Donnerstag, 6. April 2017

Der Kalvarienberg in Wien-Hernals - Jesus büßt die Hauptsünde der Unmäßigkeit (5)




1866    Die Laster lassen sich nach den Tugenden ordnen, deren Gegensatz sie sind, oder auch mit den Hauptsünden in Verbindung bringen, welche die christliche Erfahrung in Anlehnung an den hl. Johannes Cassian und den hl. Gregor d. Gr [Vgl. mor. 31,45] unterschieden hat. Als Hauptsünden werden sie deshalb bezeichnet, weil sie weitere Sünden, weitere Laster erzeugen. Hauptsünden sind: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit oder Überdruß [acedia] 




2290 Die Tugend der Mäßigung läßt Unmäßigkeit aller Art meiden: jedes Übermaß an Speisen, Alkohol, Tabak und Medikamenten. Wer in betrunkenem Zustand oder im Geschwindigkeitsrausch auf der Straße, auf dem Wasser oder in der Luft die Sicherheit anderer und die eigene gefährdet, versündigt sich schwer (Vgl. dazu auch 1809).





2536 Das zehnte Gebot verbietet die Gier und das maßlose Verlangen nach irdischen Gütern; es verbietet die ungezügelte Habsucht, die aus dem unmäßigen, leidenschaftlichen Verlangen nach Reichtum und der damit verbundenen Macht entsteht. Es untersagt auch das Verlangen, eine Ungerechtigkeit zu begehen, die den irdischen Besitz eines anderen schädigen würde (Vgl. dazu auch 2445):

„Wenn durch das Gesetz verboten wird: ‚Du sollst nicht begehren‘ haben diese Worte den Sinn, daß wir unsere Begierden von fremden Dingen fernhalten; denn der Durst der Begierde nach fremden Dingen ist sehr groß und unendlich und läßt sich nie stillen, wie die Schrift sagt: ‚Der Geizige wird nie genug Geld bekommen‘ (Koh 5,9)“ (Catech. R. 3,10,13).

2450 „Du sollst nicht stehlen“ (Dtn 5 19). Weder „Diebe, noch Habgierige ... keine Räuber werden das Reich Gottes erben“ (1 Kor 6 10).
(Katechismus der Katholischen Kirche, KKK)






Um die Laster loszuwerden, empfehlen die orthodoxen Heiligen das aufrichtige Gebet (vor allem das Jesusgebet), das Meiden verführerischer Dinge und schlechter Orte, das Fasten, das Almosengeben, die Teilnahme an den Sakramenten, die Geduld und das Erkennen der eigenen Schwäche.
Es ist auch hilfreich, folgende Gebete oft zu beten, falls man vom Laster des unbeherrschten Nahrungstriebes gequält wird:

Rosenkranzgebet des Hl. Nikodemus, gegen das Laster der Gefräßigkeit:
O mein Herr Jesus! Ich komme aus eigener Kraft gegen das Laster der Gefräßigkeit
nicht an; hilf mir, dem Sünder (der Sünderin)! (mind. 33 x)

Gebet gegen das Laster der Gefräßigkeit:
Gott, mein Vater, mit dem Laster der Gefräßigkeit schade ich meinem Leib und
meiner Seele. Es tut mir Leid, das ich unenthaltsam war. Vergib mir. Erlöse mich von
dem Laster der Gefräßigkeit. (3 x)

Bitte um göttliche Hilfe, zur Überwindung der Gefräßigkeit:
Gott, mein Vater, ich habe manchmal einen unbeherrschten Nahrungstrieb. Herr, hilf
mir! Meine Seele braucht Trost. Sie ist bedürftig. Sie will, dass deine Gnade mich
sättigt, denn „die Armen sollen essen und satt werden, und den Herrn werden loben,
die ihn suchen; ihre Herzen werden in die Ewigkeiten der Ewigkeiten leben.“ Sättige
meine Seele. Hilf mir auch das Laster des unbeherrschten Essens abzulegen. Ich
danke dir. Amen.


Mittwoch, 5. April 2017

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle in der Wiener Dominikanerkirche

südliche Langhauswand der Dominikanerkirche Wien, links Querschiffkapelle des hl. Dominikus
(Anbetung der heiligsten Dreifaltigkeit durch Dominikus)

Langhauskapellen, rechts: Hl. Mutter Anna, Mitte: Vinzenz-Ferrer-Kapelle, links: Katharina v. Alexandrien


Vinzenz Ferrer Kapelle, Dominikanerkirche Wien

Die Vinzenz-Ferrer-Kapelle ist eine Stiftung des Malers Francois Roettiers. Die einheitliche Ausstattung in rötlichem und vergoldetem Stuckmarmor geht auf seinen Entwurf zurück.
(...) Das Altarbild (signiert 1726) ist von Roettiers selbst gemalt und stellt den Heiligen bei einer Totenerweckung dar.

Vinzenz Ferrer bei einer Totenerweckung, Dominikanerkirche, Wien

Die Engelfiguren mit Posaune sowie die Stuckembleme weisen auf die Sendung des großen spätmittelalterlichen Bußpredigers Ferrer hin.








Das qualitätsvolle Predellabild in goldgefasstem Rahmen mit einer Dornenkrönung ist wohl der Rest des Altarblattes der Vorgängerkapelle (Krönungskapelle).
(Text aus dem Kirchenführer)

Dornenkrönung, Dominikanerkirche Wien

Von hoher Qualität und dem Umkreis Johann Bendls zuzurechnen sind die 1840 bronzierten Holzfiguren von Hieronymus und Maria Magdalena (nach 1760).



Hieronymus, Dominikanerkirche, Wien

Maria Magdalena, Dominikanerkirche, Wien


Hochaltarbild von Leopold Kuppelwieser, Einsetzung und Feier des Rosenkranzfestes durch Papst Pius V

Aber nur eines ist notwendig!






Am Grab der hl. Crescentia Höss
Christus tröstet Crescentia

Dienstag, 4. April 2017

Die Kapelle des hl. Isidor von Sevilla in der Kathedrale von Sevilla

Kathedrale von Sevilla

Kapelle des hl. Isidor (in der Mitte), links der hl. Franz von Assisi, rechts: hl. Diego bzw. Didacus de Alcala

Ursprünglich diente die Kapelle der Aufbewahrung liturgischer Gesangbücher. Sie wurde um 1520 außerhalb des Gebäudes errichtet. 1661 wurden hier zwei Domherren bestattet, aus dieser Zeit stammt auch das Retabel.

hl. Isidor von Sevilla, Kathedrale von Sevilla






Der Gote Isidor ist der Nationalheros der spanischen Kirche, der "letzte abendländische Kirchenvater" und der "große Schulmeister des Mittelalters.
Sein älterer Bruder, der hl. Leander, sorgte nach dem frühen Tod der Eltern dafür, dass Isidor eine glänzende Ausbildung erhielt.
Er bemerkte jedoch, dass die Natur diesem bei allen Talenten ein unruhiges Blut und einen flüchtigen Geist gegeben hatte, der sich nicht mit geregelter und anstrengender Arbeit vertrug. So musste Leander ihn oft im Arbeitszimmer einschließen, um durch die Last der Einsamkeit die Unlust zur Arbeit zu brechen.
Es glückte: Isidor lernte Latein, Griechisch und Hebräisch, studierte die klassischen Schriftsteller und wuchs zu einem glänzenden Redner heran.
(Sellner, Rebellen Gottes, 166)


Hängeschmuck im Gewölbe

Diego de Alcala

Franz von Assisi, Kathedrale von Sevilla

Isidor von Sevilla

HIER: Am Grab des hl. Isidor von Sevilla in Leon

Reliquienschrein des hl. Isidor von Sevilla, San Isidoro, Leon


Durch Gebete werden wir gereinigt,
durch die Lesung der Hl. Schrift unterrichtet.
Beides ist gut, wenn es zugleich möglich ist,
anderenfalls ist Beten besser als Lesen.
 
Wer immer bei Gott sein will,
muss viel beten und viel in der Hl. Schrift lesen.
Wenn wir beten, sprechen wir mit Gott,
wenn wir lesen, spricht Gott zu uns.

(Isidor von Sevilla)

Montag, 3. April 2017

Der Kalvarienberg in Wien-Hernals - Jesus büßt die Hauptsünde der Trägheit (4)


2094    Man kann auf verschiedene Weise gegen die Liebe zu Gott sündigen. Gleichgültigkeit versäumt es oder weigert sich, an die Liebe Gottes zu denken; sie verkennt deren zuvorkommendes Wesen und leugnet ihre Kraft. Undankbarkeit unterläßt es oder weigert sich, die Liebe Gottes dankbar anzuerkennen und in Gegenliebe zu erwidern. Lauheit zögert oder unterläßt, die göttliche Liebe zu erwidern; in ihr kann die Weigerung liegen, sich dieser Liebe auszuliefern.
Überdruß an geistlichen Dingen [acedia] oder geistige Trägheit kann so weit gehen, daß man die von Gott kommende Freude verschmäht und das göttliche Gut verabscheut. Haß gegen Gott entspringt dem Stolz. Er widersetzt sich der Liebe Gottes, dessen Güte er leugnet und den er vorgeblich deswegen verwünscht, weil Gott die Sünden verbietet und Strafen verhängt (Vgl. dazu auch 2733, 2303).


2128 Im Agnostizismus kann zuweilen ein gewisses Suchen nach Gott liegen; er kann aber auch auf Gleichgültigkeit beruhen, auf einer Flucht vor der letzten Daseinsfrage und einer Trägheit des Gewissens. Allzuoft kommt der Agnostizismus dem praktischen Atheismus gleich (Vgl. dazu auch 1036).
(Katechismus der katholischen Kirche, KKK)

Symbol für die Trägheit: der faule Esel legt sich nieder







Es ist auch hilfreich, folgende Gebete oft zu beten, falls man vom Laster der Trägheit gequält wird:

Rosenkranzgebet des Hl. Nikodemus, gegen das Laster der Trägheit:
O mein Herr Jesus! Ich komme aus eigener Kraft gegen das Laster der Trägheit nicht an;
hilf mir, dem Sünder (der Sünderin)! (mind. 33 x)

Gebet gegen das Laster der Trägheit:
Gott, mein Vater, erlöse mich von der geistlichen Lustlosigkeit.
Herr Jesus Christus, du Sohn Gottes, erbarme dich über mich Sünder(in).
Vergib mir und hilf mir meine unnütze Trauer aufzugeben. Jesus, hilf mir! Ich bin schwach.
Vergib mir meine Sünden. Erlöse mich von den Dämonen der Trägheit und der Trauer.
Ich leide, denn ich lebte ohne dich. Vergib mir! Komm, Herr Jesus!
Erlöse mich von dem Bösen. Herr, rette mich sündigen Menschen. Amen. (3 x)

Bitte um göttliche Hilfe, zur Überwindung der Trägheit:
Gott, mein Vater, ich habe mich versündigt. Bitte erbarme dich meiner.
Ich habe der Trägheit Raum gegeben.
In mir ist Überdruss am geistlichen Leben und spirituelle Lustlosigkeit.
Bitte hilf mir. Ich vergaß dich. Ich betete zu wenig. Es reut mich.
Ich habe mich versündigt. Vergib mir. Befreie mich. Erlöse mich von dem Bösen. Amen.
Komm Herr Jesus!
(russisch orthodoxe Gebete)

Kalvarienberg Wien-Hernals, Jesus büßt die Hauptsünde der Trägheit