Sonntag, 7. August 2016
Samstag, 6. August 2016
Verklärung des Herrn
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| Verklärung des Herrn, Magdalene College Chapel, Cambridge |
In der Kirche des Ostens hat das Verklärungsfest einen ganz besonderen Raum. Es gilt nicht als Ereignis unter anderen, als ein Dogma unter Dogmen, sondern als Zusammenfassung des Ganzen: Kreuz und Auferstehung, Gegenwart und Zukunft der Schöpfung sind hier vereint.
Das Verklärungsfest ist die Gewähr dafür, daß die Herr die Schöpfung nicht zurückläßt;
daß er den Leib nicht wie ein Gewand, die Geschichte nicht wie eine Theaterrolle abstreift.
Im Schatten des Kreuzes wissen wir doch, daß die Schöpfung gerade so auf die Verklärung zugeht. -
Was wir im Deutschen mit Verklärung bezeichnen, heißt im griechischen Neuen Testament "Metamorphose" - Umgestaltung -, und damit wird etwas Wichtiges sichtbar: Verklärung ist nicht etwas sehr Fernes, das für irgendwann einmal in Aussicht gestellt ist.
Im verklärten Christus zeigt sich vielmehr, was Glaube ist: Umgestaltung, die ein ganzes Leben lang am Menschen geschieht. Biologisch gesehen ist Leben Metamorphose, immerwährende Umformung, deren Ende der Tod ist. Leben ist Sterben, ist Metamorphose zum Tod hin.
Die Geschichte von der Verklärung des Herrn sagt uns ein Neues dazu: Sterben ist Auferstehung. Glaube ist Metamorphose, in der der Mensch ins Endgültige reift und reif wird, endgültig zu sein. Deshalb nennt der Evangelist Johannes das Kreuz Verherrlichung, verschmilzt er Verklärung und Kreuz: Im letzen Freiwerden von sich selber kommt die Metamorphose des Lebens an ihr Ziel.
(Ratzinger, Mitarbeiter der Wahrheit, 241)
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| Verklärung des Herrn, Taufe des Herrn, der 12jährige Jesus im Tempel, Kapelle des Magdalene Colleges, Cambridge |
Auf dem Berg Tabor 2013
und ebendort 2016 gepostet
Laßt uns beten zu Jesus Christus, der vor den Augen seiner Jünger verklärt wurde:
Kyrie, eleison.
Auf dem Berg der Verklärung hast du den Jüngern ein Bild deiner Osterherrlichkeit gezeigt;
- gib deiner Kirche Hoffnung in der Drangsal.
Du hast Petrus, Jakobus und Johannes zu Zeugen deiner Verklärung gemacht;
- hilf den Nachfolgern der Apostel, deine Auferstehung zu verkünden.
Auf dem Berge hast du mit Moses und Elija geredet;
- lass das Volk des Alten Bundes zum vollen Licht der Erlösung gelangen.
Die Stimme aus der Wolke bezeugte dich als den geliebten Sohn des Vaters;
- gib, dass alle Menschen guten Willens dich als den Sohn Gottes erkennen.
Du wirst uns einst verwandeln in die Gestalt deines verklärten Leibes;
- nimm unsere verstorbenen Brüder und Schwestern auf in deine Herrlichkeit.
Freitag, 5. August 2016
Santa Maria Maggiore
Der Gedenktag der Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom trug früher den Namen "Maria Schnee", der an die Erzählung erinnert, dass in der größten römischen Hitze im August frischer Schnee angezeigt hat, wo die geplante Kirche zu errichten sei.
358 vom Papst Liberius errichtet, wurde sie von Papst Sixtus II. 432-440 erweitert zum Dank für das Konzil von Ephesus, bei dem die Gottesmutterschaft Mariens ausdrücklich bestätigt wurde.
"Hier, vor allem in der Krypta der Sakramentskapelle, hat Rom sein "Bethlehem", wo die mitternächtliche Weihnachtsmesse gefeiert wird.
Hier verehrt man die "Krippe", genauer die "Wiege" des Erlösers.
Hier errichtet Papst Sixtus III. nach dem glücklichen Verlauf des Konzils von Ephesus 431 den Memorialbau der Theotokos (Gottesgebärerin).
Hierher bringt man das erste Gold von Amerika und vergoldet damit die Decke der Marienbasilika.
Hier ist Hieronymus beigesetzt.
Hier residiert Martin V. nach dem Ende des Schismas.
Hier lassen sich Pius V. und Sixtus V, ihr Grab bereiten.
Hier läßt Benedikt XV. in der Not des 1. Weltkriegs seine "Friedenskönigin" aufstellen.
Hier feiert Eugenio Pacelli - später Papst Pius XII. - seine Primizmesse.
Santa Maria Maggiore hat jahrhundertelang die Würde, nach dem Lateran die zweite Kathedrale des Papstes zu sein."
(Schnitzler, Die Heiligen im Jahr des Herrn, 266)
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| Aufnahme Mariens in den Himmel, S. Maria Maggiore |
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| Krönung Mariens, S. Maria Maggiore |
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns deinem Sohne vor.
Amen.
o heilige Gottesgebärerin.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns deinem Sohne vor.
Amen.
Oswald von Northumbrien
Oswald von Northumbrien, König. Oswald, geboren um 604, war Sohn des Königs Ethelfrith von Northumbrien. Er musste wegen eines Aufstandes der Briten, bei dem sein Vater getötet wurde, flüchten. Im Kolumban-Kloster zu Hy empfing er die Taufe. 634 eroberte er sein Land zurück und bemühte sich, mit Hilfe von Mönchen aus Hy sein Land zu christianisieren. 635 wurde als Missionsmittelpunkt mit seiner Unterstützung das Kloster Lindisfarne gegründet.
Im Kampf gegen den heidnischen König Penda von Mercia fiel Oswald, noch keine 40 Jahre alt, am 5. August 642 in der Schlacht bei Matherfelth. Oswald wird dargestellt in königlichem Ornat oder als Krieger mit königlichen Insignien. Seine Verehrung wurde durch die Schottenmönche auf das Festland gebracht und ist in den Alpenländern weit verbreitet. Oswald gilt als Schnitter- und Viehpatron.
(Martyrologium Sancrucense)
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| St. Aloysius` parish, Oxford Oratory |
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| Das 1. Buntglasfenster links zeigt den hl. Cuthbert mit dem Kopf des hl. Oswald, Oxford Oratory |
Donnerstag, 4. August 2016
Im Haus des hl. Pfarrers von Ars
Im ersten Stock des Pfarrhauses befindet sich die Küche des Pfarrers von Ars. Dort bereitete er sich in seinen ersten Jahren in Ars sein Essen zu. Später ging er zum Essen in die Providence (ab 1825). Da er sehr wenig aß, benutzte er diesen Ort recht selten.
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| Schlafzimmer von Jean Marie Vianney |
Im Schlafzimmer steht das Bett, in dem der Pfarrer von Ars am 4. August 1859 gestorben ist, man sieht seine gut ausgestattete Bibliothek und die zahlreichen Heiligenbilder, die die Wand schmücken.
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| Zimmer der Catherine Lassagne, der Leiterin der Providence (Schule und Waisenhaus für junge Mädchen) |
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| Zimmer, das der Heilige bei seiner Ankunft in Ars verwendete |
Wie herrlich ist es, Gott zu erkennen, zu lieben und ihm zu dienen! Nur dies brauchen wir hier zu tun. Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit. Wir müssen nur für Gott tätig werden, unsere Werke in seine Hände legen.
Wenn wir erwachen, sollen wir sprechen: "Ich will heute für Dich, mein Gott, arbeiten! Ich werde alles, was Du mir schicken wirst, annehmen als etwas, das von Dir kommt. Ich bringe mich Dir zum Opfer dar. Doch vermag ich nichts ohne Dich, mein Gott; hilf mir deshalb!" (...)
Meine Kinder, wie traurig ist es doch: drei Viertel der Christen arbeiten nur, um ihren Leib zufriedenzustellen, der bald in der Erde vermodern wird, während sie nicht an ihre arme Seele denken, die für ewig entweder glücklich oder unglücklich sein wird. Ihnen fehlen Geist und Vernunft. Es läßt einen erschaudern.
Seht, meine Kinder, wir müssen bedenken, daß wir eine Seele haben, die wir retten müssen, und eine Ewigkeit, die uns erwartet. Die Welt, ihre Reichtümer, Vergnügungen und Ehren werden vergehen; Himmel und Hölle werden niemals vergehen. Seid deshalb wachsam!
Nicht alle Heiligen haben ihr Leben gut begonnen, aber sie haben alle gut geendet. Wir haben schlecht angefangen, laßt uns gut enden, und wir werden eines Tages im Himmel mit ihnen beisammen sein.
(Frossard, Ausgewählte Gedanken des heiligen Pfarrers von Ars, 16f)
Das Kirchlein des Pfarrers von Ars
Als Johannes Maria Vianney nach Ars kam, war die Kirche seit vielen Jahren nicht mehr erneuert worden. Es handelte sich um eine dem hl. Sixtus geweihte romanische Kirche,die im 17. Jahrhundert erneuert wurde. Der hl. Pfarrer veranlasste zahlreiche Renovierungsarbeiten während der 41 Jahre, die er in Ars verbrachte (1829 Neubau des Glockenturms, der während der französischen Revolution zerstört wurde, Hinzufügung der Seitenkapellen, Vergrößerung der Chores,...).
Der Pfarrer von Ars wollte zu Ehren der hl. Philomena, die er sehr verehrte, eine neue Kirche errichten, die die alte ersetzen sollte. Allerdings begannen die Bauarbeiten erst 1862 nach dem Tod des Pfarrers. Auf Bitten der Dorfbewohner blieb des Kirchenschiff der alten Kirche erhalten, nur der Chor wurde fertiggestellt. Am 4. August 1885 fand die Weihe der neuen Kirche statt. Der Architekt wollte alles so gestalten, dass der Blick nach oben geht und die Seele zu Gott erhebt.
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| links die Kanzel, von der der Pfarrer von Ars predigte |
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| Blick in die Ecce-Homo-Kapelle, von Vianney 1833 errichtet, wo sich die Gläubigen auf die Beichte vorbereiteten |
Um der eigenen Frömmigkeit zu genügen und auch aus der Erfahrung heraus, dass fromme Bilder die guten, schlichten Seelen tief beeinflussen und weiterbilden, mehrte Vianney in seiner Kirche die Gemälde und Statuen. Der hl. Joseph und Petrus schmückten das Heiligtum, der hl. Sixtus, Patron der Pfarre, und der hl. Blasius ragten am Eingang des Tores. Eine ruhende Philomena-Statue bildete das Gegenstück zu einem Christus im Grab, die beide in ihren entsprechenden Kapellen untergebracht waren.
In Nischen oder einfach auf Wandsockeln standen Unsere Liebe Frau von der wunderbaren Medaille, eine Muttergottes mit dem Jesuskind, der hl. Johannes der Täufer, der hl. Laurentius, der hl. Franziskus von Assisi, die hl. Katharina von Siena, der Erzengel Gabriel und ein Verkündigungsbild, ferner der Erzengel Raphael mit dem jungen Tobias.
In der Ecce-Homo-Kapelle, die von einem dornengekrönten Christus beherrscht war, ragte das Reliefbild des Heiligen Antlitzes mit den Leidenswerkzeigen. Alles in diesem Kirchlein sprach zu den Augen eines Christen.
"Zuweilen" erklärte Pfarrer Vianney, "braucht es nur eines Blickes auf ein Bild, um uns zu rühren und uns zu bekehren. Oft trifft uns ein Bild fast ebenso mächtig wie der dargestellte Gegenstand selbst."
(Trochu, Der Pfarrer von Ars, 145f)
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| neu errichteter Chor der Basilika, errichtet 1862-1878) |
Papst Pius X. zu Chanoine Converte, Pfarrer v. Ars: "Pfarrer von Ars, wenn Sie eine Kirche bauen, respektieren Sie die Kirche des Heiligen. Man darf sie nicht anrühren, sie soll bleiben, lassen Sie sie wie sie ist." (10. Jänner 1905)
Anlässlich der Seligsprechung des Pfarrers von Ars am 8. Jänner 1905 wurde zwei Seitenkapellen hinzugefügt. In der rechten Kapelle wird der Leichnam des Heiligen aufbewahrt.
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| linke Seitenkapelle mit einer Statue des hl. Pfarrers von Ars |
Wenn wir Gott liebten, sähen wir immer vor unserem geistigen Auge diesen vergoldeten Tabernakel, dieses Haus des lieben Gottes. Erblicken wir unterwegs eine Kirche, so soll ihr Anblick unser Herz höher schlagen lassen.
Hätten wir die Augen der Engel und sähen unseren Herrn Jesus Christus gegenwärtig im Tabernakel, seinen Blick auf uns gerichtet, wie würden wir ihn lieben! Wir würden nicht mehr von ihm gehen, wir wollten immer zu seinen Füßen bleiben; es wäre ein Vorgeschmack des Himmels. Alles übrige bliebe uns schal. Aber merkt ihr, wie sehr uns noch der Glaube fehlt?
(Frossard, Ausgewählte Gedanken des hl. Pfarrers von Ars, 62f)
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| In der rechten Seitenkapelle wird der unversehrt gebliebene Leichnam des Pfarrers von Ars aufbewahrt. |
Mittwoch, 3. August 2016
Dienstag, 2. August 2016
Montag, 1. August 2016
Wie der Heiland geliebt zu werden verdient wegen der Liebe, die Er uns durch Sein Leiden bezeugt hat
Der Heiland nannte diese Stunde seine Stunde, weil die Zeit seines Leidens und Sterbens die von ihm ersehnte Zeit war, wo er den Menschen den letzten Beweis seiner Liebe geben, und für sie von Schmerzen verzehrt an einem Kreuze sterben wollte.
Was könnte aber einen Gott bewegen, eine für Seine göttliche Majestät so schmachvolle Todesart, die Hinrichtung zwischen zwei Missetätern zu erwählen?
"Wer hat dies getan?" sagt der heilige Bernhard und antwortet: "Die Liebe hat es getan, die der Würde nicht eingedenk ist."
Wenn die Liebe sich offenbaren will, sieht sie nicht auf das, was der Würde der Liebenden gebührt, sondern auf das, was geeignet ist, ihre Liebe dem Geliebten kundzutun.
Deshalb konnte der heilige Franz von Paula bei dem Anblick eines Bildes des Gekreuzigten nichts als die Worte hervorbringen: "O Liebe, o Liebe, o Liebe!"
Möchten auch wir nach seinem Beispiel, wenn wir Jesus am Kreuze betrachten, mit einem von Liebe entflammten Herzen ausrufen: O Liebe, o Liebe, o Liebe!
O möchten die Menschen, wenn sie Jesus den Gekreuzigten betrachten, bei der Liebe verweilen, welche Er für jeden von ihnen trägt!
"Werden wir", sagt der heilige Franz von Sales, "bei dem Anblicke des von Liebe entflammten Herzen unseres Erlösers nicht auch von Liebe entzündet werden?" Welch ein Glück, von demselben Feuer ergriffen zu sein, von welchem unser Gott entbrannt ist! Welche Seligkeit, mit Gott durch die Bande der Liebe vereinigt zu sein!"
Der heilige Bonaventura nannte die Wunden Jesu Christi Wunden, die auch die gefühllosesten Herzen verwunden und die kältesten Seelen entzünden: "Wunden, welche harte Herzen verwunden und eiskalte Gemüter entflammen."
O wie viele Liebespfeile gehen aus diesen Wunden hervor, welche die härtesten Herzen durchbohren! Wie viele Flammen gehen aus dem von Liebe entbrannten Herzen Jesu hervor, welche die kältesten Herzen entzünden! Wie viele Bande gehen aus seiner heiligsten Seitenwunde hervor, welche auch die widerspenstigsten Herzen zu fesseln vermögen!
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| Vom hl. Alfons gemaltes Bild des Gekreuzigten, Museo St. Alfonso, Pagani |
O Jesus, Du ewiges Wort des ewigen Vaters, Du hast 33 Jahre unter Leiden und Mühseligkeiten zugebracht. Du hast Dein Blut und Dein Leben hingegeben, um die Menschen zu erlösen. Du hast nichts gespart und dich in nichts geschont, um ihre Liebe zu gewinnen und doch gibt es Menschen, die dies wissen und die Dich dennoch nicht lieben.
Und ach, auch ich gehöre zu diesen Undankbaren, aber ich erkenne jetzt, o mein Jesus, die Größe der Unbilden, die ich Dir zugefügt habe, erbarme Dich meiner. Ich bringe Dir jetzt mein undankbares Herz dar, ein undankbares, aber ein reumütiges Herz.
Ja, mein Heiland, es schmerzt mich über alles, daß ich Deine Liebe verachtet habe. Ich bereue es und liebe Dich aus dem Grunde meines Herzens.
O meine Seele, liebe einen Gott, der für dich wie ein Verbrecher gebunden, einen Gott, der für dich wie ein Sklave gegeißelt, einen Gott, der für dich wie ein eingebildeter König verspottet, einen Gott endlich, der für dich wie ein Missetäter an das Kreuz geheftet wurde und für dich den schimpflichen Tod erlitt.
Ja, mein Heiland, mein Herr, mein Gott, ich liebe Dich, ich liebe Dich.
Erinnere mich immerfort an alles, was Du für mich gelitten hast, damit ich keinen Augenblick vergesse, Dich zu lieben.
Ihr Stricke, die ihr Jesus gebunden habt, bindet mich an Jesus!
Ihr Dornen, mit welchen Jesus gekrönt wurde, verwundet mich mit der Liebe zu Jesus!
Ihr Nägel, die ihr Jesus durchbohrtet, heftet mich an das Kreuz meines Jesus, damit ich mit Jesus vereint leben und sterben möge!
O kostbares Blut meines Jesus, berausche mich mit der heiligen Liebe!
O Tod meines Jesus, mache, daß ich allen irdischen Neigungen absterbe!
O ihr durchbohrten Füße meines Herrn, ich umfasse euch, um der Hölle zu entgehen, die ich verdient habe. In der Hölle könnte ich Dich micht mehr lieben, mein Jesus; und ich will Dich lieben jetzt und allezeit und durch die ganze Ewigkeit.
O mein geliebter Heiland, rette mich, ziehe mich an Dich, und laß nicht zu, daß ich jemals wieder von Dir geschieden werde.
Du aber, o Maria, Mutter meines Herrn und Zuflucht der Sünder, stehe einem Sünder bei, der seinen Gott lieben will und sich deinem Schutz empfiehlt; komme mir zu Hilfe um der Liebe willen, die du zu deinem göttlichen Sohn trägst.
(aus: hl. Alfons Maria von Liguori, Die Liebe zu Jesus Christus, Hrsg. E. Recktenwald)
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| Glasfenster des hl. Alfons in der Basilica Pontificia di Sant´Alfonso de Liguori, Pagani |
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