Donnerstag, 23. Mai 2019

Vilmos Apor





Vilmos (Wilhelm) Baron Apor wurde am 29. Februar 1892 in Segesvár, Ungarn (heute Sighisoara, Rumänien) geboren. Vilmos besuchte das Jesuiten-Kollegium Kalksburg in Wien und studierte später Theologie in Innsbruck. 1915 wurde er zum Priester geweiht. Am 4. Januar 1917 wurde er Militärkaplan und wirkte in Siebenbürgen, dann an der italienischen Front, in Österreich und schließlich in Ostungarn. Anfang 1919 wurde er Pfarrer von Gyula. Bereits 1936 und 1939 stand sein Name auf der Liste der Vorschläge zur Bischofsernennung.

Am 21. Januar 1941 wurde er zum Bischof von Győr ernannt. Als Motto wählte er „Das Kreuz stärkt den Schwachen und macht den Starken bescheiden“. 1939 erließ die ungarische Regierung antijüdische Gesetze, von denen auch getaufte Juden betroffen waren. Um diese zu beschützen, wurde der Verein vom Heiligen Kreuz gegründet. Ab Mai 1942 war Apor Patron dieser Vereinigung, die er auch finanziell unterstützte. Eine leichte Besserstellung der getauften Juden konnte Bischof Apor erreichen, seine weiteren Bemühungen gegen das Tragen eines gelben Judensterns und seine massiven Proteste gegen die Deportation der Juden in die Vernichtungslager blieben dagegen wirkungslos. An 28. März 1945 erreichten die sowjetischen Truppen die Stadt Győr. Viele Verfolgte und Flüchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, hatten Zuflucht in der bischöflichen Residenz gefunden. Als sowjetische Soldaten am 30. März in den Keller des Bischofssitzes eindringen wollten, stellten sich ihnen Bischof Apor und sein Neffe, Sándor Pálffy, entgegen und wurden niedergeschossen. Am 2. April 1945, einem Ostermontag, starb Apor an den Folgen der Verletzungen. Am 4. April wurde er in der Karmeliterkirche bestattet, weil die Kathedrale von Győr teilweise zerstört war. Eine spätere Überführung in die Ladislaus-Kapelle der Kathedrale wurde von der kommunistischen Regierung zunächst verhindert und erst 1986 genehmigt. Am 9. November 1997 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 23. Mai.
(Quelle: Malteserorden)

Statue des sel. Vilmos / Wilhelm Apor vor dem Bischofssitz in Györ

Herr und Gott, Du hast dem seligen Vilmos Apor die Kraft geschenkt,
sich für die Menschen aufzuopfern, die ihm anvertraut waren:
Lass uns durch seine Fürsprache in deinem Willen standhaft bleiben
und dir unsere Arbeit zum Heil unserer Brüder und Schwestern darbringen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.

 
Kathedrale von Györ

Bartolomäus Agricola

S. Lorenzo Maggiore, Neapel


Ordenspriester
Namensdeutung: Sohn des Furchenziehers (hebr.)
Namenstage: Bartholomäus, Bartolomeo, Bart, Bartel, Bartolo, Barthélemy
Gedenktag: 23. Mai
Lebensdaten: geboren um 1560 in Amberg, gestorben am 23. Mai 1621 in Neapel

Lebensgeschichte: Bartholomäus Bauer war der musikalisch begabte Sohn eines Amberger Küfermeisters und verließ offenbar infolge konfessioneller Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Calvinisten um 1577 seine Heimatstadt.
In Rom soll ihn ein Kardinal in den katholischen Glauben eingewiesen haben, worauf Bartholomäus konvertierte und nach Amberg zurückreiste, um auch seine Familie zu bekehren – was jedoch zum völligen Zerwürfnis und seiner überstürzten Flucht zurück nach Italien führte.
Bauer, latinisiert Agricola, trat dem Franziskanerorden bei und wirkte um 1590 als Komponist und Kirchenmusiker in verschiedenen Klöstern. Nach Jahren als Novizenmeister unter anderem in Assisi wurde er in Neapel zum Priester geweiht. Dort betreute er als Seelsorger ab 1619 die Franziskaner-Tertiarinnen, die sich im „Spital der Unheilbaren“ der Krankenpflege der Ärmsten widmeten, besuchte Gefangene und wirkte in der Stadt und im Umland trotz eines offenen Fußes als Volksprediger, dessen Aufmerksamkeit gerne den Kindern galt.
Er starb 1621 im Ruf der Heiligkeit im Kloster San Lorenzo Maggiore in Neapel.

Verehrung: Ein wahrer Triumphzug gab dem beliebten Seelsorger das letzte Geleit. Das 1625 eingeleitete Seligsprechungsverfahren wurde vor kurzem von den Diözesen Regensburg und Neapel sowie den Franziskaner-Minoriten wiederaufgenommen. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Grab in San Lorenzo Maggiore wurde 1987 wieder eingerichtet und ist traditionell ein vielbesuchter Wallfahrtsort.
(Bistum Augsburg)


Grabstätte von Bartolomäus Agricola, S. Lorenzo Maggiore

S. Lorenzo Maggiore, Neapel

Mittwoch, 22. Mai 2019

Reliefs aus dem Leben der hl. Rita (1/2)

Eingangsportal in die Basilika der hl. Rita in Cascia, Italien


Die hl. Rita von Cascia wuchs in Umbrien auf und musste unfreiwillig einen gewalttätigen Mann heiraten. Nach 18 schweren Ehejahren wurde dieser ermordet, weswegen ihre beiden Söhne Rache schworen. Die hl. Rita von Cascia betete zu Gott, er solle ihre Söhne eher sterben als einen Mord begehen lassen. Sie wurde tatsächlich erhört.
Nach dem Tod ihrer Familie war es ihr Wunsch, bei den Augustiner-Eremiten einzutreten, jedoch konnte ihr Wunsch nicht erfüllt werden, da sie im Kloster von Cascia nicht zugelassen wurde. Erst nachdem sie während einer nächtlichen Vision vom hl. Johannes dem Täufer, dem hl. Augustinus und dem hl. Nikolaus von Tolentino zur Pforte des Klosters geführt wurde, nahm man sie dort auf. Ihre besondere Sorge galt den Armen, Kranken und ihren Familien.
Ihr Leben war geprägt von strenger Buße und mystischen Erfahrungen. 1432 empfing sie die Stigmatisierung durch die Dornenkrone Jesu auf ihrer Stirn, die sie 15 Jahre bis zu ihrem Tode als schmerzende, offene Wunde trug. Kurz vor ihrem Tod bat sie um eine Rose aus dem Garten, und obwohl tiefer Winter herrschte, blühte ein Rosenstrauß. Die Rose wurde zum Symbol für Leiden und Freude im Leben der hl. Rita. Noch heute werden darum am 22. Mai in Italien "Rita Rosen" geweiht. Auch am Grab der Heiligen geschahen weitere Wunder. Als man den Sarg nach zehn Jahren öffnete, fand man ihren Leib unverwest.
Ihr Gedenktag ist der 22. Mai. Rita ist Patronin der Metzger (zusammen mit Lukas und Antonius), bei Notenproblemen, in aussichtslosen Situationen, gegen Pocken
(Kathpedia)

Geburt der hl. Rita?, Santuario di Santa Rita, Cascia


Auf den Säulen des Eingangsportals der Basilika der hl. Rita sind Szenen aus dem Leben der hl. Rita dargestellt. Die Reliefs stammen von Eros Pellini. Im oberem Teil der Fassade tragen sechs Eingel ein Kreuz.


die heilige Rita lehrt ihren Kindern das Beten, Cascia

Der Mann von Rita stirbt, Cascia

Johannes der Täufer, der hl. Nikolaus von Tolentino und Augustinus erscheinen Rita in einer Vision, sie tritt ins Kloster ein

Während des Noviziats, so erzählt man sich, will die Äbtissin Ritas Demut prüfen und beauftragte sie, ein Stück trockenes Holz zu gießen; ihren Gehorsam belohnt Gott mit einem schönen Weinstock.

Allmächtiger Gott, staunend stehe ich vor dem Weinstock der Heiligen. Durch die Gehorsamsübung von Schwester Rita ist er zu neuem Leben erwacht und bringt reiche Frucht. (...) Der lebendige Weinstock lehrt mich bildhaft das Wort Deines Sohnes: "Wer in mir bleibt, bringt reiche Frucht."

In Dir mit Deinem Sohn innig verbunden, brachte der Gehorsam der demütigen Schwester reiche Frucht. Schenke auch mir diese innige Verbindung mit Dir und Deinem Sohn, damit ich in meinem Leben reiche Frucht bringen kann. Lass niemals zu, dass ich von Dir getrennt werde durch den Einfluss des Teufels, durch Stolz, Hochmut und Ungehorsam gegen Deinen göttlichen Willen.

Guter Gott, öffne mein Herz weit für Dein Wort, das Mensch geworden ist.

(Bernhard Stefan Schneider, Die heilige Rita von Cascia, 72)


Am Grab der heiligen Rita von Cascia

Sonntag, 12. Mai 2019

Ich bin der gute Hirt

Der gute Hirt, by Christopher Webb, 1939, St Alban´s Cathedral


+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 

27Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
28Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
29Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
30Ich und der Vater sind eins.

(Evangelium vom 4. Sonntag der Osterzeit, Joh 10)

St Alban´s Cathedral



Heute gedenkt die Kirche des hl. Pankratius und der sel. Imelda Lambertini, der Patronin der Erstkommunionkinder.

Freitag, 10. Mai 2019

Ich habe geredet, was ich nicht verstehe (Kapitel 42,3) - Hiob

Ijob wird von Satan versucht, oben das Gespräch Satans mit Gott,
links die Frau Ijobs mit Vorwürfen, Kathedrale von Segovia

Job, Ijob bzw. Hiob ist ein nach der Hauptperson benanntes Buch des Alten Testaments. Der Prolog erzählt, dass Satan die Glaubenstiefe des glücklichen Job anzweifelt; aber sie bewährt sich bei dem Verlust seiner Habe und seiner Kinder und bei seiner Krankheit (Aussatz oder besser Beulen), auch trotz der Aufreizung der Freunde.
Die Streitreden behandeln das Leiden des Gerechten, überhaupt die Vergeltung sowie das Übel und die Sünde in der Welt. Die Freunde sehen bei Job ein Mahnleiden für Schwachheitssünden, ja schließlich den Beweis für schwere Schuld. Job deutet es im Bewußtsein seiner Unschuld als unberechtigten göttlichen Zorn und Beweis der vielen Unzulänglichkeiten der Vorsehung. Durch Eid (Kap 27) und Lebensbeichte (Kap 29-31) bringt er die Freunde zum Schweigen.

Elihu, ein Zuhörer, geht von Gottes Unschuld aus, tadelt aber die andern Folgerungen. Aufgrund der gottverliehenen Vernunft legt er des allmächtigen Gottes Gerechtigkeit, Weisheit und Güte in den verschiedenen Arten der Leiden  und in den Wundern der Regenzeit dar. Unverdiente Leiden sollen auch vom Stolz der Seele läutern (33,16) oder vor möglicher Sünde bewahren (36,18).

Gott selbst legt an Hand des Weltgebäudes und der Tierwelt dar, wie seine Allmacht von Weisheit und Güte beseelt ist, so dass in diesem Lichte Jobs Leiden als ein Ratschluß des weisen und gütigen Gottes erscheinen.
Die Abschnitte über Nildpferd und Krokodil erläutern die Duldung des Bösen durch Gott: Job soll seine Eignung für Weltumgestaltung nur an den Großtieren erhärten, aber seine Weisheit und Kraft sind zu schwach, um des Allmächtigen Geheimnisse zu durchdringen und ihm die Wege der Vorsehung vorzuschreiben. Job erkennt demütig seine Überhebung an; er will selbst weiter leiden, da das Leid nicht Ausfluß des göttlichen Zornes, sondern der Gnade ist und ihn in der Erkenntnis Gottes gefördert hat.

Der Epilog berichtet, wie Job für seine Freunde fürbittend die göttliche Verzeihung erlangt; ihm selbst verleiht Gott der frühere Glück verdoppelt wiedern.

(Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 5, 1. Auflage, 1933)


Der Gedenktag von Hiob ist der 10. Mai.

Kathedrale von Segovia

Samstag, 4. Mai 2019

Florian

Florian, Altarbild: Tod des hl. Benedikt, Stift Altenburg


Märtyrer
Namensdeutung: der Blühende (lat.)
Namenstage: Florian, Flo, Florin, Flor, weibl.: Florence, Florentina, Flora
Gedenktag: 4. Mai
Lebensdaten: geboren bei Wien, gestorben am 4. Mai 304 in Lorch, Österreich
Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach war Florianus ein hoher römischer Beamter in Lauriacum (Lorch), der Hauptstadt der Provinz Ufernoricum. Als während der Diokletianischen Christenverfolgung 40 Gläubige ergriffen wurden, die das heidnische Opfer verweigerten, wollte sich Florian für sie verwenden und ihre Befreiung erreichen. Weil er sich dabei aber selber als Christ bekannte und ebenfalls das Opfer verweigerte, wurde er festgenommen und zu Tode gefoltert: Man schlug ihn mit Knüppeln erst halb tot, riss ihm mit Eisenhaken das Fleisch von den Schultern, brach seine Schulterblätter und warf ihn zuletzt mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns.
Als Florians Leichnam ans Flussufer gespült wurde, bewachte ihn der Legende nach ein Adler, bis ihn eine Frau namens Valeria barg und seine Bestattung veranlasste. Den Ort wies ihr eine Quelle, die wunderbarerweise entsprang, als die Zugochsen mit dem Leichenwagen vor Durst fast zusammenbrachen; sie fließt als „Floriansbrunnen“ bis heute. Auf diese Quelle geht das Feuerlöschpatronat Florians zurück, wenn nicht auf eine völlig frei erfundene Legende, er habe in seiner Jugend ein Feuer durch sein Gebet gelöscht.
Verehrung/Brauchtum: Aus der schlichten Kirche über Florians Grab entstand ein Kloster, aus dem das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian wurde. Reliquien des Heiligen und der 40 Märtyrer, für die er sich eingesetzt hatte, fanden ihren Weg bis nach Rom und Krakau. Florian, einer der 14 Nothelfer, wird besonders als Patron der Feuerwehren verehrt, die daher auch „Floriansjünger“ heißen. Im Alpenraum schmücken zahllose Floriansbrunnen den Ortskern.
Darstellung: als römischer Soldat mit Fahne, Wasserkübel, Mühlstein und brennendem Haus
Patron: von Oberösterreich, Bologna und Krakau, der Feuerwehr, der Töpfer, Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder, Bierbrauer; Helfer bei Brandwunden, gegen Feuer- und Wassergefahren, Kämpfe, Stürme, Unfruchtbarkeit der Felder und große Dürre.
(Bistum Augsburg)


Die Reliquie des hl. Florian im Stift St. Florian

Leiden, Sterben und Verherrlichung des hl. Florian in den Deckenfresken von St. Florian

Die Porta S. Floriani in der Basilika St. Laurenz in Lorch-Enns

Ausflug zur Stiftsbasilika St. Forian (Außenansicht)

Florian beim Heiligenkreuzer Kreuzweg



Stift Altenburg, Hochaltar: Aufnahme Mariens