Dienstag, 6. Januar 2026

Der Dienst des Sternes ruft auch uns zur Nachfolge - Leo der Große

 

 

ERSCHEINUNG DES HERRN 


 
 
 
 
 
 
 
 


Epiphanieikone, St Mary´s Haddington


Gott hat der ganzen Welt sein Heil kundgetan
 
Huldvoll gedachte die Vorsehung Gottes, der untergehenden Welt in der Endzeit zu Hilfe zu kommen, und bestimmte in Christus das Heil für alle Völker vorher.
Aus allen Völkern hatte Gott dem Patriarchen Abraham Nachkommenschaft ohne Zahl versprochen, die nicht aus leiblicher Zeugung, sondern aus der Fruchtbarkeit des Glaubens stammen sollte. Er verglich sie mit der Menge der Sterne; denn man sollte von dem Vater aller Völker nicht irdische, sondern himmlische Nachkommen erwarten.
Eintreten, ja eintreten sollen alle Völker in die Familie der Patriarchen und als Kinder der Verheißung aus dem Nachkommen Abrahams den Segen des Stammvaters empfangen, von dem sich die leiblichen Kinder lossagen. In den drei Weisen sollen alle Völker den Schöpfer der ganzen Welt anbeten, und nicht bloß in Judäa soll Gott verkündet werden, sondern auf der ganzen Erde, damit überall "sein Name groß ist in Israel" (vgl. Ps 76,2).
In diese Geheimisse der göttlichen Gnade eingeweiht, wollen wir mit geistlicher Freude den Tag feiern, an dem wir unsere Erstlingsgaben brachten und an dem die Berufung der Heiden begann. Wir wollen dem barmherzigen Gott danken, denn, wie der Apostel sagt, "hat er uns würdig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes" (Kol 1,12f). So sagt ja der Prophet Jesaja: "Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht" (Jes 9,1). Von ihnen sagt er zu Gott: "Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir rufen, und Völker, die dich nicht kennen, flüchten zu dir" (Jes 55,5 Vg).
Diesen Tag sah Abraham und freute sich (vgl. Joh 8,56), als er die Kinder seines Glaubens erkannte, die in seinen Nachkommen, das heißt in Christus gesegnet werden sollten, und als er voraussah, dass er durch den Glauben Vater aller Völker sein werde (vgl. Röm 4,18). "Er lobte Gott, fest überzeugt, dass Gott die Macht besitzt, zu tun, was er verheißen hat" (Röm 4,20f).
Diesen Tag besang David in den Psalmen: "Alle Völker kommen und beten dich an, sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre" (Ps 86,9). "Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken vor den Augen der Völker" (Ps 98,2).
Wir wissen, was geschieht, seit die drei Weisen aus der Ferne gerufen wurden und der Stern sie zum König des Himmels und der Erde führte, ihn zu erkennen und anzubeten. Der Dienst des Sternes ruft auch uns zur Nachfolge, dass wir mit allen Kräften dieser Gnade dienen, die alle zu Christus einlädt.
In diesem Streben, Geliebte, sollt ihr alle euch gegenseitig helfen. Zum Gottesreich gelangt man durch den rechten Glauben und gute Taten. Ihr sollt in ihm leuchten als Kinder des Lichtes (vgl. Joh 12,36; Eph 3,9) durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

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