Samstag, 13. Januar 2018

Hilarius von Poitiers - ein standhafter Bischof

Hilariusfenster in Saint Hilaire-le-Grand, 1958-60, Poitiers

Hilarius von Poitiers, Bischof. Hilarius wurde um 315 geboren und war wohl im Verwaltungsdienst tätig, als er als Erwachsener um 345 die Taufe empfing. Schon 350 wurde er Bischof von Poitiers. Hilarius stand im Kampf gegen die Irrlehre des Aríus und wurde von den militanten Arianern 356 nach Phrygien verbannt, konnte aber nach vier Jahren zurückkehren. Aus dem gemeinsamen Leben des Bischofs mit seinen Klerikern entstanden die ersten klösterlichen Gemeinschaften Galliens. Hilarius gilt auch als der erste Hymnendichter der lateinischen Kirche. Er starb zu Anfang des Jahres 367 und wurde nach alter Überlieferung am 13. Jänner beigesetzt. Das Grab des Kirchenvaters befindet sich im Saint-Hilaire-le-Grand in Poitiers.
(vgl. Martyrologium Sancrucense)

Hilarius rühmt das Zeichen der Taufe

Der hl. Hilarius begegnet dem hl. Martin und seinen Mönchen



Martinus nahm also seinen Abschied und ging hernach zum heiligen Hilarius, Bischof von Poitiers, der damals, wie allgemein bekannt, für die Sache Gottes mit bewährter, erprobter Glaubensfestigkeit eintrat. Martinus hielt sich bei ihm einige Zeit auf. Hilarius versuchte, ihn durch die Diakonatsweihe enger an sich zu ziehen und dauernd für den kirchlichen Dienst zu gewinnen. Allein Martinus sträubte sich immer aufs neue dagegen, da er unwürdig sei. So erkannte der Bischof mit seinem klaren Blick, es bleibe nur ein Mittel übrig, Martinus festzuhalten, wenn man ihm nämlich ein Amt übertrage, das etwa als eine Beleidigung für ihn gelten konnte. Deshalb legte er ihm nahe, sich zum Exorzist weihen zu lassen. Diese Weihe wies Martinus nicht zurück, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob er sie ihres niederen Grades wegen verachte.
Bald darauf wurde er im Traum ermahnt, wieder in sein Vaterland zurückzukehren und in frommem Eifer seine immer noch heidnischen Eltern zu besuchen. Er machte sich mit Einwilligung des hl. Hilarius auf den Weg. Dieser nötigte ihm durch Bitten und Tränen das Versprechen ab, daß er wieder zurückkehren werde. Es wird erzählt, Martinus habe mit kummervollem Herzen diese Reise angetreten; denn es werde ihm viel Leid begegnen, so habe er seinen Brüdern versichert. Es kam dann auch wirklich so. Zunächst verirrte er sich in den Alpen und fiel Räubern in die Hände. Schon schwang einer von ihnen ein Beil, um mit wuchtigem Schlag sein Haupt zu treffen; doch ein anderer hielt den Todesstreich auf. Man band Martinus die Hände auf den Rücken und übergab ihn einem zur Bewachung und Ausplünderung. Dieser führte ihn beiseite und erkundigte sich, wer er sei. Seine Antwort lautete, er sei Christ. Er fragte ihn dann, ob er Angst habe. Da erklärte Martinus voll Festigkeit, er habe sich nie so sicher gefühlt; er wisse ja, daß Gottes Barmherzigkeit vor allem in Heimsuchungen helfend nahe sei; über den Räuber müsse er sich mehr betrüben, da er seines Räuberhandwerkes wegen kein Anrecht auf die Barmherzigkeit Christi habe. Martinus knüpfte daran ein Gespräch über das Evangelium und verkündete dem Räuber das Wort Gottes. Kurzum, der Räuber wurde gläubig und gab Martinus das Geleit, führte ihn auf den rechten Weg zurück und bat ihn auch, er möge für ihn zu Gott flehen. Später sah man denselben Mann ein frommes Leben führen. So soll denn, was ich soeben erzählt habe, aus seinem eigenen Munde stammen.
(Vita sancti Martini, 5)

 
Die hll. Hilarius und Martin bei den Mönchen von Liguge

Das Kloster Liguge wurde durch den heiligen Martin von Tours 361 gegründet. Er war in Trier dem dorthin verbannten Athanasius begegnet, dem Biografen des Mönchsvaters Antonius. Ligugé gilt damit als erstes Kloster des Abendlandes. Martin nutzte dafür eine verlassene römische Siedlung. Er wollte seinem verehrten Lehrer und Vorbild Hilarius von Poitiers nahe sein, der von 350 bis 367 Bischof von Poitiers war. Zunächst errichtete er eine Einsiedlerzelle, der sich aber bald 60 weitere Mönche anschlossen. Einige Quellen berichten, dass Hilarius das Kloster für Martin gestiftet habe. Martin selbst wurde dort zum Priester geweiht und war bis 370 Abt in Ligugé. (wikipedia)

Saint Hilaire le Grand, Poitiers

Saint Hilaire le Grand, Poitiers

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