Sonntag, 30. März 2025

Das Herz des Vaters

Der Bilderzyklus vom verlorenen Sohn in der Kathedrale von Bourges

Der Vater umarmt den heimkehrenden Sohn, Glasfenster in St. Martinskirche, Aalst.

Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, Glasfenster, Kathedrale von Lille.

der Vater umarmt den zurückkommenden Sohn, Glasfenster in St Mary Abbot, London 

Bilderzyklus, Glasfenster in Ely, Gleichnis vom verlorenen Sohn, Johannes Paul II. in Dives misericordia über den verlorenen Sohn, Teil 2

Bilderzyklus, Glasfenster in Ely, Gleichnis vom verlorenen Sohn, Johannes Paul II. in Dives misericordia über den verlorenen Sohn, Teil 1 

Der Heimkehrende Sohn, Glasfenster in der Basilika von Paray le Monial, Balthasar, Du hast Worte des ewigen Lebens

DETAILS AUS DER KATHEDRALE VON BOURGES:
(Anfang des 13. Jahrhunderts)

 

Der Vater gibt dem Sohn das Erbe

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist vielleicht das bewegendste unter allen Gleichnissen Jesu im Evangelium. Das Schicksal und das Wesen der beiden Söhne dient nur dazu, das Herz des Vaters zu offenbaren. Lebendiger, anschaulicher hat Jesus den Vater im Himmel nie geschildert als hier. Das Erhebende beginnt schon damit, daß der Vater die Bitte des Sohnes erfüllt und ihm den ihm zustehenden Erbteil aushändigt.
Für uns ist dieser Erbteil Gottes unsere Existenz, unsere Freiheit, unsere Vernunft und Selbstverantwortung: lauter höchste Güter, die nur Gott uns gegeben haben kann. Daß wir alles vertun und in Not geraten und die Not uns zur Besinnung bringt, ist im Grunde nicht interessant, wohl aber daws Ausschauhalten des Vaters, sein Mitleid, seine überschwengliche Begrüßung, die Neuausstattung des Verlorenen und das für ihn anberaumte Fest.
Nicht einmal gegen den störrischen, eifersüchtigen Bruder findet der Vater ein hartes Wort: was er ihm sagt, ist nicht Beschwichtigung, sondern volle Wahrheit: wer bei Gott ausharrt, dem gehört alles gemeinsam mit Gott.
Jesu Verherrlichung des Vaters hat das Besondere an sich, daß er selbst in seiner Schilderung der Versöhnung Gottes mit dem sündigen Menschen gar nicht vorkommt. Er ist hier nichts anderes als das Wort, das die Versöhnung berichtet, vielmehr ein Immerschon-Versöhntsein; daß er selbst das Wort, durch das Gott diese ewige Versöhnung seiner selbst mit der Welt herstellt, wird verschwiegen.
(Hans Urs von Balthasar, Licht des Wortes, 258f)


Der Vater umarmt der heimkehrenden Sohn und stattet ihn mit einem neuen Kleid aus


Der Vater sucht die beiden Söhne zu versöhnen
Details aus dem Fenster vom barmherzigen Vater, Kathedrale von Bourges

Samstag, 29. März 2025

Gott, sei mir Sünder gnädig!

 

Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden
St Mary Abbots, London

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 18

In jener Zeit
9 erzählte Jesus einigen,
die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren
und die anderen verachteten,
dieses Gleichnis:
10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten;
der eine war ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner.
11 Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet:
Gott, ich danke dir,
dass ich nicht wie die anderen Menschen bin,
die Räuber, Betrüger, Ehebrecher
oder auch wie dieser Zöllner dort.
12 Ich faste zweimal in der Woche
und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen
und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben,
sondern schlug sich an die Brust
und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch:
Dieser ging gerechtfertigt nach Hause zurück,
der andere nicht.
Denn wer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt,
wer sich aber selbst erniedrigt,
wird erhöht werden.

Freitag, 28. März 2025

Mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und ...

 

Eucharistische Anbetung im Heiligtum der Barmherzigkeit von Vilnius

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 12

In jener Zeit
28b ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin
und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
29 Jesus antwortete:
Das erste ist: Höre, Israel,
der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
30 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen und ganzer Seele,
mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft.
31 Als zweites kommt hinzu:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
32 Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister!
Ganz richtig hast du gesagt:
Er allein ist der Herr
und es gibt keinen anderen außer ihm
33 und ihn mit ganzem Herzen,
ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben
und den Nächsten zu lieben wie sich selbst,
ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
34 Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte,
und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.
Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

(Evangelium vom Freitag der 3. Woche der Fastenzeit)


Dienstag, 25. März 2025

Sie entschließt sich, Gott allein wirken zu lassen

 

Salford RC Cathedral, Manchester

Jasagend verzichtet sie auf sich selber, sie vernichtet sich selbst, um Gott allein wirksam sein zu lassen.
Sie erschließt seinem Wirken alle Möglichkeiten, die ihr Wesen ausmachen, die ihr anvertraut sind, ohne daß sie sie übersehen könnte oder wollte.

Sie entschließt sich, Gott allein wirken zu lassen, und wird doch gerade durch diese Entschließung mitwirkend.
Denn immer ist Mitwirkung mit den Werken der Gnade Frucht eines Verzichts. Jeder Verzicht in der Liebe ist fruchtbar, weil er Raum schafft für die Zusage an Gott, und Gott wartet nur auf die Zusage des Menschen, um ihm zu zeigen, was ein Mensch mit Gott zusammen vermag.
Niemand hat so sehr auf alles eigene verzichtet, um nur Gott walten zu lassen, als Maria; niemandem hat darum Gott größere Macht der Mitwirkung geschenkt als ihr:

Verzichtend auf alle Möglichkeiten erhält sie deren Erfüllung über alles Erhoffbare hinaus:
Mitwirkend im Leib wird sie Mutter des Herrn;
Mitwirkend im  Geist seine Magd und seine Braut.
Und die Magd wird Mutter, und die Mutter wird Braut: jede sich schließende Perspektive eröffnet eine neue, immer weiter, ins Unübersehbare.
(Adrienne von Speyr, Magd des Herrn, 9)

Verkündigung des Herrn, Salford Cathedral

Montag, 24. März 2025

Der höchste Engel mit der wichtigsten Botschaft

Verkündigung des Herrn, Fra Angelico, San Marco Museum, Florenz

 

Zur Jungfrau Maria wird kein beliebiger Engel gesandt, sondern der Erzengel Gabriel.
Denn für diesen Dienst war es angemessen, dass der höchste Engel kam um die wichtigste aller Botschaften zu bringen.
Er wird deshalb mit seinem Namen genannt, damit durch das Wort bezeichnet wird, was er tat. Denn Gabriel heißt "Stärke Gottes".
Durch die Stärke Gottes also musste der verkündet werden, der als Herr der Kräfte und mächtig im Kampf kam, um die bösen Gewalten zu überwinden.
(Gregor der Große)

Verkündigung des Herrn
1 Glasfenster in Southwark Cathedral, London
2 Glasfenster der Ankündigung der Jungfrauengeburt durch Jesaja, Etheldreda´s Church, London
3 Tympanon der Marienkapelle, Würzburg, Ewiges Wort verwendet Sprachrohr als Rutsche
4 Glasfenster in Koekelberg, Brüssel
5 Verkündigungsaltar S. Ignazio, Rom
6 Verkündigungsrelief, S. Maria del Carmine, Brescia
7 Glasfenster S. Maria Maggiore, Triest
8 Glasfenster Ely Cathedral 
9 Mosaik, 6. Jh., Euphrasius Basilika, Porec
10 Glasfenster in ULF v. Chartres
11 Glasfenster in St. Ottilien
12 Glasfenster im Liebfrauendom, München
13 Musee d´arts, Brüssel
14 Fresko, S. Maria sopra Minerva, Rom
15 Glasfenster in der Franziskanerkirche in Pressburg
16 Dom von Orvieto
17 Maria am Gestade, Wien
18 Fresko, S. Maria in Trastevere, Rom
19 Glasfenster in All Saints, Cambridge
20 Kathedrale von Sevilla
21 Mosaik und Fresko im orthodoxen Nazareth
22 Kunsthistorisches Museum, auf Stein
23 neugotisches Altarretabel in der Kathedrale von Zagreb
24 Tympanon des Ericsdoms in Uppsala
25 Glasfenster in Saint Germain, Paris
26 Mosaik im Johannes Paul II. Heiligtum in Krakau
27 Relief im heiligen Haus im Loreto, Italien
28 Relief des Eingangstors, S. Maria Maggiore, Rom 
29 Fresko, griech. orthodoxe Dreifaltigkeitskirche, Wien
30 Verkündigungsmonstranz im Klemensmuseum, Maria am Gestade, Wien
31 Fresko in Silvesterkapelle in Santi Quattro Coronati, Rom
32 rumänisch-orthodoxe Kirche Knittelfeld, Österreich
33 Fresko in S. Zeno Maggiore, Steinrelief am Portal, Verona
34 Mosaik beim Portal v. Maria am Gestade, Wien
35 Glasfenster im Kölner Dom 
36 Fresko in der Kathedrale von Burgos
27 Taufstein von Johannes Paul II. in Wadowice, Polen
38 im Museum der Kathedrale von Burgos
39 Fresko in S. Maria infra Portas, Foligno

40 Verkündigungsszene auf dem Tabernakel in Pamhagen, Burgenland
41 Verkündigung auf dem Verduner Altar, Klosterneuburg
42 Tabernakel von Egino Weinert, St. Foillan, Aachen
43 Heilig Geist Kirche in Veresegyhaz, Ungarn
44 Verkündigungsfenster in Pfarrkirche Ybbs, Niederösterreich
45 in Loreto, Malerei

46 in Colmar, Altar im Museum Unterlinden 1

47 in Colmar, Museum Unterlinden 2

48 Fresko in der Wiener Dominikanerkirche

49 Maria am Gestade, Wien, Detail von Nr. 17, B16, 25.3.2007

50 Glasfenster in Notre Dame de la Chapelle, Brüssel

51 Glasfenster in meiner Heimatkirche

52 Glasfenster in der Kathedrale von Worcester 


 

 

Sonntag, 23. März 2025

Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elíscha. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Náaman. Lk 4,27

 Die Heilung des Naaman im Kunsthistorischen Museum Wien

St Edmundsbury Cathedral

Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 5

1 Náaman, der Feldherr des Königs von Aram,
galt viel bei seinem Herrn und war angesehen;
denn durch ihn
hatte der Herr den Aramäern den Sieg verliehen.
Der Mann war tapfer,
aber an Aussatz erkrankt.
2 Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug
ein junges Mädchen aus dem Land Israel verschleppt.
Es war in den Dienst der Frau Náamans gekommen.
3 Es sagte zu seiner Herrin:
Wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samária!
Er würde seinen Aussatz heilen.
4 Náaman ging zu seinem Herrn
und meldete ihm: Das und das hat das Mädchen aus Israel gesagt.
5 Der König von Aram antwortete: So geh doch hin;
ich werde dir ein Schreiben an den König von Israel mitgeben.
Náaman machte sich auf den Weg.
Er nahm zehn Talente Silber,
sechstausend Schekel Gold und zehn Festkleider mit
6 und überbrachte dem König von Israel das Schreiben.
Es hatte folgenden Inhalt:
Wenn jetzt dieser Brief zu dir gelangt,
so wisse: Ich habe meinen Knecht Náaman zu dir geschickt,
damit du seinen Aussatz heilst.
7 Als der König von Israel den Brief gelesen hatte,
zerriss er seine Kleider
und rief: Bin ich denn ein Gott,
der töten und zum Leben erwecken kann?
Er schickt einen Mann zu mir,
damit ich ihn von seinem Aussatz heile.
Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir sucht!
8 Als der Gottesmann Elíscha hörte,
der König von Israel habe seine Kleider zerrissen,
ließ er ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen?
Náaman soll zu mir kommen;
dann wird er erfahren, dass es in Israel einen Propheten gibt.
9 So kam Náaman mit seinen Pferden und Wagen
und hielt vor dem Haus Elíschas.
10 Dieser schickte einen Boten zu ihm hinaus
und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich siebenmal im Jordan!
Dann wird dein Leib wieder gesund und du wirst rein.
11 Doch Náaman wurde zornig.
Er ging weg
und sagte: Ich dachte, er würde herauskommen,
vor mich hintreten,
den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen,
seine Hand über die kranke Stelle bewegen
und so den Aussatz heilen.
12 Sind nicht der Abána und der Parpar, die Flüsse von Damáskus,
besser als alle Gewässer Israels?
Kann ich nicht dort mich waschen, um rein zu werden?
Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg.
13 Doch seine Diener traten an ihn heran
und redeten ihm zu:
Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte,
würdest du es tun;
wie viel mehr jetzt,
da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich und du wirst rein.
14 So ging er also zum Jordan hinab
und tauchte siebenmal unter,
wie ihm der Gottesmann befohlen hatte.
Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes
und er war rein.
15a Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge
zum Gottesmann zurück,
trat vor ihn hin
und sagte: Jetzt weiß ich,
dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel.

Lesung vom Montag der 3. Woche der Fastenzeit


Naaman wird geheilt, St Edmundsbury Cathedral

Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte?

 1. Lesung vom 3. Fastensonntag: Gottesoffenbarung im brennenden Dornbusch

Jesus erzählt das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum
Ely Cathedral

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 13

1 Zu jener Zeit kamen einige Leute
und berichteten Jesus von den Galiläern,
deren Blut Pilatus
mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.
2 Und er antwortete ihnen:
Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren
als alle anderen Galiläer,
weil das mit ihnen geschehen ist?
3 Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
4 Oder jene achtzehn Menschen,
die beim Einsturz des Turms am Schilóach erschlagen wurden –
meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten
als alle anderen Einwohner von Jerusalem?
5 Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
6 Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt;
und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug,
fand er keine.
7 Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt,
und finde nichts.
Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
8 Der Winzer erwiderte:
Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen;
ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
9 Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte;
wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

(Evangelium vom 3. Sonntag der Fastenzeit) 

Samstag, 22. März 2025

Man muss doch ein Fest feiern und sich freuen

denn dieser, dein Bruder, war tot
und lebt wieder;
er war verloren
und ist wiedergefunden worden.

4. der jüngere Sohn fordert sein Erbe ein -unten

5. der Vater gibt ihm seinen Anteil - links

6. der ältere Sohn arbeitet auf dem Feld -Mitte

7. der jüngere Sohn verläßt sein Zuhause - rechts

8. der verlorene Sohn wird von einer Frau empfangen - oben

 


 

9. zwei Tänzerinnen führen ihn weg - links

10. Er wird zum Tanzkönig gekrönt - Mitte

11. Nachdem er sein Geld verprasst hat, wird er hinausgeworfen - rechts


12. beim Würfelspiel verliert er alles - unten

13. er wird hinausgeworfen - links 

14. er bittet um Arbeit - Mitte

15. er geht in sich und denkt nach - rechts 

16. Der Vater heißt ihn willkommen - oben


 17. der Vater ordnet an, das Kalb zu schlachten - links

18. sie feiern ein Fest - Mitte

19. der ältere Sohn weigert sich, mitzufeiern - rechts

20. der Vater versucht, die beiden Söhne zu vereinen

Geschichte vom barmherzigen Vater und vom verlorenen Sohn, Kathedrale von Bourges

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 15

In jener Zeit
1 kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus,
um ihn zu hören.
2 Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber
und sagten: Dieser nimmt Sünder auf
und isst mit ihnen.
3 Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte:
11 Ein Mann hatte zwei Söhne.
12 Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater:
Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht!
Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf.
13 Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen
und zog in ein fernes Land.
Dort führte er ein zügelloses Leben
und verschleuderte sein Vermögen.
14 Als er alles durchgebracht hatte,
kam eine große Hungersnot über jenes Land
und er begann Not zu leiden.
15 Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf;
der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
16 Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt,
die die Schweine fraßen;
aber niemand gab ihm davon.
17 Da ging er in sich
und sagte:
Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss,
ich aber komme hier vor Hunger um.
18 Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen
und zu ihm sagen: Vater,
ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
19 Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein;
mach mich zu einem deiner Tagelöhner!
20 Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.
Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen
und er hatte Mitleid mit ihm.
Er lief dem Sohn entgegen,
fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
21 Da sagte der Sohn zu ihm: Vater,
ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt;
ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
22 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten:
Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an,
steckt einen Ring an seine Hand
und gebt ihm Sandalen an die Füße!
23 Bringt das Mastkalb her und schlachtet es;
wir wollen essen und fröhlich sein.
24 Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder;
er war verloren und ist wiedergefunden worden.
Und sie begannen, ein Fest zu feiern.
25 Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld.
Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam,
hörte er Musik und Tanz.
26 Da rief er einen der Knechte
und fragte, was das bedeuten solle.
27 Der Knecht antwortete ihm:
Dein Bruder ist gekommen
und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen,
weil er ihn gesund wiederbekommen hat.
28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.
Sein Vater aber kam heraus
und redete ihm gut zu.
29 Doch er erwiderte seinem Vater:
Siehe, so viele Jahre schon diene ich dir
und nie habe ich dein Gebot übertreten;
mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt,
damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
30 Kaum aber ist der hier gekommen,
dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat,
da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
31 Der Vater antwortete ihm:
Mein Kind, du bist immer bei mir
und alles, was mein ist, ist auch dein.
32 Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen;
denn dieser, dein Bruder, war tot
und lebt wieder;
er war verloren
und ist wiedergefunden worden.

(Evangelium vom Samstag der 2. Fastenwoche)


Freitag, 21. März 2025

Sie konnten mit ihm kein friedliches Wort mehr reden

 

Sie warfen Josef in eine Zisterne
St Edmundsbury Cathedral

Lesung aus dem Buch Génesis 37

3 Israel liebte Josef mehr als alle seine Söhne,
weil er ihm in hohem Alter geboren worden war.
Er ließ ihm einen bunten Rock machen.
4 Als seine Brüder sahen,
dass ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder,
hassten sie ihn
und konnten mit ihm kein friedliches Wort mehr reden.
12 Als seine Brüder fortgezogen waren,
um die Schafe und Ziegen ihres Vaters bei Sichem zu weiden,
13a sagte Israel zu Josef:
Weiden nicht deine Brüder bei Sichem?
Geh, ich will dich zu ihnen schicken.
17b Da ging Josef seinen Brüdern nach
und fand sie in Dotan.
18 Sie sahen ihn von Weitem.
Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen war,
fassten sie den Plan, ihn umzubringen.
19 Sie sagten zueinander: Siehe, da kommt ja dieser Träumer.
20 Jetzt aber auf,
erschlagen wir ihn
und werfen wir ihn in eine der Zisternen.
Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen.
Dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird.
21 Ruben hörte das
und wollte ihn aus ihrer Hand retten.
Er sagte: Begehen wir doch keinen Mord.
22 Und Ruben sagte zu ihnen: Vergießt kein Blut!
Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe,
aber legt nicht Hand an ihn!
Das sagte er, um ihn aus ihrer Hand zu retten
und zu seinem Vater zurückzubringen.
23 Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war,
zogen sie ihm seinen bunten Rock aus,
den Ärmelrock, den er anhatte,
24 packten ihn und warfen ihn in die Zisterne.
Die Zisterne war leer;
es war kein Wasser darin.
25 Sie saßen beim Essen
und erhoben ihre Augen und sahen,
siehe, eine Karawane von Ismaelítern aus Gílead kam.
Ihre Kamele waren mit Tragakánt, Mástix und Ládanum beladen.
Sie waren unterwegs nach Ägypten.
26 Da sagte Juda seinen Brüdern:
Was haben wir davon,
wenn wir unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken?
27 Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelítern.
Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen,
denn er ist doch unser Bruder und unser Fleisch.
Seine Brüder hörten auf ihn.
28 Midianítische Kaufleute kamen vorbei.
Da zogen sie Josef aus der Zisterne herauf
und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die Ismaelíter.
Sie brachten Josef nach Ägypten.
(Lesung vom Freitag der 2. Fastenwoche)

Mittwoch, 19. März 2025

Josef in der Fastenzeit

 

Heiliger Josef, blick vom Himmel
auf Dein armes Pflegekind,
dass im schnöden Weltgetümmel
nicht die wahre Brücke find.

Möchte so gerne heilig werden,
doch Du kennst mein böses Herz,
siehst wie Kämpfe und Beschwerden
mir bereiten manchen Schmerz.

Heut erwähl ich Dich zum Vater
Und zum Lehrer, Führer, Freund,
denn Du Heiliger bist ein Rater,
der es redlich mit mir meint.

O Sankt Josef, meine Seele
ist gar arm und elend dran,
sieh doch, wie ich täglich fehle,
wie ich gar nicht voran kann.

Viele, viele fromme Seelen
Sagen, dass wir Dich verehrt.
Sicher darauf könnte zählen,
dass ihm alles wird gewährt.

Darum lass mich heute eilen,
an Dein väterliches Herz,
um Dir treulich mitzuteilen,
bester Vater meinen Schmerz.

Du, ein Vorbild frommer Einfalt,
Zimmermann von Nazareth,
tu’ in mir den Stolz doch Einhalt,
sieh, wie meine Seele fehlt.

Möchte die Demut von Dir lernen,
Demut, Einfalt, Kindes Sinn,
möchte mich selbst von Dir entfernen,
doch die Selbstsucht reißt mich hin.

Möchte gerne beten lernen,
beten nach des Heilands Sinn.
Möchte vom Tod schon mich entfernen,
streben nur nach oben hin.

Doch mein Herz ist gar so flüchtig,
weilt bald hier und ruht bald dort
und weiß doch, dass alles richtig,
dass der Herr allein sein Hort.

Komme heiliger Pflegevater,
höre mitleidvoll mich an,
sei mir doch ein treuer Rater,
auf des Himmels steiler Bahn.
Lass mich von Dir beten lernen,
beten ohne Unterlass,
mich vom Heiland nie entfernen
und ihn lieben ohne Maß.

Ja, die heilige Gottesliebe,
die so ganz Dein Herz durchglüht,
heilige auch meine Triebe,
meine Seele, mein Gemüt.

Gott allein sei meine Freunde,
Gotte allein sei all mein Glück,
Gott allein in Schmerz und Leiden,
Gott in jedem Augenblick.

Und die Liebe zu dem Nächsten,
heiligen Vater übt ich gern.
O, sie war in Dir am regsten,
denn Du lerntest sie vom Herrn.

Sahst die in Maria glühen,
Deiner reinen heiligen Braut.
O, wie mächtig müsst es ziehen,
wenn man solches Beispiel schaut.

Drum St. Josef bittend, kniend,
jetzt Dein Pflegekind, vor Dir,
von der Lieb in Dir glüht,
sende heut ein Fünklein mir,

dass ich alle Menschen liebe,
weil der Herr sie innig liebt.
Das ich keinen je betrüge,
weil mein Gott sonst wird betrübt.

O, lass mich doch nie es wagen,
irgendeinem weh zu tun,
was mir dann mein Heiland sagen,
kann den Zorn er lassen ruhn?

Nein, kein Wörtchen, kein Gedanke
soll dringen in die Seele mein.
Dieser Vorsatz niemals wanke,
lass uns gute Kinder sein.

Und der Tugend schönste Zierde,
heilige Reinheit schmückte Dich.
O mit heißester Begierde,
sehnt meine Seele sich.

Diese Tugend zu empfangen,
durch dich, bester Vater mein,
Du kannst von dem Herrn erlangen,
dass ich lebe keusch und rein.

Heiliger Josef schau vom Himmel,
auf Dein Kind, dass Dir vertraut,
reiß mich los vom Weltgetümmel,
wo man nichts als Sünde schaut.

Heilig, heilig möchte ich werden,
sprich für mich ein wirksam Wort.
O St. Josef, sei auf Erden,
stets mein Vater und mein Hort.

Endlich dann, in jener Stunde,
wo mein Leben neiget sich,
Vater, lass aus Deinem Munde,
Trostesworte hören mich.

Komm mit Jesus und Maria,
in der letzten größten Not.
Sei mit Jesus und Maria,
Hilfe mir und Trost im Tod.
Amen.
Q: unbekannt


Heiliger Josef, bitte für uns!