Montag, 11. Mai 2020

Gangolf


hl. Gangolf, St. Gangolf Trier


Gangolf, aus hochdeliger burgundischer Familie stammend, war ein adliger Jäger, Ritter und Heerführer sowie Besitzer eines Klosters. Sein Leben wird in legendärer Form von Roswitha von Gandersheim (* um 938; † nach 973 in Gandersheim) beschrieben. Er wurde zur Zeit König Pippins um 760 ermordet.

Der Name "Gangolf kommt aus dem althochdeutschen und bedeutet soviel wie "angreifender Wolf"

Legende/n

Auf einer Pilgerfahrt kam er eines Tages zu einer Quelle, die er um einen teuren Preis erkaufte, obwohl diese dreißig Kilometer von seinem Heimatort entfernt stand. Das tat er einerseits, um dem armen Besitzer zu helfen, andererseits weil er den Worten des Evangeliums vertraute, dass der Glaube Berge versetzen könne. Seine Gattin und seine Freunde zeigten wenig Verständnis für den Erwerb der Quelle und lachten ihn aus. Während eines Gastmahls stieß er vor ihren Augen einen Stab in die Erde, woraufhin am nächsten Morgen Wasser aus dieser Stelle hervorquoll und durch sein Gebet Heilkraft bekam.

Eine andere Legende erzählt das Lebensende des Heiligen. Seine Frau, die im Gegensatz zu ihm sittenlos und frech war, betrog ihn mit einem Priester. Sie leugnete diese Tat anfangs, Gangolf jedoch befahl ihr, die Hand in die Quelle zu tauchen. Als sie diese herauszog, war sie verbrannt. Ihr Gatte verzieh ihr zwar, verwies sie allerdings aus dem Schlafgemach und ließ den Priester aus dem Land schicken. Auf Bitten der Frau kam dieser jedoch wieder zurück und ermordete Gangolf.

Schon bald ereigneten sich viele Wunder am Grabe des Heiligen. Als seine Gattin das hörte, lachte sie darüber, woraufhin sie schwere körperliche Strafen zu erleiden hatte. Ihren Gefährte, den betrügerischen Priester, befiel eine Krankheit, von der er innerlich zerrissen wurde.

(Quelle: kathpedia)

St. Gangolf, Trier

Die Kirche ist in sieben Joche gegliedert, die ein gotisches Gewölbe tragen. Der rechteckige Chorabschluß ist durch Chorfresko gestaltet, das der Trierer Maler August Gustav Lasinsky 1850 geschaffen hat. In der Mitte des Fresko sitzt Christus segnend auf einer Wolkenbank in der goldenen Glorie des Himmels. Seitlich knien Maria und Josef. Unten links in prächtiger Rüstung der hl. Gangolf als Patron der Kirche, unter rechts der hl. Sebastian als Patron der 1461 gegründeten St. Sebastianus-Schützenbruderschaft.
(liebfrauentrier)

St. Gangolf, Trier

Samstag, 9. Mai 2020

Kusskrise (27) - verboten auch auf dem Dach?

Der Kussminister im Interview mit Ö3 auf die Frage, wann der erste Kuss in der Öffentlichkeit wieder erlaubt sei:

„Schwierige Frage. Was wir machen können, das ist, dass wir an das Eigenverantwortungsbewusstsein der Bevölkerung appellieren, dass wir sagen, dass wir kommunizeren:
Der Mindesabstand ist absolut notwendig. Aber ich sag jetzt mal: Diese Empfehlungen gelten für die eigenen Wände natürlich auch, aber es wird keinen Polizisten geben, der das kontrolliert.

Im öffentlichen Raum ist es kein Argument [dass man sich gerade erst kennenlernte].“







 






Donnerstag, 7. Mai 2020

Am Grab der sel. Gisela von Ungarn / Bayern


Heilig-Kreuz Kirche, Niedernburg, Passau








Pieta, um 1420




Diese Statue hat die sel. Gisela ins Kloster mitgebracht

Grab der sel. Gisela im südl. Querhausildunterschrift hinzufügen


Gisela von Ungarn, Königin und Äbtissin. Gisela wurde um 985 als Tochter Herzog Heinrichs II. von Bayern geboren. Gisela war die Schwester des hl. Kaisers Heinrich II. und wurde mit König Stephan von Ungarn vermählt. Mit ihrem heiligen Gemahl bemühte sich die Königin, den christlichen Glauben in Ungarn zu verbreiten, und erbaute Klöster und Kirchen, vielleicht auch den Dom von Veszprém. Ihr Sohn Emmerich verunglückte bereits 1031 tödlich. Als 1038 ihr Gatte König Stephan starb, wurde die verwitwete Gisela von der heidnischen Partei verfolgt, misshandelt und gefangengesetzt. König Heinrich III. befreite 1045 Gisela, die daraufhin in Passau in das Kloster Niedernburg eintrat und dort Äbtissin wurde.
Gisela starb am 7. Mai um 1060. Über der erhaltenen Grabplatte des 11. Jahrhunderts wurde Anfang des 15. Jahrhunderts ein Hochgrab errichtet. Sie wird dargestellt in königlichen Gewändern mit Krone und Kirchenmodell.
(Martyrologium Sancrucense)





Reliquiar der sel. Gisela, Kloster Niedernburg, Passau




Statue der sel. Gisela mit einer Büste ihres Gatten König Stephan

Maria Parz Kapelle




Hochaltarkreuz, um 1508



Maria, Königin der Bayern, bitte für uns!

Mittwoch, 6. Mai 2020

Ich bin das Licht der Welt

Christus, der Auferstandene, by Sir Ninian Comper, Grosvenor Chapel, London



Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 12

In jener Zeit

44rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,

45und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

46Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.

47Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.

48Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.

49Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

50Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

(Evangelium vom Mittwoch der 4. Osterwoche)


war im selben Ordner ;-)

Halten wir kurz bei der Erzählung vom Blindgeborenen inne (Joh 9,1-41). Nach der vorherrschenden Meinung der damaligen Zeit halten es die Jünger für selbstverständlich, dass seine Erblindung die Folge einer Sünde von ihm selbst oder von seinen Eltern sei. Jesus hingegen weist dieses Vorurteil zurück und sagt: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden“ (Joh 9,3).

Welch großen Trost bieten uns diese Worte! Sie lassen uns die lebendige Stimme Gottes hören, der fürsorgliche und weise Liebe ist! Angesichts des Mannes, der von Begrenztheit und Leiden gezeichnet ist, denkt Jesus nicht an mögliche Schuld, sondern an den Willen Gottes, der den Menschen für das Leben geschaffen hat. Und darum erklärt er feierlich: „Wir müssen die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat… Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt“ (Joh 9,4-5). Und sofort schreitet er zur Tat: Mit etwas Erde und Speichel macht er einen Teig, den er dem Blinden auf die Augen schmiert.

Diese Geste stellt eine Anspielung auf die Schöpfung des Menschen dar, die die Bibel mit dem Symbol der von Gott geformten Erde erzählt, der er den Lebensatem einhaucht (vgl. Gen 2,7). „Adam“ bedeutet nämlich „Boden“, und der Leib des Menschen ist tatsächlich aus den Elementen der Erde zusammengesetzt. Indem Jesus den Menschen heilt, wirkt er eine neue Schöpfung. Jene Heilung aber erregt eine heftige Diskussion, da Jesus sie am Sabbat tut und so laut den Pharisäern das Gebot des Festtages bricht. So sind am Ende dieses Berichts Jesus und der Blinde gleichsam gemeinsam die von den  Pharisäern  „Hinausgestoßenen“: der eine, weil er das Gesetz gebrochen hat, und der andere, weil er trotz seiner Heilung als Sünder, der er von Geburt an ist, gebrandmarkt bleibt.

Dem geheilten Blinden offenbart Jesus, dass er in die Welt gekommen sei, um zu richten; um die Blinden, die sich heilen lassen, von denen zu trennen, die sich nicht heilen lassen, da sie davon überzeugt sind, sie wären gesund.

Im Menschen ist nämlich die Versuchung stark, sich ein System ideologischer Sicherheit anzufertigen. Auch die Religion kann zum Element dieses Systems werden, wie auch der Atheismus oder der Laizismus. Tut man das aber, so bleibt man vom eigenen Egoismus verblendet.

Liebe Brüder und Schwestern, lassen wir uns von Christus heilen, der uns das Licht Gottes schenken kann und will! Bekennen wir unsere Blindheit, unsere Kurzsichtigkeit und vor allem das, was die Bibel die „schwere Schuld“ nennt (vgl. Ps 19,14): unseren Stolz. Darin stehe uns die allerseligste Maria bei. Sie hat Christus im Fleisch gezeugt und so der Welt das wahre Licht gegeben.

(Papst Benedikt XVI, Angelus, 3.3.2008)


Grosvenor Chapel, Londonau

Montag, 4. Mai 2020