Samstag, 19. Oktober 2013

Paul vom Kreuz



„Im vergangenen Sommer, ich weiß nicht, zu welcher Zeit, denn ich erinnere mich weder des Monats noch des Tages, da ich es nicht vermerkt habe, ich weiß allein, dass es die Zeit der Ernte war, an einem Tag der Woche empfing ich die hl. Kommunion in der Kirche der Kapuziner von Castellazzo. Ich erinnere mich, wie ich in eine ganz tiefe Sammlung versank.

Danach kehrte ich nach Hause zurück und ging über die Straße, ebenfalls im Gebet versunken. Als ich an der Straßenecke neben dem Haus anlangte, wurde ich zu Gott in einer sehr tiefen Andacht emporgezogen, wobei ich alle Dinge vergaß und eine große Sanftheit spürte.

In diesem Augenblick sah ich mich im Geiste bekleidet mit einem schwarzen Habit, das bis auf die Erde reichte, mit einem weißen Kreuz auf der Brust. Unter dem Kreuz trug ich den heiligen Namen Jesu in weißen Buchstaben. In demselben Augenblick hörte ich, wie diese wirklichen Worte an mich gerichtet wurden:
„Dies ist ein Zeichen, um deutlich zu machen, wie rein und makellos das Herz sein muss, das die Worte des sehr heiligen Namens Jesu geschrieben trägt.“ (Quelle)

Glasfenster in der Grabeskapelle des hl. Paul vom Kreuz, SS. Giovanni e Paolo, Rom

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ich such mir l a n g s a m ein Plätzchen zum Schlafen

Am Grab der hl. Margareta Maria Alacoque


Margareta Maria Alacoque, Ordensfrau und Mystikerin.
Margareta Maria wurde in Burgund am 22. Juli 1647 geboren und trat 1671 in den Orden der Heimsuchung ein. Begnadet durch mystisches Schauen des Herzens Jesu, Ruhen an seinem heiligsten Herzen und Miterleben seines Leidens, erhielt sie in Visionen zwischen 1673 und 1675 den Auftrag, die Herz-Jesu-Verehrung an jedem ersten Freitag im Monat zu verbreiten und die Einführung des Herz-Jesu-Festes zu fördern.
Margareta Maria Alacoque stand unter der klugen geistlichen Seelenführung des Jesuiten Claude de la Colombière. Die Herz-Jesu-Verehrung mit ihrer Betonung der göttlichen Barmherzigkeit wurde in der Folge sehr verbreitet, da sie gleichsam die Antwort des Himmels auf den Rigorismus der Jansenisten darstellte. Margareta Maria Alacoque starb am 16. Oktober 1690 zu Paray-le-Monial und fand auch dort ihr Grab. Dargestellt in der Tracht der Salesianerinnen, das Herz Jesu betrachtend.
(aus dem Martyrologium Sancrucense)


Heimsuchungskloster, Erscheinungskapelle, Paray le Monial


In dieser Kirche offenbarte unser Herr der hl. Margareta Maria sein Herz

 




Einmal also befand ich mich vor dem Allerheiligsten Sakrament, und es stand mir wenig Zeit zur Verfügung, denn meine Beschäftigungen ließen mir sonst nicht viel. Ich war ganz in seine göttliche Gegenwart eingehüllt, und zwar so vollständig, dass ich mich selbst und den Ort, an dem ich mich befand, vergaß, mich ganz dem göttlichen Geiste hingab und mein Herz der Kraft seiner Liebe überließ. Er ließ mich lange an seiner göttlichen Brust ruhen, wo er mir die Wunder seiner Liebe und die unerklärlichen Geheimnisse seines heiligsten Herzens enthüllte, die er immer vor mir verborgen gehalten, nun aber zum erstenmal mir eröffnete, und zwar in einer so zuverlässigen und deutlichen Art, daß er mir keine Möglichkeit ließ, daran zu zweifeln. Solche Wirkungen brachte diese Gnade in mir hervor. Und doch fürchtete ich mich immer, mich zu täuschen in bezug auf die inneren Vorgänge, von denen ich berichte. Die Sache hat sich, wie ich glaube, folgendermaßen zugetragen:

Er sagte mir: "Mein göttliches Herz ist so von heißer Liebe zu den Menschen und zu dir im besonderen erfüllt, daß es die Flammen dieser seiner glühenden Liebe nicht mehr in sich zurückhalten kann und sie durch deine Vermittlung ausbreiten muß. Es muß sich ihnen offenbaren, um sie mit seinen kostbaren Schätzen zu bereichern, die ich dir enthülle und die jene heiligenden und heilsamen Gnaden enthalten, welche notwendig sind, um sie vom Abgrund des Verderbens zurückzuziehen. Ich habe dich, den Abgrund der Unwürdigkeit und Unwissenheit, erwählt, um diesen großen Plan auszuführen, damit alles durch mich geschehe."

Dann verlangte er mein Herz. Ich flehte ihn an, es zu nehmen; er tat es und legte es in seine anbetungswürdige Brust, wo er es mir zeigte. Da lag es wie ein kleines Atom, das sich in dem glühenden Feuerofen verzehrte. Daraus zog er es als herzförmige Flamme wieder hervor, versetzte es an seinen Platz zurück und sprach: "Hier hast du, meine Vielgeliebte, ein kostbares Unterpfand meiner Liebe. Es schließt in deiner Seite einen kleinen Funken ihrer hellodernden Flamme ein und soll dir als Herz dienen und dich bis zum letzten Augenblick verzehren. Seine Glut wird nicht erlöschen und wird nur durch einen Aderlaß einige Linderung erfahren. Aber auch den will ich noch mit dem Blut meines Kreuzes bezeichnen, so daß es dir mehr Verdemütigung und Leiden als Erleichterung bringt. Ich will deshalb, daß du einfach darum bittest, damit du tuest, was dir aufgetragen ist, und den Trost erfahrest, dein Blut am Kreuz der Demütigungen zu vergießen. Zum Zeichen, daß die Gnade, die ich dir eben erwiesen und die nur die Grundlage aller anderen ist, die ich dir noch erweisen werde, nicht bloße Einbildung war, wird dir, obgleich ich die Wunde in deiner Seite wieder geschlossen, doch der Schmerz für immer bleiben; und wenn du dir bis heute nur den Namen Sklavin beigelegt, so gebe ich dir jetzt den der vielgeliebten Jüngerin meines heiligsten Herzens."

(aus: Maximilian Breig (Hrsg), Leben und Werke der heiligen Margareta Maria Alacoque, I. Selbstbiographie, 57f)
der unversehrte Leichnam von Margareta Maria Alacoque, Paray le Monial

1690 wollten die Schwestern Margareta Maria zur Ordensoberin wählen. Doch sie bat Jesus, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat darum , noch einmal 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bett legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 um 8 Uhr abends mit 43 Jahren, von denen sie 19 Jahre im Kloster der Heimsuchung verbracht hatte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht von Margareta Maria mit den Worten: "Die Heilige ist tot!" Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte nun in Scharen ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Papst Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig. Papst Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen, und sprach Margareta Maria Alacoque am 13. Mai 1920 heilig. (Quelle kathpedia)

Glassarg, Margareta Maria Alacoque, Heimsuchungskloster, Paray le Monial

Herz Jesu Statue, Heimsuchungskloster, Paray le Monial

Sonntag, 13. Oktober 2013

Die Botschaft der Mutter Gottes vom 13. Oktober 1917 und das Sonnenwunder

Erscheinungskapelle, Fatima


Die Zeit vom 13. September bis zum 13. Oktober war für die Seherkinder sehr bewegt. Sie litten viel unter den täglichen Beleidigungen der Dorfbevölkerung, deren größter Teil zwar sichtlich neugierig war, jedoch ein sehr ablehnendes bis spöttisches Verhalten an den Tag legte. Der Dorfpriester versuchte eifrig den Kindern und deren Eltern einzureden, dass sie alles zu leugnen hätten, da die Gottesmutter nicht so einfach irgend jemandem erscheine, und erst recht nicht in Fatima, und besonders auch wegen der feindseligen Einstellung der staatlichen Behörden, die das Leben der Kirche auch ohne wunderbare Erscheinungen schon zur Genüge einschränkten und erschwerten. Die Kinder mögen daher im Gehorsam und zum Wohle der Kirche derlei Dinge nicht weiterhin behaupten. Andere wiederum drohten den Kindern, nicht zuletzt der Administrator, der in Aussicht stellte, dass er im Oktober eine Bombe neben den Kindern zünden werde.

Am 13. Oktober regnete es schon frühmorgens in Strömen. Da die Eltern Lucias fürchteten, es könnte doch noch ein Schwindel aufgedeckt werden und dies der letzte Tag ihres Lebens sei, munterten sie Lucia auf, zur hl. Beichte zu gehen; sie selbst wollten, um ihr Kind zu beschützen, bei der behaupteten Erscheinung in unmittelbarer Nähe sein. Die Kinder arbeiteten sich durch den großen Schlamm, unterstützt von ihren Eltern, zur Steineiche durch. Überall suchten die Menschen den Kindern ihre Bitten mitzugeben: Betet für meinen blinden Sohn, für einen Gelähmten, für einen Kranken... Der Regen schien nicht aufhören zu wollen. Um die Mittagszeit knieten die Kinder nieder, denn sie sahen “ihren Blitz”, währenddessen das ganze Volk, es waren schätzungsweise 70.000 Personen zugegen, durchnäßt vom Regen und in tiefem Morast stehend, den Rosenkranz betet.

“Was wünschen Sie von mir?” sprach Lucia die Gottesmutter an.

“Ich möchte dir sagen, dass hier eine Kapelle zu meiner Ehre gebaut werden soll. Ich bin Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten. Der Krieg geht zu Ende, und die Soldaten werden in Kürze nach Hause zurückkehren."

Die genaue Stelle, an der die Mutter Gottes erschienen war, wird durch eine Marmorsäule angezeigt,
auf der Statue Unserer Lieben Frau steht. Erscheinungskapelle, Fatima


“Ich wollte Sie um vieles bitten: ob Sie einige Kranke heilen und einige Sünder bekehren möchten”, fragte Lucia.

“Einige ja, andere nicht. Alle aber müssen sich bessern und um die Vergebung ihrer Sünden bitten.” 
Lucia fügt hier an, dass die Gottesmutter mit traurigem Ausdruck sagte:
“Man soll den Herrn, unsern Gott, nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist.”

Die “Frau” hatte ihren Namen genannt: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Hatte sie bisher immer nur von den Kindern verlangt, täglich den Rosenkranz zu beten, so sprach sie nun alle Christen an: “Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten!” Als Bestätigung der Macht, die sie diesem Gebet zu verleihen gedenkt, sagte sie voraus, dass die Soldaten bald heimkehren werden.
Man mag sich zuweilen fragen, warum den Rosenkranz? Und es mögen auch viele plausiblen Argumente dafür sprechen, im Grunde genommen jedoch bleibt die Antwort das Geheimnis der Gottesmutter. Viel wichtiger scheint mir an dieser Stelle der Hinweis darauf zu sein, dass es die Mutter Jesu und unsere himmlische Mutter war, die diesen Wunsch äußerte und Großes durch ihn versprach. Ziemt es sich für ein wohlerzogenes Kind nicht, den Wunsch einer Mutter, auch wenn alle Hintergründe nicht erhellt sind, zu erfüllen?
Als Dank für ihre Treue öffnete die Gottesmutter vor ihrem Weggang erneut ihre Hände, und ein Strahl, stärker als die Sonne, durchflutete den Ort. Die Kinder sahen sie in gewohnter Weise am östlichen Horizont verschwinden, währenddessen die Anwesenden Augenblicke des höchsten Glücks und zugleich unaussprechlicher Schrecken, das große Sonnenwunder, erlebten.




Viele Menschen waren schlagartig gesund, Lahme erhoben sich und priesen Gott, Blinde riefen ihre Freude über das zurückgewonnene Augenlicht aus und jene, die die Erscheinungen - und mit ihnen den Glauben des Volkes - bekämpften, schlugen sich reumütig und zum Zeichen ihrer Bekehrung an die Brust. Avelino de Almeida, ein Reporter, beschreibt in “O Século” den Ablauf der Ereignisse, wie sie von den Anwesenden erlebt wurden. Das ganze Volk in der Cova sah plötzlich ein Lichtbündel wie einen Sonnenball. “Der Stern erinnerte an eine Platte aus mattem Silber. Es war möglich, ohne auch nur im geringsten geblendet zu werden, in diese ‘Scheibe’ zu schauen. Sie brannte und blendete nicht. Man möchte sagen, dass sich eine Sonnenfinsternis ereigne. Aber siehe! Es löst sich ein kolossaler Schrei, und man hört von den Zuschauern, die sich in der Nähe befanden, wie sie rufen: Ein Wunder, ein Wunder! Ein Schauspiel, ein Schauspiel! Bleich vor Schrecken, mit entblößtem Haupt, starrte alles in den blauen Himmel; der Feuerball hatte die Wolken durchbrochen und war zu sehen wie eine vibrierende Sonne. Die Sonne machte schroffe Bewegungen, wie sie bisher niemals zu beobachten waren, ganz gegen alle kosmischen Gesetze; es löste sich auch aus dem Mund einiger der typische Ausdruck: „Die Sonne tanzte.




Vom Vater Lucias sind die Worte überliefert: „Alle hatten die Augen zum Himmel erhoben, als die Sonne stillstand, und danach zu tanzen begann. Sie blieb stehen, um nochmals zu tanzen, bis sie sich ganz vom Himmel zu lösen und auf uns hernieder zu fallen schien wie ein riesiges Feuerrad. Es war ein schrecklicher Augenblick. Viele schrien: O weh, wir sterben alle! Unsere Liebe Frau, hilf uns! Es gab Leute, die laut ihre Sünden bekannten. Schließlich blieb die Sonne auf ihrem gewohnten Platz stehen.“ Das Schauspiel war bis in 40 km Entfernung zu sehen.
Erst als das Ereignis vorbei war, bemerkten die Menschen, dass ihre völlig durchnäßten Kleider plötzlich trocken waren. Die Seher selbst bemerkten kaum etwas von dem, was um sie herum geschah. Noch schauten sie der im Horizont verschwindenden Lichtflut nach, als ihnen plötzlich weitere Schauungen zuteil wurden. Lucia beschreibt das Folgende mit sehr einfachen, schlichten Worten als ein unvergeßliches, eindrückliches Erlebnis und bemerkt dazu, dass sie, um alles richtig zu beschreiben, keine passenden menschlichen Worte fände.
“Nachdem Unsere Liebe Frau in der unendlichen Ferne des Firmaments verschwunden war, sahen wir dann zur Seite der Sonne den heiligen Josef mit dem Jesuskind und Unsere Liebe Frau in Weiß gekleidet mit einem blauen Mantel. Der heilige Josef mit dem Jesuskind schien die Welt mit einer Handbewegung in Kreuzesform zu segnen. Kurz darauf verschwand die Erscheinung.”
Die Gottesmutter hatte schon in der Erscheinung vom September angedeutet, dass sie im Oktober nicht allein kommen werde. Als erstes sah Lucia den hl. Josef, der seinen Segen der Welt spendet. Dies darf als Hinweis gewertet werden, dass die Familie schwerwiegenden Belastungsproben ausgesetzt sein werde. Fatima zeigt hier einen Weg auf, wie die Familien aus der Krise kommen können: Die demütige Bescheidenheit, mit der der hl. Josef seinerzeit den Willen Gottes ohne große Nachforschungen erfüllte, ist, bei näherem Hinsehen, genau der Gegenpol jenes Familienbildes, in dem jeder nur auf seine Freiheit, seine zu erreichenden Ziele, seine Ideale pocht und vielfach Partner und Kinder auf der Strecke - von Streit, Zwietracht und Auseinandergehen - bleiben. Der hl. Josef hat unserer heutigen Welt, gerade im Hinblick auf die Familie, einiges zu sagen!
“Dann sahen wir Unseren Herrn und Unsere Liebe Frau”, so Lucia in ihrem Bericht. “Ich hatte den Eindruck, es sei Unsere Liebe Frau von den Schmerzen. Unser Herr schien die Welt in der gleichen Weise zu segnen wie der heilige Josef. Diese Erscheinung verschwand, und ich meine wohl, dass ich auch noch Unsere Liebe Frau vom Karmel gesehen habe.

(Quelle kathpedia: Fatima)

Der 13. Oktober 1917 nach den Aufzeichnungen von Schwester Lucia




Hochwürdigster Herr Bischf, wir sind beim 13. Oktober angelangt. Eure Exzellenz weiß schon alles, was sich an diesem Tag zutrug. Was sich mir von dieser Erscheinung am tiefsten ins Herz prägte, war die Bitte unserer heiligsten Himmelsmutter:

"Man soll Unseren Herrn nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist."

Welche Klage voll Liebe und welch sanfte Bitte! Wie sehr wünschte ich, daß sie durch die ganze Welt widerhallte und alle Kinder der himmlischen Mutter den Klang ihrer Stimme hören könnten! ( )

Basilika in Fatima

rechts Erscheinungskapelle, dahinter Dreifaltigkeitskirche
Am folgenden Tag gingen die Verhöre weiter, oder besser gesagt an den folgenden Tagen, denn von da an kamen fast jeden Tag viele Leute zur Cova da Iria, um den Schutz der Himmelsmutter zu erflehen, und alle wünschten die Seherkinder zu sehen, ihnen Fragen zu stellen, mit ihnen den Rosenkranz zu beten.


Manchmal fühlte ich mich so erschöpft von der ständigen Wiederholun und vom Beten, daß ich einen Vorwand suchte, mich zu entschuldigen und zu entkommen. Aber diese armen Leute drängten dermaßen, daß  ich mich bemühen mußte, sie zufriedenzustellen, und manchmal nicht wenig. Ich sprach dann mein gewohntes Gebet aus der Tiefe meines Herzens:

"Aus Liebe zu Dir, mein Gott, zur Wiedergutmachung der Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden, für die Bekehrung der Sünder und für den Heiligen Vater."

(aus: Schwester Lucia spricht über Fatima, 104f)


Freitag, 11. Oktober 2013

Angela von Foligno

Heute hat Papst Franzikus die Mystikerin Angela von Foligno  zur Ehre der Altäre erhoben. Im Oktober 2010 hat Papst Benedikt XVI. über diese große Frauengestalt des 13. Jahrhunderts gesagt:

"Liebe Brüder und Schwestern, das Leben der sel. Angela beginnt mit einem weltlichen Dasein, das recht weit von Gott entfernt ist. Aber dann weckt die Begegnung mit der Gestalt des hl. Franziskus und schließlich die Begegnung mit dem gekreuzigten Christus die Seele für die Gegenwart Gottes, denn nur mit Gott wird das Leben zu wahrem Leben, weil es im Schmerz um die Sünde zu Liebe und Freude wird. Das sagt uns die sel. Angela. Heute sind wir alle in Gefahr, so zu leben, als ob es Gott nicht gäbe: Er scheint dem heutigen Leben so fern zu sein. Aber Gott hat tausenderlei Weisen – für jeden die seine –, um sich in der Seele zu vergegenwärtigen, um zu zeigen, daß es ihn gibt und daß er mich kennt und mich liebt. Und die sel. Angela will uns auf diese Zeichen aufmerksam machen, mit denen der Herr unsere Seele berührt, sie will uns aufmerksam auf die Gegenwart Gottes machen, damit wir so den Weg mit Gott und zu Gott erlernen, in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus. Bitten wir den Herrn, uns aufmerksam zu machen auf die Zeichen seiner Gegenwart, uns zu lehren, wirklich zu leben. Danke." (vollständiger Text der Generalaudienz)

Angela von Foligno, Vision des Jesuskindes, zwei Engel reichen ihr eine Dornenkrone
und eine Rosenkrone, kleine Engel mit den Leidenswerkzeugen, S. Francesco, Foligno

"Das Gebet ist nichts anderes als eine Offenbarung Gottes und seiner selbst, ist also die vollkommene und wahre Verdemütigung. Denn die Seele befindet sich im Zustand der Demut, wenn sie Gott sieht und sich selbst; dann ist sie in tiefer Demut, die ihrerseits die Gnade Gottes in der Seele vergrößert und vertieft. Denn je mehr die göttliche Gnade die Seele in der Verdemütigung erniedrigt, um so mehr kann sie darin wachsen; und je mehr die göttliche Gnade wächst, um so tiefer kann sie in der wahren Demut gründen und ruhen.
Durch ein andauerndes gutes Gebet werden in der Seele das göttliche Licht und die Gnade vermehrt; und diese wiederum verankern die Seele immer tiefer in der wahren Demut, indem sie ohne Unterlaß das Leben des Gottmenschen Jesus Christus liest. Nichts Größeres kann ich erkennen als dies Offenbar-werden Gottes und seiner selbst. Aber das Zusammentreffen von beiden wird nur den rechtmäßigen Kindern Gottes geschenkt, die wahrhaft beten."

(aus: Angela von Foligno, Zwischen den Abgründen, 53)

S. Francesco, Foligno, links der Sarg der hl. Angela von Foligno

Grab der hl. Angela von Foligno, S. Francesco, Foligno

Freistoß

Donnerstag, 10. Oktober 2013

St. Gereon in Köln

Der hl. Gereon und seine 381 Gefährten gehörten zur Thebaischen Legion und wurden um 304 als Christen getötet. Die heutige Gereonskirche, wo der Heilige begraben ist, bildet einen zehneckigen Zentralbau (Dekagon). Die antike Kirche soll Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, über den Gebeinen der Märtyrer errichtet haben.


St. Gereon, Köln

Kölner Dom im Hintergrund, rechts St. Gereon, Köln

St. Gereon, Köln
Die neuen Fenster des Dekagons entstanden nach Entwürfen von Georg Meistermann und Wilhem Buschultes.




Westfenster: Pfingsten: Geistsendung - Himmelfahrt - Reich des Todes





 

Ostfenster vlnr: Maria - Lamm Gottes - Johannes d. Täufer

Prolog aus dem Johannesevangelium, Johannes 1

Wandmalerei aus dem 13. Jahrhundert in der Krypta, Kreuzigung, links Gereon, rechts Helena