Freitag, 16. November 2018

Guiseppe Moscati

Die Kapelle des hl. Guiseppe Moscati neben der Kirche Gesu Nuovo, Neapel

Am Grab des hl. Guiseppe Moscati

 In die Periode seines ärztlichen Wirkens fallen zwei freiwillige Einsätze Dr. Moscatis, die ihn in seiner selbstlosen Hilfsbereitschaft sehr gut charakterisieren: Am 4. April 1906 war der Vesuv ausgebrochen und bedrohte äußerst akut die an seinen Abhängen liegenden Dörfer. Es entstand ein furchtbares Durcheinander unter den flüchtenden Bewohnern. Da war es Dr. Moscati, der sich persönlich in die Gefahrenzone begab, um die Räumung der Häuser in geordneter Weise durchführen zu können und die Menschen in Sicherheit zu bringen. Den gleichen Geist selbstloser, mutiger Hilfsbereitschaft bewies er bei Ausbruch der Cholera in Neapel im Jahr 2011.
(Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, 2, 249)

Hochaltar, Gesu Nuovo, Neapel

Donnerstag, 15. November 2018

Leopold III. - zur Einführung des kirchlichen Feiertages 1663



". . . Demnach Wir wahrgenommen/das/dass Fest des Heiligen LEOPOLDI, in Unserem Land Under der Ennß nur an etlichen Orthen/in Ober Oesterreich aber gar nicht/feyerlich gehalten würdet. Und nun es sich in allweeg gebühren will/dass der Heilige LEOPOLDUS, alß ein Patronus und Schutz-Herr Unseres gantzen Lands Oesterreich in demselben durchgehend mit sonderbahrer Andacht geehret/und dessen Fest von allen und jeden Innwohnern und Underthanen Hochfeyerlich gehalten werde. Also seynd Wir auß sonderbahren gegen dem Heiligen LEOPOLDO tragenden Eyffer und Andacht bewogen worden/die Ewige und offentliche Feyrung dieses Fests/an allen und jeden Orthen/Unsers ErtzHertzogthumbs Oesterreich Under- und Ob der Ennß  einzuführen/ dergestalten/dass von nun an hinführo zu Ewigen Zeiten der benennte JahrsTag deß Heiligen LEOPOLDI, allenthalben ordentlich und völlig gefeyret werden solle. ..."
 
Mit diesem kaiserlichen Patent vom 19. Oktober 1663 wurde dem Landespatron der alten österreichischen Kernlande Niederösterreich (mit Wien) und Oberösterreich, dem hl. Leopold, ein kirchlicher Feiertag gewidmet, der 15. November, der Todestag des Heiligen.
(austriaforum)

Statue des hl. Leopold in der Stiftskirche Klosterneuburg

Heiliger Leopold, bitte für uns und für deine Gründungen



 
 
 
 
 


Verduner Altar mit dem Schrein des hl. Leopold in der Krypta des Stiftes Klosterneuburg


Stift Klosterneuburg mit Tiefgarage

Albert der Große

Albert der Große, Deckenfresko, S. Maria Dell`Anima, Rom



Albert der Große oder lateinisch Albertus Magnus, Dominikaner, Bischof und Kirchenlehrer. Albert wurde um 1200 zu Lauingen an der Donau geboren und trat mit 23 Jahren in den jungen Dominikanerorden ein. Nach Vollendung seiner Studien in Paris wurde Albert 1248 an das neugegründete Generalstudium des Ordens in Köln berufen, wo Thomas von Aquin sein Schüler wurde. Von 1254 an war Albert Provinzial der deutschen Ordensprovinz, bis er 1257 Lektor in Köln wurde. 1260 ernannte ihn der Papst zum Bischof von Regensburg, jedoch resignierte Albert nach 2 Jahren schon auf sein Bischofsamt und betätigte sich fortan im Auftrag Urbans IV. als Kreuzzugsprediger in Deutschland und Böhmen. Nach Aufenthalten in Würzburg und Straßburg kehrte er 1270 nach Köln zurück.
Albert besaß umfassende philosophische und naturwissenschaftliche Kenntnisse, die er mit einem klaren Denken und eigener Beobachtung verband. Ihm ist entscheidend die Einführung aristotelischen Gedankengutes in die mittelalterliche Philosophie zu verdanken. Albert kommentierte Aristoteles und berief sich in seiner „Summa theologiae“ von 1270 oft auf die bisher kaum bekannten Argumente des Aristoteles. Sein Schüler Thomas von Aquin sollte dann die „Taufe des Aristoteles“ vollenden. Da Alberts Denken aber ebenso auf neuplatonischem Geistesgut fußt, hat er auch die Mystik bis hin zu Meister Ekkehard beeinflusst. In Köln hatte er so großes Ansehen, dass er mehrmals als Friedensstifter in Streitigkeiten zwischen Erzbischof und Bürgern herangezogen wurde. Albert starb hochbetagt am 15. November 1280 in Köln. Heute ruhen seine Reliquien in der Krypta der Sankt-Andreas-Kirche zu Köln. Wegen seines umfangreichen Wissens wird Albert „Doctor universalis“ genannt. Albertus Magnus wurde 1622 selig-, und 1931 von Papst Pius XI. heilig gespro-chen, gleichzeitig wurde ihm der Titel eines Kirchenlehrers verliehen. 1941 erklärte ihn Pius XII. zum Patron der Naturwissenschaftler.
(Martyrologium Sancrucense)

S. Maria dell´Anima, Rom

Dienstag, 13. November 2018

Stanislaus auf der Flucht

Stanislaus auf der Flucht nach Deutschland, verfolgt von seinem Bruder Paul, Stanislaus Kostka Kapelle, Wien

Am 28. Oktober 1550 wurde Stanislaus Kostka in Polen (Rostkow) geboren. Er wächst im Schloss seiner Eltern auf; mit 14 Jahren wird er in das neue Jesuitenkolleg "Am Hof" nach Wien geschickt. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Paul verbringt er drei für ihn zum Teil schwierige Jahre in Wien: seine religiöse Überzeugung und der häufige Besuch der Messe tragen ihm Verständnislosigkeit und Spott ein. In Wien reift auch sein größter Wunsch: der Eintritt ins Noviziat der Jesuiten; das Leben der Jesuitenpatres in Wien hat ihn stark beeindruckt. Aber seine Familie, vor allem der Vater, ist strikt gegen die Pläne von Stanislaus. Der damalige Provinzialobere in Österreich, Pater Maggi, wagt nicht, Stanislaus ins Noviziat aufzunehmen, weil er feindselige Schritte des polnischen Adeligen gegen den jungen Jesuitenorden fürchtet. 1567 wird die Situation für Stanislaus in Wien unerträglich; vor allem sein Bruder Paul lässt ihn seine Verachtung spüren o flieht Stanislaus - als Bettler verkleidet - nach Dillingen in Süd-Deutschland, um dort Petrus Canisius, den Provinzial der deutschen Jesuiten, zu treffen und ihn um Aufnahme ins Noviziat zu bitten. 

Am Grab des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Das Sterbezimmer des hl. Stanislaus Kostka in Rom

Die Stanislaus Kostka Kapelle in Wien

nochmal die Kapelle in Wien


Bericht von Stanislaus über seine Flucht aus Wien (Brief an seinen Freund Ernst in Wien, geschrieben aus Dillingen):

Liebster Freund! Ich grüße Dich von Herzen. Mit der Gnade Gottes und durch die Fürbitte der seligen Gottesmutter Maria habe ich in vollkommener Gesundheit die Hälfte meiner Reise zurückgelegt. Mein Jesus und meine liebe Mutter, die seligste Jungfrau, haben mir mehr als ein Kreuz mit auf den Weg gegeben. Gleich hinter Wien gewahrte ich unsere beiden Diener. Schnell verbarg ich mich im nahen Wald.

Schon war ich glücklich durch mancherlei Wälder und Berge gelangt, als ich am zweiten Tag gegen Mittag, da ich eben an einer frischen Quelle rastete, Pferdegetrappel hörte. Ich stand auf und interessierte mich für den schneidigen Reiter, der daherkam. Es war mein Bruder Paul. Das Pferd schäumte, das Gesicht meines Bruders glühte. Denke Dir, lieber Ernst, wie ich erschrak. Zur Flucht war keine Möglichkeit mehr, so schnell galoppierte sein Pferd daher. Ich nahm allen Mut zusammen, näherte mich dem Reiter und bat um ein Almosen. Er begann mich gleich nach seinem Bruder zu fragen, beschrieb mir die Kleidung, die Gestalt und das Gesicht desselben und sagte, er sei mir ähnlich. Ich antwortete ihm, sein Bruder sei diesen Morgen auf dem gleichen Weg dahergekommen, worauf er mir, ohne sich noch einen Augenblick aufzuhalten, ein Geldstück zuwarf und davonsprengte. Ich dankte der seligsten Jungfrau, meiner Mutter, und verbarg mich in einem nahen Dickicht, falls Paul wieder umkehren sollte. Nach einiger Zeit setzte ich meinen Weg wieder fort.

Noch eine andere Schwierigkeit muss ich Dir mitteilen, damit Du siehst, mit welchen Kreuzen mich der Heiland gesegnet hat und Du ihn mit mir lobst. Mein Bruder hatte in den Ortschaften und Dörfern, durch die mein Weg führte, Wächter aufstellen lassen, die mich festnehmen sollten, sobald ich daherkäme. Alle hatten eine genaue Beschreibung von mir. In dieser Verlegenheit kam ein Wagen mir einem Pater aus Wien, der nach Dillingen fuhr. Er erkannte mich sofort. Ich erzählte ihm, was mich zur Reise und zur Verkleidung veranlasst hatte, ebenso von der Verfolgung meines Bruders und seinen Maßnahmen, mich zu ergreifen, von denen ich erfuhr. Er wusste bereits von allem, nahm mich gleich in seinen Wagen und so kam ich unbemerkt an den Posten vorbei. Der Pater wollte mich bis nach Dillingen mitnehmen, aber ich wollte die Reise lieber als armer Pilger machen und für meinen Jesus etwas erdulden.
(nach: Rupert Müller, Fröhliche Freiheit - Stanislaus Kostka, Wien 1950, 47-49.)

Stanislaus Kostka Kapelle, Wien

Montag, 12. November 2018

Sonntag, 11. November 2018

Das Opfer der Witwe


Das Opfer der Witwe, Sant`Apollinare Nuovo, Ravenna




41Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.
42Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.
43Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.
44Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.

(Mk 12,41-44, Evangelium vom 32. Sonntag, Lesejahr B))



Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...