Dienstag, 28. Oktober 2014

Simon und Judas


Simon Kananäus, Apostel. Simon wird im Neuen Testament nur in den Apostelkatalogen genannt, in den Evangelien tritt er weder durch Worte noch durch Taten hervor. Sein aramäischer Beiname „Kananäus“ bedeutet „der Eiferer“ und hat nichts mit einer Herkunft aus Kanaan zu tun. Dieselbe Bedeutung hat das griechische „Zelotes“, mit dem der Apostel apostrophiert wird. Vermutlich besagt „Kananäus“ bzw. „Zelotes“, dass Simon, bevor er sich Jesus anschloss, der jüdischen Partei der Zeloten angehört hat. Die Legende macht aus Simon und Judas Thaddäus Brüder. Simon soll später in Palästina als Glaubensbote gewirkt haben. Über sein Lebensende sind wir nicht unterrichtet. Dass er zersägt worden ist, ist ebenfalls legendär. Der Apostel Simon kann mit dem „Herrenbruder“ Simon nicht gleichgesetzt werden. Die Kirche gedenkt des Herrenbruders Simon, der der zweite Bischof von Jerusalem war, am 18. Februar. Der Apostel Simon wird dargestellt mit Säge, auch mit Lanze oder Schwert.

Judas Thaddäus, Apostel. Thaddäus heißt „der Beherzte“. Judas Thaddäus war der Sohn eines Jakobus (Lk 6,16), er war von Jesus zum Apostel berufen worden. Judas Thaddäus ist nicht zu verwechseln mit Judas Ischariot, der Jesus verraten hat. Er ist auch nicht mit Judas, dem Bruder des Simon, gleichzusetzen. Ebenso wenig ist er der Verfasser des Judasbriefes im Neuen Testament. Außer in den Apostelkatalogen wird er im Neuen Testament nicht erwähnt. Nach der Legenda Aurea wurde Judas vom Apostel Thomas nach derHimmelfahrt Christi zu König Abgar von Edessa geschickt. Abgar von Edessa ist jener König, der ein Bild Jesu malen ließ, weil Christus ihn geheilt hatte. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist seine Verehrung im Steigen begriffen, weil er in verzweifelten und ausweglosen Situationen als Helfer angerufen wird. Der Apostel Judas Thaddäus wird dargestellt mit Buch und Keule
(Martyrologium Sancrucense)

Altar des Judas Thaddäus, Gemälde um 1928, Michaelerkirche, Wien




In Österreich geht die Verehrung des hl. Judas vor allem auf den hl. Klemens Maria Hofbauer (1751-1820) zurück. Besonders in Wien, wo Klemens wirkte, sind viele Kirchen und Kapellen dem Heiligen geweiht. Klemens Maria verfasste einige Gebete zu Judas Thaddäus und ermunterte die Gläubigen, sich in allen Nöten voll Vertrauen an den Apostel zu wenden.



Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast den heiligen Apostel Judas Thaddäus mit der besonderen Gnade geziert,
die bösen Gedanken zu vertreiben und in ganz und gar verzweifelter Lage zu helfen.
Gib, dass ich diesen großen heiligen Apostel mit besonderer Andacht verehre und anrufe.
Verleihe, dass mir in allen meinen Nöten des Leibes und der Seele,
besonders in diesem Anliegen . . .
Erhörung und Hilfe durch seine mächtige Fürbitte am Throne Gottes zuteil werde.
Herr Jesus, wahrer Gott und Mensch,
du hast aus besonderer Huld und Gnade den heiligen Judas Thaddäus
unter deine vielgeliebten Apostel aufgenommen.
Gib mir, ich bitte dich, durch seine Fürbitte die Gnade der Beharrlichkeit bis zum Tod,
auf dass mein Name und die Namen aller mir Anbefohlenen
im Buch des Lebens eingeschrieben seien.
Liebe Mutter Gottes, um der Verdienste des heiligen Judas Thaddäus willen
erbarme dich meiner Seele und jener, für die ich besonders beten will.
Rette mich und sie. Amen.
Gebet des hl. Clemens Maria Hofbauer zum hl. Judas Thaddäus

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