Mittwoch, 14. März 2012

Stadtpatron von Wien - Klemens Maria Hofbauer

Klemens Maria Hofbauer - sein ursprünglicher Name war Johannes Hoffbauer - wurde am 26. Dezember 1751 in Tasovice (dt.Taßwitz) in Südmähren geboren. Tasswitz liegt etwa hundert Kilometer nördlich von Wien. Die Klemens Maria Hofbauer Kirche wurde an der Stelle erbaut, wo ursprünglich das Geburtshaus von Klemens stand. 1932 wurde die Kirche geweiht. Die Glasfenster der Kirche in Tasswitz erläutern das Leben des heiligen Klemens.

1. 1758 starb sein Vater, kaum 46jährig. Seine Frau erwartete ihr 12. Kind. Klemens hat den Todestag seines Vaters nie vergessen. Besonders die Begebenheit, wo seine Mutter ihn als Sechsjährigen unter ein Kruzifix geführt hatte, blieb ihm immer in Erinnerung.

Mit dem Finger zeigte sie nach oben und sagte: "Mein Kind, von jetzt an ist der da oben dein Vater. Gib acht, dass du auf dem Weg wandelst, der ihm wohl gefällt."

Glasfenster der Klemenskirche in Taßwitz

2. Mit sechzehn verließ Klemens Taßwitz und begann in Znaim  eine dreijährige Bäckerlehre. Im Prämonstratenserstift Klosterbruck fand er Arbeit in der Klosterbäckerei, zugleich durfte er die Klosterschule besuchen.

Später wird er gestehen: "Ich musste alle Augenblicke für die Studien verwenden, sogar die Nächte opferte ich für diesen Zweck auf. Wollte mich der Schlaf überfallen, so nahm ich das Licht in die eine Hand, in die andere das Buch und ging im Zimmer auf und ab, um den Schlaf zu überwinden und so die Zeit zu gewinnen."



3. In der Schule wurden nur die vier unteren Klassen des Gymnasiums geführt, weswegen Klemens dort nicht weiterstudieren konnte. Mehrere Jahre verbrachte Hofbauer dann als Einsiedler. In dieser Zeit lernte er die Stille und das Gebet schätzen und lieben. Bei all seiner späteren Aktivität fand er für das Gebet immer Zeit. Es heißt, er habe seine Predigten nie aufgeschrieben, aber eine Woche lang betrachtet und durchgebetet. Wenn Klemens sich in Wien zu einem Kranken begab, betete er den Rosenkranz und nahm den Kranken, den er besuchen wollte, ins Gebet hinein.

Zu einem Studenten, der viel grübelte, sagte er: "Beten Sie! Das Licht muss von innen kommen".


4. Als Priester ging Klemens nach Warschau, wo die Redemptoristen die Armenschule St. Benno übernahmen. Der Unterricht war unentgeltlich, nur arme Kinder wurden aufgenommen. Die Ordensleute gründeten ein Waisenhaus, da viele Schüler Vollwaisen waren.


5. Oft ging Klemens betteln, um seine große Familie ernähren zu können. Einmal spuckte ihm ein Mann, den er anbettelte, ins Gesicht. Klemens wischte sich den Speichel ab und sagte nur: "So, das war für mich. Und jetzt noch etwas für meine Waisenkinder".

Wenn sich Klemens nicht mehr zu helfen wusste, ging er in die Kirche und klopfte an die Tabernakeltür: "Herr, es ist Zeit zu helfen!"


6. In Wien wurde Klemens sehr oft zu Kranken und Sterbenden gerufen. Gerne nahm er Blumen  oder sonst eine Kleinigkeit mit, um den Kranken und Sterbenden eine Freude zu machen. Während seines zwölfjährigen Wienaufenthaltes ist er über zweitausend Menschen im Tod beigestanden.


7. Klemens Maria Hofbauer verbrachte unzählige Stunden im Beichtstuhl. Viele bezeugten die Wirksamkeit dieses Apostolats:

"Die meisten Bekehrungen wirkte er als Beichtvater".

"Hofbauer war ein Kenner der Herzen, den niemand zu täuschen vermochte. Als Beichtvater zeigte er sich durchaus als väterlicher Freund und Führer; wer einmal bei ihm gebeichtet hatte, der blieb nimmer weg. Er hatte eine grenzenlose Barmherzigkeit mit den Sündern und übte über die Seelen eine große Macht aus, ohne sich dazu vieler oder gesuchter Worte zu bedienen".

"Hofbauer wirkte seit dem achten Jahr dieses Jahrhunderts unermüdlich apostolisch in der großen Kaiserstadt - als allgemeine Zuflucht der Sünder."

Ein Satz, den er oft wiederholte, blieb den Beichtenden besonders im Gedächtnis: "Nur Mut - Gott lenkt alles"!


8. Das Predigen war an gewöhnlichen Sonntagen verboten. Klemen Maria Hofbauer setzte sich über die josephinistische Anordnung hinweg und stieg auf die Kanzel. Oft sagte er: Das Evangelium muss ganz neu gepredigt werden.

"Ich habe gewöhnlich alle Sonntage seine Predigten gehört. Ich habe noch nie einen so apostolischen Mann gesehen, als Hofbauer es war. Seine Predigten waren voll Salbung und Kraft, frei von Gelehrsamkeit und echt populär, geeignet für die Gelehrten und die Ungelehrten, die ihm mit Liebe zuhörten. Der Eindruck war außerordentlich. Die schönsten Bekehrungen, besonders der Jugend, waren die Folge."

"Heute früh hörte ich in der Kirche der Ursulinerinnen den Pater Hofbauer predigen, seine Rede rührte mich und gefiel mir ungemein. Solche Predigen können nicht ohne Wirkung auf das Herz der Zuhörer sein. Dieser Mann flößt ungemeines Vertrauen ein. Ich habe nie einen Mann gesehen, der einem das Christentum so lieb zu machen weiß, als er. Bei seinen Predigten denke ich oft: So müßten die Apostel gesprochen haben."

"Hofbauer ist ganz einzig. Ihn übertrifft niemand. Aus ihm spricht der Heilige Geist"



Gütiger Gott, in der Sorge für dein Volk
hast du den heiligen Klemens Maria Hofbauer
mit besonderem Eifer für die Seelen erfüllt
und durch ihn den Reichtum deiner Gnade verkündet.
Hilf uns auf seine Fürsprache,
den Glauben zu bewahren, den er gelehrt,
und den Weg zu gehen, den er durch sein Leben gewiesen hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet vom Hl. Klemens Maria Hofbauer)

Quellen: Otto Weiß, Begegnungen mit Klemens Maria Hofbauer, Friedrich Pustet; http://wien2.cssr.at/klemens/

Hagebutte und Efeu

sind mir im Garten über den Weg gelaufen.



Donnerstag, 8. März 2012

Das Heilige Land 3 - Nazareth, Marienbrunnen und Gabrielskirche

Unsere Fahrt geht in die südgaliläischen Berge, nach Nazareth, in die Heimatstadt Jesu. In einem Talkessel gelegen breitet sich die Stadt vor uns aus.  Die Verkündigungskirche ist auch im Morgendunst deutlich zu sehen, rechts von ihr ist die Josefskirche.


Nazareth mit Verkündigungsbasilika

Beim Marienbrunnen, der sich heute auf dem Dorfplatz befindet, halten wir.





Ein paar Schritte weiter stößt man auf die griechisch-orthodoxe Gabrielskirche. Sie ist das Gegenstück zur katholischen Verkündigungsbasilika und wurde über dem ursprünglichen antiken Brunnen errichtet. Hier hat sich für die Griechen die erste Erscheinung des Engels ereignet. Diese Tradition geht auf das Protoevangelium des Jakobus zurück.

Ihm zufolge hat die Jungfrau Maria den Gruß des Engels beim Wasserholen vernommen (Ikonendarstellungen vor und in der Gabrielskirche), die Geburt ihres Sohnes ist ihr bei einer weiteren Erscheinung im Haus angekündigt worden.

Gabrielskirche, Nazareth




Im Seitengang der Kirche ein paar Stufen tiefer hört man das vorbeirauschende Wasser der Quelle. Hier hat Maria täglich Wasser geholt. Der Mittelpunkt des Dorfes war der Brunnen, wo alle zusammengekommen sind.

Eine Rundkirche wurde bereits 1106 bezeugt, die heutige Gabrielskirche wurde 1767 erbaut. In jüngster Zeit 1977/78 haben zwei rumänische Brüder die Kirche mit Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament ausgeschmückt.






Samstag, 3. März 2012

Begräbnis für Ausgetretene?

Ob die neue Regelung der Bischofskonferenz für Bestattungen in Österreich bei den Ausgetretenen gut ankommt?  Höre ich da Stimmen, die sagen: Was alles muss ich noch tun, um von der Kirche in meiner Entscheidung ernst genommen zu werden?


Mein Tipp: Wahrscheinlich hilft zur Vermeidung eines kirchlichen Begräbnisses nur noch eine explizite Eintragung ins Testament:

"Ich ordne an, mich in keiner wie auch immer gearteten Weise kirchlich zu beerdigen.
Damit ihr es auch gut versteht:
Keine Kirche, kein Priester, kein Diakon, kein/e Begräbnisleiter/in,  kein Kreuz, kein Weihwasser, keine Gebete. Amen."
(Fettdruck, damit es keiner übersieht)

Der Testamentsverfasser kann nur hoffen, dass das Testament noch vor der Beerdigung eröffnet wird, denn sonst kommt der Wille der Mali-Tante zum Tragen.

Erste Frühlingsboten

Ich kann nicht aufhören .... Millionen Schneeglöckchen, die nur auf mich gewartet haben.