Donnerstag, 13. Oktober 2016

Koloman

Stift Melk

Koloman, Pilger und Märtyrer. Koloman war ein Pilger aus Irland, der auf dem Weg in das Heilige Land durch das Gebiet des heutigen Österreich pilgerte. Wegen seiner fremdartigen Kleidung wurde er als böhmischer oder ungarischer Spion angesehen und angeblich am 17. Juli 1012 in Stockerau östlich von Wien an einem Baum erhängt. Als man den Irrtum bemerkte, wurde Koloman schon bald als Märtyrer verehrt. Sein Leib wurde am 13. Oktober 1014 nach Melk überführt. Koloman war Landespatron von Österreich, bis er im 16. Jahrhundert in dieser Funktion durch den hl. Markgrafen Leopold abgelöst wurde. Er wird dargestellt im Pilgerkleid mit Hut und Stab.
(Martyrologium Sancrucense)


Grab des hl. Koloman der Stiftskirche Melk



Gott, du Ziel unseres Lebens,
der heilige Koloman hat auf der Fahrt zu den Stätten des Leidens Christi
unschuldig die Strafe des Galgens erlitten und in christlicher Geduld den Tod angenommen.
Höre auf seine Fürsprache und hilf auch uns, Christus zu suchen,
ihm nachzufolgenund dir zu vertrauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)


Koloman als Pilger mit Stab und Hut, Klosterkirche Melk

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Stare - eine kleine Gruppe






Mittwoch, 12. Oktober 2016

Wilfrid von York

St. Wilfrid von York, Brompton Oratory, London

Wilfrid von York, Bischof und Glaubensbote. Geboren 634 in Northumbrien stammte Wilfrid aus vornehmem angelsächsischem Adel. Er wurde im iroschottischen Kloster Lindisfarne erzogen. 653 reiste Wilfrid nach Rom und lernte dort die römische Liturgie und die benediktinische Klosterregel kennen und begeisterte sich für die römische Ordnung. 660 kehrte Wilfrid in die Heimat zurück und begann unentwegt für die Einführung der Regel Benedikts und der römischen Liturgie zu kämpfen. Schließlich wurde die Kirche in Britannien auf der Synode von Withby 664 auf diese Anbindung an Rom verpflichtet. Wilfrid wurde bald darauf Bischof von York, hatte aber viele Anfeindungen auszustehen. 678 wirkte er ein Jahr lang als Glaubensbote bei den Friesen. Aus York verbannt, predigte er nach 680 das Evangelium an der Südküste Englands und auf der Insel Wight. Seinen Lebensabend verbrachte Wilfrid in dem Kloster Ripon, in dem er selbst 660 als ersten englischem Kloster die Benediktsregel eingeführt hatte. Wilfrid starb wohl am 24. April 710 im Kloster Oundel und wurde in Ripon bestattet. 1224 wurden seine Gebeine nach York überführt. Wilfrid wird dargestellt in bischöflichem Ornat, wie ihm eine Frau ihr Kind zum Segnen entgegenhält.
(Martyrologium Sancrucense)

Sein Gedenktag ist der 24. April, in England wird seiner am 12. Oktober gedacht.





Kapelle des hl. Wilfrid im Brompton Oratory, der Altar des hl. Wilfrid stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh.
Ursprünglich handelte es sich um den Hochaltar der Klosterkirche von St. Remy in Rochefort in Belgien.

Dienstag, 11. Oktober 2016

Auflösung: Am Grab des hl. Bischofs Alexander Sauli




Alexander Sauli Ordensgeneral, Bischof CRSP, war einer der berühmtesten Prediger der Städte Mailand und Pavia im 16. Jh. Alexander Sauli war Sohn einer lombardischen Adelsfamilie. Im Alter von erst 17 Jahren war Sauli 1551 dem neugegründeten Orden der Barnabiten (Paulaner) beigetreten und hatte fünf Jahre später die Priesterweihe empfangen. Als Sauli 23 Jahre alt war, begann seine faszinierende Karriere als Theologieprofessor und Prediger in Pavia. Seine Erfolge hier wie auch in seiner Heimatstadt Mailand waren überwältigend. Die Menschen strömten zu seinen Vorlesungen und zu seinen Predigten und waren begeistert von dem Charisma, das den jugendlichen Priester und Professor umgab.
Auch der noch junge Paulanerorden erkannte die Fähigkeiten seines Mitglieds: Im Jahr 1567 wurde der 33jährige Alexander Sauli zum Ordensgeneral ernannt. Nur zwei Jahre später ernannte Papst Pius V. Alexander Sauli zum Bischof der Diözese Aleria auf Korsika. Sein Freund Karl Borromäus, seit 1563 Erzbischof von Mailand und früher sein Schüler, erteilte Sauli die Weihe. In den zwei Jahrzehnten seines Wirkens auf der Mittelmeer-Insel leistete Sauli fast Übermenschliches. Unter großen Entbehrungen und mit einem Einsatz ohnegleichen stellte er die völlig heruntergekommene Diözese wieder her und machte sie zu einem Vorbild für viele andere Bischöfe. Auf der Insel hatte Sauli schon bald den Namen „Schutzengel und Apostel Korsikas“.
Nachdem er zuvor die Bischofswürde von Genua und Tortona abgelehnt hatte, verpflichtete Papst Gregor XIV. Alexander Sauli 1591 zur Übernahme des Bistums Pavia. Doch bereits zwei Jahre später starb der große Kirchenmann während einer Visitationsreise in Calosso d’Asti. Papst Pius X. sprach Sauli am 11. Dezember 1904 heilig.
Die Grabstätte von Alexander Sauli befindet sich im Dom zu Pavia in einer ihm geweihten Kapelle. Der Leichnam des Bischofs ruht im vollständigen Bischofsgewand in einem reichverzierten Barock-Glasschrein.
(Quelle: Schauber/Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Pattloch Verlag)





Die prächtige Kanzel zeigt Szenen aus dem Leben des hl. Alexander Sauli, Dom von Pavia




Verherrlichung des Bischofs Alexander Sauli


Alexander Sauli starb am 23. April 1592 und wurde von Papst Benedikt XIV. 1742 seliggesprochen

Grab des hl. Alexander Sauli im Bischofsornat






Dom von Pavia- duomo di Pavia,
dem Märtyrer Stefanus und Aufnahme Mariä geweiht


Rätselhilfe: ein Dom in Norditalien (in der Nähe des Augustinusgrabes)


Das Grab des Heiligen ist im rechten Seitenschiff

Rätsel: welche/r Tagesheilige liegt unter der drittgrößten Kuppel Italiens begraben?




Sonntag, 9. Oktober 2016

Sel. John Henry Newman

 


John Henry Kardinal Newman, Konvertit und Theologe. 1801 in London geboren besuchte Newman zunächst Eliteschulen und studierte dann an der Universität von Oxford. Schon mit 21 Jahren war er Doktor und empfing die Ordination in der anglikanischen Hochkirche. Als Pfarrer der Universitätskirche von Oxford wurde er zum Führer der „Oxford Bewegung“, die – parallel zur deutschen Romantik – ein liberales Staatskirchentum überwinden wollte. Newman wollte die Erneuerung der anglikanischen Kirche aus dem Geist der Kirchenväter. Innerlich war Newman bereits durch deren Studium in den katholischen Glauben hineingezogen worden, dennoch bedurfte es eines langen inneren Kampfes, bis er 1845 offiziell konvertierte.
Sein Übertritt zur katholischen Kirche (Anm.: am 9. Oktober 1845), die damals eine Minderheit war, glich einem Erdbeben in der anglikanischen Staatskirche der viktorianischen Ära. Katholiken galten als ungebildet und rückständig, doch nun verlor die hochintellektuelle „Oxford-Bewegung“ ihren Kopf; sie löste sich auf. Nach kurzem Studienaufenthalt in Rom wurde Newman 1847 zum Priester geweiht und trat dem Oratorium von Philipp Neri bei. Nach England zurückgekehrt gründete er in Birmingham das erste englische Oratorium. Als Newman nun versuchte, die Katholiken aus ihrer Ghetto-Mentalität zu befreien, wurde er bald des Modernismus verdächtigt und von Traditionalisten heftig bekämpft. Trotzdem beriefen ihn die Bischöfe 1851 zum Gründungsrektor der katholischen Universität in Dublin. Die englischen Katholiken waren jedoch von der vernunftsverherrlichenden Atmosphäre der freimaurerischen Wissenselite Englands regelrecht traumatisiert. So war es ihnen zutiefst suspekt, dass Newman immer wieder für „das Heiligtum der Vernunft“ eintrat; sie beargwöhnten seine Lehre, wonach zwischen Denken und Glauben, Wissenschaft und Offenbarung kein Widerspruch bestehen könne. Die innerkirchlichen Denunziationen gegen Newman wurden so heftig, dass ihn 1858 die Bischöfe fallen ließen und er sein Rektorenamt aufgeben musste. Nun hatte er Zeit, um sein religionsphilosophisches Hauptwerk „Grammatik der Zustimmung“ zu verfassen; seine gesammelten Schriften umfassen heute 32 Bände. Newman war immer ein geradliniger Denker, der niemals die erkannte Wahrheit aus opportunistischen Motiven zu verbiegen bereit war. So verteidigte er nach 1870 einerseits vehement das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes; andrerseits bestand Newman auf der Verpflichtung aller, auf das Gewissen zu hören. Dies gelte auch für den Papst, denn das Gewissen sei „der Statthalter Christi in jedem Menschen“. Als Theologe durchlitt Newman einen lebenslangen Leidensweg, wurde er doch von innen und außen, von links und rechts angegriffen.
Es gleicht einem Wunder, dass Papst Leo XIII. es wagte, Newman 1879 zum Kardinal zu erheben. Newman war damals 78 Jahre alt. Elf Jahre später, am 11. August 1890, starb er im Alter von 89 Jahren in seinem Oratorium in Birmingham. Papst Benedikt XVI. sprach den großen Denker und Dulder während eines Staatsbesuches in England persönlich selig.
(Martyrologium Sancrucense)

Der Altar  wurde 2010 anläßlich der Seligsprechung des sel. John Henry Newman
errichtet, Oxford Oratory



Das Motto von Kardinal Newman „cor ad cor loquitur - das Herz spricht zum Herzen" gibt uns einen Einblick in sein Verständnis des christlichen Lebens als Berufung zur Heiligkeit, die als der sehnliche Wunsch des menschlichen Herzens erfahren wird, in innige Gemeinschaft mit dem Herzen Gottes zu gelangen. Der Kardinal erinnert uns daran, daß die Treue zum Gebet uns allmählich verwandelt und Gott ähnlich werden läßt.
In einer seiner vielen schönen Predigten schrieb er: „So hat die Gewohnheit des Betens, die Übung, sich Gott und der unsichtbaren Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort und bei jedem Anlaß zuzuwenden, ... sozusagen eine natürliche Wirkung, indem es die Seele vergeistigt und emporhebt. Der Mensch ist dann nicht mehr, was er zuvor war; allmählich ... hat er eine neue Ideenwelt eingesogen und ist von neuen Grundsätzen durchdrungen" (Parochial and Plain Sermons, IV, 230-231).


(aus der Predigt von Papst Benedikt XVI. zur Seligsprechung von John Henry Newman, 19. September 2010)

oben das Wappen mit dem Motto: Das Herz spricht zum Herzen


Wir müssen im Auge behalten, was unter Vollkommenheit zu verstehen ist. Sie bedeutet nicht etwas Außerordentliches, etwas Ungewöhnliches oder besonders Heldenhaftes – nicht alle haben Gelegenheit, Helden oder Martyrer zu werden -, Vollkommenheit bedeutet, was das Wort im gewöhnlichen Sinne besagt. Vollkommen heißen wir etwas, das fehlerlos, vollständig, dauerhaft und gesund ist – wir meinen das Gegenteil von unvollkommen. Da wir sehr gut wissen, was Unvollkommenheit im religiösen Leben bedeutet, zeigt uns der Gegensatz, was Vollkommenheit ist.
Der also ist vollkommen, der sein Tagewerk vollkommen vollbringt; mehr brauchen wir nicht zu tun, um nach Vollkommenheit zu streben. Wir brauchen über den Kreis der täglichen Pflichten nicht hinauszugehen.
Ich betone das, weil ich glaube, daß dadurch unsere Anschauungen vereinfacht und unsere Anstrengungen auf ein erreichbares Ziel eingestellt werden. Wenn Du mich fragst, was Du tun mußt, um vollkommen zu sein, so sage ich Dir: erstens –
  • bleibe nicht im Bette liegen, wenn es Zeit ist, aufzustehen;
  • die ersten Gedanken weihe Gott,
  • mache einen andächtigen Besuch beim allerheiligsten Sakrament,
  • bete fromm den Angelus,
  • iß und trink zu Gottes Ehre,
  • bete mit Sammlung den Rosenkranz,
  • sei gesammelt,
  • halte böse Gedanken fern,
  • mache Deine abendliche Betrachtung gut,
  • erforsche täglich Dein Gewissen,
  • geh zur rechten Zeit zur Ruhe; und Du bist bereits vollkommen.
(J. H. Newman in: Hrsg. Biemer, Holmes, Leben als Ringen um die Wahrheit, ein Newman Lesebuch, 304)

Samstag, 8. Oktober 2016

Meine Augen haben das Heil gesehen - Verehrung der Reliquien des hl. Simeon

Kirche des hl. Simeon, Zadar



NÄHERES HIER: Am Grab des hl. Simeon des Gerechten




 Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

(Lobgesang des Simeon, Nunc Dimittis, Lukas 2,29-32)

im Vordergrund der alte Sarkophag des hl. Simeon

Rosenkranzbruderschaft

Freitag, 7. Oktober 2016

Justina von Padua

Hl. Justina in der Mitte, Sant´Apollinare Nuovo, Ravenna

Justina von Padua, frühchristliche Märtyrin. Die Jungfrau Justina erlitt den Tod in Padua zur Zeit der Verfolgung Kaiser Maximians um 304. Im 6. Jahrhundert war über ihrem Grab bereits eine Kirche errichtet. Der Name Justinas wird im Kanon der Ambrosianischen Messliturgie genannt. Justina ist auf einem Mosaik in San Apollinare Nuovo in Ravenna dargestellt, das aus der Mitte des 6. Jahrhunderts stammt, sie wird mit dem Märtyrertribut der Siegespalme dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)