Montag, 14. Dezember 2015

Am Grab des sel. Berthold von Regensburg

Dom St. Peter, Regensburg


Bertold von Regensburg, Minorit und Volksprediger. Bertold wurde um 1210 in Regensburg geboren, er trat 1226 in den Minoritenorden ein. Nach der Ausbildung in Magdeburg entwickelte er sich zum größten deutschen Volksprediger des Mittelalters. Mit dem Mystiker David von Augsburg und mit dem hl. Albert dem Großen finden wir Bertold auf Predigtreisen.
Bertold predigte in Süddeutschland, Österreich, Schlesien, Böhmen, Mähren, in der Schweiz und in Frankreich, wo er in Paris mit König Ludwig dem Heiligen zusammenkam.
Wegen der Anschaulichkeit seines Ausdrucks und der Lebendigkeit seines Vortrags strömten ungeheure Menschenmengen zusammen. Der große Volksprediger starb am 13. oder 14. Dezember 1272 in Regensburg. Sein Grab befindet sich heute im Dom von Regensburg.

Reliquien des sel. Berthold von Regensburg in der Krypta




Seine Predigten, die auf uns gekommen sind, zeichnen sich aus durch Einfalt und Lebendigkeit und Kraft. In ihnen findet man keine Kunst, wie bei eigentlichen Rednern. Überall die einfachsten Gedanken, die von jedem verstanden werden und wie Prophetenwort ins Herz eindringen. Die nächstliegenden Bilder aus der Natur, die den Redner und die Zuhörer umgibt, werden zur Versinnlichung er ewigen Wahrheiten und zur Begründung der göttlichen Anforderungen mit bewunderungswürdiger Weisheit gebraucht. Die Hauptsache ist der Geist des Predigers selbst, der unmittelbar auf die Zuhörer einwirkt. Darum erfuhren nicht bloß Deutsche, in deren Sprache Berthold predigte, sondern auch Böhmen und Ungarn die Kraft seiner Rede und wurden erweckt zur Buße, obgleich sie die Sprache des Predigers nicht verstanden.
Gerade in diesen nicht deutschen Ländern offenbarte sich die Wirksamkeit dieses gottseligen Mannes selbst nach seinem Tode noch am herrlichsten. Unzählige wurden aus ihrem Sündenschlaf aufgerüttelt und im Innersten ihrer Seele erschüttert. Verjährte Feindschaften wurden nach seinen Predigten aufgehoben, fremdes Gut zurück gegeben und begangenes Unrecht wieder gut gemacht.

Als Bruder Berthold einst gegen das Laster der Unrecht predigte, wurde ein schuldbewußtes Weib von einem so mächtigen Reueschmerz ergriffen, daß sie augenblicklich hin sank und starb. Der ernste Bußprediger, der, wie der gerechte Gott, nicht den Tod des Sünders wollte, sondern daß er sich bekehrte und lebe, kniete vor der Leiche auf die Erde nieder, forderte alle Gegenwärtigen zum Gebete für die Unglückselige auf und betete, daß Gott sich ihrer Seele erbarmen wolle. Das Weib kam wieder zum Leben, beichtete ihre verborgenen, immer verschwiegenen Sünden und gab grausenhaften Bericht über das Los der Unbußfertigen bei dem Scheiden aus diesem Leben. Dies war indessen nicht das einzige Wunder, das der Herr zur Beglaubigung der außerordentlichen Sendung seines Dieners wirkte.

Abgang zur Krypta 

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