Mittwoch, 21. Juni 2017

Aloisius von Gonzaga

Aloisius von Gonzaga, Farm Street Church, London

Aloisius (Luigi) wurde 1568 als ältester Sohn des Markgrafen von Gonzaga in Castiglione bei Mantua geboren. Er lernte früh, sein heftiges Temperament zu beherrschen, und fiel als Page am florentinischen Hof und später am Hof Philipps II. in Madrid durch seinen Lebensernst und seine Frömmigkeit auf. Mit siebzehn Jahren erhielt er von seinem Vater nach hartem Ringen die Erlaubnis, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Bei einer Pestepidemie in Rom stecke er sich an, da er sich ohne Schonung und ohne Vorsicht der Pflege der Kranken widmete, und starb drei Monate später (1591). Er wurde 1726 heilig gesprochen, 1729 zum Patron der studierenden Jugend erklärt. Die Lebensbeschreibungen des Heiligen haben seine männlich-herbe Gestalt oft verzeichnet.
(Erzabtei Beuron)


links Kapelle des hl. Herzens, rechts Aloysiuskapelle, Farm Street Church

Altar des hl. Aloysius, Farm Street Church


Nachdem er sich die anstreckende Krankheit zugezogen hatte, schrieb er in einem Brief an seine Mutter:
"Vor einem Monat stand ich im Begriff, von Gott die größte Gnade zu empfangen, die ich erhalten könnte, nämlich in Seiner Gnade zu sterben. Aber es hat dem Herrn gefallen, den Tod aufzuschieben und mir dafür ein andauerndes Fieber zu schicken, unter dem ich immer noch leide. Die Ärzte, die nicht wissen, wie es ausgeht, versuchen alles für die Gesundheit des Leibes zu tun. Für mich ist aber wichtiger, daran zu denken, daß Gott, unser Herr, mir eine bessere Gesundheit geben möge, als die Ärzte bewirken können; und so bin ich eigentlich froh, da ich hoffe, daß ich in wenigen Monaten von Gott, unserem Herrn, aus dem Land der Toten in das Reich des Lebendigen gerufen werde..."
(P. Manns, Die Heiligen in ihrer Zeit, II., 233)



Da aß der Mensch das Brot der Engel (Vgl Psalm 78,35 vulg)

zeigt möglicherweise, wie der Aloysius im Alter von 12 von Karl Borromäus
die erste heilige Kommunion empfängt



Familienwappen von Gonzaga

Dienstag, 20. Juni 2017

Alban von England


Alban von England, der erste Märtyrer Englands im 3. Jahrhundert. Alban nahm in der Christenverfolgung Diokletians einen fliehenden Priester bei sich auf. Durch ihn lernte er das Christentum kennen und wurde selbst Christ. Alban opferte daraufhin sein Leben, um seinen Gastfreund zu retten: Als die kaiserlichen Soldaten sein Haus durchsuchten, zog Alban die Kleider des Priesters an, um sich statt diesem auszuliefern. So berichtet Beda Venerabilis in seiner Angelsächsischen Kirchengeschichte. Alban wurde 303 in Verulam (das heutige St Albans) vermutlich am 22. Juni hingerichtet, an der Stätte seines Martyriums entstand die Abtei Saint Albans. Sein Gedenktag ist der 22. Juni, in England wird des Heiligen heute gedacht.
(vgl. Martyrologium Sancrucense)


Schrein des hl. Alban in der St Alban´s Cathedral, St Alban

links Johannes der Täufer, rechts der Erzmärtyrer Stephanus




Allmächtiger Gott, wir danken Dir für diese Stätte,
erbaut zu Deiner Ehre
und zum Gedächtnis an Alban,
den ersten Märtyrer.
Nach seinem Vorbild in der Gemeinschaft der Heiligen
gib uns die Gnade,
treue Zeugen Christi zu sein,
dass wir den wahren und lebendigen Gott anbeten und verehren,
der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

einzige verbliebene mittelalterliche "Watching Loft" aus Holz, zur Überwachung des Schreines von St Alban



Watching Loft aus dem 14. Jh., St Alban´s Cathedral



Maria mit Kind, St Alban´s Cathedral


Ikone des hl. Alban
"Beda überliefert außerdem einige Legenden, die sich um Albans Hinrichtung ranken: Auf dem Weg zur Hinrichtung musste Alban einen Fluss überqueren. Da aber die Brücke voller Menschen stand, soll er dem Wasser des Flusses befohlen haben, sich zu teilen, woraufhin er trockenen Fußes zum anderen Ufer gelangte. Der Henker sei so von Albans Glauben beeindruckt worden, dass dieser auf der Stelle ebenfalls zum Christentum übertrat und sich weigerte ihn zu töten. Ein weiterer Henker wurde beauftragt. Diesem sollen nach der Hinrichtung die Augen aus dem Kopf gefallen sein. Der erste Henker wurde ebenfalls hingerichtet und wurde somit zum zweiten Märtyrer Britanniens."
(Quelle)







Blick in die Marienkapelle der St Albans Cathedral


Enthauptung des hl. Alban, St Albans Cathedral




St Alban´s Cathedral

Sonntag, 18. Juni 2017

Wie Schafe ohne Hirten

Wo ist unser guter Hirte?



Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
(aus dem Sonntagsevangelium, Mt 9,36f)


Der Gute Hirt, Rochester Cathedral

Donnerstag, 15. Juni 2017

Zur Fronleichnamsprozession: Der Esel kennt seinen Herrn

Antonius und der Esel, Bavokathedrale, Gent



Während Antonius mit einem starrköpfigen Häretiker über das rettende Sakrament der Eucharistie diskutierte, fordert der Häretiker Antonius heraus, die echte Anwesenheit Christus in der geweihten Hostie mit einem Wunder zu beweisen. Würde es ihm gelingen, würde er sich zum wahren, katholischen Glauben bekehren.
Dann erklärte er seinen Plan: Er würde sein Lasttier für drei Tage einsperren und es hungern lassen. Dann würde er es in Gegenwart der Leute herausholen und ihm Hafer zeigen. Antonius solle ihm ebenfalls mit der Hostie gegenübertreten. Wenn das ausgehungerte Tier den Hafer meiden und sich anschicke, seinem Gott zu huldigen, dann würde der Häretiker an die Botschaft der Kirche glauben.
Am verabredeten Tag zeigt Antonius dem Esel die Hostie und sprach:

Mit der Kraft und im Namen des Schöpfers, den ich, der ich seiner unwürdig bin, wahrlich in Händen halte, sage ich dir, o Tier, und befehle ich dir, dich ihm umgehend mit Bescheidenheit zu nähern und ihm die gebotene Verehrung zu Teil werden zu lassen!“

Und so geschah es:
Das Tier lässt das Futter liegen, neigt den Kopf bis zu den Hufen hinunter, nähert sich dem Heiligen und kniet vor dem Sakrament des Leibes Christi nieder.

(Quelle)


Der Ochs kennt seinen Besitzer

und der Esel die Krippe seines Herrn (Jesaja 1,3)

Dienstag, 13. Juni 2017

Am Grab des hl. Antonius von Padua

auf dem Weg zur Kirche des hl. Antonius

die Basilika des heiligen Antonius in Padua

Der Bau der Basilika zur Ehren des hl. Antonius wurde 1232 begonnen und war gegen Ende des 13. Jh. nahezu vollendet


Antonius von Padua, Franziskanerpriester und Prediger. Antonius war Portugiese, er hieß Fernandez Martin de Bulhorn und wurde als Adeliger 1195 in Lissabon geboren. Er war zuerst Augustiner-Chorherr. Fernandez trat aber 1220 bei den Minderbrüdern zu Coimbra ein und nahm den Namen des Klosterpatrons Antonius an. Von 1227 an war Antonius als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial in der Emilia Romagna mit Sitz in Padua. Franziskus ernannte ihn zum Lektor der Theologie für die Minderbrüder an der Universität in Bologna.
1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder und lebte eine Zeit lang auf einem Nussbaum bei Padua. Seine Fastenpredigten in Padua im Jahre 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, die Predigt musste ins Freie verlegt werden. Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.
Die Gnaden hatten ihren Preis: Antonius starb im selben Jahr 1231 am 13. Juni erschöpft im Alter von nur 36 Jahren zu Arcella bei Padua. Die Heiligsprechung erfolgte schon 11 Monate später, Antonius ist damit der am raschesten kanonisierte Heilige. An seinem Grab ereigneten sich zahllose Wunder. In Padua wurde die Basilika San Antonio als Grabkirche errichtet, seine Gebeine wurden 1236 dorthin überführt. Schon Bonaventura meinte: „Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!“
Er ist der meistverehrte Heilige in Italien, in Portugal und in den von Portugiesen missionierten Gebieten. Antonius von Padua wird als jugendlicher Franziskaner mit Jesuskind und Lilie dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Die Grabkapelle des hl. Antonius befindet sich im Querhaus links.  Sie stammt aus der Renaissance (begonnen um 1500, Fertigstellung um 1600). An den Wänden finden sich neun Marmorreliefs mit Szenen aus dem Leben des hl. Antonius. In der Mitte steht der Grabaltar, ein Werk von Tiziano Aspetti (1594).





Das erste Relief zeigt die Einkleidung des hl. Antonius, (1512)

Gäubige verehren das Grab des hl. Antonius





Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid

Zwei massive Silberleuchter flankieren das Grab des hl. Antonius












Antonius predigt vom Nußbaum herab, Fresko von Pietro Annigoni (1985),
Fresko auf der Fassadeninnenwand über den Haupteingang

Glasmalerei mit dem hl. Antonius  in der Mitte

Zu Christus hin schlägt unser Herz;
dem König sei heut froher Dank,
der zu des Himmels Herrlichkeit
Antonius so hoch erhob.

Er wollte wie Franziskus sein,
dem Vater gleichen immer mehr,
ward wie ein Bach, der Wasser führt
aus einem frischen, klaren Quell.

Solch einem Vorbild folgt er gern,
sich selbst besiegend, nie besiegt,
im Streit für Gott mit festem Halt,
so daß kein Feind ihn je bezwang.

Er hatte für die Not ein Herz.
Wen Schuld bedrängte, niederzwang,
den tröstete der Predigt Wort,
lebend´ges Wasser - Heil des Herrn.

Noch kämpfen wir in gleicher Not,
in der die Väter einst gesiegt:
den Geist des Minderseins bewahr´n
im Gegensatz zum Geist der Zeit.

Dies schenke uns, du Vater-Gott
und auch du Sohn voll Herrlichkeit,
in gleicher Weise auch der Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Hymnus zur Laudes, Franziskanisches Proprium)

 
Relief vom Hl. Antonius, 1932 von argentinischen Katholiken gestiftet anlässlich
des 700. Todestages des Heiligen, Padua
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