ERSCHEINUNG DES HERRN
Glasfenster in Chartres, 13. Jh., B16 Angelus 2007
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| Epiphanieikone, St Mary´s Haddington |
Gott hat der ganzen Welt sein Heil kundgetan
Huldvoll
gedachte die Vorsehung Gottes, der untergehenden Welt in der Endzeit zu
Hilfe zu kommen, und bestimmte in Christus das Heil für alle Völker
vorher.
Aus allen Völkern hatte Gott dem
Patriarchen Abraham Nachkommenschaft ohne Zahl versprochen, die nicht
aus leiblicher Zeugung, sondern aus der Fruchtbarkeit des Glaubens
stammen sollte. Er verglich sie mit der Menge der Sterne; denn man
sollte von dem Vater aller Völker nicht irdische, sondern himmlische
Nachkommen erwarten.
Eintreten, ja eintreten
sollen alle Völker in die Familie der Patriarchen und als Kinder der
Verheißung aus dem Nachkommen Abrahams den Segen des Stammvaters
empfangen, von dem sich die leiblichen Kinder lossagen. In den drei
Weisen sollen alle Völker den Schöpfer der ganzen Welt anbeten, und
nicht bloß in Judäa soll Gott verkündet werden, sondern auf der ganzen
Erde, damit überall "sein Name groß ist in Israel" (vgl. Ps 76,2).
In
diese Geheimisse der göttlichen Gnade eingeweiht, wollen wir mit
geistlicher Freude den Tag feiern, an dem wir unsere Erstlingsgaben
brachten und an dem die Berufung der Heiden begann. Wir wollen dem
barmherzigen Gott danken, denn, wie der Apostel sagt, "hat er uns würdig
gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat
uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich
seines geliebten Sohnes" (Kol 1,12f). So sagt ja der Prophet Jesaja:
"Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die
im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht" (Jes 9,1). Von ihnen
sagt er zu Gott: "Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir rufen,
und Völker, die dich nicht kennen, flüchten zu dir" (Jes 55,5 Vg).
Diesen
Tag sah Abraham und freute sich (vgl. Joh 8,56), als er die Kinder
seines Glaubens erkannte, die in seinen Nachkommen, das heißt in
Christus gesegnet werden sollten, und als er voraussah, dass er durch
den Glauben Vater aller Völker sein werde (vgl. Röm 4,18). "Er lobte
Gott, fest überzeugt, dass Gott die Macht besitzt, zu tun, was er
verheißen hat" (Röm 4,20f).
Diesen Tag
besang David in den Psalmen: "Alle Völker kommen und beten dich an, sie
geben, Herr, deinem Namen die Ehre" (Ps 86,9). "Der Herr hat sein Heil
bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken vor den Augen der Völker" (Ps
98,2).
Wir wissen, was geschieht, seit die
drei Weisen aus der Ferne gerufen wurden und der Stern sie zum König des
Himmels und der Erde führte, ihn zu erkennen und anzubeten. Der Dienst
des Sternes ruft auch uns zur Nachfolge, dass wir mit allen Kräften
dieser Gnade dienen, die alle zu Christus einlädt.
In
diesem Streben, Geliebte, sollt ihr alle euch gegenseitig helfen. Zum
Gottesreich gelangt man durch den rechten Glauben und gute Taten. Ihr
sollt in ihm leuchten als Kinder des Lichtes (vgl. Joh 12,36; Eph 3,9)
durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen
Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.


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