Mittwoch, 26. August 2020

Heute gedenkt die Kirche Polens ULF von Tschenstochau

 

Unsere Liebe Frau von Tschensochau, bitte für uns!

 

Das berühmte Gnadenbild wurde laut Erzählungen vom hl. Lukas, dem Evangelisten, auf dem Tisch aus dem Haus in Nazareth gemalt. Das Bild soll später vom Kaiser Konstantin aus Jerusalem nach Konstantinopel mitgenommen worden sein und dort in eine Kirche gebracht worden. Durch den Fürst von Ruthenien, Lev, kam das Gnadenbild nach Polen. Das Bild wurde in Belz verborgen und 1382 von Ladislaus von Oppeln aufgefunden. Nach dem Sieg über seine Feinde, den er der Mutter Gottes zuschrieb, nahm er das Bild nach Tschenstochau mit und übergab es dem Paulinerorden. Diese Übergabe ist in einem sehr alten Manuskript der "Translatio tabulae" bestätigt. In Archiv von Jasna Gora wird eine handschriftliche Kopie aus dem Jahre 1474 aufbewahrt. Im Jahre 1430 wurde das Bild von den Hussiten profaniert und mit einem Säbel geschlagen ohne dass es verletzt werden konnte. Papst Klemens XI. liess es 1717 feierlich krönen. Seither wird Unsere Liebe Frau von Tschenstochau als Patronin Polens verehrt.

Die Ergebnisse der neuesten wissenschaftlichen Forschung weisen darauf hin, dass das Bild ursprünglich eine aus dem 6.-9. Jh. stammende byzantinische Ikone vom Typ der "Hodigetria" (="die den Weg weist") war.

In Tschenstochau wurde am 8. September 1946 durch Primas August Kardinal Hlond, erstmalig die Marienweihe erneuert, die König Jan II. Kasimir 1656 in Lemberg für sein Volk getätigt hatte. 1956 bestätigte das polnische Episkopat, unter dem Vorsitz von Primas Stefan Kardinal Wyszynski zusammen mit dem ganzen katholischen Volk Maria in Tschenstochau aus Königin von Polen. Dieses Ereignis wird als die "Weihe vom hellen Berg" (Slubowania Jasnogórskie) bezeichnet. In dieser Weihe verpflichtete sich das polnische Volk zu einem von christlicher Nächstenliebe geprägten Lebensstil.

Aus dem Weihegebet:

"Große Mutter des Gottmenschen! Jungfräuliche Gottesgebärerin, von Gott verherrlichte Maria! Königin der Welt und Königin Polens! 

Drei Jahrhunderte sind vergangen, seit jenem frohen Tag, an dem Du Königin von Polen wurdest. Nun stehen wir, die Kinder des Polnischen Volkes und Deine Kinder, Blut vom Blute unserer Vorfahren, erneut vor Dir, erfüllt von den selben Gefühlen der Liebe, der Treue und der Hoffnung, die einst unsere Väter erfüllten. Wir, die polnischen Bischöfe und das königliche Priestertum, das Volk, das mit dem heilbringenden Blut Deines Sohnes erkauft wurde, können zu Dir, Maria, erneut zu Deinem Thron, o Vermittlerin aller Gnaden, Mutter der Barmherzigkeit und allen Trostes. […] Mutter der göttlichen Gnade! 

Wir versprechen, in jeder polnischen Seele das Geschenk der Quelle des göttlichen Lebens zu bewahren. Wir wollen, dass jeder von uns in der heilmachenden Gnade lebe und ein Tempel Gottes sei;

  • dass das ganze Volk frei von schwerer Sünde lebe;
  • dass es das Haus Gottes und die Pforte des Himmels für alle Generationen werde, die je über die polnische Erde wandern werden, angeführt durch die katholische Kirche, ins ewige Vaterland.

Das Volk antwortet:
Königin von Polen, wir versprechen es! […] Wir versprechen, die junge Generation in der Treue zu Christus zu erziehen, sie vor der Gottlosigkeit und der Verderbnis zu bewahren und sie mit wachsamer elterlicher Liebe zu umgeben. 

(Quelle: kathpedia)


Am Grab des hl. Märtyrers Alexander von Bergamo

Kathedrale von Bergame, Sant´Alexxandro


Der heilige Martyrer Alexander diente als Soldat bei der thebaischen Legion und wurde am 15. Tag nach seiner Bekehrung bei Kaiser Maximian als Christ angegeben. Dieser ließ ihn sogleich vorrufen und gebot ihm, den Göttern zu opfern. Er aber stieß voller Abscheu den Opfertisch um und zertrat mit den Füßen die Götzenbilder. Da schrie der Kaiser seinen Trabanten zu: „Hauet den Frevler nieder!“

Wie aber einer von ihnen den Blutbefehl vollziehen wollte, blieb er plötzlich erstarrt stehen und ließ das Schwert seiner Hand entfallen. Auf die Frage, wie das komme, gab er zur Antwort, das Haupt des Heiligen sei ihm so groß wie ein Berg erschienen, so dass er den Hieb nicht habe führen können. Als nun andere auf den Martyrer losstürzten, ließ er sich freudig auf seine Knie nieder und empfing den Todesstreich. Dies geschah zu Bergamo, einer Stadt in Italien am Fuß der Alpen.
Der Heilige ist Patron von Freiburg im Breisgau. 

Quelle: https://www.heiligen-legende.de/aj-ar/alexander-von-bergamo/

 

moderner Volksaltar aus Marmor mit der Silberurne des hl. Alexander, Pietro Roberti, 1702

Heiliger Alexander, bitte für uns!
Alexander der Märtyrer, Kathedrale von Bergamo


Silberschrein mit den Reliquien des hl. Alexander

Dienstag, 25. August 2020

König Ludwig IX.

 

mittelalterliche Statue des hl. Ludwig in der Sainte Chapelle, Paris

 

Ludwig IX. gehört zu den herausragenden Herrschergestalten des Mittelalters. Er wurde 1214 in Poissy geboren und war von 1226 bis 1270 König von Frankreich. Während seiner Minderjährigkeit regierte seine energische Mutter, die fromme Blanka von Kastilien. Mit neunzehn Jahren heiratete Ludwig Margarete von der Provence, die ihm elf Kinder schenkte. Ludwig war tief religiös und hatte eine hohe Auffassung von seinem Herrscheramt. Er lebte mit seiner Familie sehr einfach und war ein Freund der Armen. Er sorgte für Ordnung und Gerechtigkeit in der Verwaltung des Landes. Er förderte die Bettelorden, gründete Spitäler. Der Kirche half er bei der Durchführung ihrer Synodalbeschlüsse, wusste aber auch seine königlichen Rechte gegenüber den Bischöfen zu wahren. Sein Kreuzzug gegen Ägypten 1248-1254 war ein Misserfolg. 1267 entschloss er sich zu einem neuen Kreuzzug, zu dem er 1270 aufbrach. Er starb aber am 25. August 1270 vor den Mauern von Tunis an einer Seuche.
(erzabteibeuron)

Gott, du hast den heiligen König Ludwig
aus der Verantwortung für sein Land
in das himmlische Reich gerufen.
Seine Fürsprache helfe uns,
die irdischen Pflichten so zu erfüllen,
dass wir zum Himmelreich gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Glasfenster von Ludwig IX. im St. Denis, Paris (aus dem Testament an seinen Sohn)

 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl.

Josef von Calasanz - Altar in der Piaristenkirche Maria Treu, Wien 

und der hl. Mirjam von Abellin (im Karmel, in der Universalkirche am 26.8.)

Im Karmel von Bethlehem

Reliquienrosenkranz der hl. Mirjam

Am Grab der hl. Mirjam (Seligsprechung Johannes Paul II.)

Ikone und Morgengebet der hl. Mirjam

Montag, 24. August 2020

Der Apostel Bartholomäus in Frankfurt

Hochgelobt und gepriesen sei Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament des Altares


Der Dom St. Bartholomäus – auch Kaiserdom zu Frankfurt am Main – ist ein herausragender Ort west- und mitteleuropäischer Geschichte. Aus dem Gotteshaus der karolingschen Kaiserpfalz hervorgegangen, gründet er auf Resten einer kleinen merowingischen Kapelle, die vor 680 entstanden sein muss. Wie Funde von Grabungen aus den Jahren 1992–1994 bestätigen, wurde in dieser Kapelle ein reiches – adeliges – Mädchen beigesetzt. Das Grab ist am West-Eingang des Domes durch eine Sandsteinplatte markiert. Im Mittelalter war der Dom, der nie Bischofskirche war, Sitz des kaiserlichen Domstiftes St. Bartholomäus, seit 1356 Wahlort der Deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser. Nach 1200 erhielt die Stiftskirche eine Schädelreliquie des heiligen Apostels Bartholomäus, die heute noch an Sonn- und Feiertagen und am Fest des Heiligen (24. August) der Verehrung durch die Gläubigen zugänglich gemacht wird. (Quelle: Dom Frankfurt)

 

Am Grab des Apostels Bartholomäus in Rom

Bartholomäus im Lateran

Bartholomäus und die Entmachtung der Götzen (All Souls College, Oxford) 

Martyrium des Apostels Bartholomäus in der Bartholomäuskirche in Coimbra (Katechese von Papst Benedikt XVI)

 

Seit 2019 wird die Schädelreliquie des Apostels in der renovierten Wahlkapelle des Kaiserdoms in Frankfurt aufbewahrt. Die Schädeldecke in einem Schrein unterhalb eines Triptychons des Leidens und der Auferstehung unseres Herrn ist durch die verschlossenen Gittertüren sichtbar.

Heiliger Apostel Bartholomäus, bitte für uns!


bei geöffnetem Schrein

Sonntag, 23. August 2020

Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben


Der Papst übt die höchste Kirchengewalt aus


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus  16, 13–20

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

(Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis) 



 ... Anderseits kamm man von der objektiven Heiligkeit des Amtes, auch des päpstlichen, nicht verlangen, daß es die ganze subjektive Heiligkeit der Kirche, wie sie aus Christus und seinem Geist stammt, und wie die ecclesia immaculata (Eph 5,27), Maria sie verkörpert, den Gläubigen vorlebe.

Dies beides gleichsetzen zu wollen und die Glaubwürdigkeit des Amtes von der persönlichen Heiligkeit des jeweiligen Trägers abhängen lassen, ist die verhängnisvollste der von Augustinus bekämpften Irrlehren, der Donatismus, der im Sektentum aller Zeiten immer neu aufflackert. 

Streben soll der Amtsträger nach Glaubwürdigkeit; er soll aber in der allgemeinden kirchlichen Liebe, die auch das Amt als solches umfaßt, von denen mitgetragen werden, die ihm die Spendung des Wortes und der Sakramente und die Einigung von Gemeinde, Bistum, Gesamtkirche verdanken. So geht das Wort Jesu an Petrus: "Wenn du dich aufgefangen haben wirst, stärke deine Brüder", in entsprechender Weise alle Christen an, deren Brüder auch die Amtsträger sind, auch der Papst, der seine überschwere Last nur tragen kann, wenn er von allen mitgetragen wird.

Vielleicht muss er in der Liebe dazu erkühnt werden, sein Kreuz in Mut und Demut weiterzuschleppen, der Versuchung zu widerstehen, es unter dem Vorwand der Kollegialität auf fremde Schultern abzuwälzen.

(H. U. von Balthasar, Kleine Fibel für verunsicherte Laien, 81f)

sitzende Petrusfigur in Saint Pierre, Caen

Samstag, 22. August 2020

Aller guten Dinge sind drei

Krönung Marias, Aquarell nach Fra Angelico, Musee Beaux Arts, Rennes

Aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht

Marienkrönung im Konstanzer Münster
 

Christus, der König, gab seiner Mutter die Krone der Herrlichkeit;

kommt, wir beten Ihn an!

 

Krönung Marias in der Sakristei der Kathedrale von Burgos

Altarbild der Krönung Marias in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien (Amadeus von Lausanne, Lesehore) 

Malerei der Krönung Marias in S. Maria Maggiore, Rom 

Fliesenmosaik vor der Jakobuskathedrale in Jerusalem (H. U. v. Balthasar, Vollmacht der Königin)

Kuppelfresko der Krönung von Rottmayr, Wiener Peterskirche 

und nochmal das Kuppelfresko 

Altarbild der Marienkrönung in der Wiener Dominikanerkirche

Mosaik in der Rosenkranzbasilika in Lourdes (Pius XII. über die Einführung des Festes Mariä Königin) 

Marienkrönung, Schnatterpeck-Altar in Lana, Südtirol (Küng, Königin der Familien)

Maria als Königin, Maria Empfängnis, Weerberg, Tirol, (Weihegebet Maximilian Kolbe) 

Relief vom Altar im Kölner Dom (Benedikt XVI., Maria Königin, 2012)

Königin, indem sie uns liebt

Maria Königin, Relief vom Altar, der vor dem Dreikönigsschrein im Kölner Dom steht
 

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute begehen wir den liturgischen Gedenktag der allerseligsten Jungfrau Maria, die mit dem Titel »Königin« verehrt wird. Es ist ein Fest, das erst in jüngerer Zeit eingeführt wurde, auch wenn sein Ursprung und die Verehrung sehr alt sind: Es wurde 1954 am Ende des Marianischen Jahres vom ehrwürdigen Diener Gottes Pius XII. eingesetzt, der das Datum auf den 31. Mai festlegte (vgl. Enzyklika Ad caeli Reginam, 11 octobris 1954: AAS 46 [1954], 625–640). Bei dieser Gelegenheit sagte der Papst, daß Maria mehr als jedes andere Geschöpf Königin ist durch die Erhabenheit ihrer Seele und die hervorragenden Gaben, die sie empfangen hat. Sie hört niemals auf, alle Schätze ihrer Liebe und ihrer Fürsorge an die Menschheit zu verteilen (vgl. Ansprache zu Ehren von Maria Königin, 1. November 1954).

Jetzt, nach der nachkonziliaren Reform des liturgischen Kalenders, wurde es auf den achten Tag nach dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel verlegt, um die enge Verbindung zwischen dem Königtum Mariens und ihrer Verherrlichung in Seele und Leib bei ihrem Sohn hervorzuheben. In der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche lesen wir: Maria wurde »in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein« (Lumen gentium, 59).

Das ist die Wurzel des heutigen Gedenktages: Maria ist Königin, weil sie auf einzigartige Weise mit ihrem Sohn verbunden ist, sowohl auf dem irdischen Weg als auch in der Herrlichkeit des Himmels. Der große Heilige von Syrien, Ephräm der Syrer, sagt über das Königtum Mariens, daß es von ihrer Mutterschaft herkommt: Sie ist die Mutter des Herrn, des Königs der Könige (vgl. Jes 9,1–6) und verweist uns auf Jesus als unser Leben, unser Heil und unsere Hoffnung. Der Diener Gottes Paul VI. rief in seinem Apostolischen Schreiben Marialis Cultus in Erinnerung: »Bei Maria ist alles auf Christus hin bezogen und von ihm abhängig: im Hinblick auf ihn hat sie Gottvater von aller Ewigkeit her als ganz heilige Mutter erwählt und sie mit den Gaben des Heiligen Geistes ausgestattet, wie sie keinem anderen zuteil geworden sind« (Nr. 25).

Jetzt aber fragen wir uns: Was bedeutet Maria Königin? Ist es nur ein Titel, der mit anderen verbunden ist, die Krone, ein Schmuck unter anderem? Was bedeutet es? Was ist dieses Königtum? Wie bereits gesagt ist es eine Folge ihres Vereintseins mit dem Sohn, ihres Daseins im Himmel, also in Gemeinschaft mit Gott; sie hat Anteil an der Verantwortung Gottes für die Welt und an der Liebe Gottes zur Welt. Es gibt eine volkstümliche, geläufige Vorstellung von einem König oder einer Königin: eine Person mit Macht, Reichtum. Das ist jedoch nicht die Art des Königtums Jesu und Mariens. Denken wir an den Herrn: Das Königtum und das Königsein Christi ist durchwoben von Demut, Dienst, Liebe: Es ist vor allem dienen, helfen, lieben. Erinnern wir uns daran, daß Jesus am Kreuz zum König erklärt wurde mit der von Pilatus geschriebenen Inschrift: »König der Juden « (vgl. Mk 15,26). In jenem Augenblick am Kreuz zeigt sich, daß er König ist. Und wie ist er König? Indem er mit uns, für uns leidet, indem er bis ins Letzte liebt, und so regiert er und schafft er Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit. Oder denken wir auch an den anderen Augenblick: Beim Letzten Abendmahl beugt er sich nieder, um den Seinen die Füße zu waschen. Das Königtum Jesu hat also nichts zu tun mit dem der Mächtigen der Erde. Er ist ein König, der seinen Dienern dient; das hat er in seinem ganzen Leben gezeigt. Und das gleiche gilt für Maria: Sie ist Königin im Dienst für Gott und für die Menschheit, sie ist Königin der Liebe, die die Selbsthingabe an Gott lebt, um in den Heilsplan für den Menschen einzutreten. Dem Engel antwortet sie: Ich bin die Magd des Herrn (vgl. Lk 1,38), und im Magnifikat singt sie: Gott hat auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut (vgl. Lk 1,48). Sie hilft uns. Sie ist Königin, gerade indem sie uns liebt, uns in jeder Not beisteht; sie ist unsere Schwester, eine demütige Magd.

Und so sind wir bereits beim folgenden Aspekt angekommen: Wie übt Maria dieses Königtum des Dienstes und der Liebe aus? Indem sie über uns, ihre Kinder, wacht: die Kinder, die sich im Gebet an sie wenden, um ihr zu danken oder ihren mütterlichen Schutz und ihren himmlischen Beistand zu erbitten, vielleicht nachdem sie den Weg verloren haben, bedrückt vom Schmerz oder von der Angst aufgrund der traurigen und leidvollen Ereignisse des Lebens. In der Freude oder in der Dunkelheit des Daseins wenden wir uns an Maria und vertrauen uns ihrer beständigen Fürbitte an, auf daß sie uns vom Sohn alle Gnade und Barmherzigkeit erlangen möge, die notwendig sind für unser Pilgern auf den Straßen der Welt. An ihn, der die Welt regiert und das Schicksal des Universums in den Händen hält, wenden wir uns vertrauensvoll durch die Jungfrau Maria.

Seit Jahrhunderten wird sie als himmlische Königin des Himmels verehrt; achtmal wird sie nach dem Rosenkranzgebet in der Lauretanischen Litanei als Königin angerufen: als Königin der Engel, der Patriarchen, der Propheten, der Apostel, der Märtyrer, der Bekenner, der Jungfrauen, aller Heiligen und der Familien. Der Rhythmus dieser uralten Anrufungen und tägliche Gebete wie das Salve Regina zu verstehen, daß die allerseligste Jungfrau als unsere Mutter beim Sohn Jesus in der Herrlichkeit des Himmels im täglichen Ablauf unseres Lebens stets bei uns ist. Der Titel »Königin« ist also ein Titel des Vertrauens, der Freude, der Liebe. Und wir wissen, daß sie, die das Schicksal der Welt zum Teil in ihren Händen hält, gut ist, uns liebt und uns in unseren Schwierigkeiten beisteht.

Liebe Freunde, die Verehrung der Gottesmutter ist ein wichtiges Element des geistlichen Lebens. In unserem Gebet wollen wir uns stets vertrauensvoll an sie wenden. Maria wird nicht säumen, bei ihrem Sohn für uns Fürbitte einzulegen. Indem wir auf sie schauen, wollen wir ihren Glauben nachahmen, die volle Bereitschaft für den Liebesplan Gottes, die großherzige Annahme Jesu. Lernen wir von Maria zu leben. Maria ist als Königin des Himmels Gott nahe, aber sie ist auch die Mutter, die einem jeden von uns nahe ist, die uns liebt und unsere Stimme hört. Danke für die Aufmerksamkeit.

Papst Benedikt XVI., Generalaudienz, 22. August 2012) 

Dreikönigenschrein im Kölner Dom

Samstag, 15. August 2020

Rette stets, Gottesgebärerin, dein Erbe!

Entschlafung Mariens, Konstanzer Münser


Aufnahme Mariens, Konstanzer Dom

 

Überwunden werden die Grenzen der Natur
in dir, reine Jungfrau;
denn jungfräulich ist dein Gebären,
und nach dem Leben trachtet vergeblich der Tod,
Jungfrau nach der Geburt und Lebende nach dem Tod,
rette stets, Gottesgebärerin, dein Erbe!

Außer sich gerieten die Mächte der Engel,
da sie auf Sion ihren Gebieter erblickten,
wie er in Händen trug die Seele einer Frau;
ihr, die makellos ihn geboren,
rief als Sohn er zu:
Komm Verehrte,
laß mit deinem Sohn und Gott dich preisen.

Der Apostel Chor setzte deinen gottumfangenden Leib bei.
Mit Ehrfurcht schauten sie ihn an
und riefen mit heller Stimme:
Da du in das himmlische Brautgemach
zu deinem Sohn hinüberziehst,
rette stets, Gottesgebärerin, dein Erbe!

(Heiser, Maria in der Christusverkündigung des orthodoxen Kirchenjahres, 303f)


Jesus, der dich o Jungfrau in den Himmel aufgenommen hat;
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder.