Montag, 20. April 2015

Am Grab der hl. Agnes von Montepulciano


Agnes, 1268 in Gracciano bei Montepulciano (Toscana) aus der reichen Familie Segni geboren, trat im Alter von 9 Jahren in das Kloster ihrer Stadt ein. Als Fünfzehnjährige wurde sie - mit päpstlicher Dispens - Vorsteherin des Klosters von Procene bei Orvieto, an dessen Gründung sie maßgeblich beteiligt war. Unter ihrer Leitung erlangte dieses Kloster große Berühmtheit wegen seiner vorbildlichen Oberservanz.
22 Jahre später kehrte Agnes auf Bitten der Einwohner von Montepulciano zurück und gründete 1306 ein neues Kloster. Als Priorin stellte sie das Kloster unter die Regel des heiligen Augustinus. Da sie den Predigerorden und das Vorbild des hl. Dominikus kennengelernt hatte, wünschte sie einige Jahre später, daß die geistliche Leitung des Klosters voll und ganz dem Predigerorden anvertraut würde. 1311 wurde das Kloster dem Dominikanerorden rechtlich angeschlossen und von den Brüdern betreut.
Agnes verehrte das Jesuskind und die Jungfrau Maria mit großer Frömmigkeit. Gestärkt durch die Gaben des Heiligen Geistes war sie ein leuchtendes Vorbild des Gebetes und der Nächstenliebe. Dank ihrer Tugend und ihres Einflusses hielt sie ihre Mitbürger an, nach Einheit und Frieden zu streben.
Die hl. Katharina von Siena nannte sie "glorreiche Mutter" wegen ihrer Lehrer und ihrer wahren Demut.
Agnes starb am 20. April 1317. Papst Benedikt XIII. nahm sie am 10. Dezember 1726 in die Schar der heiligen Jungfrauen auf.
(Proprium des Predigerordens, 289f)


Sant´Agnese de Montepulciano, Dominikanerkirche






Wißt ihr, welcher Grundsatz sie (Agnes) zu vollendeten und wahren Tugend gelangen ließ? Folgender: Frei und aus eigenen Stücken übte sie Entsagung und wollte von den Gütern dieser Welt nichts besitzen.
Denn diese ruhmvolle Jungfrau hatte klar begriffen, daß ein Mensch, der die Güter dieser Welt besitzt, leicht überheblich wird. Er kümmert sich nicht mehr um die unscheinbare Tugend der Demut, er gerät zu einer sinnlichen Liebe seiner selbst, er hat das Gefühl der reinen Liebe nicht mehr, Eifer und Gebet läßt er fahren. Denn wenn Herz und Gefühl mit irdischen Dingen und der Liebe zu sich selbst gesättigt sind, können sie nicht mehr mit dem gekreuzigten Christus erfüllt werden und sind ebenso unfähig, wahres und trostreiches Gebet zu erfahren.
Weil die liebliche Agnes das erkannte, legte sie ihr eigenes Ich ab und zog Christus, den Gekreuzigten, an. Aber das legte sie nicht allein sich auf, sondern auch uns.
Darauf hat sich euch verpflichtet und darin müßt ihr standhaft verharren.

(Katharina von Siena, aaus einem Brief an die Priorin Christophora im Kloster des hl. Agnes von Montepulciano, Proprium des Dominikanerordens, 293))







After the saint's recovery she was consoled by a wonderful vision, in which she seemed to be admitted to contemplate the glory of her heavenly country. She was not really raised to behold that light which forms the happiness of the inhabitants of heaven, but the immense joys of that eternal kingdom were presented, as it were, by allegory to her intellect. Among the dearest objects which fixed her attention there, was the august throne of the Mother of God, who was clothed with the sun, and surrounded by ineffable beauty. A chosen choir of the brightest spirits stood round that sublime threshold, who celebrated the greatness of their Queen in most joyful songs and canticles. Heaven resounded with their voices, and except the triple sanctus to the Most Holy, there was nothing in the whole court of heaven more joyful and triumphant. After that vision Agnes frequently recited or sung a devout Latin hymn in honour of our Lady, which she said she had learnt from the angels on that occa It begins, " Vernans rosa, spes humilium propitia," which the blessed Raymond gives at length. It refers entirely to the seven joys relative to the incarnation and life of her Divine Son, which Mary most holy experienced. The sentiments are refined and expressive of devotion, but the style and the phrases are not concise, and are those of an age in which elegance of language and the dignity of the lyric metre had quite disappeared. But whoever endeavours to prove from this that it was not composed by angels, must recollect that those inspirations that saints and sion.



Agnes, Braut des Lammes, erwirke/erlange uns das Heil
 
Herr und Gott, du hast dir die heilige Agnes als Braut erwählt
und sie mit glühendem Eifer im Gebet erfüllt.
Gib, daß wir nach ihrem Vorbild unser Herz zu dir hin lenken
und dadurch an Güte und Liebe wachsen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet, Proprium des Predigerordens, 299)




Donnerstag, 16. April 2015

Nils,


Bernadette Soubirous



Bernadette Soubirous, Seherin und Ordensfrau. Bernadette Soubirous wurde am 17. Februar 1844 in ärmlichen Verhältnissen zu Lourdes in den Pyrenäen geboren. Sie hatte beginnend mit dem 11. Februar 1858 in der Grotte namens Masabielle insgesamt 18 Erscheinungen der Unbefleckt Empfangenen Gottesmutter. Hierdurch wurde Lourdes zu einem der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte. Bernadette freilich musste viele Anfeindungen und Verdächtigungen ertragen. 1866 trat sie in das Kloster der Caritas- und Schulschwestern zu Nevers ein, wo sie in demütiger Verborgenheit Kranke pflegte. Auch hier ertrug sie Unverständnis durch ihre Oberen und schwere Krankheiten mit geduldiger Ergebenheit. Die Gottesmutter hatte ihr bei der Grotte verheißen: „Ich werde dich nicht in dieser Welt glücklich machen, aber in der kommenden!“
Bernadette Soubirous starb am 16. April 1879. Ihr Leib ist unverwest und wird in Nevers in einem Glasschrein aufbewahrt. Sie wird als Bauernmädchen vor der Lourdesgrotte kniend dargestellt, den Rosenkranz in der Hand.
(Martyrologium Sancrucense)

Bernadette in der Mitte, Geburtshaus in Lourdes

links: Bernadette als Nonne, Geburtshaus in Lourdes

Sonntag, 12. April 2015

Am Grab der hl. Faustyna Kowalska (Barmherzigkeitssonntag)

Statue von Schwester Faustyna vor dem Schwesternkloster in Krakau


Es war am Abend des 22. Februars 1931. Sr. Faustine befand sich in ihrer Zelle, als sie plötzlich den Herrn erblickte. Er trug ein weißes Gewand, seine Rechte war zum Segnen erhoben, die Linke lag auf Seinem Herzen. Dort war sein Gewand leicht geöffnet, und von seinem Herzen gingen zwei Strahlen aus, ein roter und ein weißer. Faustine war von Furcht und Freude gleichzeitig durchdrungen. Da sprach der Herr zu ihr: „Male ein Bild nach dem Muster, das du hier siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich wünsche, daß dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt. Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche ihr ferner schon hier auf Erden den Sieg über die Feinde, besonders aber in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine eigene Ehre.“


Auf diesem Friedhof ruhten die sterblichen Überreste d. hl. Faustina Kowalska vom 7.10.1938 (Todestag)
bis zum 25.11.1966, wo siein die Schwesternkapelle übertragen wurden


Wenig später erklärte ihr Christus:

„Ich wünsche ein Fest der Barmherzigkeit. Der Sonntag nach Ostern soll das Fest der Barmherzigkeit sein. Ich wünsche, daß die Priester meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden. Der Sünder fürchte sich nicht, sich mir zu nahen. Es verzehren mich die Flammen der Barmherzigkeit, und ich will sie in den Seelen entzünden. Das Mißtrauen der Seele zerfleischt mein Inneres“





Jesus ich vertraue auf Dich

Friedhof der Ordensschwestern





Später erklärt der Herr die Bedeutung der beiden Strahlen:

„Die Strahlen versinnbilden das Blut und das Wasser, das aus den Tiefen meiner Barmherzigkeit hervorquoll, als mein Herz am Kreuze geöffnet wurde. Der bleiche Strahl bedeutet das Wasser, das die Seele rechtfertigt, während der rote Strahl das Blut versinnbildet, das das Leben der Seele ist. Diese Strahlen beschützen die Seele vor dem Zorn meines Vaters. Glücklich derjenige, der in ihrem Lichte lebt, weil die gerechte Hand Gottes ihn nicht erreichen wird.“

Statue des barmherzigen Jesus



Am Tag der Heiligsprechung Sr. Faustynas, am 30. April 2000, verkündete Papst Johannes Paul offiziell während der Predigt: „Von nun an wird der zweite Sonntag in der Osterzeit in der ganzen Kirche den Namen Barmherzigkeitssonntag tragen.“ Das Fest der Barmherzigkeit nimmt unter allen Andachtsformen, die Sr. Faustyna offenbart worden sind, den höchsten Rang ein. Folgende Worte lassen die Sehnsucht Sr. Faustynas erahnen: „O wie heiß ersehne ich das Fest der Barmherzigkeit Gottes, das Gott durch mich verlangt. Doch falls es Gottes Wille ist, dass es erst nach meinem Tode feierlich begangen wird, so freut es mich doch jetzt schon, und mit Erlaubnis des Beichtvaters begehe ich es jetzt schon innerlich.“ Sr. Faustyna war bereit, jedes Opfer zu bringen, damit der Kirche dieses Fest geschenkt wird.

Jesus zu Schwester Faustyna: Mir gefällt es, den Menschen durch den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit alles zu schenken, worum sie Mich bitten. Welch große Gnaden werde Ich den Seelen verleihen, die diesen Rosenkranz beten werden. Das Innerste Meiner Barmherzigkeit bewegt sich für diejenigen, die dieses Gebet beten. Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockte Sünder sein – falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit kennt.


Zelle von Sr. Faustyna Kowalska (Schwestern der Muttergottes v. d. Barmherzigkeit)


Wer kann Meine Güte ermessen? Für dich bin Ich vom Himmel auf die Erde herabgekommen; für dich habe Ich Mich an das Kreuz nageln lassen; für dich ließ Ich mit der Lanze Mein Heiligstes Herz öffnen und somit öffnete Ich für dich die Quelle der Barmherzigkeit. Komme und schöpfe mit dem Gefäß des Vertrauens Gnaden aus dieser Quelle. Mein Herz ist überfüllt von großer Barmherzigkeit für die Seelen, besonders für die armen Sünder: Könnten sie doch nur verstehen, dass Ich für sie der beste Vater bin; für sie sind aus Meinem Herzen Blut und Wasser geflossen wie aus einer Quelle, die mit Barmherzigkeit überfüllt ist. Für sie wohne Ich im Tabernakel. Eine schwache, sündige Seele soll nicht fürchten sich Mir zu nahen, auch wenn sie mehr Sünden hätte, als Sand ist auf Erden. Die größten Sünder würden zu großer Heiligkeit gelangen, wollten sie nur Meiner Barmherzigkeit vertrauen. Je größer der Sünder, desto größer sein Anrecht auf Meine Barmherzigkeit.
(alle Texte aus dem Tagebuch von Schwester Faustyna)



Berührungsreliquie und Reliquienschrein in der Klosterkapelle, Krakau-Lagiewniki



LITANEI ZUR BARMHERZIGKEIT GOTTES

Barmherzigkeit Gottes, die dem Schoße des Vaters entspringt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die größte Eigenschaft Gottes - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unbegreifliches Geheimnis - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle, die aus dem Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit entspringt
- ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die weder vom Verstand der Menschen noch der Engel ergründet wurde - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, aus der alles Leben und Glück fließt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, über den Himmeln - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle der Wunder und Geheimnisse - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die das ganze Weltall umfasst - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die zur Welt in der Person des verkörperten Wortes gekommen ist
- ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die der offenen Herzenswunde Jesu entströmte - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die im Herzen Jesu für uns und besonders aber für die Sünder enthalten ist - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unergründlich in der Einsetzung der heiligen Hostie - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, im Sakrament der heiligen Taufe - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in unserer Rechtfertigung durch Jesus Christus - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns durch unser ganzes Leben begleitet - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns besonders in der Stunde unseres Todes umfängt - - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns das unsterbliche Leben schenkt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns in jedem Augenblick unseres Lebens begleitet -  ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns vor dem Feuer der Hölle schützt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in der Umkehr hartherziger Sünder - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Engelverwunderung, unbegreiflich für die Heiligen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unergründlich in allen Geheimnissen Gottes - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns aus allem Elend aufrichtet - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle unseres Glücks und unserer Freude - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, im Berufen aus dem Nichts zum Leben - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die alle Werke Seiner Hände umfängt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die alles krönt, was ist und vorhanden sein wird - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in die wir alle versenkt sind - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, süßer Trost gequälter Herzen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, einzige Hoffnung verzweifelter Seelen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Rast der Herzen, Friede inmitten des Schreckens - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Wonne und Entzücken heiliger Seelen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die Vertrauen trotz Hoffnungslosigkeit weckt - ich vertraue auf Dich.
 
O Ewiger Gott, dessen Barmherzigkeit unergründlich ist und dessen Schatz des Erbarmens unerschöpflich ist, schau gnädig auf uns und vermehre in uns Deine Barmherzigkeit, damit wir in schweren Zeiten nicht verzweifeln und den Mut nicht verlieren, sondern uns mit großem Vertrauen Deinem heiligen Willen hingeben, der die Liebe und das Erbarmen selber ist" (Tagebuch 949).