Donnerstag, 21. Januar 2016

Am Grab der hl. Agnes von Rom


Sant´Agnese fuori le mura


bereits gepostet: Sant´ Agnese in Agone, der Ort des Martyriums der hl. Agnes

Sant´ Agnese fuori le mura ist die Kirche an der Via Nomentana, wo die Gebeine der hl. Agnes beigesetzt sind. Diese wurde im 7. Jahrhundert über ihrem Grab errichtet, das sich auf einem Grundstück ihrer Eltern befand. Wie Ambrosius, Papst Damasus u. a. bezeugen, erfreute sich Agnes bereits im 4. Jahrhundert allgemeiner Verehrung.
Nach der Überlieferung war Agnes vornehmer römischer Herkunft und von Kind an Christin. Nach dem Zeugnis des Ambrosius, der sich auf Berichte anderer Christen stützte, wurde das Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren nach vielen Foltern wegen ihres unerschütterlichen Glaubens mit dem Schwert enthauptet.


Fresko über dem Triumpfbogen aus dem 19. Jh., Martyrium d. hl. Agnes

Apsismosaik, die Titelheilige Agnes, links Stifter Papst Honorius I. (625-638) mit dem Kirchenmodell und rechts Papst Symmachus (oder: Gregor der Große (590-604), der von Papst Honorius als Vorbild verehrt wurde)

Agnes im prächtigen, purpurfarbenen kaiserlichen Gewand mit Kollier,
Perlengehängen und Diadem

Krypta mit den sterblichen Überresten der hl. Agnes, Sant´Agnese fuori le mura

Schrein mit den Gebeinen der hl. Agnes und der hl. Emerentiana


Altarziborium von 1614 mit Statue der hl. Agnes von N. Cordier um 1610

Emporenbasilika mit byzantinischen Einfluß, 16 antike Säulen tragen die Arkaden-
bögen, die Holzdecke stammt von 1600

Man erzählt, daß der Sohn des Präfekten die hl. Agnes erblickte, als sie von der Schule nach Hause ging, und sie von Herzen lieb gewann, aber abgewiesen wurde. In seinem gekränkten Stolz wußte er nichts anderes zu tun, als Agnes wegen ihres Christenglaubens anzuzeigen. Noch nie hatte ein so jugendliches Mädchen in Rom vor dem Richter gestanden. Der Richter vermeinte, im Handumdrehn mit diesem Kinde fertig werden zu können. Aber er täuschte sich: weder schmeichelnde Überredungskünste noch zornige Drohungen konnten das Mädchen einschüchtern.
Agnes blieb stark und stand fest zu ihrem Glauben, sogar die Drohungen des Richters, sie in ein öffentliches Freudenhaus zu stecken, erschütterten sie nicht, war sie doch fest davon überzeugt, daß ihr himmlisches Bräutigam sie vor Entehrung schützen würde. Und so geschah es auch. Ein anderer Richter ließ sie dann in ein großes Feuer werfen, aber das Feuer teilte sich und ließ sie unversehrt. Daraufhin wurde sie zum Tode durch das Schwert verurteilt.

Ambrosius erzählt, daß Agnes das Todesurteil mit frohm Mut aufnahm und so heiter zum Richtplatz schritt, als sei es zu ihrer Hochzeit. Mit dem gleichen Mut bot sie ihren Hals dem Todesstreiche dar. Während die Zuschauer vor Rührung weinten und sogar der Henker zitterte, blieb sie allein gefaßt.
Mit Recht sagt Ambrosius: "Männer mögen bewundernd zu dieser Märtyrin aufschauen, deren Seele stark genug war, alle Marter zu überwinden. Mädchen ihres Alters ertragen es sonst kaum, daß die Eltern ihnen zürnen, und über einen Nadelstich weinen sie, als hätten sie sich schwer verletzt. Sie aber stand unerschrocken vor dem Henker. Sie hatte kaum eine Ahnung, was Sterben heißt, und war schon bereit, ihr junges Leben unter dem Schwerte auszuhauchen."

Als die tapfere Jungfrau beigesetzt war, wachten die Freunde an ihrem Grabe, aber am achten Tag war auf einmal bei dem Grab ein Reigen von Jungfrauen, die trugen Kleider aus strahlendem Gold; mitten unter ihnen sahen sie Agnes stehen im goldenen Kleid mit einem Lämmlein zu ihrer Rechten, weißer denn Schnee. Und sie sprach: "Weinet nicht, als wäre ich tot, sondern freut auch mit mir und preiset mein Glück, denn ich wohne in einem lichten Reich mit allen diesen Jungfrauen."
(aus: Melchers, das Jahr der Heiligen 52f)

Agnes mit dem Lamm, Sant´Agnese fuori le mura

Schon schaue ich, wonach ich mich sehnte,
schon besitze ich, was ich erhoffte.
Den ich auf Erden von Herzen geliebt,
mit dem bin ich im Himmel vereint.
(Benediktusantiphon)

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