Samstag, 7. Januar 2017

Raimund von Penyafort

Hyazinth von Polen und Raymund von Penafort, St. Dominic´s Priory Church, London

Raimund von Peňafort, Ordensgeneral der Dominikaner. Raimund wurde um 1175 bei Barcelona geboren und studierte Rechtswissenschaft in Bologna. Er wurde 1220 Stiftsherr in Barcelona und verfasste 1222 die Statuten für den neuen Orden der Merzedarier. In selben Jahr trat er in den Dominikanerorden ein und entfaltete nun als Rechtsgelehrter und Schriftsteller eine bedeutende und umfangreiche Tätigkeit im Orden und an der römischen Kurie. Von 1238 bis 1240 nahm er als der dritter Ordensgeneral eine Neufassung der Konstitutionen des Dominikanerordens vor. Später betätigte er sich als unermüdlicher Prediger gegen die Mauren und rief Studienhäuser ins Leben, an denen die orientalischen Sprachen gelehrt werden sollten, um eine Grundlage für die Mission unter Moslems und Juden zu haben.
Raimund starb am 6. Jänner 1275 in Barcelona. Raimund von Peňafort wird dargestellt, wie er auf dem ausgebreiteten Mantel über das Meer fährt oder in einem Kahn sitzt, dessen Segel aus seinem Mantel gebildet wird.
(Martyrologium Sanrucense)






Von 1238 bis 1240 war Raimund von Penafort als zweiter Nachfolger des Hl. Ordensgründers Dominikus Ordensgeneral der Dominikaner. Er erarbeitete die Kodifizierung der Ordensregeln, die weitgehend bis zur Reform in der Zeit des II. Vatikanums in Kraft blieben. Nach knapp drei Jahren legte er 1242 sein Amt nieder und ging nach Barcelona, wo er zum Berater König Jakobs. I. von Aragon, genannt Eroberer (1213-1276), wurde.
In dieser Zeit spielt die sogenannte Mantel-Legende. Raimund tadelte den König wegen seines unsittlichen Lebenswandels und wollte seine Beraterdienste beenden. Beide befanden sich damals auf der Insel Mallorca. Raimund wollte aufs Festland zurückkehren, jedoch verbot der König jedem bei Androhung der Todesstrafe, Raimund dabei behilflich zu sein. So fand er kein Schiff, das ihn übersetze. Daraufhin nahm er seinen Ordensmantel und fuhr auf diesem über das Meer. Der König, beeindruckt von diesem Wunder, besserte fortan seinen Lebenswandel.
(Quelle

Barmherziger Gott, du hast dem heiligen Raimund die Kraft deiner Liebe geschenkt und ihn den Gefangenen als Helfer gesandt. Höre auf seine Fürsprache und befreie uns von der Gefangenschaft der Sünde, damit wir als wahrhaft freie Menschen das Gebot der Liebe erfüllen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Freitag, 6. Januar 2017

Gold, Weihrauch und Myrrhe

Anbetung der Weisen, Saint James Spanish Place, London

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter;
da fielen sie nieder und huldigten ihm.
Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm
Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. (Mt 2,11)

Das Gold gehört zum König, Weihrauch wird Gott zum Opfer gebracht, mit Myrrhe wird der Leib der Verstorbenen gesalbt.

Doch kann man darin noch etwas anderes sehen. Mit Gold wird die Weisheit bezeichnet, wie Salomo bezeugt: "Ein Schatz des Verlangens wert, ruht im Mund des Weisen" (Spr 21,20 VG).
Weihrauch, den man für Gott entzündet, ist Ausdruck für die Kraft des Gebetes: "Wie Weihrauch steige mein Gebet empor vor Deinem Angesicht" (Ps 141,2).
Die Myrrhe versinnbildet die Abtötung des Fleisches.
Wir bringen dem neugeborenen König Gold, wenn wir vor seinem Angesicht im Licht der Weisheit leuchten; wir bringen Weihrauch, wenn wir in unseren Gebeten Wohlgeruch vor Gott sein dürfen; wir bringen Myrrhe, wenn wir die Laster unseres Fleisches durch Enthaltsamkeit abtöten.

(Gregor der Grosse, in: Hrsg. Schlosser, Kolbinger: Thomas von Aquin, Catena Aurea, 73)



„Da fielen sie nieder und beteten ihn an” (Mt 2,11). Wenn die Heiligen Drei Könige im Kind, das Maria in ihre Arme schließt, den von den Völkern Ersehnten und den von den Propheten Verheißenen anbeten, so können wir ihn heute in der Eucharistie anbeten und als unseren Schöpfer und alleinigen Herrn und Heiland erkennen.
„Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar” (Mt 2,11). Die Gaben, die die Heiligen Drei Könige dem Messias darbringen, symbolisieren die wahre Anbetung. Durch das Gold unterstreichen sie die königliche Gottheit; mit dem Weihrauch erkennen sie ihn als den Priester des Neuen Bundes an; indem sie ihm die Myrrhe anbieten, preisen sie den Propheten, der das eigene Blut vergießen wird, um die Menschheit mit dem Vater zu versöhnen.

Liebe Jugendliche, 
bringt auch ihr dem Herrn das Gold eures Lebens dar,
das heißt die Freiheit, ihm aus Liebe zu folgen,
indem ihr seinem Anruf treu folgt;
lasst den Weihrauch eures innigen Gebetes
zu seinem Lob und Ruhm zu ihm emporsteigen;
bringt ihm die Myrrhe dar,
das heißt die herzliche Dankbarkeit ihm gegenüber,
dem wahren Menschen, der uns so geliebt hat,
dass er wie ein Verbrecher auf Golgota gestorben ist.

Seid Anbeter des einzigen und wahren Gottes, indem ihr ihm den ersten Platz in eurem Leben zuerkennt.

(aus der Botschaft von Weltjugendtag 2005, Johannes Paul II.)

Donnerstag, 5. Januar 2017

Eduard der Bekenner - Patron für schwierige Ehen

Edward the Confessor - Eduard der Bekenner, St´. Dominic´s Priory Church,
London, hier hält Eduard den Ring, den er dem Bettler gab, in der Hand.


Edward wurde um 1003 in England geboren, seine Kindheit verbrachte er in der Normandie, da  England von den Dänen besetzt war. 1042 konnte er nach der Verdrängung der Dänen den Königsthron besteigen, er war der letzte in der Reihe der angelsächsischen Könige. Er förderte klösterliche und kirchliche Einrichtungen und erbaute die Bendiktinerabtei St. Peter, die heutige Westminster Abbey in London.
Er lebte sehr bescheiden, um Arme unterstützen zu können; mit seiner Frau Editha soll er keusch gelebt haben. Seine beispielhafte, tiefe Religiosität und seine vorbildliche Wohltätigkeit hatte großen Einfluss auf die Verbreitung des Christentums. Die Legende erzählt, wie er einen Gichtkranken heilte.
Wegen einer Revolte, die der Schwiegervater Eduards Godwin anführte, verstieß der König seine Frau, nahm sie jedoch später wieder zu sich.
Sein Lieblingsheiliger war Johannes der Evangelist. Eines Tages erschien ihm Johannes in der Gestalt eines Bettlers und bat im Namen der vier Evangelisten um Almosen. Da Edward kein Geld zur Hand hatte, erhielt der Bettler seinen Ring. Kurz danach gab ihm Johannes den Ring zurück und teilte ihm seinen nahen Tod mit. Der König ordnete öffentliche Gebete für seine Person an und starb im Herrn am vorhergesagten Tag, dem 5. Jänner 1066. Seine Gebeine wurden am 13. Oktober 1163 durch Thomas Becket in die von Eduard erbaute Westminster Abbey übertragen.
Eduard ist der Patron Englands, der englischen Könige, für schwierige Ehen und getrennte Ehepartner.


St. Dominic´s Priory Church, London

Mittwoch, 4. Januar 2017

Angela von Foligno


Angela von Foligno

Angela von Foligno, Mystikerin. Angela wurde um 1249 geboren und führte in Foligno ein weltliches Leben. Im Alter von vierzig Jahren vollzog sich die Umkehr ihres Lebenswandels.
Sie verzichtete auf ihren Reichtum und führte ein Leben der Armut und des Gebetes; auch wurde sie durch mystische Begnadungen und Offenbarungen erleuchtet.
Angela starb am 4. Jänner 1309.
(Martyrologium Sancrucense)

Grab der hl. Angela von Foligno, S. Francesco, Foligno (reblogged)



Berühmt geworden ist das Wort Christi an sie: “Ich habe dich nicht zum Scherz geliebt!” Es war am Mittwoch in der Karwoche.
Angela schreibt über die Wirkung dieses Wortes: “Dies Wort durchbohrte mich mit tödlichem Schmerz, denn sofort wurden die Augen meiner Seele aufgetan und ich sah, dass es in höchstem Maße der Wahrheit entsprach. Und ich sah die Werke dieser Liebe und sah alles, was der Gottessohn um dieser Liebe willen getan und was Er im Leben und Tod erduldet, und wie Er, Gott und Mensch, aus unaussprechlicher Liebe bis zum Sterben gelitten hatte. Und während ich alle Werke der wahrsten Liebe in Ihm sah und erkannte, dass das Wort sich aufs höchste bewahrheitete, da Er mich nicht zum Scherz geliebt hat, sondern mit überaus vollkommener und sich verzehrender Liebe, sah ich in mir genau das Gegenteil ...” (Zwischen den Abgründen, S. 95)
(Quelle: kath-info.de)

Dienstag, 3. Januar 2017

Genoveva von Paris

Genoveva heilt ihre erblindetete Mutter (3. Fenster von links), St. Denis, Paris


Genoveva, Patronin von Paris. Genoveva lebte im 5. Jahrhundert, sie war das Kind armer Bauern. Ihr Vater trug den römischen Namen Severus, ihre Mutter den griechischen Namen Gerontia. Mit fünfzehn Jahren legte Genoveva das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und ging nach dem frühen Tod ihrer Eltern zu einer Tante nach Paris, wo sie im Dienst an Armen und Kranken lebte.
Als der Hunnenkönig Attila 451 auf Paris marschierte, sammelte sie der Legende nach Frauen zum Gebet und feuerte in einer leidenschaftlichen Predigt die Männer an, Maßnahmen zur Verteidigung zu ergreifen. Doch die geängstigten Männer wollten Genoveva zuerst steinigen, ja sogar in den Fluss werfen. Erst die Frauen ließen sich von der Jungfrau umstimmen und knieten nieder, um mit ihr zu beten. So geschah das Wunder, dass die Hunnen zurückwichen und die Stadt umgingen, um sich nach Orléans zu wenden – genau dorthin, wohin die Bevölkerung hätte fliehen wollen. Genoveva starb um 502.
Ludwig XV. ließ ihr zu Ehren 1764 eine neue Kirche errichten, die jedoch im Zuge der Französischen Revolution zum sogenannten Panthéon umgebaut wurde, zur Totengedenkstätte für hochrangige nationale Persönlichkeiten.

St. Denis, Paris


Einmal züchtigte die Mutter das Kind hart, gereizt durch seine - wie ihr schien - übertriebene Frömmigkeit. Gerontia erblindete auf der Stelle, und erst nach langer Zeit wurde sie wieder sehend, als Genovefa, einem inneren Licht folgend, Wasser aus einem nahem Brunnen schöpfte und die Augen der Mutter damit benetzte. Hier wurde zum erstenmal die wundersame Kraft wirksam, die Gott Genovefas Händen verliehen hatte und die sie später zur Heilbringerin für viele Besessene, Kranke und Verirrte werden ließ. In Nanterre verehrt man noch heute den alten Brunnen mit dem heilkräftigen Wasser.
(P. Manns, Reformer der Kirche, 332)

Montag, 2. Januar 2017

Über die heilige Geburt Christi - Basilius von Cäsarea

Basilius von Cäsarea, Mansfield College,
Oxford


Gott auf Erden, Gott unter den Menschen. Nicht im Feuer und unter Posaunenschall, nicht auf rauchendem Berg oder bei Dunkel und herzerschütterndem, ohrenbetäubendem Sturmwind, wie er die Gesetze gab, sondern in leiblicher Erscheinung snaft und gütig mit Seinesgleichen verkehrend.
Gott im Fleisch, nicht aus weiten Entfernungen wirksam wie in den Propheten, sondern vereint mit einer der Menschheit wesensgleichen Natur, um so durch sein mit uns verwandtes Fleisch die ganze Menschheit zu sich zurückzuführen.

Wie nun, fragt man, ging die Herrlichkeit von einem auf alle über? Wie war die Gottheit im Fleische? Wie das Feuer im Eisen nicht durch Übergang, sondern durch Mitteilung. Nicht entweicht ja das Feuer in das Eisen, sondern es teilt ihm, am Orte verbleibend, nur von seiner Kraft mit; auch nimmt es durch die Mitteilung nicht ab, es erfüllt vielmehr ganz, was mit ihm in Berührung kommt. So ist auch Gott das Wort nicht aus sich herausgetreten und hatt dennoch unter uns gewohnt, und zwar, ohne eine Veränderung zu erleiden, `ward das Wort Fleisch`. Der Himmel verlor den nicht, der ihn umfaßt, und doch nahm die Erde den Himmlischen in ihren Schoß auf. Denke dabei nicht an ein Herabsinken der Gottheit; denn sie geht nicht wie ein Körper von einem Ort an einen andern. Auch bilde dir nicht ein, die Gottheit hätte sich verändert in Form einer Verwandlung ins Fleisch; denn das Unsterbliche ist unveränderlich.

Wie aber, fragt man: ward nicht Gott das Wort mit leiblicher Ohnmacht angefüllt? Wir antworten: So wenig, als das Feuer von den Eigenschaften des Eisens berührt wird. Schwarz ist das Eisen und kalt; aber vom Feuer durchglüht nimmt es doch die Form des Feuers an, wird selbst glühend, ohne das Feuer zu schwärzen, flammensprühend, ohne die Flamme abzukühlen.

Ebenso hat auch das menschliche Fleisch des Herrn an der Gottheit teilgenommen, ohne der Gottheit von seiner Schwachheit mitzuteilen. Oder gibst du nicht zu, daß die Gottheit ebenso wirke wie dieses sichtbare Feuer? Träumst du vielmehr in deiner menschlichen Schwäche von einem Leiden beim Leidensunfähigen und weißt nicht, wie die verwesliche Natur durch ihre Vereinigung mit Gott die Unverweslichkeit erlangt hat? Vernimmt das Geheimnis!

Deshalb ist Gott im Fleische, um den darin verborgenen Tod zu töten. Wie die Arzneien als Gegengift dem Zersetzungsprozeß Einhalt gebieten, sobald sie sich mit dem Körper verbinden, und die Finsternis im Hause verschwindet, sobald man das Licht herbeibringt, so ist auch der Tod, der in der menschlichen Natur herrschte, durch die Gegenwart der Gottheit verscheucht worden. Und wie das Eis im Wasser, solange Nacht und Schatten darauf liegt, die Nässe beherrscht, unter dem Strahl der wärmenden Sonne aber schmilzt, so hat auch der Tod bis zur Ankunft Christi geherrscht; als aber die rettende Gnade Gottes erschien und die Sonne der Gerechtigkeit aufging, wurde der Tod im Sieg verschlungen, weil er die Gegenwart des wahren Lebens nicht ertragen konnte.

O Tiefe der Güte und Liebe Gottes! Dank dieser übergroßen Menschenfreundlichkeit haben wir das Joch der Knechtschaft abgeschüttelt. Und da suchen Menschen noch nach dem Grund, weshalb Gott unter den Menschen weilte, indes sie doch seine Güte anbeten sollten.

(Basilius der Große: Predigt über die heilige Geburt Christi 2, in: Texte der Kirchenväter II, 99ff)

Sonntag, 1. Januar 2017

Mit Jesus, Maria und Josef ins Jahr 2017




Maria, Mutter der Hoffnung,
gehe mit uns!
Lehre uns, den lebendigen Gott zu verkünden;
hilf uns, Jesus, den einzigen Retter, zu bezeugen;

mach uns hilfsbereit gegenüber dem Nächsten,
gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen,
laß uns Gerechtigkeit üben,
mach uns zu leidenschaftlichen Baumeistern
einer gerechteren Welt;
lege Fürbitte für uns ein, die wir in der Geschichte leben und handeln,
in der Gewißheit, daß sich der Plan des Vaters erfüllen wird.

Morgenröte einer neuen Welt,
erweise dich als Mutter der Hoffnung
und wache über uns!
Wache über die Kirche in Europa:
in ihr scheine das Evangelium durch;
sie sei ein wirklicher Ort der Gemeinschaft;
sie lebe ihre Sendung,
das Evangelium der Hoffnung
zu verkündigen, zu feiern und ihm zu dienen
für den Frieden und zur Freude aller.

Königin des Friedens,
beschütze die Menschheit des Dritten Jahrtausends
.
Wache über alle Christen:
Sie mögen zuversichtlich auf dem Weg
der Einheit voranschreiten,
als Sauerteig für die Eintracht des Kontinents.

Wache über die jungen Menschen,
die Hoffnung für die Zukunft:
Sie mögen hochherzig
auf den Ruf Jesu antworten.

Wache über die Verantwortlichen der Nationen:
Sie mögen sich zum Aufbau eines
gemeinsamen Hauses verpflichten,
in dem die Würde und die Rechte eines
jeden Menschen geachtet werden.

Maria, schenke uns Jesus!
Mache, daß wir ihm folgen und ihn lieben!
Er ist die Hoffnung der Kirche,
Europas und der Menschheit.
Er lebt bei uns, mitten unter uns,
in seiner Kirche.
 
Mit Dir sprechen wir »Komm, Herr Jesus!«
(Offb 22, 20):
Möge die Hoffnung auf die Herrlichkeit,
von Ihm in unsere Herzen ausgegossen,
Früchte der Gerechtigkeit und des Friedens tragen!

(Johannes Paul II., Ecclesia in Europa, 2003)

Anbetung der Könige, Rochester Cathedral, England