören zu den ältesten Teilen des Neuen Testaments und prägen mit ihrer Theologie den Glauben der Kirche bis heute.

Verehrung: Der gemeinsame Gedenktag ist zum ersten Mal für das Jahr 258 bezeugt. Priesterweihen finden traditionell um den 29. Juni herum statt und verweisen so auf die beiden Apostel als Säulen des Glaubens.

Darstellung: Paulus mit Buch und Schwert, Petrus mit Schlüssel und umgekehrtem Kreuz, selten mit Hahn

Patronate von Petrus: der Päpste, der Stadt Osnabrück, des Erzbistums Berlin, des Kantons Genf, der Metzger, Glaser, Schreiner, Uhrmacher, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Brückenbauer, Steinhauer, Netzmacher, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer, Schiffbrüchigen, der Beichtenden, Büßer, Jungfrauen, Helfer gegen Schlangenbiss, Tollwut, Besessenheit, Fieber, Diebstahl, Fußleiden, und Wetterpatron; von Paulus: der katholischen Presse, der Arbeiterinnen, Theologen, Seelsorger, Zeltmacher, Weber, Teppichweber, Sattler, Seiler, Korbmacher, Helfer gegen Ohrenleiden und Krämpfe, Angst, Schlangenbiss, für Regen und Fruchtbarkeit der Felder

(bistumaugsburg)

Pfarrkirche Spitz an der Donau zum hl. Mauritius, Christus und die zwölf Apostel

Mittwoch, 28. Juni 2023

Der Glaube als Bürgschaft für unser Heil (Irenäus) - an meinem Weihetag

 

Irenäus v. Lyon, Notre Dame de Paris


Wir müssen treu an der Glaubensregel festhalten und die Gebote Gottes erfüllen,
vom Glauben an Gott geleitet und aus Furcht vor ihm, weil er der Herr ist,
zugleich aus Liebe zu ihm, weil er unser Vater ist.
Das Vollbringen kommt aus dem Glauben, wie Isaias sagt: "Wenn ihr nicht glaubet, werdet ihr nicht verstehen." (Is 7,9)

Und zum Glauben führt die Wahrheit, denn der Glaube ruht auf wahrhaften Tatsachen. Das Tatsächliche werden wir glauben, wie es ist, und im Glauben an das Tatsächliche, wie es immer ist, auch in fester Zustimmung dazu verharren.

Da der Glaube die Bürgschaft für unser Heil  ist, ist es unsere ehrenvolle Pflicht, auf dieses Heilmittel viel Sorgfalt zu verwenden, um die wahre Einsicht in die Dinge zu erlangen.

Der Glaube bewirkt dies in uns.

Zuvörderst mahnt er uns zu gedenken,
daß wir die Taufe zur Nachlassung der Sünden im Namen Gottes des Vaters empfangen haben, und im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes, der einen Leib angenommen hat, gestorben und von den Toten auferstanden ist, und im Heiligen Geiste Gottes,
und daß diese Taufe das Siegel des ewigen Lebens und der Wiedergeburt in Gott ist, so daß wir nicht mehr Kinder sterblicher Menschen, sondern des ewigen, immerwährenden Gottes sind;
und daß das ewig und beständig Seiende für Gott gehalten wird und hoch über allem Gewordenen steht;
und daß alles andere ihm unterworfen ist;
und daß das Gott Unterworfene alles ihm zu eigen machen soll;
denn nicht über Fremdes gebietet und herrscht er, sondern über das Seinige.
Gottes sind alle Dinge.
Deshalb ist Gott der Allmächtige, und alles, was existiert, ist von Gott.

(Irenäus von Lyon, Erweis der apostolischen Verkündigung, Einl. 3)

Dienstag, 27. Juni 2023

Mutter von der Immerwährenden Hilfe (27.6.)

 

Gnadenbild zur Mutter von der Immerwährenden Hilfe in S. Maria in Monterone, Rom
 

Die Gottesmutter Maria ist in den göttlichen Heilsplan einbezogen und hat am Erlösungswerk des Herrn Anteil. Der Höhepunkt dieser Anteilnahme ist ihre Anwesenheit beim Sterben des Herrn. Insofern sie am Heil der Menschheit mitwirkt, steht sie allen als beständige Fürsprecherin und Helferin zur Seite. –

Unter den unzähligen Bildern der Gottesmutter ist die Ikone der „Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ besonders bekannt.
Sie entstand vermutlich im ausgehenden 14. Jahrhundert auf der Insel Kreta und kam später nach Rom. Dort wurde sie von Papst Alexander VI. in der Kirche des heiligen Apostels Matthäus aufgestellt und drei Jahrhunderte lang von den Gläubigen verehrt. Nachdem die Kirche des heiligen Matthäus 1798 zerstört worden war, geriet das berühmte Gnadenbild weithin in Vergessenheit.

Durch eine wunderbare Fügung wurde es wieder gefunden und im Jahr 1866 von Papst Pius IX. der Kongregation des Heiligsten Erlösers anvertraut. Von dieser Zeit an lebte die Verehrung der „Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ neu auf. Vor allem über die missionarische Tätigkeit der Kongregation erhielt und erhält dieser Titel Marias weite Verbreitung überall auf der Welt. Das Originalbild befindet sich in der Kirche Sant’Alfonso an der Via Merulana in Rom. Kopien des Bildes finden sich heute überall, wo Redemptoristen leben und wirken. (Quelle, Redemptoristen)


ERÖFFNUNGSVERS
Aus der syrischen Liturgie

Mutter Gottes, nimm uns unter deinen Schutz
und beschirme uns in allen Gefahren.
Du bist unsere Zuflucht, unsere große Hoffnung.
Überwinde und vernichte alles,
was uns wegen unserer Sünden schaden kann.
Geleite uns zum Hafen des Heiles, o Seligste.






Samstag, 24. Juni 2023

Christus dem Herren dientest du als Herold

 

S. Maria in Portico in Campitelli, Rom

 

Christus dem Herren, dientest du als Herold.
Ewiger Ratschluß fand in dir den Boten.
Glücklich wir preisen alle deinen Namen:
Gruß dir, Johannes!

Noch trägt die Mutter dich in ihrem Schoße,
du aber fühlst schon, dass sich naht der König;
Freude bewegt dich, drängt dich, ihn zu grüßen,
eh´ er geboren.

Wüste und Wildnis wählst du dir zur Wohnstatt,
kündest die Ankunft des ersehnten Retters,
predigst die Umkehr, rufst das Volk zur Buße,
dass es bereit sei.

Den einst die Seher als das Licht verhießen,
das sie nur ahnend aus der Ferne schauten,
ihn, der hinwegnimmt alle Schuld der Erde,
rufst du beim Namen.

Stimme des Rufers, der den Weg ihm ebnet,
dich hat vor allen sich der Herr erkoren:
Jesus, der Heiland, lässt von dir sich taufen,
er, das Lamm Gottes.

Lobpreis und Ehre Gott, dem ew´gen Vater,
Ehre dem Sohne, den du uns verkündet,
Ehre dem Geiste, der ihn dir bezeugte,
immer und ewig. Amen.

Geburt Johannes´ des Täufers, S. Maria in Campitelli