Freitag, 8. März 2013

Johannes von Gott

Johannes Ciudad stellte sich nach einem bewegten Leben und aufgrund der Predigt von Johannes von Avila ganz in den Dienst der Armen und Kranken. Er gründete den Orden der Barmherzigen Brüder und starb am 8. März 1550 zu Granada.

Spital der Barmherzigen Brüder in Wien


Der Erzbischof ließ ihn rufen, denn man hatte ihm hinterbracht, Johannes beherberge Landstreicher und Dirnen und dulde verschiedene Mißstände in seinem Haus.

"Wenn ich nur Gerechte aufnähme", erwiderte der Heilige, "wären meine Säle bald leer, und wie könnte ich dann für das Heil der Sünder arbeiten? Aber kommen Sie ins Haus, Exzellenz, und sehen Sie selbst: Sie werden finden, daß keine Mißstände herrschen und daß wir nur einen schlechten Menschen haben, der das Brot des Almosens zu Unrecht genießt - und das bin ich selbst."

(aus: Reformer der Kirche, Hrsg. Peter Manns, 818)

Johannes von Gott (1495-1550), Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, Wien

Sonntag, 3. März 2013

Benedikt XVI. in der Nachfolge Petri

Petersdom, Rom

Die letzte Generalaudienz von Papst Benedikt XVI.

Verehrte Brüder im Bischofs- und Priesteramt! 
Geehrte Würdenträger! Liebe Brüder und Schwestern!

Ich danke euch, daß ihr so zahlreich zu meiner letzten Generalaudienz gekommen seid.
Herzlichen Dank! Ich bin wirklich gerührt, und ich sehe, daß die Kirche lebt! Und ich denke, wir müssen auch dem Schöpfer Dank sagen für das schöne Wetter, das er uns jetzt – noch im Winter – schenkt.
Wie der Apostel Paulus in dem biblischen Text, den wir gehört haben, spüre auch ich in meinem Innern, daß ich vor allem Gott zu danken habe, der die Kirche führt und wachsen läßt, der sein Wort aussät und so den Glauben in seinem Volk n ährt. In diesem Augenblick weitet sich mein Geist und umfaßt die ganze, über die Welt verbreitete Kirche; und ich danke Gott für die „Nachrichten“, die ich in diesen Jahren des Petrusdienstes habe empfangen können über den Glauben an Jesus Christus, den Herrn, über die Liebe, die wirklich den Leib der Kirche durchströmt und sie in der Liebe leben läßt, und über die Hoffnung, die uns öffnet und zum Leben in Fülle, zur Heimat des Himmels hin orientiert.

Ich spüre, daß ich alle im Gebet trage, in eine Gegenwart, welche die Gegenwart Gottes ist, in die ich jede Begegnung, jede Reise, jeden Pastoralbesuch hineinnehme. Alles und alle nehme ich in das Gebet hinein, um sie dem Herrn anzuvertrauen, damit wir seinen Willen ganz erkennen, in aller Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, und damit wir ein Leben führen können, das des Herrn und seiner Liebe  würdig ist, und Frucht bringen in jeder Art von guten Werken (vgl. Kol 1,9-10).
In diesem Augenblick herrscht in mir eine große Zuversicht, denn ich weiß – wir alle wissen –, daß das Wort der Wahrheit des Evangeliums die Kraft der Kirche, ihr Leben ist. Das Evangelium läutert und erneuert, es bringt Frucht, wo immer die Gemeinschaft der Gläubigen es hört und die Gnade Gottes in der Wahrheit und in der Liebe aufnimmt. Das ist meine Zuversicht, das ist meine Freude.

Schlüsselübergabe, Kathedrale Saint-Pierre, Annecy

Als ich am 19. April vor fast acht Jahren eingewilligt habe, den Petrusdienst zu übernehmen, hatte ich die feste Gewißheit, die mich immer begleitet hat: diese Gewißheit, daß die Kirche lebt und zwar aus dem Wort Gottes. Wie ich schon mehrmals erzählt habe, vernahm ich in meinem Innern diese Worte: „Herr, warum verlangst du das von mir, und was verlangst du von mir? Es ist eine große Last, die du mir auf die Schultern legst, aber wenn du es von mir verlangst, werde ich auf dein Wort hin die Netze auswerfen, in der Gewißheit, daß du mich leiten wirst, auch mit all meinen Schwächen.“ 

Ölgarten, Kathedrale St. Pierre, Annecy

Und acht Jahre danach kann ich sagen, daß der Herr mich wirklich geführt hat, er ist mir nahe gewesen, täglich habe ich seine Gegenwart wahrnehmen können. Es war eine Wegstrecke der Kirche, die Momente der Freude und des Lichtes kannte, aber auch Momente, die nicht leicht waren; ich habe mich gefühlt wie Petrus mit den Aposteln im Boot auf dem See Gennesaret: Der Herr hat uns viele Sonnentage mit leichter Brise geschenkt, Tage, an denen der Fischfang reichlich war, und es gab Momente, in denen das Wasser aufgewühlt war und wir Gegenwind hatten, wie in der ganzen Geschichte der Kirche, und der Herr zu schlafen schien. Aber ich habe immer gewußt, daß in diesem Boot der Herr ist, und ich habe immer gewußt, daß das Boot der Kirche nicht mir, nicht uns gehört, sondern ihm. Und der Herr läßt sie nicht untergehen; er ist es, der sie lenkt, sicherlich auch durch die Menschen, die er erwählt hat, denn so hat er es gewollt. Das war und ist eine Gewißheit, die durch nichts verdunkelt werden kann. Und das ist der Grund, warum mein Herz heute voll Dankbarkeit gegenüber Gott ist, weil er es der ganzen Kirche und auch mir nie an seinem Trost, seinem Licht, seiner Liebe hat fehlen lassen.

Petrus wird vom Herrn gerettet, Kathedrale Saint-Pierre, Annecy

Wir befinden uns im Jahr des Glaubens, das ich wollte, um gerade unseren Glauben an Gott zu stärken in einem Kontext, der ihn immer mehr als nebensächlich betrachtet. Ich möchte alle einladen, ihr festes Vertrauen auf den Herrn zu erneuern, sich wie Kinder den Armen Gottes anzuvertrauen, in der Gewißheit, daß diese Arme uns immer stützen und uns ermöglichen, Tag für Tag voranzuschreiten, auch in der Mühsal. Ich möchte, daß jeder sich geliebt fühlt von jenem Gott, der seinen Sohn für uns hingegeben und uns seine grenzenlose Liebe gezeigt hat. Ich möchte, daß jeder die Freude empfindet, Christ zu sein. In einem schönen Gebet, das man jeden Morgen beten sollte, heißt es: „Ich bete dich an, mein Gott, und ich liebe dich von ganzem Herzen. Ich danke dir, daß du mich erschaffen hast und mich hast Christ werden lassen …“ Ja, seien wir froh über das Geschenk des Glaubens; es ist das kostbarste Gut, das niemand uns nehmen kann! Danken wir dem Herrn jeden Tag dafür, mit dem Gebet und mit einem kohärenten christlichen Leben. Gott liebt uns, aber er erwartet, daß auch wir ihn lieben!

Doch nicht allein Gott will ich in diesem Augenblick danken. Ein Papst ist nicht allein bei der Leitung des Bootes Petri, auch wenn er der Hauptverantwortliche ist. Ich habe mich beim Tragen der Freude und der Last des Petrusdienstes nie allein gefühlt; der Herr hat mir viele Menschen zur Seite gestellt, die mir mit Großherzigkeit und Liebe zu Gott und zur Kirche geholfen haben und mir nahe waren. Vor allem ihr, liebe Kardinäle: Eure Weisheit, euer Rat, eure Freundschaft sind mir kostbar gewesen; meine Mitarbeiter, angefangen von meinem Staatssekretär, der mich in diesen Jahren treu begleitet hat; das Staatssekretariat und die ganze Römische Kurie wie auch alle, die in den verschiedenen Bereichen dem Heiligen Stuhl dienen: Es sind sehr viele Gesichter, die nicht in Erscheinung treten, die im Schatten bleiben, die mir aber gerade im Stillen, in der täglichen Hingabe, im Geist des Glaubens und der Demut eine sichere und verläßliche Unterstützung waren. Ein besonderes Gedenken gilt der Kirche Roms, meiner Diözese! Ich kann auch die Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst, die gottgeweihten Personen und das ganze Volk Gottes nicht unerwähnt lassen: Bei den Pastoralbesuchen, den Begegnungen, den Audienzen, auf den Reisen habe ich immer große Aufmerksamkeit und tiefe Zuneigung gespürt; aber auch ich war unterschiedslos allen und jedem zugeneigt mit jener pastoralen Liebe, die das Herz jedes Hirten ist, vor allem des Bischofs von Rom, des Nachfolgers des Apostels Petrus. Jeden Tag habe ich jeden von euch mit väterlichem Herzen ins Gebet mit hineingenommen.

Petrus heilt einen Gelähmten, Kathedrale Saint-Pierre, Annecy

Ich möchte, daß dann mein Dank alle erreicht: das Herz eines Papstes weitet sich für die ganze Welt. Und ich möchte meine Dankbarkeit gegenüber dem Diplomatischen Korps beim Heiligen Stuhl ausdrücken, der die große Familie der Nationen gegenwärtig werden läßt. Hier denke ich auch an alle, die für eine gute Medien-Kommunikation arbeiten und denen ich für ihren wichtigen Dienst danke.
An dieser Stelle möchte ich sehr herzlich auch den vielen Menschen aus aller Welt danken, die mir in den letzten Wochen bewegende Zeichen der Zuwendung, der Freundschaft, des Gebets geschickt haben. Ja, der Papst ist nie allein – das erlebe ich nun noch einmal in großer, das Herz berührender Weise. Er gehört allen, und sehr viele Menschen fühlen sich ihm ganz nahe. Ich bekomme Briefe gewiß von den Großen der Erde – von Staatsoberhäuptern, Religionshäuptern, Repräsentanten der großen Kultur usw. Aber ich bekomme auch sehr viele Briefe von ganz einfachen Menschen, die mir schlicht aus dem Herzen heraus schreiben und mich ihre Zuneigung fühlen lassen, die aus dem gemeinsamen Sein mit Jesus Christus in der Kirche kommt. Diese Menschen schreiben mir nicht, wie man etwa einem Fürsten oder einem großen Unbekannten schreibt. Sie schreiben mir wie Brüder und Schwestern oder wie Söhne und Töchter in einer ganz herzlichen familiären Verbundenheit. Hier kann man greifen, was Kirche ist – nicht eine Organisation, nicht eine Vereinigung für religiöse oder humanitäre Zwecke, sondern ein lebendiger Leib, eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern im Leib Jesu Christi, der uns alle verbindet. In einer Zeit, in der so viele vom Niedergang der Kirche sprechen, ist es beglückend, sie so zu erleben und die Kraft ihrer Wahrheit und Liebe geradezu mit Händen berühren zu können. Wir sehen, daß die Kirche heute lebt!

Petrus erweckt Tabita von den Toten, Kathedrale Saint-Pierre, Annecy

In diesen letzten Monaten habe ich gespürt, daß meine Kräfte nachgelassen haben, und ich habe Gott im Gebet angefleht, mich mit seinem Licht zu erleuchten, um mir zu helfen, die Entscheidung zu fällen, welche nicht für mein eigenes Wohl, sondern für das Wohl der Kirche die richtigste ist. Ich habe diesen Schritt im vollen Bewußtsein seines schwerwiegenden Ernstes und seiner Neuheit, aber mit einer tiefen Seelenruhe getan. Die Kirche zu lieben bedeutet auch, den Mut zu haben, schwierige, durchlittene Entscheidungen zu treffen und dabei immer das Wohl der Kirche und nicht sich selbst im Auge zu haben.

Lassen Sie mich da noch einmal auf den 19. April 2005 zurückkommen. Das Schwere der Entscheidung lag gerade auch darin, daß ich nun vom Herrn immer und für immer beansprucht war. Immer – wer das Petrusamt annimmt, hat kein Privatleben mehr. Er gehört immer und ganz allen, der ganzen Kirche. Sein Leben wird sozusagen ganz entprivatisiert. Ich durfte erleben und erlebe es gerade jetzt, daß einem das Leben eben darin geschenkt wird, daß man es weggibt. Vorhin habe ich davon gesprochen, daß die vielen Menschen, die den Herrn lieben, auch den Nachfolger des heiligen Petrus lieben und ihm zugetan sind. Daß er wirklich Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter rundum auf der ganzen Welt hat und in ihrer Gemeinschaft geborgen ist. Weil er nicht mehr sich selber gehört, gehört er zu allen, und alle gehören zu ihm.

Petrus und der auferstandene Herr in Rom: Quo vadis? - Wohin gehst du?

Das „immer“ ist auch ein „für immer” – es gibt keine Rückkehr ins Private. Meine Entscheidung, auf die aktive Ausführung des Amtes zu verzichten, nimmt dies nicht zurück. Ich kehre nicht ins private Leben zurück – in ein Leben mit Reisen, Begegnungen, Empfängen, Vorträgen usw. Ich gehe nicht vom Kreuz weg, sondern bleibe auf neue Weise beim gekreuzigten Herrn. Ich trage nicht mehr die amtliche Vollmacht für die Leitung der Kirche, aber im Dienst des Gebetes bleibe ich sozusagen im engeren Bereich des heiligen Petrus. Der heilige Benedikt, dessen Name ich als Papst trage, wird mir da ein großes Vorbild sein: Er hat uns den Weg für ein Leben gezeigt, das aktiv oder passiv ganz dem Werk Gottes gehört.

Martyrium des hl. Petrus, Kathedrale Saint-Pierre, Annecy

Ich danke allen und jedem auch für den Respekt und das Verständnis, mit dem ihr diese so wichtige Entscheidung aufgenommen habt. In Gebet und Besinnung werde ich den Weg der Kirche weiterhin begleiten, mit jener Hingabe an den Herrn und seine Braut, die ich bis jetzt täglich zu leben versucht habe und die ich immer leben möchte. Ich bitte euch, vor Gott meiner zu gedenken und vor allem für die Kardinäle zu beten, die zu einer so bedeutenden Aufgabe gerufen sind, und für den neuen Nachfolger des Apostels Petrus: Der Herr begleite ihn mit dem Licht und der Kraft seines Geistes.
Erbitten wir die mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und der Kirche, daß sie jeden von uns und die ganze kirchliche Gemeinschaft begleite; ihr vertrauen wir uns an, in tiefer Zuversicht.
Liebe Freunde! Gott leitet seine Kirche, er stützt sie immer, auch und vor allem in den schwierigen Momenten. Verlieren wir niemals diese Sicht des Glaubens, die die einzig wahre Sicht des Weges der Kirche und der Welt ist. Möge in unserem Herzen, im Herzen eines jeden von uns immer die frohe Gewißheit herrschen, daß der Herr uns zur Seite steht, uns nicht verläßt, uns nahe ist und uns mit seiner Liebe umfängt. Danke!
* * *
Ein herzliches »Vergelt’s Gott« sage ich allen Brüdern und Schwestern deutscher Sprache – euch, liebe Freunde, die ihr zu dieser letzten Generalaudienz meines Pontifikats gekommen seid, und allen zu Hause. Und ich danke der Traunsteiner Blaskapelle, daß sie uns die Bayernhymne so schön gespielt hat. Der Herr trägt die Kirche immer, er leitet sie auch in schwierigen Zeiten. Diese Sicht dürfen wir nie verlieren. Wir dürfen stets gewiß sein, der Herr ist uns nahe und umfängt uns mit seiner Liebe. Im Gebet bleiben wir, liebe Freunde, einander nahe, und im Gebet ist der Herr uns nahe. So grüße ich euch alle von ganzem Herzen. Der Herr segne euch und die Kirche in unseren Landen.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Hl. Gabriel Possenti

Vor seiner Priesterweihe starb vierundzwanzigjährig am 27. Februar 1862 Franz Possenti, der als Passionist den Ordensnamen Gabriel von der Schmerzensmutter trug.

"Nun könnte ich schon Priester sein. Doch Gott hat es anders gefügt, und was er will, das will auch ich", schreibt er den Seinen zu Beginn des neuen Jahres, das sein letztes ist. Schwerkrank liegt er an Lungenschwindsucht in seiner kleinen Zelle in Isola. Just die Schwindsucht hat er sich als Todeskrankheit gewünscht, um bis ans Ende Gott und Maria lieben und loben zu können. Ein Ende voll Gottes- und Marienlob und -liebe ist dieses selige Sterben am Feste seiner Lieblingsheiligen Margarita von Cortona, am 27. Februar 1862.

Aus tiefem Gebet erwachend, bittet er den Vater seiner Seele, Pater Norbert, der ihn Tag und Nacht nicht mehr verläßt, um die Lossprechung, um Kreuz und Bild der Addolorata (Schmerzensmutter). Er küßt sie, küßt sie wieder, legt sich die beiden auf die Brust und drückt sie an sein Herz, ein ums das andere Mal. Sein Antlitz leuchtet vom Glanz der Verklärung, der er entgegengeht, und leuchtenden Auges schaut er die himmlische Mutter: "Mamma mia, fa presto! Mach schnell, o meine Mutter!" bittet er sie, und langsam, ruhig, ein jedes Wort auskostend und betonend betet er das "Maria, Mater gratiae", und das dreimalige "Jesus, Maria und Joseph, euch schenk ich mein Herz, meinen Leib und meine Seele."

(aus: Rubatscher, Gemma Galgani, 116)





Maria Schutz, Passionistenkirche am Semmering, die hl. Gemma wurde auf die Fürsprache des hl. Gabriel geheilt.

Dienstag, 26. Februar 2013

Endlich gefunden!

Lange schon befinde ich mich auf der Suche. Aber dass ich hier in diesem Jammertal das Ziel vor Augen und vor die Linse bekomme, hat mich dann doch sehr überrascht. Am Fest der hl. Walburga habe ich Gott gesehen. Zugegeben, ich habe ihn mir anders vorgestellt.

von Angesicht zu Angesicht


von hinten

Montag, 25. Februar 2013

Nie hätte ich daran gedacht,

dass ich einmal einen Kardinal adoptieren kann. Weil man eine solche Gelegenheit nicht verpassen soll, fällt die Wahl auf meinen Diözesanbischof Christoph Kardinal Schönborn.

Beten wir für die Kardinäle, dass der Heilige Geist sie erleuchte und führe.

Weil es zum Segen für die Kirche ist: adoptiere auch Du einen Kardinal:



Stephansdom, Chrisammesse 2011, Christoph Kardinal Schönborn haucht in Kreuzesform in das Gefäß mit Chrisam,
 dem Öl wird die Kraft des Heiligen Geistes mitgeteilt.




Herr Jesus Christus,
Du Hirte und Haupt Deiner Kirche,
wir bitten Dich, steh Deinen Dienern, den Kardinälen,
die Deinen Stellvertreter hier auf Erden wählen,
in all ihrem Tun mit der Kraft Deines Segens bei.

Sende ihnen den Heiligen Geist,
dass sie Deinen Willen erkennen
und einen würdigen Nachfolger des Petrus,
auf den Du Deine Kirche gebaut hast, wählen mögen.

Dadurch schenke uns in Deiner Güte einen Papst,
der wahrhaft an uns Deine Stelle vertritt,
uns entflammt durch seinen Eifer,
uns beschämt durch seinen Wandel,
uns trägt durch seine Liebe,
uns stärkt durch seine Geduld,
uns segnet durch seine Gebete und weidet durch seine Lehre
und uns reinigt und läutert zu Deinem heiligen Volke
und zum unbefleckten Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit

Der Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater
in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(nach Bischof J. M. Sailer 1751-1832)

Das Heilige Land 4 - der Berg Tabor

Der Berg Tabor ist der auffälligste der Berge Südgaliläas. Er steht allein da, ist nach allen Seiten hin sichtbar und ragt 562 m empor. Bedeutsam ist der Tabor, weil die Christen den Gipfel des Berges als den Ort der Verklärung Jesu ansehen:

"Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus beseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten".(Lukas 9,28)



Geschichte des Tabor:

Schon um die Mitte des 2. Jahrhunderts gibt ein außerbiblischer Bericht über Jesu Leben einen Hinweis darauf, daß die Christen auf dem Berg Tabor der Verklärung gedachten. Nach nur kurzer Zeit der irrigen Meinung, auf dem Ölberg sei die Verklärung gewesen, bestätigte 348 Cyrill, der damalige Bischof von Jerusalem, daß der Tabor der Verklärungsort sei. In den folgenden Jahrhunderten berichteten viele Pilger vom Tabor als einem Wallfahrtsort, auf dem auch Klöster und Kirchen stünden.

Nach dem Pilgerbericht des Anonymus von Piacenza um 570 standen auf dem Berg drei Basiliken gemäß dem Petruswort: "Laßt uns drei Hütten bauen." Auch nach der Eroberung Palästinas durch die Araber im 7. Jahrhundert wird von einem Bischof und von Mönchen auf dem Tabor berichtet und daß dort eine Kirche für Jesus, Mose und Elia standen.

Für Busse ist die Straße zu schmal, so daß man auf  ein Taxi umsteigen muss


Unter den Kreuzfahrern gründeten um 1100 Benediktiner dort ein Kloster. Das Ganze wurde mit einer Befestigungsmauer umgeben. Im 12. Jahrhundert wird auch schon eine Eliaskirche der Griechisch-Orthodoxen mit einem Kloster auf dem Tabor erwähnt.
Nach der Niederlage der Kreuzfahrer wurde der Berg von den Sarazenen in Besitz genommen und als Festung ausgebaut. 1263 zerstörte dann Sultan Baibars alle christlichen Gebäude auf dem Tabor völlig. Fast vierhundert Jahre blieb der heilige Berg verlassen.

Erst 1631 erhielten die Franziskaner von einem türkischen Emir die Erlaubnis, sich auf dem Tabor niederzulassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Griechisch-Orthodoxen mit dem Wiederaufbau ihrer Eliaskirche und die Franziskaner mit umfangreichen Ausgrabungen. 1921 bis 1924 bauten die Franziskaner dann die neue Basilika der Verklärung nach dem Vorbild syrischer Kirchen des 5. Jahrhunderts auf.

(aus: M. Basileia Schlink, Heiliges Land heute, 452f)



Basilika der Verklärung, Tabor

Die beiden Türme der Kirche stehen auf den alten Gebetsstätten des Mose und Elija und enthalten auch heute Kapellen der beiden alttestamentlichen Gestalten.


Die Anordnungen für Besucher unterscheiden sich im letztgenannten Punkt von europäischen Heiligtümern.






Von den beiden Seitenschiffen führen Stufen zum Hochaltar. In der Apsis ist die Verklärung Christi als Mosaik auf Goldhintergrund dargestellt. Im Mittelschiff führt eine breite Treppe hinunter zur Krypta, wo die alte Apsis und der antike Altar noch erhalten sind.




Die Seitenwände der Krypta sind geschmückt mit Symbolen der Verklärung Christi. Eine Verwandlung (transfiguratio) vollzog sich an ihm in seiner Geburt (links), in der heiligen Eucharistie, im Opfertod und in der Auferstehung.



In seiner letzten Ansprache zum Angelus am 24.2.2013 kommentierte Papst Benedikt XVI. die Verklärung Christi:

Liebe Brüder und Schwestern!
Danke für die Sympathie, die ihr mir entgegenbringt!

Heute, am zweiten Fastensonntag, hören wir einen besonders schönen Text des Evangeliums: den der Verklärung des Herrn. Der Evangelist Lukas betont besonders die Tatsache, dass Jesus sich verklärte, während er betete: Es handelt sich um die Erfahrung einer besonders tiefen Beziehung zum Vater während einer Art geistlicher Exerzitien, zu denen Jesus sich in Begleitung von Petrus, Jakobus und Johannes zurückgezogen hat; den drei Jüngern, die jedes Mal dabei sind, wenn sich die Göttlichkeit des Meisters offenbart (Lk 5,10; 8,51; 9,28). Der Herr hatte kurz zuvor seinen Tod und seine Auferstehung angekündigt (Lk 9,22); nun bietet er den Jüngern einen Vorgeschmack seiner Herrlichkeit. Und auch in der Verklärung, wie schon bei der Taufe, ertönt die Stimme des himmlischen Vaters: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35). Das Erscheinen von Mose und Elija, die das Gesetz und die Propheten des Alten Bundes repräsentieren, ist sehr bedeutungsvoll: Die gesamte Geschichte des Alten Bundes ist nämlich auf ihn, auf Christus ausgerichtet, der einen neuen „Exodus“ vollbringt (vgl. Lk. 9,31), der nicht in das gelobte Land führen wird wie zur Zeit Moses, sondern in den Himmel. Die Worte Petri: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind“ (Lk 9,33) stellen den aussichtslosen Versuch dar, dieses mystische Erlebnis festzuhalten. Augustinus schrieb dazu: „Auf dem Berg [der Verklärung] hatte [Petrus] in Christus die Speise für seine Seele gefunden. Warum hätte er von diesem Berg wieder herabsteigen sollen, zurück zu Mühe und Leid, wo er dort oben doch vom Gefühl der heiligen Liebe zu Gott erfüllt war, das ihm auch den Weg zu einer heiligen Lebensweise zeigte?“ (Sermones 78,3: PL 38,491).

Wenn wir über diesen Text des Evangeliums nachdenken, können wir daraus eine wichtige Lehre ziehen. Zum einen lernen wir, wie wichtig das Gebet ist; denn ohne das Gebet verkommt jeder Eifer im Apostolat und in der Nächstenliebe zu bloßem Aktivismus. In der Fastenzeit lernen wir, dem Gebet, dem persönlichen wie auch dem in der Gemeinde, genügend Zeit zu widmen; denn das Gebet ist der Atem unseres Geisteslebens. Beten bedeutet auch nicht, sich aus der Welt und ihren Widersprüchen zurückzuziehen, wie Petrus auf dem Berg Tabor es gern getan hätte; stattdessen führt uns das Gebet zum Weg zurück, zur Aktion. „Das christliche Leben“, habe ich in der diesjährigen Botschaft zur Fastenzeit geschrieben, „besteht darin, den Berg der Begegnung mit Gott immer wieder hinaufzusteigen, um dann, bereichert durch die Liebe und die Kraft, die sie uns schenkt, wieder hinabzusteigen und unseren Brüdern und Schwestern mit der gleichen Liebe Gottes zu dienen“ (Nr. 3).

Liebe Brüder und Schwestern, ich fühle, dass dieses Wort Gottes besonders auch an mich gerichtet ist, in diesem Augenblick meines Lebens. Danke! Der Herr hat mich gerufen, „auf den Berg zu steigen“, mich noch tiefer dem Gebet und der Meditation zu widmen.

Doch das bedeutet nicht, dass ich die Kirche allein lasse; im Gegenteil, wenn Gott diesen Schritt von mir verlangt, dann gerade zu dem Zweck, damit ich ihr weiterhin mit derselben Hingabe und Liebe dienen kann, wie ich es bisher zu tun versucht habe, nur auf eine Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist.

Lasst uns um die Fürsprache der heiligen Jungfrau Maria beten: Möge sie uns allen helfen, dem Herrn Jesus immer zu folgen, im Gebet wie in der tätigen Nächstenliebe.

Relief über der Eingangstür zur Gemeinschaft Mondo X












Bei der Gemeinschaft mondo x genossen wir köstlichen italienischen Kaffee. 


Das Taxi bringt uns wieder zum Bus

Freitag, 22. Februar 2013

Kathedra Petri



Petersdom und Apostolischer Palast


Die lateinische Liturgie feiert heute das Fest der Kathedra des heiligen Petrus. Es handelt sich um eine sehr alte Tradition, die in Rom seit dem Ende des vierten Jahrhunderts bezeugt ist, und mit der Gott für die Sendung, die dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut worden ist, Dank gesagt wird.


Die "Kathedra" meint wortwörtlich den festen Sitz des Bischofs, der in der Mutterkirche einer Diözese aufgestellt ist, die aus diesem Grund "Kathedrale" genannt wird, und sie ist Symbol für die Autorität des Bischofs und insbesondere für sein Lehramt, das heißt für die dem Evangelium gemäße Lehre, die er - als Nachfolger der Apostel - zu bewahren berufen ist und die er der christlichen Gemeinschaft weitergeben soll.


Der Lehrstuhl (die Kathedra) aus Marmor, auf dem Petrus sitzt, wurde nach 1800 angefertigt.

Wenn der Bischof die Teilkirche, die ihm anvertraut worden ist, mit der Mitra und dem Bischofsstab in Besitz nimmt, nimmt er auf seiner Kathedra Platz. Von diesem Sitz aus leitet er als Lehrer und Hirte den Weg der Gläubigen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

(Papst Benedikt XVI. am 22.2.2006 am Fest Kathedra Petri)

Vollständige Ansprache der Generalaudienz

Bronzestatue des hl. Petrus im Mittelschiff des Petersdoms, vermutlich zu Beginn des 6. Jahrhunderts geschaffen.