Dienstag, 17. Januar 2017

Antonius von Ägypten

Antonius, St. Mary Aldermary, London


Antonius, Mönchsvater. Antonius wurde um 251/252 in Kome in Mittelägypten geboren und war der Sohn wohlhabender christlicher Eltern. Als er bei einem Gottesdienst den Satz aus dem Matthäusevangelium hörte: „Wenn du vollkommen sein willst, verkaufe alles, was Du hast, und gib es den Armen“, veränderte dies sein Leben. Er entschloss sich zur radikalen Christusnachfolge, verkaufte allen Besitz und wurde Einsiedler in der ägyptischen Wüste.
Die Schweine, mit denen er dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen: Nach der Überlieferung erschien ihm der Teufel in Gestalt von Schweinen oder schönen Frauen; in den Versuchungen wurde er mit Krallen, Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging, schließlich in die Lüfte gehoben. Antonius hielt stand. Schon bald wurde der geistvolle Einsiedler verehrt, sodass er auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete. Hier sammelten sich nun immer mehr Jünger um ihn, es entstanden kleine Unterkünfte und zahlreiche Einsiedeleien. Antonius steht am Anfang des zönobitischen Lebens, er wird mit Recht „Vater des Mönchtums“ genannt. Doch das Leben in Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch weltfremd gemacht. Mehrfach verließ er die Wüste: Um 311 half er den unter Kaiser Maximinus verfolgten Christen in Alexandria. Nach der konstantinischen Wende stand er mit Kaiser Konstantin in Kontakt. In Briefen an dessen Sohn versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden. Auf Bitten des hl. Athanasius hin reiste er schon hundertjährig nach Alexandria und predigte gegen den Arianismus. Antonius starb im Alter von 105 Jahren. Sein Freund Athanasius hat seine Lebensbeschreibung verfasst, die die Begeisterung für das monastische Leben auch in den Westen trug. Im Abendland wurde Antonius besonders seit dem 14. Jahrhundert als Viehpatron populär.
(Martyrologium Sancrucense)





Als der Altvater Antonius einmal in verdrießlicher Stimmung und mit düsteren Gedanken in der Wüste saß, sprach er zu Gott: "Herr, ich will gerettet werden, aber meine Gedanken lassen es nicht zu. Was soll ich in dieser meiner Bedrängnis tun? Wie kann ich das Heil erlangen?"
Bald darauf erhob er sich, ging ins Freie und sah einen, der ihm glich. Er saß da und arbeitete, stand dann von der Arbeit auf und betete, setzte sich wieder und flocht an einem Seil, erhob sich dann abermals zum Beten; und siehe, es war ein Engel des Herrn, der gesandt war, Antonius Belehrung und Sicherheit zu geben.
Und er hörte den Engel sprechen: "Mach es so und du wirst das Heil erlangen." Als er das hörte, wurde er von großer Freude und mit Mut erfüllt und durch solches Tun fand er Rettung.
(Weisung der Väter, Apophtegmata Patrum, 15)

1 Kommentar:

  1. Lieben Dank für den Beitrag. St. Antonius ist der erste der Heiligen, der mir begegnete, Patron meiner Heimatgemeinde...

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