Samstag, 15. Juni 2013

Hl. Veit



Vitus, frühchristlicher Märtyrer. Vitus, im Deutschen auch „Veit“ genannt, lebte in Sizilien
und erlitt um 304 in der Verfolgung Diokletians den Martertod. Die Legende berichtet, dass
sein Lehrer Modestus und seine Amme Kreszentia mit ihm das Martyrium erlitten hätten.
Die Reliquien des hl. Vitus kamen 756 nach Saint-Denis bei Paris und 836 weiter nach
Korvey. Sein Haupt ruht seit 1355 in dem nach ihm benannten Sankt-Veits-Dom in Prag.
Vitus wird in jugendlicher Gestalt dargestellt in vornehmer Kleidung, mit Löwen oder
Knüppel.

(aus dem Martyrologium Sancrucense)


Martyrium des Veit, er wird in siedendes Öl geworfen, Pöllau, Steiermark



Vitus war ein edles und frommes Kind, das litt mit zwölf Jahren in Sicilien den Martertod. Es ward gar oft von seinem Vater geschlagen, denn es verschmähte die Abgötter und wollte sie nicht anbeten. Als das der Richter Valerianus vernahm, ließ er den Knaben vor sich bringen, und da er nicht opfern wollte, gebot er, ihn mit Stecken zu schlagen. Da verdorrten die Arme der Knechte, die ihn schlugen, und auch des Richters Hand ward dürr. Er schrie "Weh mir, ich habe meine Hand verloren". Sprach Sanct Vitus "Heiß nun deine Götter kommen, dass sie dich gesund machen, so sie mögen". Sprach der Richter "Magst du es tun?" Antwortete Sanct Vitus "Ich kann es wohl tun im Namen meines Herrn Jesus Christus". Alsbald bat er für ihn, und er war gesund. Der Richter aber sprach zu des Knaben Vater "Kehre bei Zeiten deines Sohnes Sinn, dass er nicht eines bösen Todes sterbe". 

Da führte der Vater ihn heim und trachtete, wie er seinen Sinn wenden möchte durch allerlei Musik, und schöner Mägde Spiel und Tanz, und Wollust und Kurzweil mancher Art; da er ihn aber in seine Kammer schloß, ging ein wundersamer Duft daraus und erfüllte das ganze Haus, dass sich der Vater und alles Gesinde verwunderte. Da ging der Vater hin und sah durch die Tür; und sah sieben Engel um das Kind stehen; und rief "Es sind Götter in mein Haus kommen"; da ward er von Stund an blind. Von seinem Geschrei ward die ganze Stadt Lucana bewegt, also dass Valerianus der Richter kam und fragte, was geschehen sei. Antwortete der Vater "Ich habe feurige Götter gesehen und mochte den Glanz ihrer Angesichter nicht ertragen". Da brachte man ihn zum Jupitertempel, und es ward ein Stier mit goldenen Hörnern für seine Heilung gelobt; da dies aber nicht verfing, bat er seinen Sohn um Hilfe und erhielt alsbald das Licht seiner Augen wieder durch sein Gebet. Noch dann ward der Vater nicht gläubig, sondern trachtete, wie er seinen Sohn töte. Da erschien der Engel des Herrn Modesto, des Kindes Zuchtmeister, und gebot ihm, dass er mit dem Kinde auf ein Schiff steige und in ein anderes Land fahre. Das geschah, und ein Adler brachte den zweien alle Tage ihre Speise, und sie taten viele Wunder in dem Land. Zu der Zeit geschah es, dass des Kaisers Diokletianus Sohn von dem Teufel besessen ward; und der böse Geist sprach aus ihm, daß er nimmer aus ihm werde weichen, es sei denn, dass Vitus von Lucana zu ihm käme. Also forschte man nach Sanct Vitus, bis man ihn fand, und führte ihn vor den Kaiser Diokletianus. Der sprach zu ihm "Viel liebes Kind, magst du meinen Sohn gesund machen?" Antwortete Vitus "Ich nicht, aber mein Herr vermag es". Damit legte er die Hand auf den Besessenen, und alsbald fuhr der böse Geist von ihm. Und Diokletianus sprach "Liebes Kind, ich rate dir gut, sieh dich für und opfere den Göttern, dass du nicht eines bösen Todes sterbest". Das verschmähte Sanct Vitus.

Darum ward er mit seinem Meister Modestus in das Gefängnis geworfen. Man hatte eine schwere Last Eisen auf sie gelegt, aber in der Nacht fiel es von ihnen, und der Kerker ward von einem hellen Lichte erleuchtet. Das ward dem Kaiser gemeldet; der ließ ihn aus dem Kerker holen und in einen glühenden Ofen werfen; doch ging er unversehrt daraus hervor. Darnach ließ man einen wilden Löwen auf ihn, dass er ihn zerreiße; der ward auch durch die Kraft des Glaubens von ihm gezähmt. Zu dem letzten ward Vitus mitsamt Modestus und seiner Amme Crescentia, welche ihm überallhin war nachgefolgt, auf die Folter gespannt: aber zustund ward die Luft verstört, die Erde bebte, Donner rollten, und die Tempel der Abgötter fielen und begruben viel Volks unter sich. Der Kaiser floh voll Schreckens und schlug sich mit der Faust und rief "Weh mir, ich bin von einem Kinde überwunden". Die Märtyrer aber wurden von einem Engel gelöst und fanden sich am Ufer eines Flusses, und ruheten daselbst und beteten, und also gaben sie ihre Seelen zu Gott. Ihre Leiber wurden von Adlern bewacht; darnach fand sie eine edle Frau, Florentina mit Namen, der es von Sanct Vito war kundgetan; nahm sie und bestattete sie mit großen Ehren. Ihr Martyrium aber geschah unter Diokletianus, welcher um das Jahr des Herrn 287 zur Herrschaft kam.

(Quelle: Legenda aurea)


Veit wird von Engeln in den Himmel gebracht, Pöllau

Erholungsbedürftig

Wenn du bis zur Erschöpfung in der Fauna umhergekrabbelt bist,

suche dir doch ein sonniges Plätzchen

und lasse dir die Sonne auf den Bauch scheinen (man beachte den Sonnenschirm über Kopf und Oberkörper).

Freitag, 14. Juni 2013

Mit dem Fahrrad auf Beutesuche 5/5

Ich muss mich mal strecken und recken.


 Runter!


Und wieder hoch!


Das haben wir jetzt auch nötig.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Antonius´ Beitrag zur Verehrung des Allerheiligsten


In der Region von Tolosa, wo der selige Antonius mit Vehemenz über das rettende Sakrament der Eucharistie mit einem starrköpfigen Häretiker diskutierte, ihn fast überzeugt und zum katholischen Glauben bekehrt hatte, sprach dieser, nachdem er versucht hatte, sich den vielen, verschiedenen Argumenten zu entziehen, diese Worte:
 
"Lassen wir das Reden und kommen zu den Tatsachen. Wenn du, Antonius, es schaffst, mit einem Wunder zu beweisen, dass in der Gemeinschaft der Gläubigen der wahre Leib Christi, wenn auch verborgen, zugegen ist, dann schwöre ich jeder Häresie ab und beuge mein Haupt ohne jeden Zweifel unter den katholischen Glauben."
Der Diener des Herren antwortete ihm mit großer Zuversicht: "Ich vertraue auf meinen Retter Jesus Christus, dass ich für deine Bekehrung und die der anderen durch seine Barmherzigkeit das erhalten werde, was du forderst."
Der Häretiker erhob sich und gebot mit einem Zeichen der Hand Ruhe. Dann sprach er: "Ich werde mein Lasttier für drei Tage einsperren und es die Qualen des Hungers spüren lassen. Wenn die drei Tage verstrichen sind, werde ich es in Gegenwart der Leute herausholen und ihm den Hafer zeigen. Du sollst ihm ebenfalls gegenüberstehen, mit dem, was du als den Leib Christi bezeichnest. Wenn das ausgehungerte Tier den Hafer meidet und sich anschickt, seinem Gott zu huldigen, dann werde ich sicherlich an die Botschaft der Kirche glauben." Sofort gab der heilige Padre sein Einverständnis. Da rief der Häretiker aus: "Hört gut zu, ihr Leute!"

Wir wollen hier nicht viele Worte machen. Es kam der Tag der Herausforderung. Die Menschen waren von überall her gekommen und füllten den weiten Platz. Der Diener Christi, Antonius, war mit einer dichten Schar Gläubiger anwesend. Und der Häretiker mit dem Haufen seiner Komplizen. In Messgewänder gekleidet, um in einer nahegelegenen Kapelle die Messe zu feiern, betrat der Diener Gottes mit großer Ergebenheit die Kirche. Nach Beendigung der Messe trat er zu dem wartenden Volk hinaus, wobei er mit höchster Verehrung den Leib des Herren vor sich her trug. Der ausgehungerte Esel wurde aus seinem Stall geholt und es wurde ihm schmackhaftes Futter vorgesetzt.

Als schließlich Ruhe eingekehrt war, befahl der Mann Gottes in tiefem Glauben dem Tier: "Mit der Kraft und im Namen des Schöpfers, den ich, der ich seiner unwürdig bin, wahrlich in Händen halte, sage ich dir, o Tier, und befehle ich dir, dich ihm umgehend mit Bescheidenheit zu nähern und ihm die gebotene Verehrung zu Teil werden zu lassen, damit den böswilligen Ketzern durch deine Geste deutlich wird, dass jede Kreatur ihrem Schöpfer gehorcht, der in den Händen der geistlichen Würdenträger auf dem Altar präsentiert wird."

Der Diener des Herren hatte diese Worte noch nicht beendet, als das Tier das Futter liegen ließ, den Kopf bis zu den Hufen hinunter senkte, sich dem Heiligen näherte und vor dem belebenden Sakrament des Leibes Christi niederkniete.
Unermessliche Freude machte sich bei den Gläubigen und Katholiken breit, Betrübnis und Demütigung hingegen bei den Häretikern und Ungläubigen. Gott wurde gelobt und gepriesen, der katholische Glaube erhoben und geehrt. Die ketzerische Bosheit war bloßgestellt und zu ewiger Schmähung verdammt. Der betroffene Häretiker schwor in Gegenwart aller der falschen Lehre ab und wurde von dem Augenblick an ein gehorsamer Anhänger der Regeln der Heiligen Kirche (Benignitas 16,6-17).

Quelle

Eselswunder des hl. Antonius, Leon, Spanien

Herr, Du weißt, dass wir uns oft wie Esel verhalten,
so bitten wir Dich denn, o Herr,
auf die Fürsprache des hl. Antonius,
erbitte uns den Glauben dieses Esels
und schenke es uns, den Leib Christi ehrfürchtig anzubeten.
Amen.

Die Marienminne des hl. Antonius von Padua

I. Erwählung (Dei mater electa)

Dieser Titel aus einem Gebet des Sermo in Purificatione BMV kann als Schlüsselbegriff oder wenigstens als Ausgangspunkt für eine Entfaltung der mariologischen Gedanken des hl. Antonius verstanden werden.

Erwählt (electa)

Zwei wesentliche Aussagen, mater und electa, werden beide auf Dei bezogen, unabhängig wie man übersetzt. Der folgende Satz bezeichnet diese Erwählung genauer: "... Gott Vater wollte sie für Seinen eigenen, Ihm wesensgleichen, vor Zeiten geborenen Sohn als Mutter."
Gott Vater hat Maria (1.) erwählt. Er hat sie (2.) als Mutter (3.) für Seinen wesensgleichen, vor Zeiten gezeugten Sohn gewollt. Das Erwählen ist ein Wollen Gottes. Weil Er sie wollte, wählte er sie. Das "Erwählen" und "Wollen" wird erhärtet und konkretisiert durch einen weiteren Begriff aus Röm 1,4: "... vorherbestimmt ist sie als Mutter Gottes in Macht nach dem Geist der Heiligung." So wie Christus vorherbestimmt und eingesetzt ist als Sohn Gottes, so ist Maria ebenfalls vorherbestimmt als Mutter Gottes.

Als Mutter (mater)

Immer aber geht ihre Bestimmung, ihr Erwähltsein und Gewolltsein auf Mutterschaft hin. Diese Mutterschaft ist der Sinn und die Mitte ihres Daseins, der Grund und das Ziel ihrer Erwählung. Ihre Mutterschaft ist herrlich und eingesetzt in Macht; Maria wird bezeichnet als Thron der Herrlichkeit des Vaters, die Christus ist, insofern dieser aus Maria Fleisch annimmt: "Maria also war der Thron der Herrlichkeit, nämlich Jesu Christi..." Christus selbst hat sich diesen Thronsitz erwählt nach dem Willen des Vaters, der sie als Mutter Gottes und als Thron der Herrlichkeit bestimmt hat: "Ich, der ich in den Höhen beim Vater wohne, habe den Thron in einer armseligen Mutter erwählt." Gerade das Bild vom Thron (thronum, solium) bezeichnet Maria besonders im Hinblick auf ihre königliche Mutterschaft.

(aus: Johannes Schneider OFM, Mariologische Gedanken aus den Predigten des heiligen Antonius von Padua, 53f)

Thronende Muttergottes mit Kind von Giusto de´Menabuoi, Antoniusbasilika

Wir bitten dich, unsere Herrin, unsere Hoffnung,
leuchte du uns als Meeresstern auf diesem stürmischen Meer,
denn wir sind in Bedrängnis geraten.

Leite uns hin zum Hafen und beschütze uns im Tode durch deine Gegenwart,
damit wir aus dem Gefängnis sicher herauskommen
und zur unendlichen Freude und Wonne gelangen dürfen.

(Antonius, Sermones I 163,3ff.)

Gebet als eine Liebesbeziehung - Hl. Antonius von Padua


Antonius von Padua, Holzintarsienschrank v. Bartolomeo Bellano, Sakristei, Basilika Padua



In ihnen (den Predigten) spricht er vom Gebet als einer Liebesbeziehung, die den Menschen dazu drängt, sanft mit dem Herrn in ein Gespräch zu treten, und so eine unaussprechliche Freude schafft, welche die betende Seele voller Süße umfasst.

Antonius ruft uns in Erinnerung, dass das Gebet einer Atomsphäre der Stille bedarf, die nicht dem Abstand vom äußerlichen Lärm gleichkommt, sondern innere Erfahrung ist, die darauf abzielt, die von den Sorgen der Seele hervorgerufenen Zerstreuungen abzustreifen, die Stille der Seele selbst zu schaffen. Nach der Lehre dieses berühmten franziskanischen „Doctor“ ist das Gebet in vier unverzichtbare Haltungen eingeteilt, die im Latein des Antonius als obsecratio, oratio, postulatio und gratiarum actio bestimmt werden.
Wir könnten sie so übersetzen:

Vertrauensvoll das Herz Gott öffnen,
voll Zuneigung mit ihm ins Gespräch treten,
ihm unsere Anliegen vortragen,
ihn loben und ihm danken.


(Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz vom 10.2.2010 über den hl. Antonius)

Die ganze Ansprache ist hier nachzulesen.

 
Antonius von Padua, Holzintarsienschrank, Sakristei, Basilika Padua



Litanei zu Ehren des hl. Antonius
 
Herr, erbarme dich unser ! -
Christus erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser! -
Christus, höre uns! - Christus erhöre uns!
Gott, Vater im Himmel, erbanne dich unser !
Gott, Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser!
Gott, Heiliger Geist, erbarme dich unser!
Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott,
erbarme dich unser!

Heilige Maria, bitte für uns!
Heilige Gottesgebärerin, bitte für uns!
Heilige Jungfrau der Jungfrauen, bitte für uns!
Heiliger Antonius von Padua, bitte für uns!
Du treuer Diener des Allerhöchsten, bitte für uns!
Du Zierde deines Ordens, bitte für uns!
Du Säule der Kirche Gottes, bitte für uns!
Du Mann nach dem Herzen Gottes, bitte für uns!
Du Lilie unversehrter Heiligkeit, bitte für uns!
Du Liebhaber der Armut, bitte für uns!
Du Muster der Demut, bitte für uns!
Du Vorbild des Gehorsams, bitte für uns!
Du Spiegel der Geduld, bitte für uns!
Du Arche des Bundes, bitte für uns!
Du apostolischer Prediger, bitte für uns!
Du Besieger der Ungläubigen, bitte für uns!
Du Schrecken der bösen Geister, bitte für uns!
Du Tröster der Betrübten, bitte für uns!
Du Zuflucht der Sünder, bitte für uns!
Du Erwecker der Toten, bitte für uns!
Du Helfer der Notleidenden, bitte für uns!
Du Erlöser der Gefangenen, bitte für uns!
Du Wiederbringer verlorener Sachen, bitte für uns!
Du mächtiger Fürbitter, bitte für uns!
Du großer Wundertäter, bitte für uns!
Du unser liebevoller Schutzpatron, bitte für uns!
 
O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst
die Sünde der Welt, verschone uns, o Herr!
O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst
die Sünde der Welt, erhöre uns, o Herr!
O du Lamm Gottes, das du hinwegnimmst
die Sünde der Welt, erbarme dich unser, o Herr!
Christus höre uns! Christus erhöre uns!
Vater unser ... Gegrüßet seist du Maria .. .
 
Lasset uns beten! Wir bitten dich, o Herr, laß uns durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen Antonius, deines glorreichen Bekenners und Kirchenlehrers, in allen Anliegen und Nöten Trost und Hilfe zuteil werden und verleihe uns, daß wir mit deiner Gnade seine heiligen Tugenden erlangen und dereinst mit ihm und allen deinen Heiligen in der ewigen Herrlichkeit vereint werden. Amen