Freitag, 2. Januar 2026

Gregor von Nazianz - unsterblich durch Gottes Gnade

 

Gregor von Nazianz, Nikolauskirche in Prag

Ich bin ein Wesen von doppelter Natur,
aus Erde gebildet und doch zum Himmel berufen.

Ich trage den Leib, der mich nach unten zieht,
und den Geist, der nach oben strebt.

Staub bin ich durch meine Geburt,
göttlicher Hauch durch die Gnade.

Ich weiß nicht recht, was ich bin:
sterblich durch mich selbst,
unsterblich durch Gottes Gnade.

Zwischen Vergänglichem und Ewigem stehend,
schwanke ich,
bis Gott mich ganz zu sich zieht.

(Gregor von Nazianz - de humana natura)

Nikolauskirche, Prag


Donnerstag, 1. Januar 2026

Mutter Gottes

 

Maria mit Kind, Marienkirche, Krakau

Das Dogma der göttlichen Mutterschaft

Die Erklärung der Wahrheit des Glaubens, die Maria als Mutter Gottes festlegt, geht auf das Konzil von Ephesus im Jahr 431 zurück, das, indem es die doppelte menschliche und göttliche Natur Christi bekräftigte, auch festlegte, dass Maria Mutter Christi und damit Mutter Gottes ist. Zur Zeit des Konzils war jedoch, angesichts des historischen Kontextes der vielen Häresien, die sich gerade um die Natur Christi drehten, wahrscheinlich mehr Interesse daran, ein christologisches Dogma zu definieren als ein marianisches. Daraus lässt sich folgern, dass alle Wahrheiten zu Ehren Marias weder autonom noch unabhängig sind, sondern vollständig von Christus abhängen: seinem Sohn. Schließlich ist Marias Mutterschaft ein Geschenk, eine Gnade, die Gott ihr gewährt, indem er sie „voll der Gnade“ macht.

Die Ursprünge des Festes

„Das Fest der Heiligen Maria“ begann im 6. Jahrhundert in Rom gefeiert zu werden, wahrscheinlich gleichzeitig mit der ersten Widmung einer Kirche der Jungfrau: Santa Maria Antiqua im Forum Romanum. Es wurde am 1. Januar gefeiert, als achter Tag nach Weihnachten, bis zum Jahr 931, als Papst Pius XI. im Zuge des fünften Jahrestages des Konzils von Ephesus das Gedächtnis auf den 11. Oktober verlegte, genau an den Tag, an dem das Konzil stattfand. Mit der liturgischen Reform von 1969 wurde das Fest wieder am 1. Januar gefeiert. Im Ambrosianischen Ritus wird der Gedenktag am letzten Sonntag im Advent gefeiert; in den syrischen und byzantinischen Riten wird er am 26. Dezember begangen; im koptischen Ritus hingegen am 16. Januar. Seit 1967 wird schließlich, auf Wunsch von Papst Paul VI., an diesem Festtag und im Namen Marias auch der Weltfriedenstag gefeiert, als höchstes Geschenk Gottes an den Menschen, nämlich das Heil.

vaticannews 

Namensgebung und Beschneidung

 

Beschneidung des Herrn

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2

In jener Zeit
16 eilten die Hirten nach Betlehem
und fanden Maria und Josef
und das Kind, das in der Krippe lag.
17 Als sie es sahen,
erzählten sie von dem Wort,
das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
18 Und alle, die es hörten,
staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.
19 Maria aber
bewahrte alle diese Worte
und erwog sie in ihrem Herzen.
20 Die Hirten kehrten zurück,
rühmten Gott
und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten,
so wie es ihnen gesagt worden war.
21 Als acht Tage vorüber waren
und das Kind beschnitten werden sollte,
gab man ihm den Namen Jesus,
den der Engel genannt hatte,
bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.
(Evangelium vom Hochfest der Gottesmutter Maria)


Hochaltar der Jesuitenkirche der Beschneidung unseres Herrn, Valletta, Malta


Der Evangelienabschnitt endet mit einer kurzen Erwähnung der Beschneidung Jesu. Nach dem mosaischen Gesetz mußte ein Knabe am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten werden, und in diesem Moment wurde ihm der Name gegeben.
Gott selber hatte durch seinen Boten zu Maria – und auch zu Joseph – gesagt, daß der Name für den Knaben » Jesus « sei (vgl. Mt 1,21; Lk 1,31); und so geschah es. Jener Name, den Gott schon bestimmt hatte, noch bevor der Knabe empfangen wurde, wird ihm jetzt im Moment der Beschneidung offiziell gegeben.
Und das kennzeichnet ein für allemal auch die Identität Marias: Sie ist » die Mutter Jesu «, das heißt die Mutter des Retters, des Christus, des Herrn. Jesus ist nicht ein Mensch wie jeder andere, sondern er ist das Wort Gottes, eine der göttlichen Personen, der Sohn Gottes: Darum hat die Kirche Maria den Titel Theotokos, » Mutter Gottes « verliehen.
(Benedikt XVI., 1.1.2013)

Schrift über dem Jesuskind:
Vor dem Namen Jesu soll sich jedes Knie beugen

Dienstag, 30. Dezember 2025

Zwei Botschaften der Gottesmutter zu Weihnachten (Medjugorje)

 

Erscheinung des Herrn und Geburt Jesu, Glasfenster in St. Jakobus, Medjugorje

25.12.2025 Jahresbotschaft der Mutter Gottes an Seher Jakov Colo

„Liebe Kinder!
Heute, an diesem Tag der Gnade, lade ich euch auf besondere Weise zur vollkommenen Hingabe an Jesus ein.
Meine lieben Kinder, übergebt Ihm all eure Wunden und Schmerzen, eure Vergangenheit und Zukunft und lasst Jesus über eure Leben herrschen.
Meine Kinder, nur durch die vollkommene Hingabe übergibt sich Jesus ganz in euer Leben und das ist das größte Geschenk, das ihr empfangen könnt.
Betet, dass ihr begreift, wie kostbar ihr für Jesus seid und wie sehr Er euch liebt.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

25.12.2025 Monatsbotschaft

„Liebe Kinder!
Auch heute, da Gott mir erlaubt hat den kleinen Jesus, den König des Friedens, in meinen Armen zu euch zu tragen, möge Er euch mit der Glut der Liebe und des Friedens erfüllen, damit jedes Herz Seinem Herzen ähnlich werde.
Seid in dieser Zeit der Gnade kühne und mutige Verteidiger der Liebe eures Gottes, damit Er euch in dieser Gnadenzeit Seinen Frieden schenke.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“




Kirche des hl. Jakob in Medjugorje

Papst Felix I.

 

Papst Felix, I., Mosaik in St. Paul vor den Mauern, Rom

 

Felix I., Papst. Felix war von Geburt Römer, er wurde am 5. Jänner 268 zum Papst gewählt. In einem Brief an den Bischof Maximus von Alexandrien sprach sich Felix gegen die Lehre des Paulus von Samosata aus und setzte ihn ab. Felix starb am 30. Dezember 274 und wurde in der Kalixtus-Katakombe begraben. 
(Martyrologium Sancrucense)

Montag, 29. Dezember 2025

Reliquien vom hl. Thomas Becket

 

Reliquien des Märtyrererzbischofs von Canterbury, Thomas Becket, Patron des Pfarrklerus
in der Heraldik werden "Choughs" (eine Art Krähe) als "Beckits" bezeichnet.
Drei rotschnabelfarbene Krähen sind im Wappen von Thomas Becket als Wortspiel mit seinem Namen dargestellt.


Erzbischof, Märtyrer
Namensdeutung: der Zwilling (hebr.)
Namenstage: Thomas, Tom, Tommy, Foma, Tomek, Tammes, Tomislav, weibl.: Tamsin, Tommie, Tomasa, Tommasina, Tòmag
Gedenktag: 29. Dezember

Lebensdaten: geboren am 21. Dezember 1118 in London, gestorben am 29. Dezember 1170 in Canterbury

Lebensgeschichte und Bedeutung: Thomas gehörte der normannischen Oberschicht an und wurde nach Studien in ganz Europa Archidiakon des Erzbischofs von Canterbury. König Heinrich II. berief ihn 1155 zum Lordkanzler; dieses Amt versah Thomas sehr erfolgreich und ganz im Sinne des Königs, auch gegen den Erzbischof von Canterbury.

Als Heinrich II. dann Thomas selber als Erzbischof von Canterbury und Primas von England einsetzte, um noch größeren Einfluss auf die Kirchenpolitik zu nehmen, änderten sich Thomas’ Loyalitätsverhältnisse grundlegend. Er gab sein Kanzleramt zurück, legte seine luxuriösen Lebensgewohnheiten ab, führte das asketische Mönchsleben eines Benediktiners und wehrte die Übergriffe der englischen Krone auf kirchliches Recht und Eigentum ab.

Als der Streit zwischen Erzbischof und König immer mehr eskalierte, musste Thomas Becket aufs Festland flüchten. Von dort aus belegte er den König und die ihm ergebenen englischen Bischöfe mit dem Kirchenbann.

Durch sein unversöhnliches Vorgehen mehr und mehr isoliert – auch Papst Alexander III. ließ ihn fallen –, nahm Thomas schließlich ein Friedensangebot des Königs an und kehrte nach Canterbury zurück, wo er am 29. Dezember 1170 von Gefolgsleuten Heinrichs II. auf den Altarstufen der Kathedrale ermordet wurde.

Verehrung: Ein Jahr nach der Heiligsprechung des Jahres 1173 pilgerte König Heinrich II. zum Grab des bereits hochverehrten Märtyrers und ließ sich zur Buße auspeitschen. Die Wallfahrt zu Thomas’ Grab in Canterbury wurde zu einer der größten von ganz Europa. 1538, nach der Ermordung seines Lordkanzlers Thomas Morus, ließ König Heinrich VIII. den kostbaren Schrein zerstören und die Gebeine zerstreuen. Reliquien des Heiligen befinden sich im Braunschweiger Dom.



St Thomas of Canterbury RC Church


Sonntag, 28. Dezember 2025

Lehre uns das Leben zu lieben

 

Ermordung der unschuldigen Kinder, Dom von San Gimignano

Herr Jesus Christus,
Du bist das Leben.
Du hast den Tod am Kreuz besiegt,
bist auferstanden und hast das Leben neu geschaffen.
Unser Leben.
Wir bitten dich:
Lehre uns, das Leben zu lieben.
Jedes Leben - die Kinder, die Erwachsenen,
die Alten und die Kinder im Schoß ihrer Mütter.

Beschütze uns alle und segne uns,
damit wir stets das Leben wählen.
Amen.

priesterfuerdasleben.org 

Da stand Josef auf...

 

Flucht nach Ägypten im Dom von San Gimignano

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

13 Als die Sterndeuter wieder gegangen waren,
siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn
und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter
und flieh nach Ägypten;
dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage;
denn Herodes wird das Kind suchen,
um es zu töten.
14 Da stand Josef auf
und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter
nach Ägypten.
15 Dort blieb er bis zum Tod des Herodes.
Denn es sollte sich erfüllen,
was der Herr durch den Propheten gesagt hat:
Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
19 Als Herodes gestorben war,
siehe, da erschien dem Josef in Ägypten
ein Engel des Herrn im Traum
20 und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter
und zieh in das Land Israel;
denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben,
sind tot.
21 Da stand er auf
und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.
22 Als er aber hörte,
dass in Judäa Archeláus anstelle seines Vaters Herodes regierte,
fürchtete er sich, dorthin zu gehen.Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte,
zog er in das Gebiet von Galiläa
23 und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder.
Denn es sollte sich erfüllen,
was durch die Propheten gesagt worden ist:
Er wird Nazoräer genannt werden.


Samstag, 27. Dezember 2025

Und ein großes Zeichen ward am Himmel sichtbar

Der Apostel Johannes, nach der Überlieferung Verfasser des vierten Evangeliums und dreier Briefe, war ein Bruder Jakobus’ des Älteren und stammte aus Betsaida, wo sein Vater Zebedäus die Fischerei betrieb. Johannes war kaum jener sanfte Jüngling, den uns die christliche Kunst gemalt hat; er hatte wie sein Bruder ein heftiges Temperament, Jesus nannte die beiden „Donnersöhne“. Johannes war zuerst Jünger des Täufers gewesen, dann folgte er Jesus. Das besondere Vertrauen, das Jesus zu ihm hatte, zeigte sich darin, dass er ihm sterbend seine Mutter anvertraute (Joh 19, 26–27).

Johannes sieht und verfasst die Offenbarung, Kathedrale von Lublin, Hochaltarauszug

Und ein großes Zeichen - eine Erscheinung von sinnbildlicher Bedeutung: (vgl. z. B. Gen 9,12f) - ward am Himmel sichtbar: ein Weib, von der Sonne bekleidet, - eine Frauengestalt, die Himmelsbraut, als Sinnbild für das geistige Israel ist dem Sprachgebrauch des Alten und Neuen Testamentes geläufig; der Sonnenglanz deutet auf die übernatürliche Schönheit; vgl. Ps 103,2: "vom Licht bekleidet" - der Mond zu ihren Füßen, - dem Strahlenden ist das Milde beigegeben; so heißt auch die Braut im Hohenlied (6,10) "schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne" - auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen - zwölf Sterne als Sinnbild für die zwölf Stämme des idealen Israel sah Joseph in seinem Traum (Gen 37,9); sie begegnen auch im spätjüdischen "Testament der zwölf Patriarchen" (Nepht. 5, ist das Testament Naphtali).
(Otto Karrer, die Geheime Offenbarung, 79) 

Kathedrale von Lublin

Freitag, 26. Dezember 2025

Sie stellten falsche Zeugen auf

Unter den sieben Diakonen der Gemeinde von Jerusalem (Apg 6, 5) ragte Stephanus heraus als ein Mann voll Heiligen Geistes. Seine Auseinandersetzung mit den Führern des hellenistischen Judentums endete damit, dass Stephanus vor den Hohen Rat geschleppt und zum Tod verurteilt wurde. Stephanus ist das Urbild des christlichen Märtyrers; er hat Jesus als den gekreuzigten und in die Herrlichkeit Gottes erhobenen Messias verkündet; er hat „den Menschensohn zur Rechten Gottes stehend“ geschaut und für ihn Zeugnis abgelegt durch sein Wort und mit seinem Blut.

Das Tor des Himmels öffnete sich für Stephanus.
Er zog als Erster der Blutzeugen ein
und empfing die Krone der Herrlichkeit.


Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Verhör des hl. Stephanus vor dem Hohen Rat, Saint Etienne, Kathedrale von Chalons en Champagne


8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. 9 Da standen einige auf von der Synagoge der Libertiner[1] und der Kyrenäer und der Alexandriner und einige von denen aus Kilikien und der Provinz Asia und stritten mit Stephanus. 10 Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete.
11 Da stifteten sie einige Männer an, die sprachen: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und gegen Gott. 12 Und sie brachten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, traten herzu und ergriffen ihn und führten ihn vor den Hohen Rat 13 und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz. 14 Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Ordnungen ändern, die uns Mose gegeben hat. 15 Und alle, die im Hohen Rat saßen, blickten auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. (Apg 6, Lutherbibel)

Fenster des hl. Stephanus in Saint Etienne, Chalons en Champagne

Dienstag, 23. Dezember 2025

Du Immanuel

 

Basilika des hl. Ägidius in Bardejob
 

Du Immánuel, unser König und Lehrer:
Komm, eile und schaffe uns Hilfe, du unser Herr und Gott!