Donnerstag, 18. Januar 2024

Die Kirche der hl. Prisca

 

Kirche der hl. Prisca in Rom


Priska, frühchristliche Märtyrin in Rom. Die hl. Priska war nach dem legendären Leidensbericht des 8. Jahrhunderts ein junges Mädchen, das unter Kaiser Claudius im 1. Jahrhundert um des Glaubens willen enthauptet wurde. Möglicherweise verbirgt sich hinter dem Rankwerk der Legende eine geschichtlich nicht mehr fassbare Märtyrin des 3. Jahrhunderts. Priska wird dargestellt als jugendliche Märtyrin mit Palme mit zwei Adlern. Die Kirche der hl. Priska befindet sich auf dem Aventin in unmittelbarer Nähe des heutigen Generalatshauses der Zisterzienser.
(Martyologium Sancrucense)


Heilige und Engel mit den Leidenswerkzeugen

Martyrium der hl. Prisca


Taufe der hl. Prisca durch den hl. Petrus,
17. Jh., Domenico Cresti, genannt, Il Passignano





Sonntag, 7. Januar 2024

Du bist mein geliebter Sohn

 

Taufe des Herrn, Fassade des Doms von Orvieto


Liebe Brüder und Schwestern!

Am heutigen Sonntag, der auf das Hochfest Epiphanie folgt, feiern wir die Taufe des Herrn. Dies war das erste Geschehnis in seinem öffentlichen Leben, von dem alle vier Evangelien berichten. Als Jesus das Alter von etwa dreißig Jahren erreicht hatte, verließ er Nazaret, begab sich an den Fluß Jordan und ließ sich neben vielen anderen Menschen von Johannes taufen. Der Evangelist Markus schreibt: »Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden« (Mk 1,10–11). In diesen Worten »Du bist mein geliebter Sohn« wird offenbar, was das ewige Leben ist: es ist die kindhafte Beziehung zu Gott, wie Jesus sie gelebt und uns offenbart und geschenkt hat.

Heute morgen habe ich traditionsgemäß in der Sixtinischen Kapelle 13 Neugeborenen das Sakrament der Taufe gespendet. Die Eltern, die Paten und Patinnen fragt der Zelebrant üblicherweise: »Was erbitten Sie von der Kirche Gottes für ihr Kind?«; auf ihre Antwort: »Die Taufe« erwidert er: »Und was schenkt uns die Taufe?« Sie antworten: »Das ewige Leben«. Das ist die wunderbare Wirklichkeit: Die menschliche Person wird durch die Taufe in die einmalige und einzigartige Beziehung Jesu mit dem Vater hineingenommen, so daß sich die Worte, die vom Himmel über den eingeborenen Sohn erklingen, für jeden Mann und jede Frau bewahrheiten, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neu geboren werden: Du bist mein geliebter Sohn.

Liebe Freunde, wie groß ist doch das Geschenk der Taufe! Wenn wir uns dessen ganz bewußt wären, würde unser Leben zu einem unaufhörlichen »Danke« werden. Welch große Freude ist es für die christlichen Eltern, die aus ihrer Liebe ein neues Geschöpf hervorgehen sahen, es zum Taufstein zu bringen und zu sehen, wie es im Schoß der Kirche zu einem Leben in Ewigkeit neu geboren wird! Geschenk, Freude, aber auch Verantwortung! Die Eltern müssen nämlich die Kinder zusammen mit den Paten gemäß dem Evangelium erziehen.

Benedikt XVI, 11.1.2009, Angelus, Taufe des Herrn

Dom von Orvieto

Samstag, 6. Januar 2024

Wie zeigt sich Gottes Macht?

 

Erscheinung des Herrn, Marienkirche, Krakau

 

Für jene Männer war es logisch, den neuen König im königlichen Palast zu suchen, wo sich die weisen Hofberater befanden. Aber sie mußten feststellen, wohl zu ihrem Erstaunen, daß das neugeborene Kind sich nicht an den Orten der Macht und der Kultur befand, auch wenn sie an jenen Orten wertvolle Informationen über dieses Kind bekamen. Sie merkten vielmehr, daß die Macht, auch die des Wissens, manchmal den Weg zur Begegnung mit jenem Kind versperrt.

Dann führte der Stern sie nach Betlehem, in eine kleine Stadt; er führte sie unter die Armen, die Demütigen, um den König der Welt zu finden. Gottes Maßstäbe sind anders als die der Menschen; Gott zeigt sich nicht in der Macht dieser Welt, sondern in der Demut seiner Liebe, jener Liebe, die unsere Freiheit bittet, aufgenommen zu werden, um uns zu verwandeln und uns fähig zu machen, zu ihm zu gelangen, der die Liebe ist.

Aber auch für uns liegen die Dinge nicht viel anders als für die Sterndeuter. Wenn man uns nach unserer Meinung fragte, wie Gott die Welt hätte retten sollen, dann würden wir vielleicht antworten, daß er seine ganze Macht hätte aufbieten sollen, um der Welt ein gerechteres Wirtschaftssystem zu geben, in dem jeder das haben kann, was er will. In Wirklichkeit wäre das eine Art von Gewalt gegenüber dem Menschen, weil es ihn grundlegender Elemente berauben würde, die ihn kennzeichnen. Weder unsere Freiheit noch unsere Liebe würden nämlich auf den Plan gerufen. Gottes Macht zeigt sich in ganz anderer Weise: in Betlehem, wo wir der scheinbaren Machtlosigkeit seiner Liebe begegnen. Dorthin müssen wir gehen, und dort ist es, wo wir Gottes Stern wiederfinden.

(aus der Predigt von B16, Erscheinung des Herrn, 2011)

Mittwoch, 3. Januar 2024

Der heiligste Name Jesus


V./ A.   Herr, erbarme Dich unser!
V./ A.   Christus, erbarme Dich unser!
V./ A.   Herr, erbarme Dich unser!

V./ A.   Jesus höre uns!
V./ A.   Jesus erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel,                       A.   erbarme Dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt, …
Gott Heiliger Geist, …
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, …
Jesus, Du Sohn des lebendigen Gottes, …
Jesus, Du Abglanz des Vaters, …
Jesus, Du Glanz des ewigen Lichtes, …
Jesus, Du König der Herrlichkeit, …
Jesus, Du Sonne der Gerechtigkeit, …
Jesus, Du Sohn der Jungfrau Maria, …
Du liebenswürdiger Jesus, …
Du Wunderbarer Jesus, …

Jesus, Du starker Gott, …
Jesus, Du Vater der Zukunft, …
Jesus, Du Verkünder des großen Ratschlusses, …
Du mächtigster Jesus, …
Du geduldigster Jesus, …
Du gehorsamster Jesus, …
Jesus, sanftmütig und demütig von Herzen, …
Jesus, Du Liebhaber der Keuschheit, …
Jesus, unsere Liebe, …
Jesus, Du Gott des Friedens, …
Jesus, Du Urheber des Lebens, …
Jesus, Du Vorbild der Tugenden, …
Jesus, voll Eiferer für die Seelen, …
Jesus, unser Gott, …
Jesus, unsere Zuflucht, …

Jesus, Du Vater der Armen, …
Jesus, Du Kleinod der Gläubigen, …
Jesus, Du guter Hirt, …
Jesus, Du wahres Licht, …
Jesus, Du ewige Weisheit, …
Jesus, Du unendliche Güte, …
Jesus, unser Weg und unser Leben, …
Jesus, Du Freude der Engel, …
Jesus, Du König der Patriarchen, …
Jesus, Du Meister der Apostel, …
Jesus, Du Lehrer der Evangelisten, …
Jesus, Du Stärke der Märtyrer, …
Jesus, Du Licht der Bekenner, …
Jesus, Du Reinheit der Jungfrauen, …
Jesus, Du Krone aller Heiligen, …

V.   Sei uns gnädig,              A.   verschone uns, o Jesus!
V.   Sei uns gnädig,              A.   erhöre uns, o Jesus!
V.   Von allem Übel,             A.   erlöse uns, o Jesus!

Von aller Sünde,                       A. erlöse uns, o Jesus!
Von Deinem Zorne, …
Von den Nachstellungen des Teufels, …
Vom Geiste der Unlauterkeit, …
Vom ewigen Tode, …
Von der Vernachlässigung Deiner Eingebungen, …
Durch das Geheimnis Deiner heiligen Menschwerdung, …
Durch Deine Geburt, …
Durch Deine Kindheit, …
Durch Dein göttliches Leben, …
Durch Deine Mühsale, …
Durch Deine Todesangst und Dein Leiden, …
Durch Dein Kreuz und Deine Verlassenheit, …
Durch Deine Todesnot, …
Durch Deinen Tod und Dein Begräbnis, …
Durch Deine Auferstehung, …
Durch Deine Himmelfahrt, …
Durch die Einsetzung des heiligsten Altarssakramentes, …
Durch Deine Freuden, …
Durch Deine Herrlichkeit, …

V. O Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
A. verschone uns, o Herr.

V. O Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
A. erhöre uns, o Herr.

V. O Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
A. erbarme Dich unser.

V.   Jesus,              A.   höre uns!
V.   Jesus,              A.   erhöre uns!

Lasset uns beten!

Herr Jesus Christus, Du hast gesagt: “Bittet, und ihr werdet empfangen, suchet, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.” Verleihe uns, wir bitten Dich, auf unser Flehen die Anmutung Deiner göttlichen Liebe, damit wir Dich von ganzem Herzen in Wort und Werk lieben und in Deinem Lobe nimmer ermüden. Lass uns, o Herr, Deinen heiligen Namen allezeit ebenso fürchten wie lieben, weil Du Deine Leitung niemals denen entziehst, die Du in Deiner Liebe befestigst ! Der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen

Montag, 1. Januar 2024

Maria, Gottesmutter

 

 

Maria, Gottesmutter. Am Oktavtag der Geburt Christi feiert die Kirche das Hochfest der Gottesmutterschaft Mariens. Das Konzil von Ephesus hatte im Jahre 431 feierlich den Marientitel „Theotokos – Gottesgebärerin“ bestätigt, der von Nestorius in Frage gestellt worden war.

Schon Elisabeth begrüßt Maria als „Mutter meines Herrn“. Mit dem hl. Cyrill von Alexandrien und den Vätern von Ephesus bekennt die Kirche, dass in der Person Christi Gottheit und Menschheit in unteilbarer Weise verbunden sind, sodass die Mutter Christi den ganzen Gottmenschen geboren hat.

In Maria erreicht der Mensch das Höchstmaß seiner Würde, da sie als Mensch gewürdigt wurde, dem ewigen Sohn Gottes in der Zeit als Mutter Leib und Leben zu schenken. Seit Papst Paul VI. begeht die Kirche am 1. Jänner auch den Weltfriedenstag.

Barmherziger Gott,
durch die Geburt deines Sohnes
aus der Jungfrau Maria
hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.
Lass uns (auch im neuen Jahr) immer und überall
die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren,
die uns den Urheber des Lebens geboren hat,
Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.