Mittwoch, 9. März 2016

Am Geburtsort des hl. Dominikus Savio


Dominikus Savio, Jugendlicher. Dominikus Savio wurde am 2. April 1842 in der Nähe von Turin geboren, er durfte bereits im Alter von sieben Jahren die erste heilige Kommunion empfangen. Dies war im 19. Jahrhundert durchaus ungewöhnlich. Seit 1854 war er im Oratorium zu Turin, wo er der Lieblingsschüler Don Boscos wurde. Dominikus war nicht nur sehr begabt, sondern auch von einem leidenschaftlichen Drang nach Vollkommenheit, von großer Liebe zum eucharistischen Herrn und zur Muttergottes beseelt. Er starb kurz vor seinem 15. Geburtstag am 9. März 1857 in Mondonio d’Asti. In seinem Orden wird seiner am 9. Mai gedacht. Dominikus Savio wird als Knabe beim Ministrieren oder zu Füßen Don Boscos dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Dominikus Savio in Radio Horeb (50 min)

Die Heiligkeit besteht für uns darin, fröhlich zu sein (Domenico Savio)
Bringt allen die Freude Christi (Johannes Paul II.)


Geburtshaus des Dominikus Savio, Riva Presso Chieri


In diesem Häuschen wurde am 2. April 1842 Domenico Savio geboren, er starb am 9. März 1857 in Mondonio.
Sterbend sagte er: Ich sehe etwas Schönes. Und in der Todesstunde: Nimm mich auf, damit ich auf ewig dein Lob singen kann.



Arbeitsgeräte des Vaters von Domenico Savio, der Schmid war



Dominikus Savio ist Patron der katholischen Jugend, der Sängerknaben, der Ministranten und der schwangeren Mütter




Todesurkunde von Dominikus Savio

Geburtsurkunde und Taufschein des hl. Domenico Savio

Heiratsurkunde der Eltern





Feier des 100jährigen Todestages von San Domenico Savio

Lebensmotto des hl. Domenico seit der Erstkommunion: Den Tod, aber nicht die Sünde, oder: lieber den Tod als die Sünde








Heiliger Dominikus Savio, in der Schule Don Boscos hast du gelernt,
die Pfade jugendlicher Heiligkeit zu gehen.
Hilf uns, deine Liebe zu Jesus und Maria
sowie deinen Eifer für die Rettung der Seelen nachzuahmen.
Erflehe uns die Gnade, dass auch wir entschlossen die Sünde meiden
und für das Reich Gottes arbeiten, um unser ewiges Heil zu erlangen
und anderen zu helfen auf diesem Weg. Amen.

Statue des hl. Dominikus Savio, anlässlich seines 100. Todestages errichtet

Montag, 7. März 2016

Felicitas und Perpetua

In der Mitte des Bogens, der sich über dem Altar erhebt, ist ein Lamm dargestellt, das Symbol für Jesus, der sich für die
Menschen geopfert hat, rechts und links Jungfrauen und Märtyrer, die dem Lamm folgen, rechts unten die hl. Perpetua, Euphrasius-Basilika, Porec


Perpetua und Felicitas, frühchristliche Märtyrinnen in Karthago. Perpetua, aus vornehmer Familie stammend, Felicitas, aus dem Sklavenstand, wurden zusammen mit einer Reihe junger Leute, die größtenteils aus Sklaven bestand, in Karthago zur Zeit des Kaisers Septi-mius Severus verhaftet. Beide waren jung verheiratet, beide waren christliche Katechumenen.
Der Vater der Perpetua hatte mit allen Mitteln verzweifelt versucht, sie zur Umkehr zu bewegen: „Hab Mitleid, Mädchen, mit meinen grauen Haaren!... Mach mir doch jetzt keine Schande vor den Menschen!“ Die Märtyrerakten, die zu den ergreifendsten Dokumenten aus der christlichen Frühzeit gerechnet werden, berichten, wie beide im Kerker die Taufe empfingen. Am 7. März des Jahres 202 oder 203 wurden Perpetua und Felicitas bei Festspielen in Karthago anlässlich des Geburtstages des Kaisers Geta den wilden Tieren im Amphitheater vorgeworfen. Als die beiden trotz schwerer Verletzungen noch lebten, töteten Henker sie durch Dolchstiche in den Hals. Ein Augenzeuge überlieferte das Geschehen. Schon bald genossen diese Akten, die in lateinischer und griechischer Fassung erhalten sind, hohes Ansehen. Die Märtyrerakten wurden in den Gemeinden Afrikas beim Gottesdienst verlesen, wie Augustinus eigens bezeugt. Felicitas und Perpetua wurden auch in den römischen Messkanon aufgenommen.
(Martyrologium Sancrucense)

hl. Felicitas, Euphrasius-Basilika, Porec



Was nun Felizitas betrifft, so wurde auch ihr die Gnade des Herrn zuteil, nämlich so: Da sie schon im achten Monat schwanger war (sie war nämlich als Schwangere festgenommen worden), quälte sie, als der Tag der Schauspiele herannahte, die große Sorge, ihr Martyrium könne wegen ihrer Schwangerschaft verschoben werden. Es ist nämlich nicht erlaubt, Schwangere hinzurichten. Deshalb fürchtete sie, daß sie vielleicht erst später mit anderen, etwa mit Verbrechern, ihr heiliges und unschuldiges Blut vergießen würde. Aber auch ihre Mitmärtyrer sorgten sich sehr, weil sie eine so gute Gefährtin, obwohl sie doch eigentlich ihre Begleiterin sein sollte, allein auf dem Wege der gleichen Hoffnung zurücklassen mußten. In einmütigem Seufzen sandten sie daher zwei Tage vor dem Spiel gemeinsam ihr Gebet zum Herrn, und sofort nach dem Gebet wurde Felizitas von den Wehen ergriffen. Da sie, wie es bei einer Entbindung im achten Monat natürlich ist, sich bei der Niederkunft abquälte und große Schmerzen erlitt, sagte einer von den Gefängniswärtern zu ihr: Wenn du jetzt schon so schreist, was willst du dann tun, wenn du den Bestien vorgeworfen wirst? Sie aber antwortete: Was ich jetzt leide, das leide ich; dort aber wird ein anderer in mir sein, der für mich leiden wird; denn ich werde ja auch für ihn leiden. So gebar sie ein Mädchen, das eine von unseren Schwestern als Tochter annahm und aufzog.

hl. Perpetua, unten, leider fotografisch abgeschnitten

Da sagte mir mein Bruder: Frau Schwester, du bist schon in so großer Huld, daß du dir ein Gesicht erbitten kannst, durch das dir gezeigt wird, ob die Passion bevorsteht oder die Freilassung. Weil ich wußte, daß ich vertraulich mit dem Herrn, von dem ich so große Wohltaten empfangen hatte, reden konnte, versprach ich dem Bruder zuversichtlich: Morgen werde ich dir berichten. Ich betete, und mir wurde folgendes Gesicht zuteil: Ich schaute eine erzene Leiter von erstaunlicher Größe; sie reichte bis zum Himmel und war so schmal, daß man nur einzeln auf ihr hinaufsteigen konnte. An den Holmen der Leiter waren alle Arten von Eisenwerkzeugen befestigt: Schwerter, Lanzen, Haken, Messer und Spieße. Wenn einer lässig hinaufstieg, nicht angespannt nach oben schaute, mußte er sich an den Geräten so verletzen, daß sein Fleisch daran hängenblieb. Unter der Leiter lag ein ungewöhnlich großer Drache; er lauerte den Hinaufsteigenden auf und versuchte, sie einzuschüchtern, damit sie nicht hinaufkletterten. Zuerst aber stieg Saturus hinauf, der sich später unsertwegen freiwillig gestellt hatte; denn er hatte uns zum Christentum geführt und war damals, als wir verhaftet wurden, nicht dabei gewesen. Er erreichte das Ende der Leiter, drehte sich um und sagte zu mir: Perpetua, ich warte auf dich. Aber gib acht, daß dieser Drache dich nicht beißt! Ich antwortete: Er wird mir nicht schaden! Im Namen Jesu Christi! Da streckte der Drache, als ob er mich fürchtete, langsam den Kopf unter der Leiter hervor. Ich aber trat ihm auf den Kopf, als sei er die erste Sprosse. Ich stieg weiter hinauf, und oben sah ich einen weit ausgedehnten Park; mitten darin saß ein weißhaariger, hochbetagter Mann in Hirtentracht und molk die Schafe. Rings um ihn standen viele Tausende in weißen Kleidern. Er hob den Kopf, sah mich an und sprach zu mir: Willkommen, Kind! Dann rief er mich herbei und gab mir ein Stückchen von dem Käse aus der Molke. Ich empfing es in meine übereinandergelegten Hände und aß es; alle Umstehenden aber sagten: Amen. Beim Klang dieses Wortes wurde ich wach und hatte noch so etwas wie einen süßen Geschmack im Munde. Sofort berichtete ich alles meinem Bruder, und wir erkannten, daß uns die Passion bevorstand. Von da an setzten wir keine Hoffnung mehr auf diese Welt.
(Bericht Perpetuas, Quelle)

ganz oben die hl. Perpetua



Perpetua und Felizitas im Kampf mit der wilden Kuh
Für die jungen Frauen aber hielt der Teufel - in Nachäffung ihres weiblichen Geschlechtes - eine wilde Kuh bereit; man hatte diese gegen allen Brauch eben wegen ihrer ungewöhnlichen Wildheit bereitgestellt. Die beiden Frauen wurden entkleidet und mit Netzen angetan, vorgeführt. Das Volk entsetzte sich, als es sah, daß die eine noch ein zartes Mädchen, die andere aber eben niedergekommen war, wie ihre tropfenden Brüste zeigten. Deshalb wurden beide zurückgerufen und mit langen Gewändern bekleidet. Zuerst wurde Perpetua in die Luft gewirbelt und fiel auf die Lenden. Sobald sie dasaß, zog sie das an der Seite aufgerissene Gewand wieder zusammen, um ihren Oberschenkel zu bedecken; sie achtete mehr auf Sittsamkeit als auf ihre Schmerzen. Dann suchte sie sich eine Nadel, heftete das zerrissene Kleid wieder zusammen und steckte ihre aufgelösten Haare wieder auf. Denn es schickte sich nicht für eine Martyrin, mit aufgelösten Haaren zu leiden; sie durfte doch nicht den Anschein erwecken, als ob sie in ihrer Glorie trauere. Dann stand sie auf, und als sie sah, daß Felizitas niedergeworfen war, ging sie zu ihr hin, reichte ihr die Hand und richtete sie wieder auf. So standen beide aufrecht da. Bei diesem Anblick war die Grausamkeit des Volkes besiegt, und die beiden Martyrinnen wurden zur Lebenspforte zurückgerufen. Dort wurde Perpetua von einem gewissen Rustikus, der damals noch Katechumene und ihr ergeben war, in Empfang genommen. Wie eine, die aus dem Schlaf geweckt worden war (so sehr war sie im Pneuma und in der Ekstase gewesen), schaute sie jetzt um sich und fragte zum Staunen aller: "Wann werden wir denn jener Kuh vorgeführt?" Als sie hörte, daß alles schon vorbei sei, konnte sie es nicht glauben, bis sie die Spuren der Verwundung an ihrem Körper und die Schäden an ihrem Kleid entdeckte. Dann rief sie ihren Bruder und jenen Katechumenen (Rustikus) herbei und ermahnte sie: "Steht fest im Glauben, liebet einander und nehmt an unseren Leiden keinen Anstoß!"

Die glorreiche Vollendung der Passion
An einem anderen Tor redete Saturus mit dem Soldaten Pudens. "Kurz und gut", sprach er, "ich habe bis jetzt noch von keiner Bestie etwas gespürt, so wie ich es erwartet und vorhergesagt hatte. Nun kannst du wahrlich aus ganzem Herzen glauben. Gib acht! Ich gehe jetzt wieder hin, und mit einem einzigen Biß des Leoparden bin ich vollendet." Der Leopard wurde gegen Ende des Schauspiels herausgelassen, und Saturus war, als er vom Kampfe zurückkam, von einem einzigen Biß des Leoparden so blutüberströmt, daß das Volk ihm seine zweite Taufe bezeugte mit dem Rufe: "Heilgewaschen! Heilgewaschen!" Freilich war der heil, der sich so gewaschen hatte. Saturus aber sagte zu dem Soldaten Pudens: "Leb wohl, bleib des Glaubens und meiner eingedenk, und laß dich durch diese Dinge nicht verwirren, sondern bestärken." Zugleich bat er Pudens um den Ring von seinem Finger; er tauchte den Ring in sein Blut und gab ihn dem Pudens als Vermächtnis zurück; so hinterließ er ihm ein Unterpfand und ein Gedächtnis seines Blutes. Dann wurde er, schon ohnmächtig, mit den anderen an den gewohnten Ort zum Abstechen hingeworfen. Das Volk aber forderte sie in die Mitte, um sich mit seinen Blicken an dem Mord zu beteiligen, wenn sie mit dein Schwert durchbohrt wurden. Darauf erhoben sich die Martyrer bereitwillig und begaben sich dorthin, wohin das Volk es wollte. Vorher küßten sie einander, damit das Martyrium durch den gewohnten Friedenskuß seine Vollendung erlangte. Die anderen empfingen das Eisen unbeweglich und schweigend. Saturus vor allem, der zuerst aufgestiegen war, gab auch zuerst seinen Lebensodem (seinem Schöpfer) zurück; er erwartete ja Perpetua. Perpetua aber schrie laut auf, als ihr das Schwert zwischen die Knochen gestoßen wurde und sie etwas Schmerz verkosten durfte. Sie führte dann selber die unsichere Hand des jungen Gladiators an ihre Kehle. Vielleicht konnte eine solche Frau, die von dem unreinen Geiste gefürchtet wurde, nicht anders getötet werden, als wenn sie es selbst wollte.
(Quelle, Ich bin Christ. Frühchristliche Martyrerakten. Übertr. und erläutert von Oda Hagemeyer OSB / Basilissa Hürtgen OSB. - Düsseldorf: Patmos 1961 (Alte Quellen neuer Kraft, hg. von E. v. Severus und Th. Michels), S. 90-110.


Apsismosaik der Euphrasiusbasilika, Porec, Kroatien

Sonntag, 6. März 2016

Der Vater

Der verlorene Sohn kehrt zum Vater heim, Paray-le-Monial, Basilika

Heute aber müssen wir feiern und fröhlich sein;
dein dein Bruder war tot - und er lebt,
er war verloren - und er wurde gefunden.
(aus Lk 15, das Evangelium vom 4. Fastensonntag)

Für die Schilderung des Verhaltens Gottes des Vaters ist es nicht wesentlich, mit wie unvollkommener Reue der Sünder, der nicht weiter weiß, sich auf den Heimweg begibt.
Aller Ton liegt auf dem Vater, der Ausblick hält, ihn von weitem kommen sieht, ihm entgegengeht, ihm um den Hals fällt und ihn küßt. Er hört sich den auswendig gelernten Spruch des Schuldigen an, geht aber nicht darauf ein, sondern ordnet sogleich dessen Ausstaffierung und das große Fest für seine Heimkehr an.
Es ist erstaunlich, daß der Erzähler mit keinem Wort die Verfassung des so Empfangenen schildert, nachdem er dessen Ergehen in der Fremde so anschaulich beschrieben hat. Der Sohn wird einfach überdeckt vom Mantel der väterlichen Liebe, der ihn einhüllt, er taucht unter in der allgemeinen Festlichkeit, in "Musik und TanzW (15,25), die vom Vater anbeorderte überschwengliche Freude ist. Es ist nicht verboten, sich auszumalen, wie dieser Empfang das Herz des "Verlorenen und Wiedergefundenen" berührt, aber wenn es zum Thema gemacht wird, so einzig als eine Auswirkung der restlos unverdienten Liebe des Vaters, in der alle Berechnung untergehen muß.
(H. U. v. Balthasar, Du hast Worte des ewigen Lebens, 97f)

Mittwoch, 2. März 2016

Müssen es bei Einschlafproblemen immer Schafe sein?

Agnes von Böhmen

vlnr: Agnes von Böhmen, Veit/Vitus, Johannes Sarkander

Agnes von Böhmen, Kaisersgattin und Nonne. Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I., der seine Tochter als Mittel zum politischen Zweck gebrauchte. Noch als Kind verlobte er Agnes mit Boleslaw von Schlesien; ihre Erziehung erhielt sie bei den Zisterzienserinnen von Treblitz. Als ihr Bräutigam starb, verlobte der Vater sie dem deutschen Kaiser Friedrich II. Doch die Fürbitte des Papstes konnte Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben.
Da Agnes Elisabeth von Thüringen und Klara von Assisi nacheiferte, mit denen sie in Briefkontakt stand, legte sie 1234 die Krone ab und trat bei den Klarissinnen ein. Schließlich wurde sie Äbtissin des neugegründeten Franziskanerinnenklosters in Prag, ferner stiftete sie das Prager Hospital und daneben die Salvatorkirche. Sie starb am 2. März 1282.
Papst Johannes Paul II. sprach Agnes am 12. November 1989 heilig. Viele haben die Befreiung Böhmens von der 40-jährigen kommunistischen Diktatur der Fürbitte der heiligen Agnes zugeschrieben, da die „sanfte Revolution“ wenige Tage nach der Heiligsprechungsfeier erfolgte und das Regime ohne Blutvergießen zusammenbrach.
(Martyrologium Sancrucense)

Agnes von Böhmen, Veitsdom, Prag

Die selige Agnes von Böhmen bleibt, obschon sie in einer uns so fernen Zeit gelebt hat, auch für heute ein leuchtendes Beispiel christlichen Glaubens und heroischer Liebe, das zum Nachdenken und Nachahmen einlädt.
Auf ihr Leben und ihre Spiritualität treffen die Worte aus dem ersten Petrusbrief zu: "Seid .... besonnen und nüchtern, und betet." So schreibt der Erste der Apostel an die Christen seiner Zeit und fügt hinzu: "Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander.... seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" (1 Petr 4,7-9) Genau das ist das Lebensprogramm der hl. Agnes gewesen: vom zartesten Alter an richtete sie ihre Existenz auf die Suche der himmlischen Güter aus. Nachdem sie einige Heiratsanträge zurückgewiesen hatte, beschloß sie, sich ganz Gott zu weihen, auf daß er in ihrem Leben durch Jesus Christus verherrlicht werde (vgl. 1 Petr 4,11).

(....) Seid untereinander gastfreundlich, ohne zu murren" ( 1 Petr 4,9). Nach dieser Norm richtete die hl. Agnes ständig ihr Handeln aus, mit vollem Vertrauen nahm sie stets die von der Vorsehung zugelassenen Ereignisse in der Gewißheit, daß alles vergeht, die Wahrheit jedoch in Ewigkeit bleibt!
Und das ist die Lehre, die die neue Heilige auch euch, ihren lieben Landsleuten, gibt, und die sie allen gibt. Die menschliche Geschichte ist in ständiger Bewegung, die Zeiten ändern sich mit den wechselnden Generationen und mit den wissenschaftlichen Entdeckungen; am Horizont der Menschheit, die stets unterwegs ist, werden neue Techniken, aber auch neue Sorgen sichtbar, doch die erleuchtende und rettende Wahrheit Christi dauert im Wandel der Ereignisse fort.

Alles, was auf der Erde geschieht, ist vom Allerhöchsten gewollt oder zugelassen, damit die  Menschen den Durst oder die Sehnsucht nach der Wahrheit verspüren, nach ihr streben, sie suchen und zu ihr gelangen!

(aus der Ansprache von Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung von Agnes von Böhmen, in: F. Holböck, die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 3, 334f)

oben: Apostel Andreas, Veitsdom, Prag