Donnerstag, 22. Oktober 2015

Johannes Paul II., wir danken dir für dein Lehramt

Johannes Paul II., Museum Krakau

Eucharistie und Buße
In der Kirche müssen alle, besonders aber die Bischöfe und Priester, darüber wachen, daß dieses  Sakrament der Liebe den Mittelpunkt im Leben des Gottesvolkes bildet, auf daß durch alle Ausdrucksformen des geschuldeten Kultes Christus "Liebe für Liebe" erwiesen wird und er wirklich das "Leben unserer Seele" wird.

Auf der anderen Seite können wir niemals die folgenden Worte des hl. Paulus vergessen: "Jeder soll sich selbst prüfen, und dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken".
Diese Einladung des Apostels zeigt, zumindest indirekt, das enge Band zwischen der Eucharistie und der Buße. Wenn nämlich das erste Wort in der Verkündigung Christi, der erste Satz der Frohen Botschaft des Evangeliums gewesen ist: "Bekehret euch und glaubt an das Evangelium" (metanoeite), so scheint das Sakrament des Leidens, des Kreuzes und der Auferstehung diese Einladung in unseren Seelen auf ganz besondere Weise zu verstärken und zu festigen. Die Eucharistie und die Buße werden so in gewissem Sinn eine zweifache und zugleich innerlich verbundene Dimension des authentischen Lebens im Geist des Evangeliums, des wahrhaft christlichen Lebens.

Christus, der zum eucharistischen Mahl einlädt, ist stets derselbe Christus, der zur Buße ermahnt, der das "Bekehret euch" wiederholt. Ohne diese ständigen Bemühungen und immer wieder neuen Bemühungen um die Bekehrung wäre die Teilnahme an der Eucharistie der vollen erlösenden Wirklichkeit beraubt, würde sie herabgemindert oder in ihr allgemein jene besondere Fähigkeit geschwächt, Gott das geistige Opfer darzubringen, in dem sich auf grundlegende und umfassende Weise unsere Teilnahme am Priestertum Christi ausdrückt. In Christus ist das Priestertum nämlich verbunden mit dem eigenen Opfer, mit seiner Hingabe an den Vater. Diese Hingabe ruft, da sie unbegrenzt ist, in uns Menschen, die wir vielfältigen Begrenzungen unterliegen, das Bedürfnis wach, uns in immer reiferer Form und durch eine beständige und immer tiefere Bekehrung zu Gott hinzuwenden.

... Die Kirche verteidigt also, indem sie die jahrhundertealte Praxis des Bußsakramentes bewahrt - die Praxis der individuellen Beichte in Verbindung mit dem persönlichen Akt der Reue und dem Vorsatz, sich zu bessern und wiedergutzumachen -, das besondere Recht der menschlichen Seele. Es ist das Recht zu einer mehr persönlichen Begegnung des Menschen mit dem gekreuzigten Christus, der verzeiht, mit Christus, der durch den Spender des Sakramentes der Versöhnung sagt: "Deine Sünden sind dir vergeben"; "Geh und sündige von jetzt an nicht mehr".

Offenkundig ist es auch das Recht Christi selbst hinsichtlich eines jeden Menschen, der von ihm erlöst worden ist. Es ist das Recht, jedem von uns in jenem entscheidenden Augenblick des Lebens der Seele, nämlich dem der Bekehrung und des Verzeihens, zu begegnen. Indem die Kirche das Bußsakrament bewahrt, bekräftigt sie ausdrücklich ihren Glauben an das Geheimnis der Erlösung als eine lebendige und lebensspendende Wirklichkeit, die der inneren Wahrheit des Menschen, der menschlichen Schuld und der Sehnsucht des menschlichen Gewissens entspricht. "Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden".
Das Bußsakrament ist das Mittel, um den Menschen mit jener Gerechtigkeit zu sättigen, die vom Erlöser selber kommt. (Johannes Paul II. in Redemptor hominis 20)



Grab von Johannes Paul II. im rechten Seitenschiff des Petersdoms

O, heiliger Johannes Paul II. gewähre uns deinen Segen vom Fenster des Himmels! Segne die Kirche, die du geliebt hast, der du gedient und die du geführt hast, die du mutig durch die Welt geleitet hast, um Jesus zu allen und alle zu Jesus zu bringen. Segne die jungen Menschen, die deine grosse Passion waren. Hilf ihnen wieder zu träumen, hilf ihnen wieder hoch hinauf zu schauen, um das Licht zu finden, das hier auf Erden die Lebenswege erleuchtet.

Segne die Familien, segne jede einzelne Familie!
Du hast gewarnt, vor den Angriffen Satans
auf diesen wertvollen und unersetzlichen göttlichen Funken,
den Gott auf Erden entzündet hat.
Heiliger Johannes Paul II. beschütze mit deinem Gebet die Familie
und jedes Leben, das in der Familie erblüht.

Bete für die ganze Welt, die weiterhin gekennzeichnet von Spannungen, Kriegen und Ungerechtigkeiten ist. Du bist dem Krieg entgegengetreten, indem du den Dialog erbittet und Samen der Liebe gesät hast. Bitte für uns, dass wir unermüdliche Säer des Friedens sind.

O, heiliger Johannes Paul II., vom himmlischen Fenster aus, wo wir dich neben Maria sehen, sende den Segen Gottes auf uns alle herab. Amen.
 

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