Sonntag, 13. August 2017

Hippolyt von Rom



Hippolyt von Rom, Priester und Märtyrer. Hippolyt war Schüler des Irenäus, er war der gelehrteste und fruchtbarste griechische Kirchenschriftsteller in der westlichen Kirche. Unter Papst Viktor I. nahm Hippolyt eine einflussreiche Stellung im römischen Klerus ein. Als der ehemalige Sklave Kalixtus Papst wurde, brach Hippolyt mit diesem die kirchliche Gemeinschaft und ließ sich von einem Teil der Gemeinde selbst wählen. Beide beschuldigten sich nun gegenseitig der Häresie. Das Papstschisma dauerte auch fort, als Kalixtus starb und Pontianus sein Nachfolger wurde. Kaiser Maximinus Thrax verbannte Papst Pontianus sowie Hippolyt nach Sardinien.
Hier verzichteten beide auf ihre Würde, ja Hippolyt forderte seine Anhänger auf, die Einheit wiederherzustellen. Beide, Hippolyt und Pontianus, starben an den Folgen der Auszehrung, – vermutlich ausgesöhnt. Unter Papst Fabian wurden beide an einem 13. August zwischen 236 und 250 in Rom beigesetzt: Pontianus in der Kalixtuskatakombe, Hippolyt in dem nach ihm benannten Coemeterium an der Via Tiburtina.
Zu Hippolyts Schriften gehört die „Apostolische Überlieferung“ mit der berühmten eucharistischen Anaphora, die im heutigen zweiten Hochgebet des lateinischen Ritus verwertet sind. Hippolyt ist der Diözesan- und Stadtpatron von Sankt Pölten. Er wird im Philosophengewand auf dem Lehrstuhl sitzend dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Glorie, Verherrlichung des hl. Hippolytus von Rom, 1746, D. Gran zugeschriebenes Leinwandbild
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Am 13. August wird in der Diözese St. Pölten das Hochfest des hl. Hippolyt von Rom gefeiert. Er ist der Diözesanpatron und starb im Jahr 235 als Märtyrer in den Bergwerken Sardiniens in der Christenverfolgung durch Kaiser Maximinus.
Hippolyt war ein hochgelehrter Theologe der römischen Kirche. Als es zur Neuwahl eines Papstes kommen sollte und im Jahr 217 der aus dem Sklavenstand stammende Kallistus Papst wurde, da fühlte Hippolyt sich übergangen und zurückgesetzt. Gegenüber dem aus seiner Sicht ungebildeten ehemaligen Sklaven Kallistus wäre er selber doch der viel geeignetere Kandidat gewesen – so meinte er! Ebenso dachte auch eine maßgebliche Gruppe von Priestern und Gläubigen, welche Hippolyt in seiner Auffassung unterstützten. So ließ er sich dazu überreden, als erster Gegenpapst der Geschichte dem rechtmäßig gewählten Papst Kallistus gegenüber zu treten. Hippolyt beschuldigte den Papst der Irrlehre. Auf diese Weise kam es zu einer Kirchenspaltung innerhalb der römischen Gemeinde, einem Schisma.
Als Papst Kallistus starb und ihm Pontianus nachfolgte, dauerte die Spaltung fort: Hippolyt und seine Anhänger waren nicht bereit, den rechtmäßigen Papst anzuerkennen. Wir fragen uns jetzt: Wie kann so ein Mann heilig werden und gar zum Diözesanpatron von St. Pölten erhoben werden?
Es musste eine Wende in seinem Leben eintreten: Denn unter Kaiser Maximinus kam es zu einer Christenverfolgung, der viele Gläubige, aber auch Priester, Diakone und Bischöfe zum Opfer fielen. Sowohl der rechtmäßige Papst Pontianus als auch sein Gegner Hippolyt wurden um des Glaubens willens verhaftet und deportiert. In den Bergwerken von Sardinien mussten sie unter der Härte ihrer Arbeit den Verlust ihrer Gesundheit und Lebenskraft erfahren. Jetzt aber kamen sich die beiden Gegner nahe, und Hippolyt sah sein Unrecht ein. Sowohl er als auch der rechtmäßige Papst verzichteten auf ihren Anspruch auf das Bischofsamt von Rom. Auf diese Weise kam es zur Versöhnung der beiden und in der Folge zur Überwindung der Kirchenspaltung. Wenig später starben beide ehemaligen Gegner als Folge ihrer Strapazen als Märtyrer für Christus!


Dom zu St. Pölten


„Vater, der du die Herzen kennst, gewähre deinem Diener, den du zum Bischofsamt berufen hast, daß er deine heilige Herde weide und vor dir das erhabene Priestertum untadelig ausübte, indem er dir Tag und Nacht dient. Er stimme dein Antlitz unablässig gnädig und bringe die Gaben deiner heiligen Kirche dar. Kraft des Geistes des erhabenen Priestertums habe er die Gewalt, deinem Gebot gemäß die Sünden nachzulassen. Er verteile die Ämter gemäß deiner Ordnung und löse jedes Band kraft der Gewalt, die du den Aposteln gegeben hast. Er gefalle dir durch seine Milde und sein reines Herz, indem er dir einen angenehmen Duft darbringt durch dein Kind Jesus Christus ...“
(Hippolyt, trad. ap. 3)
Quelle: KKK 1586)
 

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