Dienstag, 19. Februar 2019

Heute war mir nicht gut


Die Schlechtigkeit des Menschen

Noah mit der Arche, William Morris, All Saints, Cambridge



Lesung aus dem Buch Genesis (Kap 6 une 7)
5Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und dass alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur böse war.
6Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.
7Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels, denn es reut mich, sie gemacht zu haben.
8Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn.
1Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus, denn ich habe gesehen, dass du unter deinen Zeitgenossen vor mir gerecht bist.
2Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit, und von allen unreinen Tieren je ein Paar,
3auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.
4Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.
5Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.
10Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die Erde.

(Lesung von Dienstag der 6. Woche)



Noah (Reliefs in der Sainte Chapelle)

Gottes Bund mit Noah (Glasfenster in Ely)

Noah (Votivkirche, Bilderausstellung Sixtinische Kapelle)

Montag, 18. Februar 2019

Johannes von Fiesole (Fra Angelico)

ganz links, Fra Angelico als Ordensbruder von Raffael dargestellt, Stanza della Segnatura, Vatikanische Museen


Am 18. Februar gedenkt der Dominikanerorden des seligen Johannes von Fiesole, genannt Fra Angelico. Johannes, um 1400 in Vicchio bei Florenz geboren, erlernte in seiner Jugend das Malerhandwerk. Mit seinem Bruder Benedikt trat er in das dominikanische Reformkloster in Fiesole ein. Dort und in San Marco leitete ihn der heilige Antonin zum geistlichen Leben an. Auch nach seiner Priesterweihe predigte er vor allem durch seine religiös verinnerlichte Malerei, die ihm den Beinamen „Fra Angelico“ eintrug. Papst Eugen IV. und Papst Nikolaus V. wurden auf sein künstlerisches Schaffen aufmerksam und holten ihn nach Rom. Hier und in vielen Orten Mittelitaliens schmückte er Klöster und Kirchen mit seinen Bildern. Johannes starb am 18. Februar 1455 in Rom. Papst Johannes Paul II. gestattete seine Verehrung am 3. Oktober 1982 und erklärte ihn zum Patron der Künstler.
(Dominikanisches Proprium)

Am Grab von Fra Angelico


Disputa del Sacramento, Raffael, Vatikanische Museen


Zu beiden Seiten der Heiligen Dreifaltigkeit (mit Gottvater, Christus zwischen der Jungfrau Maria und Johannes dem Täufer und dem Heiligen Geist, die in einer Linie in der Mitte angeordnet sind) ist die triumphierende Kirche mit im Halbkreis angeordnet auf Wolken sitzenden Patriarchen, Propheten und abwechselnd Aposteln und Märtyrern aus dem Alten Testament dargestellt. Die Personen sind (von links nach rechts vom Betrachter aus gesehen): der hl. Petrus, Adam, der hl. Johannes der Evangelist, David, der hl. Lorenz, Judas, der Makkabäer (?), der hl. Stefan, Moses, der hl. Jakobus der Ältere, Abraham und der hl. Paulus.
Rings um den Altar auf der Erde mit dem allerheiligsten Sakrament sehen wir die streitende Kirche. Auf den Marmorthronen beim Altar sitzen die vier lateinischen Kirchenväter: die Heiligen Gregor der Große (mit den Gesichtszügen von Julius II.), Hieronymus, Ambrosius und Augustinus. Andere Figuren tragen die Gesichtszüge von historischen Personen: zu erkennen sind das Portrait von Sixtus IV. (Onkel von Julius II.) im Papstgewand ganz rechts, von Dante Alighieri dahinter und von Beato Angelico als Ordensbruder links außen.
(Vatikanische Museen)

Disput über das Sakrament, Raffael, Vatikanische Museen

Sonntag, 17. Februar 2019

Das Heilige Land 27 - Der Berg der Seligpreisungen


+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In jener Zeit
17stieg Jesus mit seinen Jüngern den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei.
20Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
21Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
22Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
23Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
24Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
25Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
26Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.


Evangelium vom 6. Sonntag im Lesejahr C




Die Bergpredigt gilt gemeinhin als Höhepunkt der Botschaft Jesu. Sie umfaßt (Mt 5-7) und wird eingeleitet durch acht Seligpreisungen. Doch manches, was Matthäus im Rahmen der Bergpredigt notiert, findet sich bei Lukas in einem anderen Zusammenhang, wie z. B. das Vaterunser (Lk 11,1-4). Und obwohl auch Lukas eine Art Bergpredigt in seinem Evangelium hat, die mit Seligpreisungen anfängt, steigt Jesus nach Lukas vorher eigens herunter in die Ebene (Lk 6,17-23). So wird deutlich, daß die Bergpredigt Jesu eine Zusammenstellung von Kernworten Jesu ist, die von den Evangelisten gehandhabt worden ist, für die aber Matthäus als idealen Ort den Berg gewählt hat, wo Jesus sitzend, und das heißt "mit Vollmacht" (Mk 1,27), die Botschaft vom Reich Gottes verkündet. Denn das Gesetz wurde durch Mose (am Sinai) gegeben. Die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus... Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht (Joh 1,17).
So ist es eigentlich klar, daß man nach dem "Ort" der Bergpredigt und ihrer Einleitung, der Seligpreisungen, nicht zu suchen braucht. So ist es nur richtig, daß die "Gesellschaft für die Unterstützung der italienischen Missionare" einfach einen schönen Platz über dem See Gennesaret ohne direkte historische Vorgabe ausgewählt hat, um hier 1938 die Kapelle der Seligpreisungen zu brauchen. Es ist die einzige Erinnerungsstätte im Heiligen Land, die so einfach auf die "grüne Wiese" gestellt wurde.


Selig bist du, Maria, weil du geglaubt hast

Kapelle der Seligpreisungen

Das äußere der Kapelle mit ihrer Kuppel und ihrem Kolonnaden-Umgang ist wirklich ein Teil der Landschaft geworden. Im Innern wirkt die Kapelle einfach und gibt in den 8 Feldern über den Fenstern den lateinischen Text der 8 Seligpreisungen wieder, während die schmalen Fenster wiederum den Blick auf die galiläische Landschaft erlauben. Symbolisch auf dem Fußboden stellen die Beziehung der acht Seligpreisungen zu den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, und Liebe und zu den vier Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Gerechtigkeit, Starkmut und Mäßigung her.

(H. Fürst, Im Land des Herrn, 111f)

Selig, die ein reines Herz haben, sie werden Gott schauen

Der Auferstandene beim Tabernakel


Kardinaltugend der Gerechtigkeit


Blick auf den See Genesareth

Lob dir, Christus

Fenster unterhalb der Kuppel mit den Seligpreisungen in lateinischer Sprache, Kapelle der Seligpreisungen

Gründer der Serviten (Maria Langegg)


die 7 Gründer der Serviten mit Maria und der Ordensregel des hl. Augustinus, Maria Langegg


Sieben angesehene Kaufleute verließen zwischen 1225 und 1227 ihre Geschäfte in Florenz. Es war eine Zeit religiöser und politischer Kämpfe und sittlicher Verwilderung. Über die Anfänge der kleinen Gemeinschaft fehlt es an genauen Nachrichten.
Zunächst führten sie ein sehr strenges Leben in der Einsamkeit des Monte Senario, nicht weit von Florenz. Sie übernahmen dann die Regel des hl. Augustinus und wurden als „Orden der Diener Mariens“ (Serviten) 1256 anerkannt, aber erst 1304 durch Papst Benedikt XI. endgültig bestätigt.
Damals lebte noch der Letzte von den Sieben. Alessio Falconieri (gest. 17. Febr. 1310). Er bezeichnete es als Aufgabe der Serviten, heilig zu werden und allen Menschen den Weg zur Heiligkeit zu zeigen. Das bevorzugte Mittel dazu: die Betrachtung der Schmerzen Mariens und ihres göttlichen Sohnes.

Serviten in Wien (Juliana Falconieri)
Servitenkirche in Budapest (Opus Dei)
Servitenkirche auf dem Mariahilfer Berg (Niederösterreich)

Gütiger Gott,
du hast den heiligen Gründern des Servitenordens
eine kindliche Liebe zur Mutter Christi geschenkt
und sie befähigt,
dein Volk näher zu dir zu führen.
Gib auch uns den Geist der Frömmigkeit
und die Bereitschaft, zu dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Altar der sieben Schmerzen Mariä, Maria Langegg (NÖ), ehem. Servitenkirche