Freitag, 28. September 2018

Chuniald und Gislar (Salzburger Dom)

Kreuzkapelle mit Reliquien des hl. Gislar, Salzburger Dom

Chuniald und Gislar [Giselher] [Althochdeutsch: »Spross« u. »Heer«] waren Priester und Mitarbeitet des hl. Rupert von Salzburg. Ihr Todestag, wohl 1. Hälfte des 8. Jh.s, ist nicht bekannt. Bischof Virgil von Salzburg überführte ihre Gebeine 774 zusammen mit denen Ruperts in den neuerbauten Dom. Die Legende lässt sie als Glaubensboten in Niederösterreich wirken und schreibt ihnen die Erbauung des ältesten Wiener Gotteshaus, der Rupertikirche, zu.



Die Reliquien sind gut bezeugt, echt; bei einer Umbettung 1315 wurden nur mehr Reliquien des Hl. Gislar vorgefunden. Seit 1914 am gegenwärtigen Platz.
Salzburger Dom

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Wenzel

Donnerstag, 27. September 2018

Vinzenz von Paul - geht die Kirche in Europa unter?


Vinzenz von Paul, Kathedrale von Amiens

"Ich gestehe, daß ich viel für die Propagierung der Kirche in den Ländern der Ungläubigen übrig habe, aus der Auffassung heraus, daß Gott die Kirche hier nach und nach zugrunde gehen läßt, und dies wegen unseres sittlichen Tiefstandes und der neuen Lehren wegen, die mehr und mehr anwachsen.
Sie hat in den letzten hundert Jahren durch zwei neue Irrlehren den größten Teil des Kaiserreiches, die Königreiche Schweden, Dänemark und Norwegen, Schottland, England, Irland, Böhmen und Ungarn verloren, so daß nur noch Italien, Frankreich, Spanien und Polen bleiben, wobei in Frankreich und Polen viele Irrlehren auftreten.
Diese Verluste der Kirche seit hundert Jahren lassen uns in den augenblicklichen Notzeiten fürchten, daß wir in weiteren hundert Jahren die Kirche in Europa ganz verlieren. In dieser Befürchtung sind jene glücklich, die einst an anderer Stelle an ihrer Ausbreitung wirken können."
(Vinzenz von Paul an Jean Deborgny, Superior in Ron, 31. August 1646, in: Hans Kühner, Vinzenz von Paul, 218)

Die Statue des hl. Vinzenz von Paul im Petersdom

Das Herzreliquiar in der Rue du Bac

Vinzenz von Paul sieht während der hl. Messe die Seele von Johanna Franziska von Chantal in den Himmel eingehen

Vinzenz von Paul als Feldprediger bei den königlichen Galeeren 

Mittwoch, 26. September 2018

Kosmas und Damian (Segovia)


Ärzte, Märtyrer
* in Syrien (?)
† 282/283 (?)in Aegea in Cilicien, heute Yumurtalιk in der Türkei (?)
Die (Zwil­lings-?) Brüder Kosmas und Damian wirkten der Überliefe­rung nach als Ärzte im Sohn-Gottes-Hospital in Pheremma bei Kyrrhos – heu­te Ruinen bei A’zaz in Syrien. Sie behandel­ten die Kranken kostenlos und bekehrten da­durch viele Men­schen zum Christentum. Er­zählt wird, wie die beiden Ärzte, von En­geln assis­tiert, einem schla­fen­den Kran­ken das böse zerfressene Bein abnahmen und ihm ein gesundes ansetzten, das Damian einem gerade gestorbenen Afrikaner abgenommen hatte. Unter der Regierung des Karinus wurden sie durch einen eifersüchtigen Kollegen umgebracht.
Eine griechische Legende berichtet, dass ein Kamel mit menschlicher Stimme veranlasst habe, dass Kosmas mit Damian bestattet werde; denn Kosmas hatte bestimmt, er wolle nicht neben seinem Bruder begraben werden, da dieser die Gaben der geheilten Palladia nicht zurückgewiesen hätte, um diese nicht zu beleidigen. Demnach befindet sich das Grab der beiden in Pheremma.

Die dritte, arabisch überlieferte, in Ägypten entstandene Legende erzählt, wie der Präfekt Lysias Kosmas und Damian in Ägea in Cilicien – dem heutigen Yumurtalık – an Ketten gefesselt ins Meer werfen ließ; aber ein Engel rettete sie. Ein Feuer, in dem sie vernichtet werden sollten, verbrannte die Umstehenden und ließ sie unverletzt. An Kreuze gebunden, kehrten die auf sie abgeschossenen Pfeile und auf sie geschleuderte Steine zu den Schergen zurück und erschlugen diese. Schließlich wurden sie mit den drei aus Arabien stammenden Gefährten Anthimus, Leontius und Euprepius enthauptet.
Die Überlieferung in drei parallelen Legenden ist wohl durch innerkirchliche Streitigkeiten zu erklären: Die Kopten führten die Verfolgungen der umsonst praktizierenden Ärzte durch Diokletian auf einen Verrat durch den Bischof von Antiochia zurück; dahinter steht der Konflikt der Kirche in Alexandria mit Paulus von Samosata. Das giechische Synaxar gibt die drei Legenden unabhängig voneinander wieder und zählt damit je drei Kosmas und Damian. Jacobus de Voragine nahm in seine Legenda Aurea die arabische Fassung der Legende auf.

Die Verehrung von Kosmas und Damian nahm seinen Anfang an den Grabstätten in oder bei Kyrrhos in Cilicien, verbreitete sich nach Edessa – dem heutigen Sanlıurfa -, Aleppo – dem heutigen Halab -, Jerusalem und Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul -, hier gab es bereits 443 zwei ihnen geweihte Kirchen; 569 wurde die Verehrung von Kaiser Justinus II. offiziell in Konstantinopel eingeführt; später gab es gab es dort vier nach ihnen benannte Kirchen. Von hier breitete sich die Verehrung auch auf dem Balkan, in Italien und Russland aus.

Kosmas und Damian sind schon im 4. Jahrhundert in Rom bezeugt, Papst Felix IV. vertrat die arabische Version und errichtete um 528 aus zwei antiken Tempeln die ihren Namen tragende Kirche in Rom; schon unter Felix II. um 350 gab es in Rom wohl eine ihnen geweihte Kirche. Gregor von Tours besaß Reliquien der beiden, die Benediktiner förderten die Verehrung.
Im 9. Jahrhundert brachte Bischof Altfried von Hildesheim Reliquien nach Essen, andere sind in München, Prüm in der Eifel und in Hildesheim, im 10. Jahrhundert auch in Bremen; im späteren Mittelalter gab es viele Kultstätten in den Hansestädten. In Sizilien werden bis heute ihnen zu Ehren Prozessionen durchgeführt, früher gab es solche auch in Hamburg, in Süddeutschland, in Südtirol und in Spanien.

Attribute: Arzneibüchse, medizinische Geräte
Patrone von Essen und Florenz; der Ammen, Ärzte, Kranken, Bader, Chirurgen, Zahnärzte, medizinischen Fakultäten, Apotheker, Drogisten, Friseure, Krämer und Zuckerbäcker; der medizinischen Fakultäten; in Seenot; gegen Epidemien, Geschwüre, Pest und Pferdekrankheiten
Quelle: www.heiligenlexikon.de

Altar der hll. Kosmas und Damian, Kathedrale von Segovia


„Die ihr die Gnadengabe der Heilungen empfangen habt,
schenkt die Gesundheit der in Nöten Befindlichen,
wundertätige, ruhmreiche Ärzte,
durch Eure Heimsuchung schlugt ihr auch den Hochmut der Feinde nieder,
die Welt heilend durch Wunder.

Heilige Märtyrer Cosmas und Damian, wir danken euch für Eure Güte und Mildtätigkeit.
Ihr habt als Vorbild für uns alle die geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit geübt.
Im Namen Jesu habt ihr unentgeltlich die Kranken geheilt.

Wir bitten Euch, Fürsprache einzulegen bei Gott für unser Anliegen (…).
Wir danken Euch, dass ihr Eure Treue zum Glauben mit dem Martyrium besiegelt habt
und bitten Euch, inmitten den Bedrängnissen dieser Zeit
unserem christlichen Glauben treu bleiben zu dürfen und – so wie ihr – die Gnade zu erhalten, unseren Mitmenschen zu helfen durch Barmherzigkeit im Gebet, im Wort und in der Tat. Amen."

links: Die Heiligen mit Hut/Mütze "bei der Arbeit"
rechts: Verurteilung und Martyrium der hll. Kosmas und Damian, Katherale von Segovia

Dienstag, 25. September 2018

Niklaus von Flüe

Niklaus von Flüe als Fürsprecher vor Maria mit dem Kind
Betonglasfenster, Bruder Klaus Kirche


Die Bruder-Klaus-Kirche am Hubertussee in der Walster liegt inmitten einer unberührten Landschaft 9 km von Mariazell entfernt. Der Kirchenneubau erfolgte 1966/67 zu Ehren des hl. Nikolaus von der Flüe. Die beiden steirischen Künstler Rudolf Szyskowitz (Betonglasfenster) und Alexander Silveri (Eisengussportal) haben sich in dieser Kirche verewigt. Nikolaus von der Flüe (auch Bruder Klaus genannt), 1417 auf dem Flüeli bei Sachsan geboren, Bauer, Abgeordneter und Richter, zog sich als Einsiedler im Ranft zurück und übte als Eremit großen politischen Einfluss auf die Geschicke seines Landes.
(Quelle)


Das Leben des hl. Niklaus in Bildern

Niklaus und Dorothea

Am Grab des hl. Niklaus

Das Gebetbuch des hl. Bruders Klaus

Der Todestag des hl. Niklaus von Flüe

Das Wohnhaus des hl. Niklaus



Reliquie "ex ossibus", Bruder Klaus Kirche




Hubertussee in der Walster



Montag, 24. September 2018

Rupert und Virgil

Hochaltar St. Peter, Hochaltar: die hll. Benedikt, Petrus und Paulus fürbittend
vor Maria mit dem Kind, Högler, um 1777


Die älteste Pfarrkirche Wiens - Ruprechtskirche

Das Ruprechtsfenster in der Ruprechtskirche

Rupert und Virgil, Leben (Gurker Dom)


links die beiden Heiligen Virgil (Kirchenmodell) und Rupert (Salzfass), Figuren v. Franz Hitzl


Der heilige Rupert (Hrodpert) soll um 660 als Sohn der hochadeligen rheinfränkischen Familie der Rupertiner (Robertiner) zur Welt gekommen sein. Seine Bischofsweihe empfing er vermutlich in Worms. Er war Klosterbischof nach irischer Art und hatte keine Diözese.
Im Jahr 696 kam er nach Bayern. Regensburg war für längere Zeit sein Wirkbereich beim Herzog, den er mit dessen Gefolgschaft im christlichen Glauben unterwies. Seine missionarische Tätigkeit in dieser Gegend beruht auf der Bitte des Herzogs Theodo. Um 700 kam der Heilige schließlich in das Land Salzburg. Im heutigen Seekirchen am Wallersee baute er seine erste Kirche. Weitere Kirchen im Salzburger Land folgten.
Die antike zerfallene Stadt Iuvavum erhielt er als Schenkung zusammen mit einem bedeutenden Anteil an den Reichenhaller Salinen vom Herzogssohn Theodbert, geknüpft an die Intension des Wiederaufbaus. Dieser Zeitpunkt gilt als Geburtsstunde von Stadt und Land Salzburg. Für den Wiederaufbau standen ihm zwei Prediger aus seiner Heimat besonders zur Seite: die Heiligen Chuniald und Gislar. Rupert wurde zum ersten Klostergründer Österreichs.
Für die Benediktiner gründete er die Erzabtei St. Peter in Salzburg und für die Benediktinerinnen das Frauenkloster auf dem Nonnberg. Seine Nichte, die heilige Erentrudis, war dort die erste Äbtissin. Beide Klöster gelten als die ältesten im deutschen Sprachraum. Um 711 errichtete Rupert das heutige Bischofshofen, damals als Maximillianszelle bekannt, zur Missionierung der Slawen südlich der Tauern.
Am 27. März 718 feierte der heilige Rupert noch das Osterhochamt und verstarb unmittelbar danach. Im Jahr 774 wurden seine Gebeine gemeinsam mit den Gebeinen der Heiligen Chuniald und Gislar im Salzburger Dom beigesetzt. Ruperts Attribut ist zumeist das Salzfass, manchmal auch die Gottesmutter von Altötting, die er angeblich gestiftet haben soll. Er ist unteranderem Patron des Bergbaues, der Salinenarbeiter und der Diözesen Salzburg und Graz-Seckau. Obwohl Rupert als Gründervater der Diözese Salzburg gilt, wurde das Bistums Salzburg erst im Jahr 739 offiziell vom heiligen Bonifatius, dem Apostel Deutschlands, gegründet

Der heilige Virgil (Fergal) von Salzburg wurde vermutlich erst nach dem Ableben des heiligen Rupert in Irland, ebenfalls in einer adeligen Familie, geboren. Das Geburtsjahr wird sehr vage um 700, aber auf jeden Fall vor 746, datiert. Bevor er als Missionar an den Hof Pippins III. gelangte, war er Abt in dem irischen Kloster Iona. Pippin empfahl ihn nach zweijährigem Aufenthalt am Hof an seinen Schwager, den Herzog Odilo von Bayern, weiter, der dem heiligen Virgil die Leitung des Bistums Salzburg vermutlich im Jahr 743 übertrug.
Als Abt der Erzabtei St. Peter lenkte er ab 746 nach irischem Vorbild die weltlichen Angelegenheiten der Diözese. Die Betreuung der geistlichen Aufgaben übernahm Virgils Gefährte, Bischof Dodagrecus. Mit dem heiligen Bonifatius kam es zu heftigen Diskussionen in der Streitfrage um die Gültigkeit der Taufe mit falschen Worten und in Virgils Ansicht, dass die Erde kugelförmig sei. Auch Heilige waren in ihren Ansichten und Einsichten nicht immer einig, in der Gottes- und Nächstenliebe aber um Vollkommenheit bemüht. Virgilius war jedenfalls ein bedeutender Forscher und Wissenschaftler seiner Zeit.
Im Jahr 749 wurde Virgil zum Bischof von Salzburg geweiht und setzte sich fortan dafür ein, das Eigenkirchenprinzip nach irischem Vorbild in seiner Diözese durchzusetzen. Die Zahl der Eigenkirchen stieg bis zu seinem Tod auf 67 Kirchen an. 755 schickte er den heiligen Modestus als Glaubensboten nach Kärnten, um die Slawen zu missionieren. Virgil ließ anstelle der alten Peterskirche den Salzburger Dom errichten und übertrug 774 die Reliquien der heiligen Rupert, Chuniald und Gislar in die Krypta des Domes. Bischof Virgil gilt auch als erster Verfasser der Lebensgeschichte des heiligen Rupert.
Der bedeutende Literat war auch ein Liebhaber und Förderer von Architektur und Kunsthandwerk. Der berühmte Tassilokelch, wahrscheinlich der älteste Messkelch der Welt, sowie das Verbrüderungsbuch von St. Peter, stammen aus Virgils Zeit. Mit viel Geschick zentralisierte er das zerstreute Bistum mittels Tauschgeschäften.
Virgilius von Salzburg übte das Bischofsamt fast 40 Jahre lang aus und verstarb am 27. November 784. Erst im Jahr 1233 wurde er heiliggesprochen. Seine letzte Ruhestätte fand er 1288 in dem von ihm erbauten Salzburger Dom. Sein Attribut ist die Lilie, die aus seinem Herzen wächst oder das Modell des Salzburger Doms. Die Diözesen Salzburg und Graz-Seckau, als auch Gebärende und Kinder stehen unter seinem Patronat. Auch in Glaubensnöten wird er bevorzugt angerufen.



Querhaus und Hochaltar

Stiftskirche der Benediktiner St. Peter und Festung Hohensalzburg