Sonntag, 2. April 2017

Lazarus, komm heraus!



Christus erweckt Lazarus von den Toten, Catholic Apostolic Church, London


1 Es war aber einer krank, Lazarus, von Betanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
2 Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete; deren Bruder Lazarus war krank.
3 Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank!
4 Als aber Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde.
5 Jesus aber liebte die Marta und ihre Schwester und den Lazarus.
6 Als er nun hörte, dass er krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.
7 Danach erst spricht er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
8 Die Jünger sagen zu ihm: Rabbi, eben suchten die Juden dich zu steinigen, und wieder gehst du dahin?
9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht;
10 wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
11 Dies sprach er, und danach sagt er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen; aber ich gehe hin, damit ich ihn aufwecke.
12 Da sprachen die Jünger zu ihm: Herr, wenn er eingeschlafen ist, so wird er geheilt werden.
13 Jesus aber hatte von seinem Tod gesprochen: sie aber meinten, er rede von der Ruhe des Schlafes.
14 Dann nun sagte ihnen Jesus geradeheraus: Lazarus ist gestorben;
15 und ich bin froh um euretwillen, dass ich nicht dort war, damit ihr glaubt; aber lasst uns zu ihm gehen.
16 Da sprach Thomas, der auch Zwilling genannt ist, zu den Mitjüngern: Lasst auch uns gehen, dass wir mit ihm sterben.

LAZARUS, KOMM HERAUS!

17 Als nun Jesus kam, fand er ihn schon vier Tage in der Gruft liegen.
18 Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien weit;
19 und viele von den Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten.
20 Marta nun, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm entgegen. Maria aber saß im Haus.
21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben;
22 und jetzt weiß ich, dass, was du von Gott bitten magst, Gott dir geben wird.
23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.
25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist;
26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?
27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Und als sie dies gesagt hatte, ging sie hin und rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte: Der Lehrer ist da und ruft dich.
29 Als jene es hörte, stand sie schnell auf und ging zu ihm.
30 Jesus aber war noch nicht in das Dorf gekommen, sondern war an dem Ort, wo Marta ihm begegnet war.
31 Als nun die Juden, die bei ihr im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass Maria schnell aufstand und hinausging, folgten sie ihr, da sie meinten, sie gehe zur Gruft, um dort zu weinen.
32 Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.
33 Als nun Jesus sie weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, ergrimmte er im Geist und wurde erschüttert
34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sagen zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Jesus weinte.
36 Da sprachen die Juden: Siehe, wie lieb hat er ihn gehabt!
37 Einige aber von ihnen sagten: Konnte dieser, der die Augen des Blinden öffnete, nicht machen, dass auch dieser nicht gestorben wäre?
38 Jesus nun, wieder in seinem Innern erzürnt, kommt zur Gruft. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor.
39 Jesus spricht: Nehmt den Stein weg! Die Schwester des Verstorbenen, Marta, spricht zu ihm: Herr, er riecht schon, denn er ist vier Tage hier.
40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, wenn du glaubtest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Sie nahmen nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
43 Und als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
44 Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus spricht zu ihnen: Macht ihn frei und lasst ihn gehen!
45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was er getan hatte, glaubten an ihn.
46 Einige aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
(Evangelium vom 5. Fastensonntag)

Auferweckung des Lazarus, St Paul - Knightsbridge, London


Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Samstag, 1. April 2017

Schneeflocken im Frühling


 

Der Kalvarienberg in Wien-Hernals - Jesus büßt die Hauptsünde der Hoffart (3)





2094 Man kann auf verschiedene Weise gegen die Liebe zu Gott sündigen. Gleichgültigkeit versäumt es oder weigert sich, an die Liebe Gottes zu denken; sie verkennt deren zuvorkommendes Wesen und leugnet ihre Kraft. Undankbarkeit unterläßt es oder weigert sich, die Liebe Gottes dankbar anzuerkennen und in Gegenliebe zu erwidern. Lauheit zögert oder unterläßt, die göttliche Liebe zu erwidern; in ihr kann die Weigerung liegen, sich dieser Liebe auszuliefern. Überdruß an geistlichen Dingen [acedia] oder geistige Trägheit kann so weit gehen, daß man die von Gott kommende Freude verschmäht und das göttliche Gut verabscheut.
Haß gegen Gott entspringt dem Stolz. Er widersetzt sich der Liebe Gottes, dessen Güte er leugnet und den er vorgeblich deswegen verwünscht, weil Gott die Sünden verbietet und Strafen verhängt (Vgl. dazu auch 2733, 2303).
(Katechismus der Katholischen Kirche, KKK)


Symbol für den Stolz: der sich aufplusternde Pfau, viel Aufputz, wenig Inhalt,
mehr Schein als Sein



Um die Laster loszuwerden, empfehlen die orthodoxen Heiligen das aufrichtige Gebet (vor allem das Jesusgebet), das Meiden verführerischer Dinge und schlechter Orte, das Fasten, das Almosengeben, die Teilnahme an den Sakramenten, die Geduld und das Erkennen der eigenen Schwäche. Es ist auch hilfreich, folgende Gebete oft zu beten, falls man vom Laster des Stolzes gequält wird:

Rosenkranzgebet des Hl. Nikodemus, gegen das Laster des Stolzes:
O mein Herr Jesus! Ich komme aus eigener Kraft gegen das Laster des Stolzes nicht an; hilf mir, dem Sünder (der Sünderin)! (mind. 33 x)




Gebet gegen das Laster des Stolzes:
Gott, mein Vater, meine Seele ist krank. Ich bin hochmütig und stolz.
Ich lebe mit Selbstüberhebung und großem Egoismus.
Ich suchte meine Selbstverwirklichung, nicht die Liebe. Die Liebe Gottes interessierte mich nicht. Wie der Satan sündigte ich mit Ehrgeiz, Prahlerei Vermessenheit und Kühnheit.
Ich machte mich zu meinem eigenen Götzen.
Von Adam und Eva habe ich dieses kranke Denken geerbt.
Herr, vergib mir. Heile mein Denken. Schenke mir Liebe und Demut. Amen. (3 x)

Bitte um göttliche Hilfe, zur Überwindung des Stolzes:
Gott, mein Vater, hilf mir. Ich bin ein sündiger Mensch.
Das Laster des Stolzes quält mich, deshalb ist mein Inneres voller Unruhe.
Es tut mir Leid, dass ich mich versündigt hatte. Ich bereue meinen Stolz und meine Sünden.
Ich habe mich überhoben, obwohl ich nur ein Mensch bin, der bald sterben wird.
Herr, hilf mir! Ich bin krank. Ich bereue mein Fehlverhalten.
Erlöse mich von meinem Stolz.
Erlöse mich von meiner Selbstgefälligkeit.
Erlöse mich von meiner Selbstgerechtigkeit.
Meine Seele ist sehr krank. Schenke mir deine Gnade.
Heile meine Seele. Erlöse sie bitte. Befreie sie von ihren Lastern. Amen.


Kalvarienberg Wien-Hernals: Jesus büßt die Sünde der Hoffart