Mittwoch, 9. Januar 2019

Dienstag, 8. Januar 2019

Gudula / Gundula von Nivelles / Brüssel

Kopfreliquie der hl. Gudula in St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen


Namenstage: Gudula, Gudrun, Gudila

Gedenktag: 8. Januar, Patronin von Brüssel


Gudula wurde in der Nähe von Brüssel als Tochter des Herzogs von Lothringen und Gaugrafen von Brabant, Witgar (Heiliger), und seiner Gemahlin Amalberga von Maubeuge (Heilige) geboren und war die Schwester von Emebertus (Bischof von Cambrai; Heiliger) und Reineldis von Saintes (Heiliger). Sie wurde von ihrer Patin Gertrud, der Äbtissin von Nivelles (626–653/59; Heilige), erzogen. Nach deren Tod legte sie das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und nahm im Benediktinerinnenkloster Maubeuge (Nordfrankreich) den Schleier. Später richtete sie sich im Dorf Moorsel (Südbelgien) bei der Kirche St. Salvator eine Zelle ein, in der sie bis zu ihrem Tod (der Überlieferung nach am 8. Januar 712) ein sehr strenges Büßerinnenleben führte.
978 wurden Gudulas Gebeine nach Brüssel überführt. 1047 kamen sie in die dortige Michaelskirche, die in Ste. Gudule umbenannt wurde. Ihre Kopfreliquie wurde Hildegard von Bingen geschenkt, sie wird in der Hildegardkirche in Eibingen aufbewahrt.

Gudula wird als Nonne dargestellt, ihr Attribute sind Kerze oder Laterne, Teufel, Engel (der Legende nach blies ihr der Teufel auf einem nächtlichen Gang zur Kirche mehrmals die Laterne aus, die auf ihr Gebet hin von einem Engel wieder angezündet wurde)


Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Erhard von Regensburg


St. Hildegard in Eibingen mit dem Hildegardis-Schrein (Mitte) und dem Haupt der Gudula (links)
Reliquien von St. Hildegard, Eibingen

Montag, 7. Januar 2019

Am Grab des hl. Raimund von Penyafort

Altar mit Reliquienschrein des hl. Raimund von Penyafort, Kathedrale von Barcelona

Von Engeln umjubelt, zieht er in den Himmel ein.
Dort wird er den heiligen Lehrern zugezählt
und empfängt den ewigen Lohn für seine Jungfräulichkeit.
(Antiphon zur Laudes)

Raimund von Penyafort (Leben) und die Mantellegende



Namen zu nennen,
keinen zu vergessen,
der vor uns lebte
und der Stimme traute,
dich auch uns lockte:
Grund, dich zu besingen,
Heiliger Raimund.

Dir war gegeben,
deinen Weg zu gehen
und vielen Menschen
Aussicht zu eröffnen.
Was du einst sätest,
ist in Gott verborgen,
geht nicht verloren.

Der Väter Weisheit
wolltest du erforschen;
was große Denker
einst geschrieben hatten,
hast du gesammelt
und herausgegeben
und uns vermittelt.

Forscher und Lehrer,
Mensch mit reinem Herzen,
wohnst du für immer
in der Liebe Gottes,
darum verbunden
allen, die dich brauchen,
Schwestern und Brüdern.

Lob, Ruhm und Ehre
Gott, dem Herrn der Herren;
einer und einzig,
Liebe, Wort und Antwort;
der unsern Bruder 
Raimund angenommen,
wird auch uns retten. Amen.

(Hymnus zur Laudes,
Dominikanisches Proprium, 162f)

Sonntag, 6. Januar 2019

Endlich angekommen!


Mit großer Freude schauten die Weisen den Stern. Sie traten in das Haus und taten ihre Schätze auf:
Gold, Weihrauch und Myrrhe. Halleluja. (Antiphon zur Laudes)

Die Nordwand des Mittelschiffs von Sant´ Apollinare Nuovo zeigt den Zug der Märtyrinnen, die zu Christus und Maria ziehen. Sie werden durch die heiligen drei Könige angeführt, die als drei Magier / Sterndeuter aus dem Morgenland dargestellt sind. Sie tragen Phrygermützen und Hosen.


Alle Könige müssen ihm huldigen,
alle Völker ihm dienen. Halleluja. Halleluja.


ERSCHEINUNG DES HERRN
 










die drei Magier, Könige auf ihrem Weg zu Christus, Sant´Apollinare Nuove, Ravenna

und ich sehe das Königskind



 
Ihr alle, die ihr Christus sucht,
erhebt zum Himmel euren Blick,
da geht vor euren Augen auf
das Zeichen ew´ger Herrlichkeit

Ein Stern, der selbst den Sonnenball
an Glanz und Feuer überstrahlt,
verkündet heute aller Welt,
dass Gott im Fleisch erschienen ist

Und Weise, fern im Orient,
erkennen deutend diesen Stern
als Zeichen, dass ein Königskind
der Welt zum Heil geboren ist.

„Wer ist es“, fragen sie bestürzt,
„dem Licht und Sterne dienstbar sind,
dem sich der Himmel unterwirft,
der über die Gestirne herrscht? 

Ein großes Leuchten schauen wir,
erhaben, weit und grenzenlos,
ein Leuchten, das kein Ende kennt,
das älter als der Himmel ist.“

Er ist es, aller Völker Herr,
Der König über Judas Haus,
Der Abraham verheißen ward
Und allen, die ihm Söhne sind.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
Der du uns heut erschienen bist,
Dem Vater und dem Geist zugleich
Durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen. 
(Hymnus zur Laudes)

Freitag, 4. Januar 2019

Weihnachtsgrüße aus Barcelona


Christus, unser Herr, in dem die Fülle der Gottheit wohnt,
du hast die Schwachheit unseres Fleisches angenommen
und wurdest geboren als der neue Mensch.

(Benediktusantiphon vom 4.1.)

Geburt Christi, um 1295, Museum National Art de Catalunya, Barcelona

Donnerstag, 3. Januar 2019

Tierisches zum heutigen Gedenken




Am Grab des hl. Josef Maria Tomasi

Grab des hl. Josef Maria Tomasi, S. Andrea della Valle, Rom



Kardinal, Namensdeutung: Gott hat hinzugefügt (hebr.)
Namenstage: Josef, Joseph, Giuseppe, José, Jo, Jupp, Sepp, Beppo, weibl.: Josefine, Josefa
Gedenktag: 1. Januar, im Theatinerorden 3. Januar
Lebensdaten: geboren am 12. September 1649 in Licata, Sizilien, gestorben am 1. Januar 1713 in Rom
Lebensgeschichte und Bedeutung: Giuseppe Maria Tomasi, Fürst von Lampedusa und Herzog von Palma, designierter Grande von Spanien, verzichtete zugunsten seines jüngeren Bruders auf alle seine Erstgeborenenrechte und trat mit 15 Jahren in den Theatinerorden ein. Seine vier Schwestern gingen ebenfalls ins Kloster.
Nach Stationen in verschiedenen Ordenshäusern studierte er im römischen S. Andrea della Valle altorientalische Sprachen und forschte in Bibliotheken und Archiven nach Zeugnissen altkirchlicher Liturgien. Er wurde Berater zahlreicher römischer Kongregationen und übernahm große Verantwortungen in seinem Orden.
Nachdem er einige Male den Kardinalshut abgelehnt hatte, musste er sich 1712 dem Befehl des Papstes Clemens XI. beugen und bekam Ss. Silvestro e Martino ai Monti als Titelkirche zugewiesen. Er starb am 1. Januar 1713.
Zu Lebzeiten galt Tomasi seiner Gelehrsamkeit wegen als „Fürst der Liturgiewissenschaftler“. Seine 1753 veröffentlichten Werke umfassen elf dicke Bände, dazu kommen noch etliche Editionen altkirchlicher Theologie. Darüber hinaus war er besonders seiner Bescheidenheit und Frömmigkeit sowie seines Reformeifers wegen hoch angesehen.
Verehrung: 1971 wurde der unverweste Leichnam Tomasis in die Ordenskirche S. Andrea della Valle überführt, wo er bei einem Seitenaltar ruht. Bei seiner Heiligsprechung am 12. Oktober 1986 hob Papst Johannes Paul II. vor allem seine Bedeutung für die Entwicklung der Liturgie hervor. Tatsächlich gingen viele seiner Erkenntnisse in die Liturgiereform ein.
(Bistum Augsburg)


 
Die Reliquien des Heiligen werden in einer Wachsstatue unter seinem Bild aufbewahrt


In den Spuren und nach dem Vorbild der Kirchenlehrer und großen Theologen entsprach der hl. Guiseppe Maria Tomasi in hervorragender Weise jener Gestalt des Priesters, der die Liebe zur Wissenschaft mit der Liebe zur Frömmigkeit vereint. Er erinnert dabei an das Beispiel, das uns der Prophet Maleachi (2,7) vor Augen stellt, wenn er sagt: "Der Mund des Priesters ist voll Erkenntnis, und von seinen Lippen erwartet man Belehrung, denn er ist der Bote des Herrn der Heerscharen."
Natürlich ist die Erkenntnis, auf die sich der Prophet bezieht und in der der hl. Guiseppe Maria glänzte, wesentlich die Erkenntnis, um nicht zu sagen die Erfahrung der göttlichen Dinge. (...)
Er zeigt also uns allen, besonders aber den Seelenhirten, wie sehr es beim Priester auf ein gesundes, gebildetes Empfinden ankommt, das auf einer echten Liebe zur Wahrheit gründet, die er in hochherzigem Engagement den Brüdern mitteilt, einem Engagement, das seinem Dienst eine besondere Würde und eine einzigartige Wirksamkeit verleiht.
(Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am am 12.10.1986, in: Holböck, die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 2, 244)

Grabstätte des hl. J. M. Tomasi in einer Seitenkapelle von S. Andrea della Valle

Dienstag, 1. Januar 2019

Beschneidung des Herrn

nostra tulit Christi caro vulnera vulnere tristi - Unsere Wunden trug Christi Fleisch mit schmerzlicher Wunde
Beschneidung des Herrn, Verduner Altar in der Leopoldskapelle von Stift Klosterneuburg

Am 1. Jänner feiert die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria (Oktav v. Weihnachten) und das Fest der Beschneidung des Herrn.
Im Bild des Verduner Altars sitzt links in einer Bogenhalle auf einem Thron Maria und hält das Kind auf den Armen, das sich ängstlich an die Mutter schmiegt. Hier erschein kein Mohel, sondern der hl. Joseph naht von rechts mit Messer und Tuch, um die Beschneidung vorzunehmen (damals pflegte man aber bereits einen Mohel heranzuziehen).
Links über dem Bild hält Moses ein Schriftband mit dem Text: OMNIS MASCU(lusl, der ungenau wiedergegeben ist nach Gen 17,11: Alles Männliche werde bei euch beschnitten. Diese Platte sitzt am falschen Platz, denn Moses soll natürlich auf die Beschneidung Christi blicken.

Die Beschneidung nimmt eine wichtige Rolle im Erlöserleben Jesu ein. Das ganze Leben des Erlösers war ein einziger Akt des Gehorsams. Dies trat gleich anfangs dadurch hervor, daß er im Gehorsam geggen den Vater dieses Gesetz erfüllte, das für die sündige Menschheit gegeben war. (...)
Damals flossen die ersten Tropfen des Erlöserblutes. (vgl. F. Röhrig, Der Verduner Altar, 61f)

"Das Fest der Beschneidung des Herrn ist eingesetzt worden, um das Gedächtnis des vergossenen Blutes Christi in den ersten Tagen seines Lebens  zu feiern" (Katechismus von Pius V.)

Mit Anbetung das neue Jahr beginnen

Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, Kathedrale von Reims, Frankreich

Wir preisen die Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria
und beten an ihren Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn.
(Antiphon zum Invitatorium)