Dienstag, 5. Februar 2019

Agatha

Martyrium der hl. Agatha, Kremser Schmid 1779, St. Agatha, Hausleiten



Agatha stammte aus Catania in Sizilien und erlitt den Märtyrertod wahrscheinlich unter Kaiser Decius (249-251). Ihre Verehrung hat sich früh ausgebreitet. Um 500 baute Papst Symmachus eine Kirche an der Aurelischen Straße. Papst Gregor d. Gr. weihte 592 eine Kirche neu, die um 460 der Gote Ricimer, ein Arianer, gebaut hatte und die heute noch Santa Agata de‘ Goti heißt. - Am heutigen Tag wird in vielen Gegenden das Agatha-Brot gesegnet.
Allmächtiger Gott,
du hast die heilige Agatha
zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen
und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt.
Höre auf ihre Fürsprache
und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren
und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.




Hochaltarbild, Martyrium hl. Agatha, Hausleiten

Montag, 4. Februar 2019

Katharina de Ricci

Katharina de Ricci, S. Corona, Vicenza


Alexandrina de' Ricci, Tochter einer in Politik und Handel von Florenz bedeutenden Familie, wurde 1522 geboren. Ihre erste religiöse Erziehung erhielt sie bei den Benediktinerinnen von Monticelli. Schon dort be­kundete sie jene lebendige Andacht zum Leiden des Erlösers, die später eines ihrer Kennzeichen werden sollte.

Nach ihrer Rückkehr ins väterliche Haus suchte sie nach einer strengeren Form religiösen Lebens. Sie trat der Gemeinschaft der Dominikaner-Terziarinnen im Konvent von St. Vinzenz in Prato bei. Dort wurde sie 1535 mit 12 Jahren eingekleidet und erhielt den Namen Katharina. Vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt suchte sie unablässig Gottes Ehre und förderte die Erneuerung des Ordenslebens im Sinne ihres Ordensbruders Hieronymus Savonarola, den sie sehr verehrte. Viele Jahre war sie Priorin und Novizenmeisterin des Klosters und leitete die Gemeinschaft mit Klugheit und Güte.

Katharina hinterließ hervorragende Schriften des geistlichen Lebens. Vor allem ihre Briefe, die sie an Männer und Frauen ihrer Zeit schrieb, wie an Philipp Neri, Karl Borromäus und Maria Magdalena de Pazzi, sind bedeutende Zeugnisse der geistlichen Literatur im Italien des 16. Jahrhunderts. Ihre Andacht zum Leiden Christi hat sich in den Schriftversen über die Passion des Herrn niedergeschlagen, die sie als Hilfe zur Meditation zusammenstellte, und die in das Processionarium des Ordens aufgenommen wurden.

Katharina starb am 2. Februar 1590 in Prato. Papst Benedikt XIV. sprach sie am 29. Juni 1746 heilig.



Gedenktag:

Biographie:


Stand:

Kanonisation:
4. Februar - gebotener Gedenktag

  * 23. April 1522, † 2. Februar 1590

Jungfrau, Ordensfrau

Heiliggesprochen durch Papst Benedict XIV. am 29. Juni 1746






 (Dominikanisches Proprium)


ehemalige Dominikanerkirche S. Corona - Vicenza

Sonntag, 3. Februar 2019

Der Nothelfer Blasius

Statue des hl. Blasius in der Sv. Vlaho Kirche in Dubrovnik


Blasius war Bischof von Sebaste in Armenien. Nach der Legende erlitt er unter Kaiser Licinius um 316 einen grausamen Märtyrertod. Im Gefängnis soll er einem Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte, das Leben gerettet haben; deshalb wird er im Osten und Westen gegen Halsleiden angerufen (Blasius-Segen seit dem 16. Jahrhundert). Seit dem späten Mittelalter gilt er als einer der Vierzehn Nothelfer. (Erzabtei Beuron)

Herr, unser Gott,
erhöre dein Volk, das am Tag des heiligen
Bischofs und Märtyrers Blasius zu dir ruft.
Bewahre uns vor Krankheit und Schaden
in diesem zeitlichen Leben
und hilf uns in aller Not,
damit wir das ewige Heil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Blasius, der Stadtpatron Dubrovniks

Das gerettete Schwein und die Kerze (Schubertkirche, Wien)

Kirche des hl. Blasius, Dubrovnik

Samstag, 2. Februar 2019

Kann nicht oft genug wiederholt werden

Unbefleckte Empfängnis, Maria Rehkogel, Frauenberg

Maria trug das Licht auf den Armen

Simeon hält das Kind, daneben Hanna, Maria und Josef, St. Agatha, Hausleiten



Liebe Brüder und Schwestern!

Der hl. Lukas unterstreicht in seiner Erzählung von der Kindheit Jesu, daß Maria und Josef dem Gesetz des Herrn treu waren. Mit großer Frömmigkeit erfüllen sie all das, was nach der Geburt eines männlichen Erstgeborenen vorgeschrieben ist. Es handelt sich um zwei sehr alte Vorschriften: eine davon betrifft die Mutter, die andere das neugeborene Kind. Für die Frau ist vorgeschrieben, daß sie sich 40 Tage der rituellen Praktiken enthalten und danach ein zweifaches Opfer darbringen soll: ein Lamm als Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube als Sündopfer; wenn die Frau aber arm ist, dann braucht sie nur zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben zu opfern (vgl. Lev 12,1–8). Der hl. Lukas erläutert, daß Maria und Josef das Opfer der Armen darbrachten (vgl. 2,24), um zu unterstreichen, daß Jesus in einer Familie einfacher, armer, aber sehr gläubiger Menschen geboren wurde: eine Familie, die zu jenen Armen Israels zählt, die das wahre Volk Gottes bilden. Für die männliche Erstgeburt, die nach dem Gesetz des Mose Eigentum Gottes ist, war dagegen eine Auslösung vorgeschrieben, deren Preis auf fünf Schekel festgelegt war, die einem Priester an jedem beliebigen Ort gezahlt werden konnten. Dies geschah zu ewigem Gedenken der Tatsache, daß Gott in der Zeit des Exodus die Erstgeborenen der Juden verschont hatte (vgl. Ex 13,11–16).

Es ist wichtig festzustellen, daß es für diese beiden Akte – die Reinigung der Mutter und die Auslösung des Sohnes – nicht notwendig war, sich in den Tempel zu begeben. Maria und Josef dagegen wollen alles in Jerusalem erfüllen, und der hl. Lukas zeigt, wie die ganze Szene auf den Tempel zuläuft und sich damit auf Jesus ausrichtet, der den Tempel betritt. Und damit wird gerade durch die Gesetzesvorschriften das Hauptereignis ein anderes, nämlich die »Darstellung« Jesu im Tempel Gottes, die bedeutet, daß der Sohn des Höchsten dem Vater, der ihn gesandt hat (vgl. Lk 1,32.35), übergeben wird.

Diese Erzählung des Evangelisten findet eine Entsprechung im Wort des Propheten Maleachi, das wir zu Beginn der ersten Lesung gehört haben: »Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt! … Er reinigt die Söhne Levis … Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen « (3,1.3). Offensichtlich ist hier nicht von einem Kind die Rede, und dennoch findet dieses Wort seine Erfüllung in Jesus, denn dank des Glaubens seiner Eltern wurde er »sofort, plötzlich « in den Tempel gebracht; und im Akt seiner »Darbringung« oder seines persönlichen »Opfers« an Gottvater klingt wie im Abschnitt aus dem Propheten deutlich das Thema des Opfers und des Priestertums an. Das Jesuskind, das sofort im Tempel dargebracht wird, ist derselbe, der als Erwachsener den Tempel reinigen (vgl. Joh 2,13 – 22; Mk 11,15,19 parr.) und vor allem selbst zum Opfer und Hohenpriester des Neuen Bundes werden wird.

Das ist auch die Perspektive des Hebräerbriefs, aus dem in der zweiten Lesung ein Abschnitt verkündet wurde, mit dem das Thema des neuen Priestertums unterstrichen wird: eines Priestertums – des von Jesus begründeten Priestertums –, das grundlegend ist: »Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden « (Hebr 2,18). Und so stoßen wir auch auf das Thema des Leidens, das im Evangeliumsabschnitt stark hervortritt, wo Simeon sein prophetisches Wort über das Kind und die Mutter ausspricht: »Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. … Dir selbst aber, [Maria], wird ein Schwert durch die Seele dringen« (Lk 2,34–35). Das »Heil«, das Jesus seinem Volk bringt und das er selbst verkörpert, geht über das Kreuz, über den gewaltsamen Tod, den er durch das Opfer des Lebens aus Liebe besiegen und verwandeln wird. Dieses Opfer ist in der Geste der Darstellung im Tempel bereits ganz angekündigt, eine Geste, die sicherlich von den Traditionen des Alten Bundes veranlaßt ist, die aber innerlich beseelt ist von der Fülle des Glaubens und der Liebe, die der Fülle der Zeit entspricht, der Gegenwart Gottes und seines Heiligen Geistes in Jesus. Der Geist schwebt in der Tat über der gesamten Szene der Darstellung im Tempel, insbesondere über der Gestalt Simeons, aber auch Hannas. Er ist der »Paraklet«, der den »Trost Israels« bringt und die Schritte und Herzen derer bewegt, die ihn erwarten. Es ist der Geist, der die prophetischen Worte von Simeon und Hanna anregt, Worte des Segens, des Lobes an Gott, des Glaubens an seinen Gesalbten, des Dankes, weil unsere Augen endlich »sein Heil« sehen und in die Arme nehmen können (vgl. 2,30).

»Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel« (2,32): So beschreibt Simeon den Messias des Herrn am Ende seines Lobgesangs. Das Thema des Lichtes, das das erste und zweite Lied vom Gottesknecht im Deuterojesaja (vgl. Jes 42,6; 49,6) anklingen läßt, ist in dieser Liturgiefeier stark präsent. Sie hat begonnen mit einer eindrücklichen Prozession, an der die Generaloberen und Generaloberinnen der hier vertretenen Institute des geweihten Lebens mit brennenden Kerzen teilgenommen haben. Dieses für die liturgische Tradition des Festes charakteristische Zeichen ist sehr ausdrucksstark. Es verdeutlicht die Schönheit und den Wert des geweihten Lebens als Widerschein des Lichtes Christi; ein Zeichen, das auf den Einzug Marias in den Tempel verweist: die Jungfrau Maria, die Gottgeweihte par excellence, trug das Licht selbst auf den Armen, das fleischgewordene Wort, das gekommen ist, um mit der Liebe Gottes die Finsternis aus der Welt zu vertreiben.



Darstellung des Herrn, St. Agatha, Hausleiten


Mariä Lichtmess im Musee des Beaux Arts - Brüssel

Alte Gebete zur Kerzenweihe

Mariä Lichtmess in S. Maria in Trastevere - Rom (Johannes Paul II. in Redemptoris Mater) 
 
Mariä Lichtmess in Alba de Tormes (Hymnus)

Mariä Lichtmess in der Basilika Frauenkirchen (Papst Benedikt XVI. über das gottgeweihte Leben am 2.2.2006)


Freitag, 1. Februar 2019

Wie heilig werden?


Kreuztragung und der verherrlichte Christus, Chartres

Aber wie können wir Heilige, Freunde Gottes werden?
Auf diese Frage kann man zunächst in negativer Form antworten. Um heilig zu sein, muss man weder ausserordentliche Taten und Werke vollbringen noch aussergewöhnliche Charismen besitzen.
Dann folgt die Antwort in positiver Form: Man muss vor allem auf Jesus hören und ihm dann nachfolgen, ohne angesichts der Schwierigkeiten den Mut zu verlieren. "Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mit dient, wird der Vater ihn ehren" (Joh 12, 26).
Wer Jesus vertraut und ihn aufrichtig liebt, ist bereit, sich selbst zu entsagen wie das Weizenkorn, das in der Erde begraben liegt.
(Benedikt XVI., Predigt am Hochfest Allerheiligen, 1. November 2006)



Heute gedenkt die Kirche
und der hl. Brigitta von Kildare.