Donnerstag, 24. August 2017

Der Apostel Bartholomäus

Lateranbasilika



Bartholomäus wird in den Apostellisten der drei ersten Evangelien genannt. Sein voller Name ist wahrscheinlich Natanaël Bar-Tolmai, vorausgesetzt, dass er mit dem Natanaël gleichzusetzen ist, dessen Berufung in Joh 1,45-50 erzählt wird. Diese Gleichsetzung ist nicht völlig sicher, aber sehr wahrscheinlich. Dass Natanaël ein Schriftgelehrter oder Schriftgelehrtenschüler war, lässt sich nur vermuten. Bartholomäus soll später in Indien, Mesopotamien und vor allem in Armenien gepredigt haben, wo er auch das Martyrium erlitt. Seine Reliquien wurden nach der Insel Lipara und nach Benevent überführt; Kaiser Otto III. ließ sie nach Rom übertragen und auf der Tiberinsel beisetzen.
(Schott)


Darstellung mit Messer und der Haut seines Gesichtes, da er vor seinem Tod
gehäutet worden sein soll



In jener Zeit 45traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs.
46Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!
47Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.
48Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
49Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
50Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
51Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn. (Joh 1,45-51)




Apostel Bartholomäus, Lateranbasilika, Rom

Mittwoch, 23. August 2017

Rosa von Lima

Marienkrönung, l: Petrus Martyr, r: Hyazinth von Polen, Dominikanerkirche Wien


Isabella d´Oliva entstammte einer Familie spanischer Herkunft. Sie wurde 1586 in Lima/Peru geboren. Das kleine Mädchen, das wegen seiner Hautfarbe den Beinamen Rosa bekam, hatte sehr bald nur den einen Wunsch, der Welt zu entsagen. Zum Vorbild nahm Rosa sich Katharina von Siena, als sie mit 20 Jahren in den III. Orden des hl. Dominikus eintrat. Sie führte nunmehr ein Leben der Buße und des innigen Umgangs mit Christus, der Gottesmutter und den Heiligen.
Obwohl sie ganz zurückgezogen als Halbklausnerin im elterlichen Garten lebte, war sie von missionarischer Sorge für die Kirche erfüllt. Sie bangte um das Heil der Sünder und der Indios, für die sie gern ihr Leben hingegeben hätte. Ihren letzten Worte waren: "Jesus! Jesus! Mit mir!"
Rosa von der heiligen Maria starb am 24. August 1617. Nach der Heiligsprechung durch Papst Clemens X. am 12. April 1671 wuchs die volkstümliche Verehrung für die erste Heilige und Patronin Südamerikas.
(Proprium des Predigerordens)

Kapelle der hl. Rosa von Lima, Figur: Martin von Porres

Die Kapelle der 1671 heiliggesprochenen Dominikanerin Rosa von Lima (in der Wiener Dominikanerkirche) wurde zwischen 1671/76 ausgestaltet. Das ursprüngliche Altarbild wurde durch die Marienkrönung eines unbekannten Meisters der 2. Hälfte des 18. Jh. ersetzt.
Die Vitenbilder stellen dar: Engelerscheinung; Herzenstausch; mystische Vermählung; Geleit durch den Jesusknaben; nächtliches Gebet der Heiligen.
Den Altaraufbau flankieren die Figuren der Dominikanerheiligen Hyazinth von Polen und Petrus Martyr.
(aus dem Kirchenführer)

Engelerscheinung

Herzenstausch




Rosa von der hl. Maria fand in allen Dingen Anlass, den Schöpfer zu loben. Jeder Gedanke regte sie an, ihr Herz zu Gott zu erheben. Viele wollte sie die Geheimnisse des inneren Gebetes lehren. Wie sie deshalb ihre Seele durch Lesen guter Schriften nährte, so verbreitete sie auch geistliche Bücher und ermahnte die Priester, ihre Hörer und Beichtkinder zur Liebe zum Gebet anzuhalten. Unbeschreiblich war ihre Liebe zum Rosenkranz, bei dem sie inneres und äußeres Gebet verband. Sie glaubte, jeder Christ müsse den Rosenkranz mit dem Mund rühmen und im Herzen eingeprägt bewahren.

Der Freude, die die Liebe Gottes sie im Gebet verkosten ließ, stand die Bitterkeit entgegen, die aus der Erkenntnis des Bösen und der Sünde kam. Besonders wurde sie durch Schmähungen gegen die Kirche bewegt; ihr Eifer wurde dann entflammt, und sie schwieg dazu nicht. Aber ihr Tadel war meist mild und überzeugend ihr Flehen. Alle wunderten sich, dass die Jungfrau, die sonst gegenüber denen, die sie tadelten, schweigsam war, auch den geringsten Beleidigungen Gottes so schnell entgegentrat.
Die Andacht zu Jesus in der Eucharistie nahm den größten Teil ihres Lebens ein. An den Tagen, da das Altarsakrament feierlich angebetet wurde, verharrte sie unbeweglich im Gebet.

Der Gedanke an die Menschen, die sich nicht der Gnade des Glaubens erfreuten, und vor allem an jene, die in den weit ausgedehnten Gebieten Amerikas am Götzendienst festhielten, erfüllte sie mit Schmerz.  Das Mitleid mit ihnen ergriff sie, sie dachte beständig an sie, wollte alle Hindernisse beseitigen und wie mit Flügeln des Geistes herbei fliegen, um sie zu erleuchten und zu retten. Sie wollte gleichsam zu Fels und Stein werden, um für alle die Pforten zur Hölle zu verschließen.

Wenn sie mit Ordensleuten, besonders mit den Predigerbrüdern sprach, ermahnte sie diese mit leidenschaftlichem und aus dem Herzen kommenden Worten, dass sie sich mit ganzem Herzen dem Heil der Menschen widmen möchten. Sie war bekümmert, dass jene sich zu sehr spekulativen Studien hingaben und sagte, es wäre ihr lieber, sie würden den Schweiß, die Nachtwachen und Mühen, die ihnen der Erwerb der spekulativen Wissenschaft abverlangt, auf den so notwendigen Eifer verwenden, den Willen zur Gottesliebe zu entflammen.

Sie litt darunter, daß sie als Frau sich nicht so, wie es ihr sehnlichster Wunsch war, der apostolischen Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums an die Ungläubigen widmen konnte. Um ihren Beichtvater für diesen heiligen Auftrag zu begeistern, erklärte sie sich bereit, die Hälfte all ihrer Verdienste abzutreten, um an den Früchten seines Apostolates teilzuhaben. Sie hatte auch daran gedacht und hätte es auch ausgeführt, wenn der Tod sie nicht daran gehindert hätte, einen kleinen Waisenjungen zu sich zu nehmen und ihn durch ihre Arbeit und die Almosen von anderen aufzuziehen. Denn sie hoffte, daß er mit Gottes Gnade die heiligen Weihen empfangen und sich der Verkündigung des Glaubens bei den Ungläubigen widmen könne.

(aus dem Heiligsprechungsprozeß)


mystische Vermählung

Jesus geleitet Rosa von Lima

Gebet der hl. Rosa von Lima, Dominikanerkirche Maria Rotunda, Wien

Gott, du Sehnsucht der Menschen,
du hast die heilige Rosa von Lima mit solcher Liebe an dich gezogen,
daß sie die Welt verließ und in harter Buße für dich allein lebte.
Hilf uns auf ihre Fürsprache, unseren Weg durch diese Welt so zu gehen,
daß wir dich, den unversiegbaren Quell der Freude, finden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

l: Kapelle der hl. Rosa von Lima, r: Kapelle des hl. Thomas von Aquin, Dominikanerkirche Wien

Dienstag, 22. August 2017

Maria Königin


Selig bist du, Maria;
du hast geglaubt,
was der Herr dir gesagt hat:
Mit Christus herrschest du auf ewig.
(Magnifikatantiphon zur Vesper)

Krönung Mariens, Peterskirche, Wien


Das Kuppelfresko der Wiener Peterskirche ist von Johann Michael Rottmayr in zwei Jahren (1713-14) fast alleine gemalt. Hauptthema ist die Krönung Mariens durch Gottvater und Gottsohn, der Hl. Geist schwebt darüber in der Laterne. Rundherum die Apostel, bekannte Heilige und Gestalten aus dem Alten Testament, die drei Erzengel und überall viele Engel.
(Homepage der Peterskirche)


Peterskirche Wien

Montag, 21. August 2017

Pius X. an die Priester über Gebet und Heiligkeit




Heiligkeit ist unmöglich ohne Gebet
13 Bekanntlich ist jedoch die Heiligkeit insofern durch unsern Willen bedingt, als dieser durch Gottes Gnadenbeistand gestärkt wird. Daher hat Gott selber im reichsten Maße vorgesorgt, dass uns seine Gnade, wenn wir es nur wollen, keinen Augenblick fehle. Dazu verhilft uns vor allem der Gebetseifer. Tatsächlich besteht zwischen Gebet und Heiligkeit eine so enge Wechselbeziehung, dass das eine ohne das andere unmöglich ist. Diesbezüglich entspricht die Behauptung des heiligen Johannes Chrysostomus vollkommen der Wahrheit: «Ich meine, es sollte jedermann klar sein, dass ein tugendhaftes Leben ohne die Hilfe der Gnade einfach unmöglich ist» (41). Seinerseits sagt Augustinus klar und bündig: «Fürwahr, recht zu leben versteht, wer recht zu beten weiß» (42). Die gleiche Lehre hat uns Christus selber durch wiederholte Ermahnungen und insbesondere durch sein Beispiel nachdrücklich eingeschärft, indem er sich entweder in die Wüste zurückzog oder allein auf Bergeshöhen stieg, um zu beten. Ganze Nächte verbrachte er in inbrünstigem Gebet; oft ging er in den Tempel und hat sogar mitten im Volksgedränge den Blick gen Himmel erhoben und öffentlich gebetet. Schließlich hat er, ans Kreuz geheftet, inmitten der Todesschmerzen mit lauter Stimme und unter Tränen den Vater angerufen.
14 Halten wir also am unerschütterlichen Grundsatz fest: Um seiner hohen Würde und seiner Berufspflicht gerecht zu werden, muss der Priester das Gebetsleben mit außergewöhnlicher Hingabe pflegen. Allzu oft ist ihm leider das Gebet eher eine Gewohnheit als ein Herzensbedürfnis. Zu bestimmten Stunden erledigt man ohne innere Anteilnahme das Brevier oder verrichtet nur spärliche Gebete und denkt tagsüber kaum mehr daran, sich an Gott zu wenden und sein Herz zu ihm zu erheben. Und doch sollte der Priester viel eifriger als irgend jemand Christi Gebot befolgen: Man muss allzeit beten (43), ein Gebot, das Paulus mit Nachdruck betont: Seid beharrlich im Gebete, seid wachsam im Geiste der Danksagung (44), betet ohne Unterlaß! (45)
Gebet für sich und die andern
Wer vom Verlangen nach persönlicher Heiligung sowie von der Sorge um das ewige Heil des Nächsten beseelt ist, dem bieten sich ja im Lauf eines Tages unzählige Gelegenheiten, sich zu Gott zu erheben. Geheime Herzensnöte, heftige und hartnäckige Versuchungen, Mangel an Tugendkraft, Schlaffheit und Erfolglosigkeit im Wirken, häufige Vergehen und Nachlässigkeiten und schließlich die Furcht vor Gottes Gericht: all das drängt uns gebieterisch, Gott unser Leid zu klagen, seine Hilfe zu erflehen und bereitwillig unsere Verdienste bei ihm zu vermehren.
Und zwar müssen wir ihm nicht nur unser eigenes Leid klagen. Inmitten der allgemeinen und stets weiter umsichgreifenden Sündenflut obliegt es vor allem uns, im Gebet Gottes Barmherzigkeit anzurufen und Christus im allerheiligsten Altarssakrament, den überaus gütigen Spender aller Gnaden, mit der Bitte zu bestürmen: Verschone, o Herr, verschone dein Volk (46)
(Apostolisches Mahnwort Haerent animo an den katholischen Klerus, 1908)


Gemälde von Pius X. in Castel Gandolfo