Freitag, 25. November 2022

Katharinenaltar in der Wiener Dominikanerkirche

 

Heilige Katharina, bitte für uns
schmerzensvolle Mutter, bitte für uns

Herr, unser Gott,

du offenbarst uns in der Bedrängnis

die Macht deines Erbarmens.

Von dir empfing

die heilige Katharina die Gnade,

das Martyrium zu bestehen.

Von dir komme auch uns die Kraft,

in aller Not auf deine Hilfe zu vertrauen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Glasfenster in Notre Dame du Sablon, Brüssel

Katharina auf einem Marterl und in der Wiener Dominikanerkirche (2011)

auf der Festenburg in der Steiermark (2015), Vita

in der Stiftskirche Heiligenkreuz (2016)

das Katharinafenster im Balliol College in Oxford (2017)

Glasfenster in der Christ Church Cathedral in Oxford (2018)

Statue in der Dominikanerkirche in Ödenburg (Litanei zur hl. Katharina) - 2019

 

Katharinenaltar, Martyrium und Verherrlichung der hl. Katharina,
Dominikanerkirche Wien

Dienstag, 22. November 2022

Sing mit Jubel - Cäcilia

 


 
Heilige Cäcilia, bitte für uns!
Ernstbrunn, NÖ

Augustinus († 430)

Aus einer Auslegung zu Psalm 33 (32).

Singt dem Herrn mit Jubel
 
"Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Singt ihm ein neues Lied!" (1) Legt das Alte ab, ihr kennt das neue Lied: Zum neuen Menschen gehört der neue Bund, passt das neue Lied. Das neue Lied passt nicht zu dem alten Menschen, nur neue Menschen lernen es, die durch die Gnade aus alten zu neuen Menschen geworden sind, und zum neuen Bund gehören, zum Reich des Himmels. Danach seufzt all unsere Liebe und singt das neue Lied. Sie singt das neue Lied, aber sie singe es nicht mit der Zunge, sondern mit dem Leben.
’Singt ihm ein neues Lied, singt es ihm schön!’ (2) Ein jeder fragt, wie er dem Herrn singen soll. Singt ihm, aber nicht schlecht! Er will nicht, dass wir seine Ohren beleidigen. Singt gut, Brüder! Wenn du vor einem musikkundigen Hörer singst und man dir sagt: "Singe so, dass du seinen Beifall findest", dann fürchtest du dich, ohne Unterricht in der Musik zu singen. Du möchtest dem Künstler nicht missfallen, denn was der Unkundige an dir nicht bemerkt, das tadelt der Künstler. Wer möchte da nicht Gott ein gutes Singen anbieten, ihm, der Richter über den Sänger ist, der alles genau prüft und der gut zuhört? Wann könntest du eine so auserlesene Kunst anbieten, dass du diesem vollkommenen Gehör in nichts missfällst?
Siehe, er selbst gibt dir so etwas wie die Weise des Singens: Such keine Worte, als könntest du erklären, worüber Gott sich freut. Singe mit Jubel! Denn das heißt, gut für Gott singen: Singen mit Jubel! Was ist das: Singen mit Jubel? Inne werden, dass es unmöglich ist, in Worten auszusprechen, was das Herz singt! Wenn Menschen bei der Ernte singen, im Weinberg oder bei irgendeinem tief bewegenden Tun, und wenn sie dann anfangen mit den Worten der Lieder vor Freude zu jubeln, dann sind sie wie voll von Freude und können ihren Jubel nicht in Worte fassen. Dann verzichten sie auf die Silben und Worte und gehen über zum Jubeln in Tönen.
Der Ton des Jubilierens macht offenbar, dass das Herz gebiert, was es nicht aussprechen kann. Wem aber gebührt dieser Jubel mehr als dem unaussprechlichen Gott? Denn er ist unaussprechlich, weil du ihn in Worten nicht aussagen kannst. Kannst du ihn aber nicht aussagen und darfst du ihn doch nicht verschweigen, was bleibt dir dann übrig als zu jubeln? Das Herz freue sich also ohne Worte, und die ungemessene Weite der Freude soll an Silben keine Schranken finden: "Schön singt ihm in Jubel!"
1 Ps 33,2.3
2 Vgl. Ps 33,3.

Sonntag, 20. November 2022

Anteil an der Liebe Christi - Christkönig

Kalvarienbergkirche, Hernals, Wien 17


Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen,
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Jesus, denk an mich

Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein

  

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 23,35b-43

In jener Zeit
35b verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus
und sagten: Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.
36Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
37und sagten:
Wenn du der König der Juden bist,
dann rette dich selbst!
38Über ihm war eine Aufschrift angebracht:
Das ist der König der Juden.
39Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns!
40Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte:
Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
41Uns geschieht recht,
wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42Dann sagte er: Jesus,
denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
43Jesus antwortete ihm:
Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Samstag, 19. November 2022

Das Sterben der hl. Elisabeth von Thüringen

 



Elisabethkirche in Budapest

 

Konrad von Marburg († 1233)

Aus einem Brief an Papst Gregor IX.

Vor dem Tod habe ich ihre Beichte gehört.
Als ich sie fragte, was wegen ihres Besitzes und des Hausrates verfügt werden solle, erwiderte sie, was sie schon lange nur scheinbar besitze, gehöre den Armen.
Sie bat mich, alles zu verteilen bis auf das abgetragene Hemd, das sie anhatte und mit dem sie begraben werden wolle.

Darauf empfing sie den Leib des Herrn und sprach bis gegen Abend immer wieder von dem Besten, was sie in Predigten gehört hatte.

Dann empfahl sie in tiefer Frömmigkeit die Umstehenden Gott und hauchte den Geist aus, als ob sie nur in einen sanften Schlaf sinke.

 

Tod und Begräbnis der hl. Elisabeth von Thüringen, Elisabethkirche in Budapest

Wie ein Schilf /Elisabeth von Thüringen

Elisabethkirche in Budapest

Elisabeth (Pfarrkirche zur hl. Familie in Budapest), Hymnus

Die blaue Kirche der hl. Elisabeth in Pressburg

Wir sollen die Menschen froh machen (Hermannstadt)

Elisabeth im Martinsdom in Pressburg

Das Haupt der hl. Elisabeth bei den Elisabethinen in Wien

Kindheit in der Burg Bratislava

Dienstag, 15. November 2022

Leopold III.

Glasfenster in der Mariahilfer Kirche/Haydnkirche

Alter Relquienschrein des hl. Leopold, Steinstatue, Predigt v. Nuntius Zurbriggen

Zur Einführung des kirchlichen Feiertages des hl. Leopold 1663


 
Hl. Leopold,um 1290, im Brunnenhaus des Kreuzgangs im Stift Heiligenkreuz

Brunnenhaus im Stift Heiligenkreuz

Leopold III., Markgraf von Österreich, genannt „der Fromme“, „der Milde“, der „Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof Altmann von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes, die Tochter Kaiser Heinrichs IV. Die Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser Ehe. In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit hat Leopold, mitten in einer wirren Zeit, die Grundlagen für die künftige Größe Österreichs geschaffen.
Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, das Chorherrenstift Klosterneuburg und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell. Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch ein Herrscher, der zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd am 15. November 1136.

 

Allherrschender Gott, du hast dem heiligen Markgrafen Leopold

für die Ausübung seines Amtes die Gaben deines Geistes geschenkt.

Hilf uns, unsere Pflichten treu zu erfüllen,

und nimm uns einst auf in dein himmlisches Reich.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Freitag, 11. November 2022

Martin - die Geste der Nächstenliebe

 

Martin teilt den Mantel, figurale Gruppe im Giebel des Hochaltarbereichs, Lassee

 

Auch wenn ihm viele Wunder zugeschrieben werden, ist der hl. Martin vor allem für eine Tat der brüderlichen Nächstenliebe bekannt. Noch als junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte erstarrten und zitternden Armen. Da nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und reichte dem Mann die eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und mit eben jenem Mantel bekleidet war.

Liebe Brüder und Schwestern, die Geste der Nächstenliebe des hl. Martin folgt derselben Logik, die Jesus dazu drängte, das Brot für die hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst der Menschheit in der Eucharistie als Speise zu hinterlassen, höchstes Zeichen der Liebe Gottes, »Sacramentum caritatis«. Es ist dies die Logik des Teilens, in der auf authentische Weise die Liebe zum Nächsten zum Ausdruck kommt. Der hl. Martin helfe uns zu verstehen, daß es nur durch gemeinsames Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer Zeit zu antworten: eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu errichten, in der ein jeder Mensch mit Würde leben kann. Dies kann geschehen, wenn ein weltweites Modell echter Solidarität vorherrscht, das in der Lage ist, allen Bewohnern des Planeten Nahrung, Wasser, notwendige medizinische Versorgung, aber auch Arbeit und Energieressourcen sowie kulturelle Güter, wissenschaftliches und technologisches Wissen sicherzustellen.

Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria, auf daß sie allen Christen helfe, wie der hl. Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums der Liebe und unermüdliche Gestalter solidarischen Teilens zu sein. (B16, 11.11.2007)

In seinem Mund war nichts anderes als Christus (St. Martin - Bingen)

Wie Martin Bischof wurde

Im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte (Pachamama und Co)

Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

 

Hochaltarbild, Martin als bischöflicher Wohltäter (Mitte 18 Jh.)

Heiliger Martin, bitte für uns!

Donnerstag, 10. November 2022

Leo der Große

 

Leo der Große in St. Paul von den Mauern, Rom

Papst, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Löwe (lat.)
Namenstage: Leo, Leon, Leonas, Lionel, Lew, weibl.: Leonie, Leonore
Gedenktag: 10. November

Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom

Lebensgeschichte: Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger gewählt.

Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des heiligen Petrus sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen aus.

Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“

Als 452 die Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen. Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten, jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde.

Leo, der den größten Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte, starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der damaligen Petersbasilika bestattet.

Verehrung: 688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen. Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom. 1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt.

Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch

Patron: der Musiker, Organisten und Sänger

(Bistum Augsburg

Mittwoch, 9. November 2022

Die Mutter aller Kirchen

Die dem Allerheiligsten Erlöser und seit dem 12. Jahrhundert auch dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Lateranbasilika ist die älteste Papstkirche und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“. Im anliegenden Lateranpalast residierten die Päpste vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde von Kaiser Konstantin errichtet und im Jahr 324 von Papst Silvester I. eingeweiht. Die durch Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der Jahrhunderte wiederholt restauriert. Papst Benedikt XIII. hat sie am 28. April 1726 nach größeren Restaurationsarbeiten neu eingeweiht und den 9. November als Kirchweihtag der Basilika bestätigt.



Montag, 7. November 2022

Willibrord - Verkündigung und Kirchengründung (4)

 Das 4. Fenster befindet sich in der ersten, d. h. westlich gelegenen Seitenkapelle des Südschiffes. Gleich rechts im Bild greift der Luxemburger Künstler Gust Zanter (1916-2001) die ablehnende Haltung, ja das Zerstörungswerk des Friesenkönigs Radbod noch einmal auf, das erst mit seinem Tod 719 enden wird.

Das Feuer, das er über die unten erkennbare Kirche ausgießt, könnte jedoch auch Hinweis auf die mehrmaligen Zerstörungen gedeutet werden, denen die Hauptgründung des Heiligen, nämlich die Echternacher Klosteranlage, mehrmals ausgesetzt sein wird. Das dargestellte Gotteshaus erinnert effektiv sehr stark an die Basilika.


Der mit erhobenem Kreuz in der Mitte oben dargestellte Willibrord beherrscht jedoch klar die gesamte Komposition. Beidseitig erblicken wir die Menschen, die sich vertrauensvoll nähern, um das Evangelium zu hören.

Heiliger Willibrord, bitte für uns!

Die entsprechenden unteren Register zeigen eine historisch bedeutende Szene: die Schenkung einer Kirche mit Dependenzien in der Burg Antwerpen ("in Antwerpo castello") durch Herzog Rohing und seine Gemahlin. Es handelt sich dabei um den ersten urkundlich belegten Immobilienbesitz, der dem Glaubensboten übertragen wird. Die Stift geht vermutlich auf das Jahr 692 oder 693 zurück. Willibrord war damals noch nicht Bischof, auch wenn er hier bereits in Pontifikalkleidung in Erscheinung tritt.

 


Die Kirche in Antwerpen, die dem Heiligen nun gehört, steht am Anfang einer langen Liste von Gotteshäusern, die ihm in der Folge geschenkt oder auch von ihm selbst gegründet werden.
Dieser Tatsache führt die monumentale Darstellung außen links vor Augen, die Willibrord mit einer Stiftungsurkunde in der Hand und einer monumentalen, teilweise noch eingerüsteten Kirche zu Füßen zeigt.
(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord  dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 25)


 

1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach

Kirchengründung durch Willibrord, Echternach