Dienstag, 30. Dezember 2025

Zwei Botschaften der Gottesmutter zu Weihnachten (Medjugorje)

 

Erscheinung des Herrn und Geburt Jesu, Glasfenster in St. Jakobus, Medjugorje

25.12.2025 Jahresbotschaft der Mutter Gottes an Seher Jakov Colo

„Liebe Kinder!
Heute, an diesem Tag der Gnade, lade ich euch auf besondere Weise zur vollkommenen Hingabe an Jesus ein.
Meine lieben Kinder, übergebt Ihm all eure Wunden und Schmerzen, eure Vergangenheit und Zukunft und lasst Jesus über eure Leben herrschen.
Meine Kinder, nur durch die vollkommene Hingabe übergibt sich Jesus ganz in euer Leben und das ist das größte Geschenk, das ihr empfangen könnt.
Betet, dass ihr begreift, wie kostbar ihr für Jesus seid und wie sehr Er euch liebt.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“

25.12.2025 Monatsbotschaft

„Liebe Kinder!
Auch heute, da Gott mir erlaubt hat den kleinen Jesus, den König des Friedens, in meinen Armen zu euch zu tragen, möge Er euch mit der Glut der Liebe und des Friedens erfüllen, damit jedes Herz Seinem Herzen ähnlich werde.
Seid in dieser Zeit der Gnade kühne und mutige Verteidiger der Liebe eures Gottes, damit Er euch in dieser Gnadenzeit Seinen Frieden schenke.
Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“




Kirche des hl. Jakob in Medjugorje

Papst Felix I.

 

Papst Felix, I., Mosaik in St. Paul vor den Mauern, Rom

 

Felix I., Papst. Felix war von Geburt Römer, er wurde am 5. Jänner 268 zum Papst gewählt. In einem Brief an den Bischof Maximus von Alexandrien sprach sich Felix gegen die Lehre des Paulus von Samosata aus und setzte ihn ab. Felix starb am 30. Dezember 274 und wurde in der Kalixtus-Katakombe begraben. 
(Martyrologium Sancrucense)

Montag, 29. Dezember 2025

Reliquien vom hl. Thomas Becket

 

Reliquien des Märtyrererzbischofs von Canterbury, Thomas Becket, Patron des Pfarrklerus
in der Heraldik werden "Choughs" (eine Art Krähe) als "Beckits" bezeichnet.
Drei rotschnabelfarbene Krähen sind im Wappen von Thomas Becket als Wortspiel mit seinem Namen dargestellt.


Erzbischof, Märtyrer
Namensdeutung: der Zwilling (hebr.)
Namenstage: Thomas, Tom, Tommy, Foma, Tomek, Tammes, Tomislav, weibl.: Tamsin, Tommie, Tomasa, Tommasina, Tòmag
Gedenktag: 29. Dezember

Lebensdaten: geboren am 21. Dezember 1118 in London, gestorben am 29. Dezember 1170 in Canterbury

Lebensgeschichte und Bedeutung: Thomas gehörte der normannischen Oberschicht an und wurde nach Studien in ganz Europa Archidiakon des Erzbischofs von Canterbury. König Heinrich II. berief ihn 1155 zum Lordkanzler; dieses Amt versah Thomas sehr erfolgreich und ganz im Sinne des Königs, auch gegen den Erzbischof von Canterbury.

Als Heinrich II. dann Thomas selber als Erzbischof von Canterbury und Primas von England einsetzte, um noch größeren Einfluss auf die Kirchenpolitik zu nehmen, änderten sich Thomas’ Loyalitätsverhältnisse grundlegend. Er gab sein Kanzleramt zurück, legte seine luxuriösen Lebensgewohnheiten ab, führte das asketische Mönchsleben eines Benediktiners und wehrte die Übergriffe der englischen Krone auf kirchliches Recht und Eigentum ab.

Als der Streit zwischen Erzbischof und König immer mehr eskalierte, musste Thomas Becket aufs Festland flüchten. Von dort aus belegte er den König und die ihm ergebenen englischen Bischöfe mit dem Kirchenbann.

Durch sein unversöhnliches Vorgehen mehr und mehr isoliert – auch Papst Alexander III. ließ ihn fallen –, nahm Thomas schließlich ein Friedensangebot des Königs an und kehrte nach Canterbury zurück, wo er am 29. Dezember 1170 von Gefolgsleuten Heinrichs II. auf den Altarstufen der Kathedrale ermordet wurde.

Verehrung: Ein Jahr nach der Heiligsprechung des Jahres 1173 pilgerte König Heinrich II. zum Grab des bereits hochverehrten Märtyrers und ließ sich zur Buße auspeitschen. Die Wallfahrt zu Thomas’ Grab in Canterbury wurde zu einer der größten von ganz Europa. 1538, nach der Ermordung seines Lordkanzlers Thomas Morus, ließ König Heinrich VIII. den kostbaren Schrein zerstören und die Gebeine zerstreuen. Reliquien des Heiligen befinden sich im Braunschweiger Dom.



St Thomas of Canterbury RC Church


Sonntag, 28. Dezember 2025

Lehre uns das Leben zu lieben

 

Ermordung der unschuldigen Kinder, Dom von San Gimignano

Herr Jesus Christus,
Du bist das Leben.
Du hast den Tod am Kreuz besiegt,
bist auferstanden und hast das Leben neu geschaffen.
Unser Leben.
Wir bitten dich:
Lehre uns, das Leben zu lieben.
Jedes Leben - die Kinder, die Erwachsenen,
die Alten und die Kinder im Schoß ihrer Mütter.

Beschütze uns alle und segne uns,
damit wir stets das Leben wählen.
Amen.

priesterfuerdasleben.org 

Da stand Josef auf...

 

Flucht nach Ägypten im Dom von San Gimignano

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

13 Als die Sterndeuter wieder gegangen waren,
siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn
und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter
und flieh nach Ägypten;
dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage;
denn Herodes wird das Kind suchen,
um es zu töten.
14 Da stand Josef auf
und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter
nach Ägypten.
15 Dort blieb er bis zum Tod des Herodes.
Denn es sollte sich erfüllen,
was der Herr durch den Propheten gesagt hat:
Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
19 Als Herodes gestorben war,
siehe, da erschien dem Josef in Ägypten
ein Engel des Herrn im Traum
20 und sagte: Steh auf,
nimm das Kind und seine Mutter
und zieh in das Land Israel;
denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben,
sind tot.
21 Da stand er auf
und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.
22 Als er aber hörte,
dass in Judäa Archeláus anstelle seines Vaters Herodes regierte,
fürchtete er sich, dorthin zu gehen.Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte,
zog er in das Gebiet von Galiläa
23 und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder.
Denn es sollte sich erfüllen,
was durch die Propheten gesagt worden ist:
Er wird Nazoräer genannt werden.


Samstag, 27. Dezember 2025

Und ein großes Zeichen ward am Himmel sichtbar

Der Apostel Johannes, nach der Überlieferung Verfasser des vierten Evangeliums und dreier Briefe, war ein Bruder Jakobus’ des Älteren und stammte aus Betsaida, wo sein Vater Zebedäus die Fischerei betrieb. Johannes war kaum jener sanfte Jüngling, den uns die christliche Kunst gemalt hat; er hatte wie sein Bruder ein heftiges Temperament, Jesus nannte die beiden „Donnersöhne“. Johannes war zuerst Jünger des Täufers gewesen, dann folgte er Jesus. Das besondere Vertrauen, das Jesus zu ihm hatte, zeigte sich darin, dass er ihm sterbend seine Mutter anvertraute (Joh 19, 26–27).

Johannes sieht und verfasst die Offenbarung, Kathedrale von Lublin, Hochaltarauszug

Und ein großes Zeichen - eine Erscheinung von sinnbildlicher Bedeutung: (vgl. z. B. Gen 9,12f) - ward am Himmel sichtbar: ein Weib, von der Sonne bekleidet, - eine Frauengestalt, die Himmelsbraut, als Sinnbild für das geistige Israel ist dem Sprachgebrauch des Alten und Neuen Testamentes geläufig; der Sonnenglanz deutet auf die übernatürliche Schönheit; vgl. Ps 103,2: "vom Licht bekleidet" - der Mond zu ihren Füßen, - dem Strahlenden ist das Milde beigegeben; so heißt auch die Braut im Hohenlied (6,10) "schön wie der Mond, auserwählt wie die Sonne" - auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen - zwölf Sterne als Sinnbild für die zwölf Stämme des idealen Israel sah Joseph in seinem Traum (Gen 37,9); sie begegnen auch im spätjüdischen "Testament der zwölf Patriarchen" (Nepht. 5, ist das Testament Naphtali).
(Otto Karrer, die Geheime Offenbarung, 79) 

Kathedrale von Lublin

Freitag, 26. Dezember 2025

Sie stellten falsche Zeugen auf

Unter den sieben Diakonen der Gemeinde von Jerusalem (Apg 6, 5) ragte Stephanus heraus als ein Mann voll Heiligen Geistes. Seine Auseinandersetzung mit den Führern des hellenistischen Judentums endete damit, dass Stephanus vor den Hohen Rat geschleppt und zum Tod verurteilt wurde. Stephanus ist das Urbild des christlichen Märtyrers; er hat Jesus als den gekreuzigten und in die Herrlichkeit Gottes erhobenen Messias verkündet; er hat „den Menschensohn zur Rechten Gottes stehend“ geschaut und für ihn Zeugnis abgelegt durch sein Wort und mit seinem Blut.

Das Tor des Himmels öffnete sich für Stephanus.
Er zog als Erster der Blutzeugen ein
und empfing die Krone der Herrlichkeit.


Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Verhör des hl. Stephanus vor dem Hohen Rat, Saint Etienne, Kathedrale von Chalons en Champagne


8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. 9 Da standen einige auf von der Synagoge der Libertiner[1] und der Kyrenäer und der Alexandriner und einige von denen aus Kilikien und der Provinz Asia und stritten mit Stephanus. 10 Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete.
11 Da stifteten sie einige Männer an, die sprachen: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und gegen Gott. 12 Und sie brachten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, traten herzu und ergriffen ihn und führten ihn vor den Hohen Rat 13 und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz. 14 Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Ordnungen ändern, die uns Mose gegeben hat. 15 Und alle, die im Hohen Rat saßen, blickten auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. (Apg 6, Lutherbibel)

Fenster des hl. Stephanus in Saint Etienne, Chalons en Champagne

Dienstag, 23. Dezember 2025

Du Immanuel

 

Basilika des hl. Ägidius in Bardejob
 

Du Immánuel, unser König und Lehrer:
Komm, eile und schaffe uns Hilfe, du unser Herr und Gott!

Montag, 22. Dezember 2025

Die Seele des Gebetes ist die Feier der göttlichen Gnade

 

Basilika des hl. Ägidius, Bardejov, Slowakei

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 1

In jener Zeit
46 sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan
und sein Name ist heilig.
50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52 er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
55 das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet;
dann kehrte sie nach Hause zurück.
(Evangelium vom 22. Dezember)

Heimsuchung Mariä, 
 

 

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Wir sind am Ende der langen Reise angelangt, die vor genau fünf Jahren von meinem geliebten Vorgänger, dem unvergesslichen Papst Johannes Paul II., begonnen wurde. Der große Papst wollte in seinen Katechesen die gesamte Abfolge der Psalmen und Cantica durchgehen, die das Gewebe der grundlegenden Gebete aus dem Stundengebet und der Vesper bilden. Am Ziel dieser Wallfahrt durch diese Texte angelangt, die wie eine Reise durch den Blumengarten des Lobes, der Anrufung, des Gebetes und der Kontemplation ist, wollen wir jetzt jenem Gesang Raum geben, der jede Vesperfeier besiegelt: dem "Magnifikat" (Lk 1,46-55).

Es ist ein Lied, das die Spiritualität der biblischen "anawim" offen legt, das heißt jener Gläubigen, die sich selbst als "Niedrige" erkannten – nicht nur wegen der Abneigung von jeder Vergötterung von Reichtum und Macht, sondern auch wegen der tiefen Demut des Herzens, frei von der Versuchung des Stolzes, offen für die erlösende göttliche Gnade. Das ganze "Magnifikat", das wir gerade in der Interpretation des Chors der Sixtinischen Kapelle gehört haben, ist durch diese "Niedrigkeit" charakterisiert, auf Griechisch "tapeinosis", womit eine Situation konkreter Demut und Armut gemeint ist.

2. Der erste Satz des Marienlieds (vgl. Lk 1,46-50) ist wie eine Art Sologesang, in dem die Solistin ihre Stimme zum Himmel erhebt, bis diese zum Herrn dringt. Es ist tatsächlich auffallend, wie oft hier die erste Person verwendet wird: "meine Seele, mein Geist, mein Retter; sie werden mich selig preisen, er hat Großes an mir getan…" Die Seele des Gebetes ist somit die Feier der göttlichen Gnade, die in das Herz und die Existenz von Maria Einzug gehalten und sie zur Mutter des Herrn gemacht hat. Wir hören die Stimme der Jungfrau, die genau auf diese Weise von ihrem Retter spricht, der große Dinge an ihrer Seele und an ihrem Leib vollbracht hat.

Die innere Struktur ihres Gebetsgesangs ist Lob, Danksagung, dankbare Freude. Aber dieses persönliche Zeugnis ist nicht einzelgängerisch und privat, bloß individualistisch, denn die Jungfrau und Mutter ist sich dessen bewusst, dass sie einen Auftrag hat, den sie für die Menschheit erfüllen muss, und dass ihr Leben in der Heilsgeschichte eingebettet ist. So kann sie sagen: "Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten" (Vers 50). Mit diesem Lobpreis auf den Herrn verleiht die Jungfrau ihre Stimme allen Geschöpfen, die nach ihrem "Fiat" erlöst worden sind und die in der Gestalt Jesu, geboren von der Jungfrau, das Erbarmen Gottes entdecken.

3. An diesem Punkt angelangt, entwickelt sich der poetische und spirituelle zweite Satz des "Magnifikat" (vgl. Verse 51-55). Es hat den Ton eines Chores, so als würden sich der Stimme Mariens die Stimmen der ganzen Gläubigengemeinschaft anschließen, die die überraschenden Entscheidungen Gottes feiern. Im griechischen Original des Lukasevangeliums finden wir sieben Verben im Aorist, die viele andere Taten bezeichnen, die der Herr andauernd in der Geschichte wirkt: Er vollbringt machtvolle Taten, zerstreut die Hochmütigen, stürzt die Mächtigen vom Thron, erhöht die Niedrigen, beschenkt die Hungernden mit seinen Gaben, lässt die Reichen leer ausgehen, nimmt sich Israels an.

In diesen sieben göttlichen Werken tritt der "Stil" offen zutage, an dem der Herr der Geschichte sein Verhalten inspiriert: Er stellt sich auf die Seite der Geringsten. Häufig bleibt sein Projekt unter dem opaken Terrain der menschlichen Wandels verborgen, in dem diejenigen, "die im Herzen voll Hochmut sind", "die Mächtigen sowie die Reichen triumphieren. Allerdings ist es bestimmt, dass sich seine geheime Stärke zum Schluss manifestiert, um zu zeigen, wer die wahren Lieblinge Gottes sind: Diejenigen, die seinem Wort treu sind, die Niedrigen, die Hungernden, sein Knecht Israel, das heißt die Gemeinschaft des Wortes Gottes, die – wie Maria – aus denjenigen besteht, die im Herzen arm, rein und einfach sind. Sie bilden diese 'kleine Herde', die dazu eingeladen ist, sich nicht zu fürchten, da es dem Vater Wohlgefallen bereitet, ihr sein Reich zu schenken (vgl. Lk 12,32). Auf diese Weise lädt uns dieses Lied dazu ein, uns dieser kleinen Herde anzuschließen und wirklich Glieder des Volkes Gottes zu sein – in der Reinheit und der Einfachheit des Herzens, in der Liebe Gottes.

4. Nehmen wir also die Einladung an, die der heilige Ambrosius in seinem Kommentar zum "Magnifikat" an uns richtet. Der große Kirchenlehrer mahnt: "Möge in jedem das Herz Mariens über den Herrn frohlocken, möge in jedem der Geist Mariens den Herrn lobpreisen; Ja, gemäß dem Fleisch hat Christus nur eine Mutter, gemäß dem Glauben bringen alle Seelen Christus hervor; jede einzelne nimmt tatsächlich das Wort Gottes in sich auf… Die Seele Mariens lobt den Herrn, und ihr Geist jubelt in Gott, denn mit ihrer Seele und mit ihrem Geist, die dem Vater und dem Sohn geweiht sind, betet sie mit frommer Liebe nur einen Gott an, aus dem alles hervorgeht, und nur einen Herrn, kraft dessen alle Dinge existieren" ("Kommentar zum Evangelium nach Lukas" – "Esposizione del Vangelo secondo Luca" –, 2,26-27: Saemo, XI, Mailand-Rom 1978, 169).

In diesem wundervollen Kommentar des "Magnifikat" vom heiligen Ambrosius beeindruckt mich immer dieses überraschende Wort: "Ja, gemäß dem Fleisch hat Christus nur eine Mutter, gemäß dem Glauben bringen alle Seelen Christus hervor; jede einzelne nimmt tatsächlich das Wort Gottes in sich auf." Auf diese Weise lädt uns der heilige Lehrer, der die Worte der Jungfrau interpretiert, dazu ein, dem Herrn eine Wohnstätte in unserer Seele und in unserem Leben anzubieten. Wir dürfen ihn nicht nur in unserem Herzen tragen, sondern müssen ihn der Welt bringen – damit auch wir Christus für unsere Zeit hervorbringen können. Bitten wir den Herrn, dass er uns hilft, ihn mit dem Geist und der Seele Mariens zu preisen und Christus von Neuem in unsere Welt zu tragen. 
Benedikt XVI., 16.2.2006, Katechesen zu Psalmen und Hymnen der Vesperliturgie)


Altar der Geburt des Herrn, 1480-90, St. Ägidius, Bardejov