Dienstag, 2. Januar 2018

Gregor von Nazianz über die Geburt Christi

Basilius von Caesarea und ...

Gregor von Nazianz, Bischof und Kirchenlehrer. Gregor wurde um 330 in Arianz bei Nazianz geboren, er lernte während seines langen Studiums in Athen Basilius kennen, mit dem er um 360 am Schwarzen Meer in der Einsamkeit lebte. Nachdem Basilius Erzbischof geworden war, weihte er Gregor 372 zum Bischof von Sasima. Doch hat Gregor dieses „Fuhrmannsdorf“ nie betreten. Gregor verwaltete in der Folge mehrere Bischofssitze. Zuletzt lebte er in Arianz, wo er die meisten seiner Briefe und Gedichte verfasste. Gregor war ein hervorragender Kanzelredner, begeisterungsfähig und selbst begeisternd, aber ohne Ausdauer und schnell entmutigt. In seinen Schriften zeigt er sich als der erste große Vertreter eines christlichen Humanismus. In seiner Theologie bewahrte er die überkommene Lehre der Väter. Für die spätere Zeit galt er als die Richtschnur für den rechten Glauben. Gregor starb 390 in seinem Geburtsort Arianz.
(Martyrologium Sancrucense)

Predigt des hl. Basilius über die Geburt Christi 
Lebensbeschreibung und Deckenfresko des hl. Basilius in S. Maria sopra Minerva in Rom

Katechese von Papst Benedikt VI. über Basilius Teil 1 Teil 2

Katechese von Papst Benedikt XVI. über Gregor Teil 1 Teil 2



Gregor von Nazianz, gemeinsam gefeiert am 2. Jänner

Auf mannigfache Weise wurde der Mensch früher erzogen: durch Vernunft und Gesetz, durch Propheten, durch Wohltaten, Drohungen, Unglücksfälle, Verheerungen durch Wasser und Feuer, durch Kriege, Siege, Niederlagen, durch Zeichen vom Himmel, durch Zeichen in der Luft, auf dem Lande, auf dem Meere, durch unerwartete Veränderungen an Menschen, Städten und Völkern. Dadurch sollte die Sünde vernichtet werden.
Zuletzt aber war ein kräftigeres Heilmittel nötig gegen die schrecklicheren Krankheiten wie Mord, Ehebruch, Meineid, unnatürliche Wollust und, was das letzte und erste aller Übel, gegen Götzendienst und die Übertragung der Anbetung vom Schöpfer auf die Geschöpfe. Hiefür war stärkere Hifle nötig.
Und sie trat ein: Es war das Wort Gottes selbst, das vorzeitliche, unsichtbare, unbegrenzte, unkörperliche, der anfang vom Anfang, das Licht vom Lichte, die Quelle des Lebens und der Unsterblichkeit, der Abdruck der urbildlichen Schönheit, das unbewegliche Siegel, das unveränderliche Abbild, die Grenze und Erkenntnis des Vaters.
Dieses steigt zu seinem Ebenbild hernieder, wird Fleisch um des Fleisches willen, verbindet sich mit der vernünftigen Seele um meiner Seele willen, um so mit dem Gleichen das Gleiche zu reinigen. In allem, die Sünde ausgenommen, wird es Mensch, empfangen aus der Jungfrau, die zuvor durch den Geist gereinig worden ist an Seele und Leib, hervortretend als Gott mit der Menschheit, eine Einheit aus zwei entgegengesetzten Dingen, aus Fleisch und Geist, wovon das eine göttlich machte, das andere göttlich wurde.
O neue Verbindung, o wunderbare Vereinigung! Der Seiende wird, der Unerschaffene wird geschaffen, der Unendliche wird umschlossen in Gottheit und Stoff des Fleisches durch Vermittlung der vernünftigen Seele. Und der reich war, wird arm; er nimmt die Armut meines Fleisches an, damit ich den Reichtum seiner Gottheit empfange. Der die Fülle besitzt, entäußert sich seiner Herrlichkeit eine Zeitlang, damit ich teilnehme an seiner Fülle. Welch ein Reichtum der Güte! Welch ein Geheimnis, das mich angeht! Ich empfing das Ebenbild und bewahrte es nicht, und er nimmt mein Fleisch an, damit er das Ebenbild rette und das Fleisch unsterblich mache. Er geht eine zweite Gemeinschaft ein, eine wunderbarere als die frühere. Wie er fürher das Bessere gespendet hat, so nimmt er jetzt teil am Schlimmeren. Das ist noch göttlicher als das frühere, das ist noch erhabener in den Augen der Verständigen.

Und was sagen uns darauf die ränkevollen Ankläger und die bitteren Prüfer der Gottheit, die Tadler lobwürdiger Dinge, die blind sind gegen das Licht, die sich von der Weisheit nicht belehren lassen, für die Christus vergeblich gestorben ist, die undankbaren Geschöpfe, die Gebilde des Bösen?
Machst du es Gott zum Vorwurf, daß er mildtätig ist? Ist er deshalb klein, weil er um deinetwillen in Niedrigkeit erschienen ist? Weil der gute Hirte, der sein Leben hingibt für seine Schafe, dem verirrten nachging auf die Berge und Höhen, auf denen du opfertest, und das verirrte fand und das gefundene auf die Schulter nahm und es zurückbrachte zum höheren Leben und es dann den Nichtverirrten beizählte? Weil er eine Leuchte anzündete in seinem Fleisch und das Haus ausfegte, indem er die Welt von der Sünde reinigte, und den Groschen suchte, das königliche, durch die Leidenschaften verschüttete Bild, und seine lieben Nächsten zusammenrief, nachdem der Groschen sich gefunden hatte, und sie zu Genossen seiner Freude machte, sie, die er auch in seinen Heilsplan eingeweiht hatte.
Tadelst du das an Gott? Hältst du ihn darum für geringer, weil er sich mit einem leinenen Tuche umgürtet, seinen Jüngern die Füße gewaschen und als besten Weg zur Erhöhung die Demut gezeigt hat? Weil er sich um der am Boden liegenden Seele willen erniedrigte, um mit sich auch zu erhöhen, was wegen der Sünde sich nach unten neigt? Machst du ihm nicht auch das zum Vorwurf, daß er mit Zöllnern und bei Zöllnern speiste und Zöllner zu seinen Jüngern machte, um Sünder zu gewinnen. Dann müßte man auch den Arzt tadeln, daß er sich zu den Leidenden herabläßt, um Kranken die Gesundheit zu schenken.

(Gregor von Nazianz, Über die Geburt Christi 13-15, in: Texte der Kirchenväter 2, 179ff)


Christus mit den vier morgenländischen Kirchenvätern, Kathedrale von Ely, Bishop West´s Chantry Chapel

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