Freitag, 16. August 2013

Stephan von Ungarn



Stephan von Ungarn  wurde um 969 als Sohn des Arpadenfürsten Geisa geboren, von dem das bezeichnende Wort überliefert ist: „Ich bin reich genug, um den Göttern zu opfern und zugleich dem christlichen Gott zu dienen.“ Die Begegnung mit dem hl. Adalbert von Prag, von dem er vermutlich gefirmt wurde, machte auf Stephan einen tiefen Eindruck. Er heiratete 995 Gisela, die Schwester Kaiser Heinrichs II., und regierte von 997 an in Ungarn als Nachfolger seines Vaters. Zu seiner Krönung im Jahr 1000 sandte Papst Silvester II. die heute noch vorhandene und nach diesem König benannte Stephanskrone. Stephan war ein vorbildlicher christlicher Herrscher. Er befreite in seinem Land Sklaven, schuf eine kirchliche Organisation, stiftete Kirchen und Schulen. Er starb am 15. August 1038, ohne jedoch sein Werk, die Christianisierung Ungarns, gesichert zu sehen. Er wurde neben seinem Sohn, dem hl. Emmerich, in Stuhlweißenburg begraben. (Quelle)


König Stephan von Ungarn, Deckenfresko, Frauenkirchen



Allmächtiger Gott,
du hast den heiligen König Stephan berufen,
das ungarische Volk zum christlichen Glauben zu führen.
Lass uns erfahren, dass er seinem Volk und uns allen
vom Himmel her ein mächtiger Helfer ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Donnerstag, 15. August 2013

Maria, in den Himmel aufgenommen

Was also feiert die Kirche heute?
Daß ein schlichter menschlicher Leib in untrennbarer Einheit mit seiner Seele
die vollkommene Entsprechung auf Gottes Forderung,
die adäquate Antwort auf sein Wort,
das bedenkenlose Ja auf seine Anfrage zu leisten vermochte.

(Hans U. v. Balthasar, Du krönst das Jahr mit deiner Güte, 169)

Krönung Marias im mittleren Giebelfeld der Fassadenspitze


Das Beiboot Petri hat kürzlich auf den 750. Jahrestag des eucharistischen Wunders von Bolsena aufmerksam gemacht, das Papst Urban IV. zur Einführung des Fronleichnamsfestes veranlasst hat.  Im Dom von Orvieto, der Aufnahme Marias in den Himmel geweiht, wird in der linken Seitenkapelle das blutgetränkte Korporale aufbewahrt.

Dom von Orvieto

Mittwoch, 14. August 2013

M. Kolbe in Rom

Während seines Aufenthaltes in Rom wurde ein Ereignis für sein weiteres Leben entscheidend. Im Januar 1917 feierten die Freimaurer das 200jährige Gründungsfest. Eine der dabei ausgegebenen Parolen war diese: "Der Teufel wird im Vatikan regieren und der Papst wird ihm als Schweizergardist dienen."

Von dieser Stunde an bewegte Maximilian Kolbe die Frage, wie diese Gott fernen, mit solch abgründigen Haß gegen die Kirche erfüllten Menschen zu retten seien. Durchdrungen vom Geistesgut seines Ordens, dem die marianische Theologie von Franziskus her immer ein besonderes Anliegen war, tief beeindruckt und beseelt von der heilsgeschichtlichen Gegenwart der Gottesmutter in Lourdes, betete er und beriet sich mit einigen gleichgesinnten Studenten des internationalen Kollegs in Rom.

Mit sechs Mitbrüdern gründete er am 17. Oktober 1917 im Einvernehmen mit den Ordensoberen die "Kampftruppe der Unbefleckten", die "Militia Immaculatae" (MI), in den deutschsprachigen Gebieten unter dem Namen "Kreuzzug der Unbefleckten Jungfrau Maria" (kurz "Miliz") bekannt. Die Gründungsurkunde bestimmt als Ziel der Bewegung, die als fromme Vereinigung von der Kirche gebilligt wurde: "Die Bekehrung der Sünder, der Häretiker, der Schismatiker, besonders aber der Freimaurer, und die Heiligung aller Menschen."

Durch diese Initiative wurde der 23jährige Diakon Maximilian Kolbe, treu der Maxime seines großen Meisters, des hl. Franziskus von Assisi: "Ich möchte alle ins Paradies bringen" und "Ich möchte, daß das Paradies euch allen offensteht", zum Vater einer Bewegung mit dem Ziel, alle Menschen zu Gott hinzuführen.
Am 28. April 1918 wurde er zum Priester geweiht.

(P. Remigius Ritzler OFM Conv., Minoritenpater Maximilian Kolbe,4f)

In der Kirche S. Andrea della Valle wurde Maximilian Kolbe zum Priester geweiht
S. Andrea della Valle gehört mit einer Länge von 82,5 m
zu den größten Barockkirchen Roms
und ist die Hauptkirche des 1524 gegründeten Theatinerordens, der sich der Erneuerung von Klerus und Seelsorge widmete.
ihre Kuppel hat nach St. Peter den zweitgrößten Durchmesser
Kreuzigung des Apostels Andreas, Hochaltarbild

Heiliger Pater Maximilian Kolbe,
du getreuer Diener der Unbefleckten Jungfrau Maria,
lehre und hilf uns das Wort des Evangeliums:
"eine größere Liebe hat niemand,
als wer sein Leben hingibt für seine Freunde" 

P. Maximilian Maria Kolbe

Das Gebet ist eine vorrangige Pflicht der Priester.
Es ist erfolgreicher als das Wort und gute Beispiel.
Es ist die Ursache der Bekehrungen.
Durch demütiges, hoffnungsvolles und beständiges Gebet
kannst du für dich und andere alles erlangen.

(Maximilian Kolbe, in: Leben nach dem Plan Gottes, P. Kamil Wenzel, 9)

Maximilian Kolbe, Chiesa dei Santi Apostoli, Rom

Schmetterlingsjagd

 

Dienstag, 13. August 2013

Markus von Aviano - der Retter Wiens

Kapuzinerkirche "Zur hl. Maria von den Engeln", Wien

Der von Johannes Paul II. 2003 seliggesprochene Markus wurde 1631 in Aviano (Friaul) geboren. Er wurde Kapuziner und wirkte nach seiner Priesterweihe im Jahre 1655 als begnadeter Prediger in Italien, Frankreich und Flandern. Als Berater und Seelsorger von Kaiser Leopold I. wirkte er an der Errettung Wiens im Kampf gegen die Türken mit. 1699 starb er und wurde in der Kapuzinerkirche in Wien begraben.




"Noch vor der Belagerung Wiens durch die Türken ging Marco d'Aviano bei einer großen Predigt mit den lockeren Sitten der Stadt hart ins Gericht, wie sein Chronist Cosma da Castelfranco berichtet:
„Wien, Wien, bekehre dich, sonst steht dir eine noch viel schlimmere Strafe bevor“ (als die Pest von 1679)!

Allgemein bekannt ist seine entscheidende Rolle bei der Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung im September 1683. Buchstäblich in letzter Minute gelang es ihm, die heillos zerstrittenen Heerführer des christlichen Entsatzheeres zu versöhnen und durch sein Gebet und die Ausstrahlung seiner Persönlichkeit das zahllos weit unterlegene Christenheer zu einem heldenhaften Befreiungskampf zu motivieren. Nach dem Sieg war der Jubel und die Dankbarkeit der Wiener, ja ganz Europas, gegenüber dem Kapuziner aus Aviano grenzenlos.

Auch in den folgenden Jahren reiste Padre Marco nach den Advent- und Fastenpredigten in seiner italienischen Heimat alljährlich nach Österreich und zum Heer auf dem Balkan, um den Soldaten geistlich beizustehen und gegen Missstände anzukämpfen."

(aus: Br. Erhard Mayerl, Marco d´Aviano und Österreich)




Die Predigt Marco d’Avianos stellt an die erste Stelle den Ruf zur Umkehr. Es gibt keinen Frieden ohne Umkehr. Es gibt keine Versöhnung mit Gott und untereinander. Er hat Menschen zur Reue bewegt in einer für uns vielleicht etwas ungewohnten Weise, wenn er den tausenden Zuhörer, italienisch, was sie meistens nicht verstanden, Rufe der Umkehr zugerufen hat. Sie aufgefordert hat mit ihm Worte der Umkehr zu beten, zu rufen und sich seinen Tränen anzuschließen. Er predigte Reue und Umkehr. Ich möchte mit Ihnen diese Worte beten, nachbeten, die er so oft gesprochen hat.

Den Akt der vollkommenen Reue, denn das ist seine wesentliche Botschaft. Alles andere kommt aus dieser Botschaft. So lade ich Sie ein, im Herzen mitzubeten:

„Ich niedrige und unwürdige Kreatur werfe mich vor Deinen heiligsten Füssen nieder und bekenne im tiefsten Schmerz, mit zerknirschtem  Geist, dass ich von Anfang meines Lebens an unzählige Nachlässigkeiten, Sünden und Untaten begangen habe. Ich habe Dich beleidigt, o Gott. Ich habe Dich beleidigt. Und wenn mehr Blut in mir wäre als der Ozean Wasser fasst, ich wäre bereit es aus Liebe zu Dir zu vergießen. Nicht nur ein, zwei oder drei Mal, sondern unendliche Male, immer und immer wieder bis zum letzten Tropfen. Ich habe gesündigt, Herr.
Ich habe gesündigt. Daher, Herr, bereue ich aus ganzem Herzen, aus tiefster Seele und nehme mir fest vor, lieber den Tod zu erleiden als einer Todsünde zuzustimmen. Und solltest Du höchste Weisheit es vorhersehen, dass ich wankelmütig und treubrüchig noch jemals in eine Todsünde fallen würde, so bitte ich Dich mit Demut und mit festem Willen - mich versehen mit deiner Gnade noch heute sterben zu lassen. Möge doch diese meine reumütige Zerknirschung (.....) meinen Vorsatz unumstößlich machen, denn Dir gütiger Gott gebührt mein voller und ungeteilter Dienst. Nicht aus Angst vor der Hölle, den Qualen, die ich durch meine Sünden tausendmal verdient habe. Nicht in der Hoffnung auf die ewige Seligkeit, der ich mich so oft als unwürdig erwiesen habe, sondern allein aus Schmerz darüber deinen Zorn erregt zu haben. Du höchstes Gut und göttliche Majestät, der unablässig Lob, Preis, Dank gebühren. Amen.“

Das war das Geheimnis seines Erfolges, dass er die Menschen mit seiner eigener Reue mitgerissen hat. Dass er sie bewegt hat, ihre Herzen Gott wieder zuzuwenden. So hat er Frieden gestiftet. So hat er die Fürsten hier bei der entscheidenden Stunde der Befreiung Wiens zusammengebracht. Nicht durch diplomatische Schläue oder diplomatische Kunst, sondern mit der Kraft seiner Reue. Das Wunder der Rettung Wiens verdanken wir diesem Wunder der Umkehr. Der Eingriff des Himmels geschah durch die ergriffenen Herzen. Und er hat die Herzen ergriffen mit der Kraft, mit der Glut seiner Liebe und seiner Umkehr. Der selige Marco d’Aviano - Kraft der Liebesreue. Und die Kraft seines Segens. Aus der Kraft seiner Liebesreue, seiner Liebe kam die Kraft seines Segens. Viele, viele haben sie erfahren. Kraft seines Segens. Mit diesem Kreuz. Es ist bewegend zu sehen, dass er mit diesem Kreuz gesegnet hat: die Stadt Wien, die Entsatztruppen, das Entsatzheer, nicht um Hass zu säen, sondern um Einigkeiten und um Kampf für das Gute. Kampf für die Befreiung in höchster Bedrängnis. Dahinter steht die Kraft des Glaubens, des Vertrauens. So sagte er einmal:

„Meine Lieben. Vertraut auf Gott. Ruft zu eurem gütigen Vater. Ruft zu ihm: ‚Ich glaube, ich glaube. Stärke Herr, meinen Glauben. Gib mir ein kindliches und aufrichtiges Vertrauen auf dich. Vermehre Herr unseren Glauben an Gott.’ und seid sicher, dass Er euch bestimmt erhören wird.“

(aus der Predigt von Christoph Kardinal Schönborn in der Kapuzinerkirche am 8. Mai 2003 während der Danksagungsmesse für die Seligsprechung von Marco d´Aviano, Niederschrift einer Tonbandaufzeichnung)


Grab des Seligen in der rechten Seitenkapelle, links dahinter ein Epitaph mit der Inschrift:
„Dem Schutzgeist Wiens und Österreichs in der Türkennot
- Marco d'Aviano O. C. Geb. 17. Novemb. 1631, + 13. August 1699

Montag, 12. August 2013

Johanna Franziska von Chantal als Gattin und Mutter

Fortsetzung von hier!

In der oberen Szene des Glasfensters betet Frau von Chantal für ihren Gatten Christophe, der 1601 auf der Jagd versehentlich von seinem Cousin tödlich verletzt wurde.

Darunter: Die junge Witwe lebt von 1603-1610 im Schloß ihres Schwiegervaters. In ihrer besonderen Hinwendung zu den Armen und Kranken wird sie "unsere gute Dame von Monthelon" genannt. Sie pflegt in dieser Zeit ein tiefes geistliches Leben.




Johanna Franziska von Chantal lebt als Ehefrau, Mutter und Schlossherrin mit ihrem Gatten und den vier Kindern in Bourbilly. Zwei ihrer Kinder starben bei der Geburt.

Gebet der hl. Johanna Franziska am Sterbebett ihres Mannes:
Prenez tout ce que j´ai au monde, Seigneur, mais laissez-moi mon cher mari! - Herr, nimm alles, was ich auf der Welt habe, aber lasse mir meinen lieben Gatten.

Samstag, 10. August 2013

Am Grab des hl. Laurentius

Kaiser Konstantin ließ 330 beim Grab des hl. Laurentius eine Basilika erbauen. Laurentius war Diakon unter Papst Sixtus II. (257-258). Er für die Armen zuständig. Unter der valerianischen Christenverfolgung soll er das Geld der Kirche an die Armen verteilt haben. Als der Kaiser nach dem Geld fragte, verwies er auf die Armen als den Schatz der Kirche. Er erlitt das Martyrium auf einem glühenden Rost, mit dem er in der Kunst dargestellt wird.


S. Lorenzo fuori le Mura

Detail der Vorhalle, um 1220 erbaut, mit Kosmatenarbeit geschmückt

Kirchenschiff mit 22 Granitsäulen aus dem 11. Jahrhundert, an diesen  Bau schließt sich die heute als
Presbyterium dienende Kirche und deshalb erhöhte Basilika aus dem 6. Jhdt. an

Hl. Laurentius, Dispersit, dedit pauperibus - er streute aus, er gab den Armen,
Einheitsübersetzung: Reichlich gibt er den Armen (Psalm 112,9)

Die Säulen der alten Basilika haben ionische Kapitelle

Grab der hll. Laurentius und Stephanus, Blick vom Kirchenschiff ....

.... und in der Krypta


Triumpfbogenwand mit Mosaikdarstellungen
Christus thront auf der Weltkugel, l: Petrus, Laurentius, Pelagius; r: Paulus, Stephanus u. Hippolytus

Die Kirche ist reich an Kosmatenarbeiten: der Fußboden, zwei Ambonen, der Osterleuchter und der Bischofsthron.


Osterleuchter

Detail vom Bischofsthron