1895
anläßlich einer Versammlung der "Opera dei Congressi Cattolici":
"Nur ein einziges Wort sage
ich, um nur eines zu empfehlen: die Tat. Wir wollen nicht große Reden halten;
das Geschwätz überlassen wir den Politikern. Uns geht es um Taten.
Die
Mitglieder der Pfarrausschüsse müssen die Mitarbeiter des Pfarrers sein, müssen
ihn in seiner priesterlichen Tätigkeit unterstützen, im Religionsunterricht, in
der Leitung der Jugendorganisationen, bei der Wiederherstellung von Frieden und
Eintracht in den Familien [...]
Wir wollen arbeiten, aber ohne zeitliche
Vorteile zu erstreben, ohne private Interessen zu verfolgen, ohne persönlichen
Ehrgeiz. Wir wollen unsere Pflichten Gott, dem Nächsten und uns selbst
gegenüber untadelig erfüllen".
Lebensdaten: geboren um 975 in Gran/Esztergom, gestorben am 15. August 1038 in Stuhlweißenburg/Székesfehérvár
Lebensgeschichte: Vajk war der Sohn des Arpadengroßfürsten Géza, mit dem gemeinsam er 996 von Adalbert von Prag
getauft wurde. Während sein Vater im Grunde Heide blieb, genoss
István/Stephan eine christliche Erziehung. Er heiratete die bayerische
Prinzessin Gisela,
eine Schwester des späteren Kaisers Heinrich II., und trat 997 die
Nachfolge seines Vaters an, wobei er sich mit Unterstützung Roms und des
Kaiserreichs sowie bayerischer Ritter gegen seine Konkurrenten
durchsetzte und die Herrschaft über das ganze Land beanspruchte. Am
Weihnachtsfest des Jahres 1000 wurde Stephan mit einer Krone, die ihm
von Papst Silvester II. gesandt worden war, zum ersten und Apostolischen
König von Ungarn gekrönt.
Stephan vollzog teils gewaltsam die Christianisierung des Landes und
band es mithilfe kirchlicher Strukturen an das Abendland. Er gründete
mithilfe deutscher, vor allem bayerischer Mönche Klöster und Kirchen,
errichtete mit zwei Erz- und acht Bistümern eine funktionierende
Hierarchie und führte sein Land in den Fortschritt, ohne alles eigene
Brauchtum aufzugeben.
Nach dem Tod seines Sohnes Imre/Emerich 1031 ließ er seinem Vetter,
der zum Heidentum neigte, die Augen ausstechen und Blei in die Ohren
gießen, um dessen Thronfolge zu verhindern, und berief stattdessen
seinen Neffen Peter Orseolo zum Nachfolger. Trotzdem haben ihn die
Ungarn als gerechten und milden Herrscher in Erinnerung behalten und in
der Basilika von Stuhlweißenburg beigesetzt.
Verehrung/Brauchtum: Stephan wurde 1083 von Papst Gregor VII.
heiliggesprochen. Sein rechter, unverwester Arm in der Kathedrale von
Buda bildet zusammen mit der „Stephanskrone“ im Parlamentsgebäude der
ungarischen Hauptstadt den Staatsschatz. In Ungarn wurde Stephan bis
1948 am 20. August mit einem Nationalfeiertag geehrt, seitdem ist dieser
Tag „Verfassungstag“.
Darstellung: als älterer König mit Krone und Schwert
Heute feiert die Kirche eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr, die der
allerseligsten Jungfrau Maria gewidmet sind: Mariä Himmelfahrt. Am Ende ihres
irdischen Lebens ist Maria mit Leib und Seele in den Himmel erhoben worden, das
heißt in die Herrlichkeit des ewigen Lebens, in die volle und vollkommene
Gemeinschaft mit Gott.
Dieses Jahr begehen wir den 60. Jahrestag, seit der ehrwürdige Diener Gottes
Papst Pius XII. am 1. November 1950 dieses Dogma feierlich verkündet hatte, und
ich möchte die Formel der Dogmatisierung vorlesen, wenngleich sie ein wenig
kompliziert ist. Der Papst sagte: »Deshalb hat es die erhabene Mutter Gottes,
mit Jesus Christus von aller Ewigkeit her durch ein und denselben Ratschluß der
Vorherbestimmung auf geheimnisvolle Weise verbunden, unbefleckt in ihrer
Empfängnis, in ihrer göttlichen Mutterschaft völlig unversehrte Jungfrau, die
edle Gefährtin des göttlichen Erlösers, der den völligen Triumph über die Sünde
und ihre Folgen davongetragen hat, schließlich als höchste Krone ihrer Vorrechte
erlangt, daß sie von der Verwesung des Grabes unversehrt bewahrt wurde und daß
sie, wie schon ihr Sohn, nach dem völligen Sieg über den Tod mit Leib und Seele
zur erhabenen Herrlichkeit des Himmels emporgehoben wurde, wo sie zur Rechten
eben dieses ihres Sohnes, des unsterblichen Königs der Zeiten, als Königin
erstrahlen sollte« (Apostolische Konstitution Munificentissimus Deus, AAS
42 [1950], 768–769).
Das also ist der Kern unseres Glaubens an die Aufnahme in den Himmel: Wir
glauben, daß Maria wie Christus, ihr Sohn, bereits über den Tod gesiegt hat und
schon in der himmlischen Herrlichkeit in der Ganzheit ihres Seins »mit Leib und
Seele« den Triumph fortträgt. In der zweiten Lesung von heute hilft uns der hl.
Paulus, etwas Licht auf dieses Geheimnis zu werfen, während er von der
zentralen Tatsache der Menschheitsgeschichte und unseres Glaubens ausgeht: das
heißt von der Tatsache der Auferstehung Christi, der der »Erste der
Entschlafenen« ist. Versenkt in sein Paschageheimnis sind wir seines Sieges über
die Sünde und den Tod teilhaftig geworden. Hierin liegen das überraschende
Geheimnis und das Schlüsselereignis der gesamten menschlichen Geschichte. Der
hl. Paulus sagt uns, daß wir alle in Adam, den ersten und alten Menschen,
»einverleibt« sind, wir alle besitzen dasselbe menschliche Erbe; zu diesem
gehören: das Leid, der Tod, die Sünde. Doch zu dieser Wirklichkeit, die wir
alle jeden Tag sehen und erleben können, kommt etwas Neues hinzu: Wir stehen
nicht nur in diesem Erbe des einzigen Menschseins, das mit Adam seinen Anfang
genommen hat, sondern wir sind auch in den neuen Menschen »einverleibt«, in den
auferstandenen Christus, und so ist das Leben der Auferstehung bereits in uns
gegenwärtig. Diese erste biologische »Einverleibung« ist also eine Einverleibung
in den Tod, eine Einverleibung, die den Tod hervorbringt. Die zweite und neue,
die uns in der Taufe geschenkt wird, ist die »Einverleibung«, die das Leben
schenkt. Ich zitiere noch einmal die zweite Lesung von heute, in welcher der
hl. Paulus sagt: »Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt
durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle
sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine
bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt,
alle, die zu ihm gehören« (1 Kor 15, 21–24).
Was der hl. Paulus von allen Menschen erklärt, sagt nun die Kirche in ihrem
unfehlbaren Lehramt von Maria, auf klare Weise und in einem genauen Sinn: Die
Gottesmutter ist derart in das Geheimnis Christi eingeschrieben, daß sie der
Auferstehung ihres Sohnes mit ihrem ganzen Sein bereits am Ende ihres irdischen
Lebens teilhaftig wird; sie lebt das, was wir am Ende der Zeiten erwarten, wenn
der »letzte Feind«, der Tod, vernichtet werden wird (vgl. 1 Kor 15,26);
sie lebt bereits das, was wir im Glaubensbekenntnis erklären: »Wir erwarten die
Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.«
So dürfen wir uns fragen: Was sind die Wurzeln dieses Sieges über den Tod,
der in Maria wunderbar vorweggenommen ist? Die Wurzeln liegen im Glauben der
Jungfrau von Nazaret, wie der Abschnitt aus dem Evangelium bezeugt, den wir
soeben gehört haben (Lk 1,39–56): ein Glaube, der Gehorsam gegenüber dem
Wort Gottes und völlige Hingabe an die Initiative und das Wirken Gottes ist,
entsprechend dem, was ihr der Erzengel verkündet. Der Glaube ist also die Größe
Mariens, wie Elisabet voller Freude ausruft: Maria ist »gesegnet unter den
Frauen«, »gesegnet ist die Frucht ihres Leibes«, da sie »die Mutter des Herrn«
ist, da sie glaubt und auf einzigartige Weise die »erste« der Seligkeiten lebt,
die Seligkeit des Glaubens. Elisabet bekennt es in ihrer Freude und in der des
Kindes, das in ihrem Leib hüpft: »Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich
erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (V. 45). Liebe Freunde, beschränken wir
uns nicht darauf, Maria in ihrer Bestimmung zur Herrlichkeit als einen Menschen
zu bewundern, der weit weg von uns ist: Nein! Wir sind dazu aufgerufen, auf das
zu blicken, was der Herr in seiner Liebe auch für uns gewollt hat, für unsere
endgültige Bestimmung: durch den Glauben mit ihm in der vollkommenen
Gemeinschaft der Liebe zu leben und so wahrhaft zu leben.
Diesbezüglich möchte ich bei einem Aspekt der dogmatischen Erklärung verweilen,
wo von der Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit die Rede ist. Wir alle sind
uns heute bewußt, daß wir uns mit dem Begriff »Himmel« nicht auf irgendeinen
Ort im Universum beziehen, auf einen Stern oder ähnliches: Nein. Wir beziehen
uns auf etwas, das viel größer und schwer mit unseren begrenzten menschlichen
Begriffen zu bestimmen ist. Mit diesem Begriff des »Himmels« wollen wir sagen,
daß uns Gott, der Gott, der uns nahe geworden ist, nicht einmal im Tod und
jenseits des Todes verläßt, sondern einen Platz für uns hat und uns die
Ewigkeit schenkt; wir wollen sagen, daß es in Gott einen Platz für uns gibt. Um
diese Wirklichkeit ein wenig besser zu verstehen, wollen wir auf unser Leben
blicken: Wir alle machen die Erfahrung, daß ein Mensch, wenn er gestorben ist,
in einer bestimmten Weise in der Erinnerung und im Herzen derer weiterlebt, die
ihn gekannt und geliebt haben. Wir könnten sagen, daß in ihnen ein Teil dieser
Person weiterlebt, doch sie ist wie ein »Schatten«, da auch dieses Weiterleben
im Herzen der Lieben dazu bestimmt ist, zu einem Ende zu kommen. Gott hingegen
vergeht nie, und wir alle existieren kraft seiner Liebe. Wir existieren, weil
er uns liebt, weil er uns gedacht und ins Leben gerufen hat. Wir existieren in
den Gedanken und in der Liebe Gottes. Wir existieren in unserer gesamten
Wirklichkeit, nicht nur als unser »Schatten«. Unsere Zuversicht, unsere
Hoffnung, unser Friede gründen gerade darin, daß in Gott, in seinem Gedanken
und in seiner Liebe, nicht nur ein »Schatten« unserer selbst überlebt, sondern
in ihm, in seiner Schöpferliebe werden wir behütet und mit unserem ganzen
Leben, mit unserem ganzen Sein in die Ewigkeit eingeführt.
Es ist seine Liebe, die über den Tod siegt und uns die Ewigkeit schenkt, und
es ist diese Liebe, die wir »Himmel« nennen: Gott ist so groß, daß er auch für
uns Platz hat. Und der Mensch Jesus, der gleichzeitig Gott ist, ist für uns die
Gewährleistung dessen, daß Mensch-Sein und Gott-Sein auf ewig miteinander
existieren und leben können. Das will heißen, daß von einem jeden von uns nicht
nur ein Teil fortbestehen wird, der uns sozusagen entrissen worden ist, während
andere Teile vergehen; es will vielmehr besagen, daß Gott den ganzen Menschen,
der wir sind, kennt und liebt. Und Gott nimmt in seine Ewigkeit das auf, was
jetzt, in unserem Leben, das aus Leiden und Liebe, aus Hoffnung, Freude und
Traurigkeit besteht, wächst und ins Sein kommt. Der ganze Mensch, sein ganzes
Leben wird von Gott genommen und empfängt – in ihm gereinigt – die Ewigkeit.
Liebe Freunde, ich denke, daß dies eine Wahrheit ist, die uns mit tiefer
Freude erfüllen muß. Das Christentum verkündet nicht nur irgendein Heil der
Seele in einem nicht weiter bestimmten Jenseits, in dem alles, was in dieser
Welt kostbar und teuer gewesen ist, ausgelöscht werden würde, sondern es
verheißt das ewige Leben, »das Leben der kommenden Welt«: Nichts von dem, was
uns kostbar und teuer ist, wird vergehen, sondern es wird Fülle in Gott finden.
Alle Haare auf unserem Kopf sind gezählt, sagte Jesus eines Tages (vgl. Mt 10,30).
Die endgültige Welt wird auch die Vollendung dieser Erde sein, wie der hl.
Paulus sagt: »Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit
befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes« (Röm 8,21).
So ist zu verstehen, wie das Christentum eine starke Hoffnung auf eine
lichtvolle Zukunft schenkt und einen Weg zur Verwirklichung dieser Zukunft
auftut. Gerade als Christen sind wir dazu berufen, diese neue Welt zu
errichten, zu arbeiten, damit sie eines Tages die »Welt Gottes« werde, eine
Welt, die über all das hinausgehen wird, was wir errichten könnten. In der in
den Himmel aufgenommenen Jungfrau Maria, die gänzlich der Auferstehung des
Sohnes teilhaftig ist, betrachten wir die Verwirklichung des menschlichen
Geschöpfes nach der »Welt Gottes«. Beten wir zum Herrn, daß er uns begreifen
lasse, wie kostbar in seinen Augen unser ganzes Leben ist; er stärke unseren
Glauben an das ewige Leben; er lasse uns Menschen der Hoffnung sein, die für
den Aufbau einer Welt wirken, die offen ist für Gott, Menschen voller Freude,
die es verstehen, die Schönheit der künftigen Welt inmitten der Mühen des
alltäglichen Lebens zu erkennen, und die in dieser Gewißheit leben, glauben und
hoffen. Amen.
König David singt und spielt vor der Bundeslade Gottes, Stift Altenburg
Die Bundeslade war ein Schrein aus Akazienholz; sie war
mit Gold überzogen und enthielt die beiden Gesetzestafeln (Ex 25; Dtn
10, 1–5). König David ließ sie nach Jerusalem bringen; Salomo stellte
sie im heiligsten Raum des Tempels auf. Sie war Symbol der Gegenwart
Gottes bei seinem Volk und zugleich Mahnung, nach dem Wort und Willen
Gottes zu leben. Bei der Zerstörung des Tempels (587 v. Chr.) ging die
Bundeslade verloren. Die Verehrung, die man ihr entgegengebracht hatte,
ging später auf den Tempel und die Stadt Jerusalem über; hier war der
Thron Gottes, der Schemel seiner Füße. Im Neuen Bund ist auf besondere
Weise Maria die Verkörperung Israels und Zions als Ort der göttlichen
Gegenwart.
Lesung aus dem ersten Buch der Chronik 15, 3–4.15–16; 16, 1–2
In jenen Tagen 15, 3 berief David ganz Israel nach Jerusalem, um die Lade des Herrn an den Ort zu bringen, den er für sie hergerichtet hatte. 4 Er ließ die Nachkommen Aarons und die Leviten kommen: 15 Die Leviten hoben die Lade Gottes mit den Tragstangen auf ihre Schultern, wie es Mose auf Befehl des Herrn angeordnet hatte. 16 Den Vorstehern der Leviten befahl David, sie sollten ihre Stammesbrüder, die Sänger, mit ihren Instrumenten, mit Harfen, Zithern und Zimbeln, aufstellen, damit sie zum Freudenjubel laut ihr Spiel ertönen ließen. 16, 1 Man trug die Lade Gottes in das Zelt, das David für sie aufgestellt hatte,
setzte sie an ihren Platz in der Mitte des Zeltes und brachte Brand- und Heilsopfer vor Gott dar. 2 Als David mit dem Darbringen der Brand- und Heilsopfer fertig war, segnete er das Volk im Namen des Herrn.
Singt und spielt dem Herrn!
Maria, du Bundeslade Gottes, bitte für uns! Hochaltarbild von Stift Altenburg, Aufnahme Mariens