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| Ölbergszene in Völkermarkt, Kärnten |
Jesus ringt mit dem Vater. Er ringt mit sich selbst. Und er ringt um uns. Er
erleidet die Angst vor der Macht des Todes. Dies ist zunächst einfach die dem
Menschen, ja jeder lebenden Kreatur eigene Erschütterung vor der Gegenwart des
Todes.
Aber bei Jesus geht es um mehr. Er sieht in die Nächte des Bösen hinein.
Er sieht die schmutzige Flut aller Lüge und alles Niedrigen, die auf ihn
zukommt in dem Kelch, den er trinken muß. Es ist die Erschütterung des ganz
Reinen und Heiligen vor der ganzen Flut des Bösen dieser Welt, die auf ihn
hereinbricht.
Er sieht auch mich und betet auch für mich. So ist dieser
Augenblick der Todesangst Jesu ein wesentliches Moment im Vorgang der Erlösung.
Der Brief an die Hebräer hat deshalb das Ringen Jesu auf dem Ölberg als
einen priesterlichen Vorgang gewertet.
In diesem von der Todesangst
durchdrungenen Beten Jesu vollzieht der Herr die Aufgabe des Priesters: Er
nimmt die Schuld der Menschheit, er nimmt uns alle auf sich und trägt uns zum
Vater hin.
(B16, Gründonnerstag 2012)

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