Dienstag, 4. August 2015

Am Grab des hl. Pfarrers von Ars

Basilika Saint Sixte d`Ars, seit der Seligsprechung Vianneys 1905 ist er der Hauptpatron das Basilika

Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars. Johannes Maria Vianney wurde 1786 zu Dardilly bei Lyon in einer streng katholischen Bauernfamilie geboren. Im Alter von 19 Jahren begann er das Theologiestudium, um Priester zu werden, dieses fiel ihm wegen der mangelnden Schulbildung sehr schwer. 1809 wurde Vianney irrtümlich zum Militärdienst einberufen, erst 1811 konnte er sein Studium wieder aufnehmen, er wurde 1815 mit 29 Jahren zum Priester geweiht und 1818 als Seelsorger in das kleine Dorf Ars gesandt.

Hier erreichte Vianney durch seine vorbildliche Frömmigkeit, seine Aufrichtigkeit und seinen unermüdlichen Eifer, dass die Menschen zu einem wahrhaft christlichen Leben zurückfanden. Als Beichtvater, Seelenführer und Helfer in religiösen Anliegen übte der Pfarrer von Ars seit 1826 eine enorme Anziehungskraft aus, bald schon pilgerten Massen von Gläubigen und Ungläubigen nach Ars, um ihn predigen zu hören oder bei ihm zu beichten. Trotz vieler übernatürlicher Zeichen und Wunder, die ihn beständig umgaben, hatte er ebenso beständig mit inneren Versuchungen und Zweifeln an seiner Berufung zu kämpfen. Des Nachts quälten ihn satanische Kräfte, Poltergeister und Visionen. Ein ihm zur Entlastung zugeteilter Kaplan machte ihm das Leben noch schwerer. Für das Jahr 1859 zählte man 100.000 Pilger. Aus Überlastung versuchte Johannes Maria mehrmals in ein rein kontemplatives Trappistenkloster zu fliehen, aber die Gläubigen holten ihn jedes Mal zurück.

Nach einem Leben der Selbstaufopferung im priesterlichen Dienst starb der Pfarrer von Ars am 4. August 1859. Pius X. sprach ihn 1904 selig, Pius XI. 1925 heilig. Letzterer ernannte ihn auch zum Patron aller Pfarrer. Johannes Maria Vianney wird dargestellt im Priestergewand mit Chorrock und Stola. Ars ist bis heute Ziel zahlreicher Wallfahrer und mittlerweile auch Sitz eines internationalen Priesterseminars.
(Martryrologium Sancrucense)

ursprüngliche Kirche, links Predigtkanzel

rechts: Ecce Homo Kapelle (1833)

J. M. Vianney und seine Bußwerkzeuge,
Opfer für die Sünder mit unserem Herrn Jesus Christus


in der Ecce Homo Kapelle bereiteten sich die Gläubigen auf die Beichte vor, indem sie die Statue des verhöhnten
Christus betrachteten, die der Pfarrer von Ars gekauft hatte. Unter dem Altar der tote Christus



1862 begann der Bau der neuen Kirche zu Ehren der hl. Philomena.
Um die alte Kirche zu erhalten wurden Kirchenschiff und Eingangsportal nicht gebaut.
Weihe am 4.8.1885.
Blick in die Kuppel

Anfang des 20. Jh. wurden anlässlich der Seligsprechung des Pfarrers von Ars (8.1.1905) zwei Seitenkapellen angefügt,
in der rechten wird der Leichnam des Heiligen aufbewahrt.



Der Pfarrer von Ars segnet ein Kind (Paul Borel)


Seine Pfarreimitglieder belehrte der heilige Pfarrer vor allem mit dem Zeugnis seines Lebens. Durch sein Vorbild lernten die Gläubigen zu beten und für einen Besuch beim eucharistischen Jesus gern vor dem Tabernakel zu verharren. „Es ist nicht nötig, viel zu sprechen, um gut zu beten“, erklärte ihnen der Pfarrer. „Man weiß, daß Jesus dort ist, im heiligen Tabernakel: Öffnen wir ihm unser Herz, freuen wir uns über seine heilige Gegenwart. Das ist das beste Gebet.“ Und er ermunterte sie: „Kommt zur Kommunion, meine Brüder, kommt zu Jesus. Kommt, um von ihm zu leben, damit ihr mit ihm leben könnt…“ „Es stimmt, daß ihr dessen nicht würdig seid, aber ihr habt es nötig!“ 

Diese Erziehung der Gläubigen zur eucharistischen Gegenwart und zum Kommunionempfang wurde besonders wirkkräftig, wenn die Gläubigen ihn das heilige Meßopfer zelebrieren sahen. Wer ihm beiwohnte, sagte, daß „es nicht möglich war, eine Gestalt zu finden, welche die Anbetung besser ausgedrückt hätte … Er betrachtete die Hostie liebevoll“. „Alle guten Werke zusammen wiegen das Meßopfer nicht auf, denn sie sind Werke von Menschen, während die heilige Messe Werk Gottes ist“, sagte er.
Er war überzeugt, daß von der Messe der ganze Eifer eines Priesterlebens abhängt: „Die Ursache der Erschlaffung des Priesters liegt darin, daß er bei der Messe nicht aufmerksam ist! Mein Gott, wie ist ein Priester zu beklagen, der so zelebriert, als ob er etwas Gewöhnliches täte!“ Und er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, bei der Zelebration immer auch das eigene Leben aufzuopfern: „Wie gut tut ein Priester, wenn er Gott allmorgendlich sich selbst als Opfer darbringt!“

Dieses persönliche Sicheinfühlen in das Kreuzesopfer führte ihn – in einer einzigen inneren Bewegung – vom Altar zum Beichtstuhl. Die Priester dürften niemals resignieren, wenn sie ihre Beichtstühle verlassen sehen, noch sich darauf beschränken, die Abneigung der Gläubigen gegenüber diesem Sakrament festzustellen. Zur Zeit des heiligen Pfarrers war in Frankreich die Beichte weder einfacher, noch häufiger als in unseren Tagen, da der eisige Sturm der Revolution die religiöse Praxis auf lange Zeit erstickt hatte. Doch er versuchte auf alle Arten, durch Predigt und überzeugenden Ratschlag, die Mitglieder seiner Pfarrei die Bedeutung und die Schönheit der sakramentalen Buße neu entdecken zu lassen, indem er sie als eine mit der eucharistischen Gegenwart innerlich verbundene Notwendigkeit darstellte. Auf diese Weise verstand er, einen Kreislauf der Tugend in Gang zu setzen. Durch seine langen Aufenthalte in der Kirche vor dem Tabernakel erreichte er, daß die Gläubigen begannen, es ihm nachzutun; sie begaben sich dorthin, um Jesus zu besuchen, und waren zugleich sicher, den Pfarrer anzutreffen, der bereit war zum Hören und zum Vergeben. Später war es dann die wachsende Menge der Bußfertigen aus ganz Frankreich, die ihn bis zu 16 Stunden täglich im Beichtstuhl hielt. Man sagte damals, Ars sei „das große Krankenhaus der Seelen“  geworden. „Die Gnade, die er empfing [für die Bekehrung der Sünder], war so stark, daß sie ihnen nachging, ohne ihnen einen Moment der Ruhe zu lassen“, sagt der erste Biograph. Der heilige Pfarrer sah das nicht anders, wenn er sagte: „Nicht der Sünder ist es, der zu Gott zurückkehrt, um ihn um Vergebung zu bitten, sondern Gott selbst läuft dem Sünder nach und läßt ihn zu sich zurückkehren.“ „Dieser gute Heiland ist so von Liebe erfüllt, daß er uns überall sucht.“

(aus dem Schreiben von Papst Benedikt XVI. zum Beginn des Priesterjahres anlässlich des 150. Jahrestages des "dies natalis" von Johannes Maria Vianney von 16. Juni 2009)


Der Pfarrer von Ars nimmt den Männern die Beichte ab und ruft an der Tür des Beichtstuhles einen Mann zu sich (Paul Borel, 1910)

Der Leichnam des Heiligen wurde am 16.8.1859 im Kirchenschiff bestattet
und blieb dort bis 1904. Anlässlich der Seligsprechung wurde er unversehrt
aufgefunden. Zur Heiligsprechung (1925) wurde ein neuer Schrein in Auftrag
gegeben, den die Priester Frankreichs gespendet hatten.




Akt der Liebe des heiligen Pfarrers von Ars

Ich liebe dich, o mein Gott,
und mein einziges Verlangen ist es, dich zu lieben
bis zum letzten Seufzer meines Lebens.
Ich liebe dich, o unendlich liebenswürdiger Gott,
und ich möchte lieber aus Liebe zu dir sterben,
als auch nur einen Augenblick zu leben, ohne dich zu lieben.

Ich liebe dich, o mein Gott,
und ich sehne mich nach dem Himmel,
nur um das Glück zu haben,
dich vollkommen zu lieben.
Ich liebe dich, o mein Gott,
und ich fürchte mich vor der Hölle,
nur weil man dort niemals
den süßen Trost hat, dich zu lieben

O mein Gott,
wenn meine Zunge nicht in jedem Augenblick sagen kann,
dass ich dich liebe,
dann will ich, dass mein Herz es dir wiederholt,
sooft ich nur atme.
O gib mir die Gnade zu leiden, indem ich dich liebe,
und dich zu lieben, indem ich leide
und eines Tages zu sterben, indem ich dich liebe
und zu fühlen, dass ich dich liebe.

Im gleichen Maße, in dem ich mich meinem Ende nähere,
erweise mir die Gnade, meine Liebe zu vermehren
und sie zu vervollkommnen. Amen

Samstag, 1. August 2015

Am Grab des hl. Alfons Maria Liguori in Pagani


Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof und Kirchenlehrer. Der hl. Alfons Maria wurde am 27. September 1696 zu Marianella bei Neapel aus altem Adel geboren.
Der hochsensible Intellektuelle studierte zuerst Rechtswissenschaft und wurde ein gefeierter Rechtsanwalt. Doch 1726 wurde er Priester und wirkte dann besonders unter den Armen von Neapel. 1731 gründete er den beschaulichen Orden der Redemptoristinnen, 1732 die „Congregatio Sanctissimi Redemptoris“, auch Redemptoristen genannt.

Die neuen Gemeinschaften verbreiteten sich zunächst im Kirchenstaat und im Königreich Neapel. Alfons Maria selbst zog mit seinen Schülern als gesuchter Volksmissionar, Prediger und Beichtvater durch Italien. 1762 wurde er Bischof von Sant’Agata dei Goti und bemühte sich hier mit Erfolg um die religiöse Erneuerung von Klerus und Volk. 1775 verzichtete er auf sein Bistum und zog sich in das Kloster Pagani bei Neapel zurück. Gegenüber der rigorosen Prädestinationslehre des Jansenismus vertrat er die barmherzige Erlöserliebe Gottes und lehrte die Gleichgestaltung des menschlichen Willens mit dem Liebeswillen Gottes. In diesem Geiste erstrebte er die Schulung der Beichtväter, Seelenführer und Prediger, damit sie den durch die Hartherzigkeit des Jansenismus abgeschreckten Menschen neuen Mut zu einem Streben nach Vollkommenheit geben konnten.

Alfons Maria starb am 1. August 1787 zu Pagani. Sein Leib ruht in der dortigen Kirche des Redemptoristenklosters. Er wird im Priestergewand mit Kreuz und Rosenkranz oder Marienbild dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Nach der Durchführung einer Volksmission gründete Alfons 1743 das Kloster der Redemptoristen in Pagani. Nach seinen Plänen begann der Bau der Kirche 1756 und dauerte mit mehreren Unterbrechungen 47 Jahre. 1805 wurde die Kirche dem hl. Erzengel Michael geweiht. In einer Seitenkapelle des linken Querschiffes ist der Gründer der Redemptoristen beigesetzt.



Quis ut Deus (wer ist wie Gott?) erinnert an den urspr. Patron der Kirche,
den Erzengel Michael


Kapelle mit dem Grabmal des hl. Alfons in Sant´ Alfonso Maria de´ Liguori



"O Doctor optime, Ecclesiae Sanctae lumen, beate Alfonse Maria, divinae legis amator, deprecare pro nobis Filium Dei." (O herausragender Lehrer, Licht der heiligen Kirche, seliger Alfons Maria, Freund des göttlichen Gesetzes, tritt für uns ein beim Sohn Gottes - Magnifikantiphon) besagt die Inschrift im Schrein. Eine Liegefigur des Heiligen in bischöflichen Ornat ziert das Grabmal.





Gebet zu Maria um einen guten Tod vom hl. Alfons Maria von Liguori (Quelle)

O Maria, wie werde ich den letzten Kampf bestehen?
Ich zittere, und Angst und Schrecken ergreifen mich, wenn ich meine Sünden betrachte und an den entscheidenden Augenblick denke, wo ich aus diesem Leben scheiden muß, um vor den Richterstuhl Gottes zu treten.
O meine Mutter, auf dem kostbaren Blute Jesu Christi und auf deiner Fürbitte beruhen alle meine Hoffnungen. O Trösterin der Betrübten, verlasse mich alsdann nicht; komm mir zu Hilfe und tröste mich in dieser großen Bedrängnis; wenn du mir nicht beistehst, so bin ich verloren. Ach, meine Königin, erbitte mir, bevor noch meine Laufbahn zu Ende geht, einen großen Schmerz über meine Sünden, eine wahre Besserung und eine standhafte Treue gegen Gott in den übrigen Tagen meines Lebens. Und wenn ich endlich an dem letzten Ziele angelangt bin, dann, o Maria, meine Hoffnung, komm mir zu Hilfe in dieser großen Angst und Not, und stärke mich, damit ich nicht verzweifle beim Anblick meiner Sünden, die mir der böse Feind vorhalten wird. Erbitte mir dann die Gnade, dich oftmals anzurufen, damit ich mit deinem und dem Namen deines göttlichen Sohnes im Munde meinen Geist aufgebe.
Ja, meine Königin, verzeihe mir meine Kühnheit, ich wage es, dich zu bitten, daß du selbst, bevor ich verscheide, kommen mögest, mich durch deine Gegenwart zu trösten. Es ist wahr, ich bin ein großer Sünder, ich verdiene diese Gnade nicht; aber ich bin dennoch dein Diener, der dich liebt und ein großes Vertrauen in dich setzt.
O Maria, ich erwarte dich, laß mich nicht ungetröstet. Bin ich aber einer so großen Gnade nicht würdig, so komm mir wenigstens vom Himmel herab zu Hilfe, damit ich aus diesem Leben scheide in der Liebe zu Gott und zu dir, um im Himmel meinen Gott und dich zu lieben durch alle Ewigkeit. Amen.




Bild des Heiligen im Museo S. Alfonso (Museo Alfonsiano)



Gott, du Hirt deines Volkes, du schenkst der Kirche zu allen Zeiten Menschen,
die durch ihren Glauben und ihre Liebe ein Vorbild sind.
Gib, dass uns gleich dem heiligen Alfons das Heil der Menschen am Herzen liegt,
und schenke uns im Himmel den Lohn, den er schon empfangen hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Samstag, 4. Juli 2015

Am Grab des sel. Pier Giorgio Frassati in Turin


Pier Giorgio, Jugendführer in Turin. Der selige Pier Giorgio Frassati wurde am 6. April 1901, einem Karsamstag, in Turin geboren. Sein Vater war Politiker und Eigentümer der Tageszeitung La Stampa. Der Vater war ein liberaler Freidenker und Agnostiker, die Mutter Malerin und nur formell religiös, sodass Pier Giorgio ohne Glauben aufwuchs. Im Gymnasium geriet er unter den Einfluss des Jesuiten Pietro Lombardi und schrieb sich schon als 12-Jähriger in die Bewegung des Eucharistischen Kreuzzuges ein. Da er in Latein durchfiel, musste er die Schule wechseln, schaffte es dann aber noch mit 17 Jahren, die Matura abzulegen. Zu dieser Zeit trat er der Marianischen Kongregation bei. Er wandte sich nun dem Studium der Betriebstechnik und des Maschinenbaus in Turin zu. Zu dieser Zeit
war er bereits Jugendführer. Pier entschied sich bewusst, als Laie Christus und der Kirche zu dienen. Mit apostolischer Gesinnung warb er für den täglichen Messbesuch und für die hl. Kommunion. 1921 verbrachte er einige Monate bei seinem Vater, der inzwischen Botschafter Italiens in Berlin geworden war, und lernte den Priester Karl Sonnenschein kennen. Pier Giorgio begleitete Sonnenschein bei seinen apostolischen Einsätzen in die Armenvierteln.
Nach Turin zurückgekehrt setzte er sein Bergbaustudium fort, kämpfte innerhalb der jungen Volkspartei für ein soziales Christentum und geriet in das Schussfeld des aufkeimenden Faschismuses. Pier Giorgio war ein begeisterter Sportler; er betete täglich den Rosenkranz und das Marianische Brevier. Kurz vor seiner Promotion zum Bergbauingenieur beendete eine Bauchfellentzündung am 4. Juli 1925 binnen weniger Tage sein kurzes und doch so erfülltes Leben. Sein Begräbnis in Turin wurde zu einem Triumphzug. Tausende Menschen, denen er geholfen hatte, eine Unzahl von Priestern, Klerikern und Studenten begleiteten den Sarg des jugendlichen Apostels, der nur 24 Jahre auf Erden gelebt hatte.
Johannes Paul II. sprach Pier Giorgio Frassati am 20. Mai 1990 selig und ernannte ihn zum
Patron der kirchlichen Jugendarbeit.
(Martyrologium Sancrucense)

"Die folgenden Worte des Apostels Petrus sind nicht nur an die Menschen seiner Zeit, sondern an uns alle und an unsere Zeitgenossen gerichtet:"Haltet in euren Herzen Christus den Herrn heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt! (1 Petr 3,15). In unserem Jahrhundert hat Pier Giorgio Frassati, den seligzusprechen ich im Namen der Kirche die Freude habe, in seinem Leben diese Worte des hl. Petrus gewissermaßen verkörpert. Die Kraft des Geistes der Wahrheit in Einheit mit Christus hat ihn zu einem modernen Zeugen der Hoffnung gemacht, die aus dem Evangelium und aus der im Herzen des Menschen wirkende Heilsgnade erwächst. Er ist so der lebendige Zeuge und der mutige Verteidiger dieser Hoffnung im Namen der jungen Christen des 20. Jahrhunderts geworden.
(...) Das Geheimnis seines apostolischen Eifers und seiner Heiligkeit ist in dem asketischen und geistlichen Weg zu suchen, den er ging; im Gebet, in der immerwährenden, auch nächtlichen eucharistischen Anbetung; in seinem Durst nach dem Wort Gottes, das er in den Bibeltexten erforschte, in der gelassenen Annahme des Lebens- und auch der Familienschwierigkeiten; in der mit lauterer Selbstdisziplin und kompromißlos gelebten Keuschheit, in der täglichen Vorliebe für die Stille und das normale Leben.
(...) Gewiß bietet der Lebensstil von Pier Giorgio Frassati, eines jungen, lebensvollen Menschen, beim oberflächlichen Hinschauen nichts außergewöhnliches. Aber ebendies ist die Einmaligkeit seiner Tugend, die zum Nachdenken anregt und zur Nachfolge anspornt.
In ihm verschmelzen harmonisch der Glaube und das tägliche Geschehen so sehr, daß die Verbundenheit mit dem Evangelium sich in liebender Sorge für die Armen und Bedürftigen immer mehr umsetzt bis zu den letzten Tagen der Krankheit, die zu seinem Tod führen sollte. Der Sinn für das Schöne und die Kunst, die Leidenschaft für den Sport und die Berge, das Augenmerk für die Probleme der Gesellschaft hindern ihn nicht an der ständigen Beziehung zum Absoluten.
Ganz eingetaucht in das Geheimnis Gottes und ganz dem ständigen Dienst am Nächsten hingegeben: so kann man sein Erdenleben zusammenfassen.
(aus der Predigt von Johannes Paul II. zur Seligsprechung am 20. Mai 1990)


Grabstätte von Pier Giorgio Frassati im Turiner Dom

Seliger Peter Georg Frassati,
nimm dich der Jugend an
und führe sie zu Christus.