Singt dem Herrn mit Jubel "Preist
den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!
Singt ihm ein neues Lied!" (1) Legt das Alte ab, ihr kennt das neue
Lied: Zum neuen Menschen gehört der neue Bund, passt das neue Lied. Das
neue Lied passt nicht zu dem alten Menschen, nur neue Menschen lernen
es, die durch die Gnade aus alten zu neuen Menschen geworden sind, und
zum neuen Bund gehören, zum Reich des Himmels. Danach seufzt all unsere
Liebe und singt das neue Lied. Sie singt das neue Lied, aber sie singe
es nicht mit der Zunge, sondern mit dem Leben. ’Singt
ihm ein neues Lied, singt es ihm schön!’ (2) Ein jeder fragt, wie er
dem Herrn singen soll. Singt ihm, aber nicht schlecht! Er will nicht,
dass wir seine Ohren beleidigen. Singt gut, Brüder! Wenn du vor einem
musikkundigen Hörer singst und man dir sagt: "Singe so, dass du seinen
Beifall findest", dann fürchtest du dich, ohne Unterricht in der Musik
zu singen. Du möchtest dem Künstler nicht missfallen, denn was der
Unkundige an dir nicht bemerkt, das tadelt der Künstler. Wer möchte da
nicht Gott ein gutes Singen anbieten, ihm, der Richter über den Sänger
ist, der alles genau prüft und der gut zuhört? Wann könntest du eine so
auserlesene Kunst anbieten, dass du diesem vollkommenen Gehör in nichts
missfällst? Siehe, er selbst gibt dir so
etwas wie die Weise des Singens: Such keine Worte, als könntest du
erklären, worüber Gott sich freut. Singe mit Jubel! Denn das heißt, gut
für Gott singen: Singen mit Jubel! Was ist das: Singen mit Jubel? Inne
werden, dass es unmöglich ist, in Worten auszusprechen, was das Herz
singt! Wenn Menschen bei der Ernte singen, im Weinberg oder bei
irgendeinem tief bewegenden Tun, und wenn sie dann anfangen mit den
Worten der Lieder vor Freude zu jubeln, dann sind sie wie voll von
Freude und können ihren Jubel nicht in Worte fassen. Dann verzichten sie
auf die Silben und Worte und gehen über zum Jubeln in Tönen. Der
Ton des Jubilierens macht offenbar, dass das Herz gebiert, was es nicht
aussprechen kann. Wem aber gebührt dieser Jubel mehr als dem
unaussprechlichen Gott? Denn er ist unaussprechlich, weil du ihn in
Worten nicht aussagen kannst. Kannst du ihn aber nicht aussagen und
darfst du ihn doch nicht verschweigen, was bleibt dir dann übrig als zu
jubeln? Das Herz freue sich also ohne Worte, und die ungemessene Weite
der Freude soll an Silben keine Schranken finden: "Schön singt ihm in
Jubel!" 1 Ps 33,2.3 2 Vgl. Ps 33,3.
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen,
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Jesus, denk an mich
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 23,35b-43
In jener Zeit 35b verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus
und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte. 36Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig 37und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! 38Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden. 39Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns! 40Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. 41Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan. 42Dann sagte er: Jesus,
denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! 43Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Vor
dem Tod habe ich ihre Beichte gehört. Als ich sie fragte, was wegen
ihres Besitzes und des Hausrates verfügt werden solle, erwiderte sie,
was sie schon lange nur scheinbar besitze, gehöre den Armen. Sie bat
mich, alles zu verteilen bis auf das abgetragene Hemd, das sie anhatte
und mit dem sie begraben werden wolle.
Darauf empfing sie den Leib des
Herrn und sprach bis gegen Abend immer wieder von dem Besten, was sie in
Predigten gehört hatte.
Dann empfahl sie in tiefer Frömmigkeit die
Umstehenden Gott und hauchte den Geist aus, als ob sie nur in einen
sanften Schlaf sinke.
Tod und Begräbnis der hl. Elisabeth von Thüringen, Elisabethkirche in Budapest
Hl. Leopold,um 1290, im Brunnenhaus des Kreuzgangs im Stift Heiligenkreuz
Brunnenhaus im Stift Heiligenkreuz
Leopold III., Markgraf von Österreich, genannt „der
Fromme“, „der Milde“, der „Freigebige“, 1075 geboren, wurde von Bischof Altmann
von Passau erzogen. 1105 heiratete er Agnes, die Tochter Kaiser Heinrichs IV.
Die Bischöfe Otto von Freising und Konrad II. von Salzburg entstammten dieser
Ehe. In seiner mehr als vierzigjährigen Regierungszeit hat Leopold, mitten in
einer wirren Zeit, die Grundlagen für die künftige Größe Österreichs
geschaffen. Er stiftete das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, das
Chorherrenstift Klosterneuburg und die Benediktinerabtei Klein-Mariazell.
Leopold war ein Mann des Glaubens und des Gebets, aber auch ein Herrscher, der
zu regieren verstand. Er starb auf der Jagd am 15. November 1136.
Allherrschender Gott, du hast dem heiligen Markgrafen Leopold
für die Ausübung seines Amtes die Gaben deines Geistes geschenkt.
Martin teilt den Mantel, figurale Gruppe im Giebel des Hochaltarbereichs, Lassee
Auch wenn ihm viele Wunder zugeschrieben werden, ist der hl. Martin
vor allem für eine Tat der brüderlichen Nächstenliebe bekannt. Noch als
junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte erstarrten und
zitternden Armen. Da nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert
in zwei Teile und reichte dem Mann die eine Hälfte. In der Nacht
erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und mit eben jenem Mantel
bekleidet war.
Liebe Brüder und Schwestern, die Geste der Nächstenliebe des hl.
Martin folgt derselben Logik, die Jesus dazu drängte, das Brot für die
hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst der Menschheit
in der Eucharistie als Speise zu hinterlassen, höchstes Zeichen der
Liebe Gottes, »Sacramentum caritatis«. Es ist dies die Logik des
Teilens, in der auf authentische Weise die Liebe zum Nächsten zum
Ausdruck kommt. Der hl. Martin helfe uns zu verstehen, daß es nur durch
gemeinsames Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer
Zeit zu antworten: eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu
errichten, in der ein jeder Mensch mit Würde leben kann. Dies kann
geschehen, wenn ein weltweites Modell echter Solidarität vorherrscht,
das in der Lage ist, allen Bewohnern des Planeten Nahrung, Wasser,
notwendige medizinische Versorgung, aber auch Arbeit und
Energieressourcen sowie kulturelle Güter, wissenschaftliches und
technologisches Wissen sicherzustellen.
Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria, auf daß sie allen
Christen helfe, wie der hl. Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums
der Liebe und unermüdliche Gestalter solidarischen Teilens zu sein. (B16, 11.11.2007)
Namenstage:Leo, Leon, Leonas, Lionel, Lew, weibl.: Leonie, Leonore
Gedenktag:10. November
Lebensdaten: geboren um 400 in der Toskana, gestorben am 10. November 461 in Rom
Lebensgeschichte:
Leo wurde um 400 in Tuszien – das entspricht in etwa der heutigen
Toskana – geboren. Er war als römischer Archidiakon der wichtigste
Mitarbeiter von Papst Coelestin und wurde 440 trotz Abwesenheit – er war
gerade auf Reisen in Gallien – einstimmig zu dessen Nach-Nachfolger
gewählt.
Gleich zu Beginn seines Pontifikats spitzte Leo das
künftige Amtsverständnis der römischen Bischöfe zu: Der Nachfolger des
heiligen Petrus
sei gleichsam Petrus selbst, und diese Würde werde vom jeweiligen
Amtsinhaber weder gemindert noch gesteigert. Leo war von daher sehr auf
die Wahrung der Rechte der Kirche von Rom gegen konkurrierende
Bischofssitze sowie die Reichsmacht bedacht und übte seinen
Hirtenanspruch anlässlich der großen theologischen Auseinandersetzungen
aus.
Er verteidigte den rechten Glauben gegen die Irrlehren des
dualistischen Manichäismus und des letztlich selbsterlösenden
Pelagianismus. Vor allem setzte er 451 mit einem Sendschreiben an das
Konzil von Chalkedon gegen den Monophysitismus die kirchliche Lehre
durch, dass sich in der einen Person Jesus Christus beide Naturen
vereinen, die menschliche und die göttliche. Die Konzilsväter
akklamierten: „Durch Leo hat Petrus gesprochen.“
Als 452 die
Hunnen im heutigen Italien einfielen, ritt er ihnen bis Mantua entgegen.
Leo erreichte offenbar vom Hunnenführer Attila, dass dieser Rom von der
Zerstörung verschonte. Den Vandaleneinfall und die Plünderung der Stadt
unter König Geiserich drei Jahre später konnte er wohl nicht aufhalten,
jedoch zumindest das Leben der römischen Bürger schützen und
verhindern, dass Rom niedergebrannt wurde.
Leo, der den größten
Anteil an der Vorrangstellung Roms in der lateinischen Kirche hatte,
starb mit etwa 60 Jahren und wurde als erster Papst in der Vorhalle der
damaligen Petersbasilika bestattet.
Verehrung:
688 wurden Leos Gebeine erhoben und in einen eigenen Altar übertragen.
Heute befindet sich dieser in der Cappella della Colonna im Petersdom.
1754 wurde Leo, der als einziger Papst außer Gregor I. den Titel „der Große“ verliehen bekam, zum Kirchenlehrer erklärt.
Darstellung: als Papst mit Kreuz, Drachen oder Evangelienbuch
Die dem Allerheiligsten Erlöser und seit dem 12. Jahrhundert auch dem
hl. Johannes dem Täufer geweihte Lateranbasilika ist die älteste
Papstkirche und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des
Erdkreises“. Im anliegenden Lateranpalast residierten die Päpste vom 4.
bis zum 14. Jahrhundert. Die Kirche wurde von Kaiser Konstantin
errichtet und im Jahr 324 von Papst Silvester I. eingeweiht. Die durch
Brand, Erdbeben und Plünderungen heimgesuchte Kirche wurde im Lauf der
Jahrhunderte wiederholt restauriert. Papst Benedikt XIII. hat sie am
28. April 1726 nach größeren Restaurationsarbeiten neu eingeweiht und
den 9. November als Kirchweihtag der Basilika bestätigt.
Das 4. Fenster befindet sich in der ersten, d. h. westlich gelegenen Seitenkapelle des Südschiffes. Gleich rechts im Bild greift der Luxemburger Künstler Gust Zanter (1916-2001) die ablehnende Haltung, ja das Zerstörungswerk des Friesenkönigs Radbod noch einmal auf, das erst mit seinem Tod 719 enden wird.
Das Feuer, das er über die unten erkennbare Kirche ausgießt, könnte jedoch auch Hinweis auf die mehrmaligen Zerstörungen gedeutet werden, denen die Hauptgründung des Heiligen, nämlich die Echternacher Klosteranlage, mehrmals ausgesetzt sein wird. Das dargestellte Gotteshaus erinnert effektiv sehr stark an die Basilika.
Der mit erhobenem Kreuz in der Mitte oben dargestellte Willibrord beherrscht jedoch klar die gesamte Komposition. Beidseitig erblicken wir die Menschen, die sich vertrauensvoll nähern, um das Evangelium zu hören.
Heiliger Willibrord, bitte für uns!
Die entsprechenden unteren Register zeigen eine historisch bedeutende Szene: die Schenkung einer Kirche mit Dependenzien in der Burg Antwerpen ("in Antwerpo castello") durch Herzog Rohing und seine Gemahlin. Es handelt sich dabei um den ersten urkundlich belegten Immobilienbesitz, der dem Glaubensboten übertragen wird. Die Stift geht vermutlich auf das Jahr 692 oder 693 zurück. Willibrord war damals noch nicht Bischof, auch wenn er hier bereits in Pontifikalkleidung in Erscheinung tritt.
Die Kirche in Antwerpen, die dem Heiligen nun gehört, steht am Anfang einer langen Liste von Gotteshäusern, die ihm in der Folge geschenkt oder auch von ihm selbst gegründet werden. Dieser Tatsache führt die monumentale Darstellung außen links vor Augen, die Willibrord mit einer Stiftungsurkunde in der Hand und einer monumentalen, teilweise noch eingerüsteten Kirche zu Füßen zeigt. (Das Leben und Wirken des hl. Willibrord dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 25)