Montag, 12. Juni 2017

Leo III. in den Stanzen Raffaels


Schwur Leos III., Stanzen Raffaels, Vatikanische Museen,


Leo III., Papst. Leo war Kardinalspriester von Santa Susanna zu Rom und wurde 795 am Begräbnistag seines Vorgängers Hadrian zum Papst erhoben. Er zeigte seine Wahl Karl dem Großen an und übersandte ihm die Schlüssel zum Grab des hl. Petrus und ein Banner der Stadt Rom. Von seinen Gegnern wurde Leo 799 bei einer Prozession überfallen und misshandelt. Um Hilfe zu erlangen, reiste Leo in demselben Jahr ins Frankenreich, wo er in Paderborn mit Karl zusammentraf. Karl begab sich im Herbst 800 nach Rom, um dort Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Am Weihnachtsfest 800 krönte Papst Leo Karl zum Kaiser, der zwar der Kaiserwürde nicht abgeneigt war, aber die Krönung durch den Papst nicht verlangt hatte. Der Grundstein für das westliche Kaisertum war damit gelegt, dieses Kaisertum zugleich an die Autorität des Petrusnachfolgers gebunden. Leo wollte aber keinen Bruch mit dem Kaiser in Byzanz. Als Kaiser Karl 809 auf einer Synode in Aachen das „Filioque“ anerkennen ließ, verhinderte Leo die Einfügung des „Filioque“ in das Nizänische Glaubensbekenntnis und ließ in der Peterskirche Tafeln mit dem unveränderten Text des Nicänums aufhängen. Leo III. starb am 12. Juni 816, er wurde 1673 von Clemens X. heilig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)



Die Fresken in der Stanza dell´incendio di Borgo spielen auf die Politik Leos X. an und beschreiben Episoden aus dem Leben seiner beiden gleichnamigen Vorgänger Leo III. (795-816) und Leo IV. (847-855). 
Nach den Angaben des Liber Pontificalis brach der namengebende Brand des Borgo – des vor St. Peter gelegenen Quartiers – im Jahre 847 aus. Durch einen Segen, den er von der Loggia delle Benedizioni aus gab, konnte Leo IV. angeblich das Feuer löschen und so Kirche und Volk retten.
Der Schwur Leos III. stellt eine Begebenheit dar, die am Tage vor der Krönung Karls stattgefunden haben soll, als der Papst Schmähungen, die von den Neffen seines Vorgängers Hadrian I. ausgestoßen wurden, mit dem Verweis darauf zurückwies, daß der Stellvertreter Christi für seine Handlungen nur Gott gegenüber verantwortlich sei. Die Krönung Karls des Großen, welche in St. Peter in der Weihnachtsnacht des Jahres 800 stattfand, stellt den Gründungsakt des Heiligen Römischen Reiches dar. Sehr wahrscheinlich spielt das Fresko jedoch auch auf das Übereinkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und Frankreich im Jahr 1515 an, da die Person Leos III. die Züge Leos X. und die Person Karls des Großen jene Franz´ I. aufweist.
In der Schlacht von Ostia, bei der im Jahre 849 die Truppen Leos IV. die Sarazenen gegenüberstanden, wird der angebliche Sieg des päpstlichen Heeres gefeiert und zugleich auf die späteren Kreuzzüge angespielt, zu denen Leo X. anstachelte. In allen Episoden trägt der Papst die Züge des regierenden Leo X. (Beschreibung des Saales)



Im Petersdom rechtfertigt sich Leo III. gegen Verleumdungen, während von oben eine Stimme warnte: dei non hominem est episcopos iudicare - das Recht, Bischöfe zu richten, steht nur Gott, nicht den Menschen zu). Das bezieht sich auf das
Laterankonzil von 1516, bei dem der Grundsatz, dass der Papst allein Gott verantwortlich sei, bestätigt wurde. Leo III.
trägt die Gesichtszüge von Leo X.



Die Krönung Karls des Großen in St. Peter: Karl der Große weist die Züge von Franz I., Leo III. die von Leo X. auf. Das ist eine Anspielung auf den 1515 in Bologna geschlossenen Friedensvertrag zwischen Frankreich und dem Kirchenstaat.

Krönung v. Karl d. Großen durch Papst Leo III, Stanzen des Raffael, Vatikanische Museen

Der Borgobrand, Stanzen des Raffael, Vatikanische Museen

Seeschlacht von Ostia, Stanzen des Raffael, Vatikanische Museen

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