Dienstag, 3. Januar 2017

Genoveva von Paris

Genoveva heilt ihre erblindetete Mutter (3. Fenster von links), St. Denis, Paris


Genoveva, Patronin von Paris. Genoveva lebte im 5. Jahrhundert, sie war das Kind armer Bauern. Ihr Vater trug den römischen Namen Severus, ihre Mutter den griechischen Namen Gerontia. Mit fünfzehn Jahren legte Genoveva das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und ging nach dem frühen Tod ihrer Eltern zu einer Tante nach Paris, wo sie im Dienst an Armen und Kranken lebte.
Als der Hunnenkönig Attila 451 auf Paris marschierte, sammelte sie der Legende nach Frauen zum Gebet und feuerte in einer leidenschaftlichen Predigt die Männer an, Maßnahmen zur Verteidigung zu ergreifen. Doch die geängstigten Männer wollten Genoveva zuerst steinigen, ja sogar in den Fluss werfen. Erst die Frauen ließen sich von der Jungfrau umstimmen und knieten nieder, um mit ihr zu beten. So geschah das Wunder, dass die Hunnen zurückwichen und die Stadt umgingen, um sich nach Orléans zu wenden – genau dorthin, wohin die Bevölkerung hätte fliehen wollen. Genoveva starb um 502.
Ludwig XV. ließ ihr zu Ehren 1764 eine neue Kirche errichten, die jedoch im Zuge der Französischen Revolution zum sogenannten Panthéon umgebaut wurde, zur Totengedenkstätte für hochrangige nationale Persönlichkeiten.

St. Denis, Paris


Einmal züchtigte die Mutter das Kind hart, gereizt durch seine - wie ihr schien - übertriebene Frömmigkeit. Gerontia erblindete auf der Stelle, und erst nach langer Zeit wurde sie wieder sehend, als Genovefa, einem inneren Licht folgend, Wasser aus einem nahem Brunnen schöpfte und die Augen der Mutter damit benetzte. Hier wurde zum erstenmal die wundersame Kraft wirksam, die Gott Genovefas Händen verliehen hatte und die sie später zur Heilbringerin für viele Besessene, Kranke und Verirrte werden ließ. In Nanterre verehrt man noch heute den alten Brunnen mit dem heilkräftigen Wasser.
(P. Manns, Reformer der Kirche, 332)

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