Donnerstag, 10. Mai 2018

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt, 1529, Balliol College, Oxford


1Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat,
2bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben.
3Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.
4Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt.
5Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.
6Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?
7Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
8Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
9Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
10Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
11und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
(Apostelgeschichte 1)

 

Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.




Balliol College

Mittwoch, 9. Mai 2018

Jesaia

Jesaia, Chorgestühl der Kathedrale von Leon, Jesaia 11,1: Ein Zweig wird hervorgehen aus der Wurzels Isais



Jesaja, Sohn eines Amoz, stammt aus Jerusalem und hatte, wie einzelne Texte zeigen, Zugang zum Königshof. Er ist als Vertreter einer städtischen Oberschicht anzusehen, verheiratet war er mit einer Prophetin (8,3). Er selbst nennt sich nie Prophet, נָבִיא (nābî’). Seine Wirksamkeit reicht von etwa 740 (vgl. Jes 6,1, aber: Das Todesjahr des Königs Usija ist umstritten) bis zum Jahre 701. Sein Gedenktag ist der 9. Mai.
(Quelle)

Kathedrale von Leon

Samstag, 5. Mai 2018

Marienminne im Mai


 

Wenn wir der Muttergottes eine besondere Freude machen wollen, dann führen wir ihr neue Kinder zu. Seien wir apostolisch tätig gerade im Monat Mai, der Königin der Apostel zulieb. Das können wir machen durch recht gutes Beispiel, durch unsere Gebete, vielleicht auch durch ein gutes Wort. Achten wir darauf: Da treffen wir manche Menschen, die sind Doppelwaisen, die haben die Kirche als Mutter verloren und auch die Gottesmutter. Es wäre schön, wenn wir die der Kirche und der Muttergottes zurückführen könnten.
Wenn wir so den Monat Mai verleben, dann ist er für uns ein Gnadenmonat.
(Aus: Rupert Mayer, Mein Kreuz will ich tragen)



Wir grüßen dich, heilige Mutter,
du hast den König geboren,
der über Himmel und Erde
in alle Ewigkeit herrscht.
Aus deinem Schoß ging ein Glanz hervor,
der den ganzen Erdkreis überstrahlt
und dein Lob verkündet.
Sei gegrüßt, du Morgenröte des Heils,
du Ursache unserer Freude.
Sei gegrüßt, unsere Zuflucht.
Sei gegrüßt, unser Ruhm.
Durch dich ist unser Geschlecht
zum Himmel erhöht worden.
Bitte Gott für uns, der aus dir geboren wurde.
Lob sei ihm, der kam und aus dir aufging,
der dich zu seiner Mutter machte
und durch dich zum Kinde ward.
Gebenedeit sei der König der Könige,
der Mensch geworden ist
und das Menschengeschlecht
zur Höhe des Paradieses erhoben hat. 
Lob sei dem Vater, der ihn gesandt hat
zu unserer Erlösung,
und Preis dem Heiligen Geist,
der unsere Sünden tilgt. Amen.
(nach einem alten Mariengebet)


(Quelle: praedica)

Marienaltar in Maria Plain, Salzburg

Dienstag, 1. Mai 2018

Hl. Josef, bitte für uns

  
Hl. Josef, Salzburger Dom

Liebe Schwestern und Brüder!
1. Heute, am 1. Mai, wird der Tag der Arbeit begangen. Er steht für uns Christen unter dem Schutz des hl. Josef des Arbeiters. Dieser wichtige Feiertag wird von unterschiedlichen Inititiaven begleitet, um die Bedeutung und den Wert der Arbeit deutlich zu machen, durch die der Mensch, indem er die Natur verändert und sie seinen Bedürfnissen anpaßt, sich selbst als Mensch verwirklicht
Die Einladung, sich die Erde zu unterwerfen (vgl. Gen 1, 28), die am Anfang der Heilsgeschichte steht, findet großes Interesse und ist immer aktuell. Die Schöpfung ist das Geschenk, das Gott dem Menschen anvertraut hat, damit dieser, indem er sie sorgfältig pflegt und bewahrt, seinen Bedürfnissen abhelfen kann. Von der Arbeit kommt das »tägliche Brot«, um das wir im Vaterunser bitten.
In gewisser Weise könnte man sagen, daß der Mensch durch die Arbeit mehr Mensch wird. Deshalb ist die Arbeitsamkeit eine Tugend. Aber damit die Arbeitsamkeit dem Menschen wirklich ermöglicht, mehr Mensch zu werden, ist es notwendig, daß er immer an die soziale Ordnung der Arbeit gebunden ist. Nur unter diesen Bedingungen werden die unveräußerliche Würde der Person und der menschliche und soziale Wert der Arbeit geschützt. Wir vertrauen dem wachsamen Schutz des hl. Josef des Arbeiters all jene an, die in allen Teilen der Welt zur großen Familie der Arbeit gehören.

2. Heute beginnt der Monat, der in besonderer Weise der Gottesmutter gewidmet und in der Volksfrömmigkeit sehr beliebt ist. Indem sie eigene liturgische, katechetische und pastorale Initiativen anbieten, machen viele Pfarreien und Familien den Mai, einer festen Tradition folgend, zu einem Marienmonat. 
Möge es überall ein Monat des intensiven Betens mit Maria sein! Das ist der Wunsch, den ich jedem von euch, liebe Schwestern und Brüder, mitgebe, wobei ich noch einmal empfehle, täglich den Rosenkranz zu beten. Er ist ein einfaches, sich wiederholendes Gebet, das aber sehr nützlich ist, um in die Geheimnisse Christi und seiner und unserer Mutter einzudringen. Zugleich ist es eine Gebetsweise, von der die Kirche weiß, daß sie der Gottesmutter willkommen ist. Wir sind eingeladen, dieses Gebet auch in den schwierigen Augenblicken unseres Pilgerweges auf Erden zu Hilfe zu nehmen. 

3. Am Beginn des Marienmonats lade ich euch alle ein, mit mir für die Arbeiter zu beten, besonders für diejenigen, die sich in einer schwierigen Beschäftigungssituation befinden. (...)


Der Erste Mai wird in vielen Ländern als Tag der Arbeit begangen. Damit der Mensch sich durch seine Leistung selbst verwirklichen kann, müssen die Arbeitsbedingungen und die soziale Ordnung seiner Würde als Person entsprechen. Für uns Christen verbindet sich mit diesem Feiertag das Fest des heiligen Josefs des Arbeiters, dessen Fürsprache bei Gott wir die Sorgen und Nöte der Arbeitswelt anvertrauen. 

Der Mai ist in der Frömmigkeitstradition der Kirche der Verehrung Marias, der Mutter unseres Erlösers, gewidmet. Im Rosenkranz betrachten wir an ihrer Seite das Geheimnis des Lebens und der Liebe Jesu Christi. Dabei wollen wir heute besonders für die Arbeiter beten und Gott erneut inständig um Frieden im Heiligen Land bitten. 
(Johannes Paul II., 1. Mai 2002)