Donnerstag, 12. Mai 2016

Die sel. Imelda, Patronin der Erstkommunionkinder

Grab der sel. Imelda Lambertini, S. Sigismondo, Bologna

Imelda Lambertini wurde in Bologna zu Beginn des 14. Jahrhunderts (um 1321) geboren. Von ihren adeligen Eltern wurde sie dem Dominikanerkloster Val di Pietra anvertraut, damit sie dort später Ordensfrau werde.

Aus Liebe zu Christus sehnte sie sich danach, die hl. Kommunion zu empfangen, was ihr wegen ihres jugendlichen Alters verwehrt wurde. Sie starb am Himmelfahrtstag 1333, nachdem ein eucharistisches Wunder den herbeigerufenen Priester bewogen hatte, ihr die hl. Kommunion zu reichen.

Ihr Leib wurde zunächst im Kloster Val di Pietra bestattet und 1582 in das neue Kloster Maria Magdalena überführt. 1566 waren die Nonnen auf Anordnung von Papst Pius V. in ein anderes Kloster innerhalb der Mauern von Bologna übergesiedelt. Nach Aufhebung des Klosters durch Napoleon kamen ihre Gebeine in die Kirche St. Sigismund, wo sie noch heute verehrt werden.

Am 20. Dezember 1826 wurde ihre Verehrung von Papst Leo XII. gestattet.
Papst Pius X. hat sie zur Patronin der Erstkommunionkinder erhoben.

(Proprium des Predigerordens, 372f)

S. Sigismondo






Es war am Vortag von Christi Himmelfahrt, am 13. Mai 1333. Wieder musste Imelda zuschauen, wie die Klosterfrauen schön in der Reihe zur Kommunionbank vorgingen und, den Heiland im Herzen, zurückkamen. Sie aber bekam das Jesukindlein nicht.“…“Die Schwestern hatten die Kirche verlassen, Imelda blieb allein zurück.
Sie ging ganz vor bis an die Stufen des Altares. Da kniete sie sich auf den Boden. So traurig wie heute war sie noch nie gewesen. Warum wollte Jesus nicht zu ihr kommen?...“O Jesulein, komm zu mir!“ Imelda streckte ihre Arme dem Tabernakel entgegen, wie sie schon so oft getan hatte.
Da siehe! Plötzlich schwebte, ganz von Licht umgeben, eine Hostie heraus und hing über Imeldas Köpfchen strahlend in der Luft. 
Das Kind erschrak gar nicht, es wunderte sich auch nicht. Jesus kann noch alles, was er will. Und Jesus hört das Gebet seiner Kinder.
Die Arme über der Brust gekreuzt, blieb Imelda knien. „O Jesus, jetzt bist du so nah; komm ganz zu mir!“ Aber die heilige Hostie blieb über ihrem Kopf in der Luft schweben.

Da kam die Schwester, die in der Kirche alle die Arbeiten macht, die sonst ein Mesner tut: den Altar und die Kerzen richten, nach der heiligen Messe das große Buch wegtragen und überall schöne Ordnung machen. Wie diese aus der Sakristeitüre herauskam und das Wunder sah, da erschrak sie so, dass sie sich eine gute Weile gar nicht rühren konnte. Was war denn das? Sah sie auch recht? Da kniete die kleine Imelda und über ihr –ja wirklich, sie täuschte sich nicht- über ihr schwebte in der Luft eine strahlende Hostie, und von ihrem Schein war auch Imelda ganz umleuchtet.
Endlich lief die gute Schwester fort und rief die Mutter Priorin. Die kam und mit ihr alle Schwestern, die gerade um den Weg waren. Sie hatten nicht recht geglaubt, was die Sakristanin gerade voll Aufregung erzählt hatte, und meinten, die arme Schwester sei krank geworden und rede im Fieber. Sie wollten selbst sehen, was es in der Kirche gäbe. Als sie hineinkamen, konnten sie alle ganz genau das erblicken, wovon die Sakristanin eben berichtet hatte. Mit großer Ehrfurcht knieten sie alle nieder und beteten die heilige Hostie an. Dann überlegte die Mutter Priorin. Der Heiland war doch sicher nicht aus dem Tabernakel herausgekommen, nur damit sie ihn sehen könnten und jetzt alle da knien und beteten! Er schwebte über der kleinen Imelda. Wollte er zu ihr kommen? Warum tat er es dann nicht? Sicher sollten alle sehen, dass Imelda ein heiliges Kind sei. Ihre Liebe und Sehnsucht hatten ihn aus dem Tabernakel herausgezogen. Warum kam er aber nicht ganz in ihr Herz? Und sie dachte weiter; wenn wir ihn empfangen dürfen, lässt er sich vom Priester auf unsere Lippen legen. Das will er sicher bei Imelda auch. Er wollte nur zeigen, dass er sie nicht länger mehr warten lassen wolle.
Mutter Priorin stand auf und holte den Geistlichen. Die anderen beteten weiter.

Imelda merkte von allem nichts. Sie hatte gar nicht gesehen, dass die Klosterfrauen hereingekommen waren. Immer kniete sie und schaute mit sehnsüchtigen Augen auf Jesus. Sicher, er wollte, er musste jetzt bald in ihr Herz kommen. Sie musste nur ein wenig warten. Der Priester kam. Auch er hatte ungläubig den Kopf geschüttelt, als man ihm die Nachricht von dem wunder gebracht hatte. Nun konnte er aber mit eigenen Augen sehen, dass alles richtig war. Ja, die Mutter Priorin hatte recht: der Heiland wollte Imelda nicht warten lassen, bis sie vierzehn Jahre alt war, er wollte schon jetzt zu ihr kommen und sie für ihre Liebe und Sehnsucht belohnen.
In der Sakristei zog der Priester schnell den weißen Rock an, den er immer in der Kirche trägt, und nahm das goldene Tellerchen, auf dem nach der Wandlung die heilige Hostie liegt.
Al er vor Imelda stand, da senkte sich langsam Jesus in der Gestalt des kleinen weißen Brotes auf die Patene. Voll Andacht und Ehrfurcht nahm der Priester die heilige Hostie in die Hand und legte sie dem knienden Kind auf die Zunge. Imeldas Bitte: „Jesukindlein, komm zu mir“, war nun erfüllt.

Ganz verklärt kniete sie da, den Kopf tief gesenkt, die Hände über der Brust kreuzweise zusammengelegt.
Noch eine Weile blieben die anderen Klosterfrauen, dann mussten sie aber wieder an ihre Arbeiten gehen. Die kleine Kommunikantin ließen sie in der Kirche. Sie sollte sich mit ihrem lieben Jesus unterhalten dürfen, solange sie wollte. Heute wollte man sie nicht in die Schule oder zu irgendeiner Arbeit holen, sie sollte ganz Festtag haben. Bei aller Arbeit dachten die Klosterfrauen immer nur an ihre jüngste Mitschwester und an ihr großes Glück, und sie dankten mit ihr dem lieben Gott. Wie lieb musste sie dem Heiland sein, dass er ein solches Wunder für sie gewirkt hatte! Wie kam es ihm gar nicht darauf an, ob man und schon gelehrt genug war. Imelda liebte ihn, er liebte sie auch. Wie wollten sie ihre kleine Mitschwester hüten und lieb haben!
Um zwölf Uhr läutete die Glocke, die alle zum Mittagessen rief. Imelda, sonst die Gehorsamste von allen, rührte sich nicht. Eine Schwester, die eben auch in der Kirche war, dachte: „Sie hört die Glocke nicht, ich muss sie holen, jetzt muss sie ja kommen.“ Ganz leise ging sie vor und tupfte Imelda auf die Schulter. Das Köpfchen tief gesenkt, kniete die kleine Klosterfrau. Sie bewegte sich nicht. Nun wurde der Schwester angst. Was ist denn nur mit ihr? Sie versuchte, ihr den Kopf zu heben, doch der fiel wieder zurück. Und – das Kinn hatte sich ganz kalt angefühlt! Das Gesichtlein war schneeweiß, die Augen blieben geschlossen. „Imelda!“ flüsterte jetzt die Schwester. Und noch einmal: „Imelda!“ Sie aber hörte nichts mehr auf dieser Erde. Sie flog schon mit den Engeln im Himmel und sang und dankte dem lieben Gott dafür, dass sie für immer bei ihm sein durfte. Imelda war tot.

(aus: Die kleine Imelda - Patronin der Erstkommunikanten, Lins Verlag)





Die sel. Imelda mit der vor ihr schwebenden Hostie



Sel. Imelda Lambertini, in glühender Erwartung des Himmelsbrotes

Herr Jesus Christus, du hast die selige Jungfrau Imelda mit brennender Sehnsucht
nach dem Gastmahl deiner Liebe erfüllt und ihr eine Heimat im Himmel bereitet.
Auf ihre Fürsprache hin laß uns mit derselben Liebesglut deinem Tisch nahen,
damit in uns das Verlangen wachse, ganz bei dir zu sein,
der du in der Einheit des Heiligen Geistes mit Gott, dem Vater,
lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

 



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