Montag, 26. September 2016

Kosmas und Damian

Heute gedenkt die Kirche der hll. Kosmas und Damian.

Santi Cosma e Damiano, Rom

Apsismosaik, Paulus führt Cosmas (links), Petrus Damian zu Christus



Cosmas und Damianus waren leibliche Brüder und wurden in der Stadt Aegea geboren von einer heiligen Mutter, die hieß Theodora. Sie lernten die Kunst der Ärzte und empfingen so große Gnade in der Kunst von dem heiligen Geist, dass sie alles Siechtum von Menschen und von Tieren vertrieben. Dafür nahmen sie kein Gut.

Es war eine Frau, Palladia mit Namen, die hatte alles ihr Gut an Ärzte gelegt; zujüngst kam sie zu den Heiligen, die machten sie gänzlich gesund. Da bot sie Sanct Damiano heimlich eine Gabe, die wollte er nicht nehmen. Da beschwur sie ihn mit also schweren Eiden, dass er es endlich nahm, nicht aus Geiz zu der Gabe, sondern dass er ihre Andacht nicht irre und den Namen des Herrn nicht verschmähe, bei dem sie ihn also beschworen hatte. Als das Sanct Cosmas erfuhr, gebot er, dass man den Leib seines Bruders dereinst nicht bei seinem Leichnam sollte begraben. Aber in der Nacht darnach erschien der Herr Sanct Cosmas und entschuldigte den Bruder bei ihm wegen der Gabe, die er empfangen hatte.

Dieser Heiligen Leben kam vor den Landpfleger Lysias, der ließ sie vor sich bringen und fragte sie, wes Landes sie wären, wie ihre Namen und Gewerbe wären. Da antworteten die Heiligen "Wir sind genannt Cosmas und Damianus; drei anderer Brüder haben wir, die sind genannt Antimus, Leontius und Eupreprius, Arabia ist unser Land; aber wir werben nicht nach irdischem Gut, denn wir sind Christen". Da hieß der Landpfleger ihre Brüder auch herbei bringen, dass sie miteinander den Göttern opferten. Da sie dies Gebot verschmähten, ließ er sie gar schwerlich peinigen an Händen und Füßen; aber sie spotteten seiner Strafen. Da ließ er sie mit einer Kette binden und ins Meer werfen. Aber ein Engel führte sie alsbald unversehrt aus dem Meer und stellte sie wieder vor den Richter. Als das der Richter ansah, sprach er zu ihnen "Bei den großen Göttern, ihr sieget mit Zauberei, dass ihr den Martern entrinnet und das Meer stillet: darum so lehret mich diese eure Kunst, so will ich euch nachfolgen im Namen meines Gottes Adriani". Als er das gesagt hatte, waren zwei Teufel gegenwärtig, die schlugen ihn mit Macht in sein Angesicht. Da schrie er auf und sprach "O ihr guten Herren, bittet euern Gott für mich!" Das taten sie, und die Teufel wichen alsbald von ihm. Da sprach der Richter "Sehet ihr nun, wie meine Götter wider mich erzürnt sind, dass ich sie verlassen wollte; darum so will ich nicht länger leiden, dass ihr meine Götter schmähet". Also ließ er sie in ein großes Feuer werfen, davon blieben sie doch unversehrt, und die Flamme schlug aus von ihnen und verbrannte der Heiden viel, die dabei stunden. Darauf gebot er, dass sie auf die Folter würden gespannt; aber ein Engel hütete ihrer; und da die Knechte sie vor Müdigkeit nicht mehr mochten schlagen, wurden sie wieder vor den Richter gestellt unversehrt. Der ließ nun die drei Brüder in den Kerker schließen; Cosmas und Damianus aber hieß er kreuzigen, und hieß das Volk mit Steinen auf sie werfen. Da sprangen die Steine auf die zurück, die sie warfen, und verwundeten ihrer viele. Da ließ der Praefect voll Zorns die drei Brüder aus dem Gefängnis führen und neben das Kreuz stellen, und hieß vier Ritter auf Cosmas und Damianus, die an dem Kreuze hingen, mit Pfeilen schießen. Doch sprangen die Pfeile zurück und verwundeten viel andere Menschen, die heiligen Märtyrer aber blieben unversehrt. Da der Praefect sah, dass er in allem war überwunden, ward er geängstigt bis in den Tod, und hieß die fünf Brüder des andern Morgens zusammen enthaupten. Die Christen gedachten dessen, was Sanct Cosmas hatte gesagt, dass man sie nicht zusammen sollte begraben, und betrachteten, wie oder wo die Märtyrer wollten begraben sein. Siehe, da kam unversehens ein Kamel des Weges und rief mit menschlicher Stimme, dass man die Heiligen bei einander sollte begraben. Sie litten aber unter Diocletianus, welcher um das Jahr 287 zur Herrschaft kam.

Es entschlief ein Bauer nach vollbrachter Arbeit der Ernte auf dem Felde mit offenem Munde; da kroch eine Schlange in seinen Leib. Da er erwachte, empfand er nichts und kehrte heim. Aber da es Abend war, litt er großes Grimmen in seinem Leib und schrie gar jämmerlich und rief Sanct Cosmas und Damianus um Hilfe an. Und da der Schmerz immer größer ward, floh er zu der Kirche der heiligen Märtyrer. Da entschlief er unversehens, und die Schlange ging wieder aus seinem Mund, wie sie gekommen war.

Ein Mann reiste weit hinweg, und befahl sein Weib den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus. Und gab ihr ein Zeichen. wer ihr das brächte, mit dem sollte sie fahren, wenn er sie etwan ließe rufen. Der Teufel aber wußte das Zeichen, das ihr der Mann gegeben hatte, und verwandelte sich in eines Menschen Gestalt, brachte ihr das Zeichen und sprach "Dein Mann schickt mich zu dir von jener Stadt, dass ich dich zu ihm führe". Dennoch war ihr angst, mit ihm zu gehn, und sie sprach "Dies ist das Zeichen wol; doch so bin ich den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus befohlen, darum sollst du mir über ihrem Altar einen Eid schwören, dass du mich sicher führen willst; so gehe ich alsbald mit dir". Da schwur ihr der Teufel, wie sie es hatte begehrt, und die Frau fuhr mit ihm. Aber da sie zu einem heimlichen Orte kamen, wollte der Teufel sie von dem Reittier werfen, dass er sie töte. Als sie das empfand, da schrie sie "O du Gott der Heiligen Cosmas und Damianus, steh mir bei: denn ich habe euch geglaubt und bin mit diesem Menschen gefahren". Alsbald waren die Heiligen da mit einer großen Schar Männer in weißen Kleidern, und kamen ihr zu Hilf, und der Teufel verschwand zustund. Sie aber sprachen zu ihr "Wir sind Cosmas und Damianus, deren Schwur du geglaubt hast, darum kamen wir dir zu Hilfe".

Der Papst Felix, der der achte war vor Sanct Gregorio, baute in der Ehre der Heiligen Cosmas und Damianus zu Rom eine gar edle Kirche. In dieser Kirche diente ein Mann den heiligen Märtyrern, dem hatte der Krebs ein ganzes Bein gefressen. Und siehe, als er schlief, erschienen einst Sanct Cosmas und Damianus ihrem Diener und trugen Salben und ärztlich Werkzeug mit sich. Sprach der Eine zum Andern "Wo sollen wir frisch Fleisch hernehmen, das Loch zu füllen, da wir das faule Fleisch müssen ausschneiden?" Sprach der Andere "Auf dem Friedhof zu Sanct Peter ist heute ein Mohr begraben, der ist noch frisch: von dem hole, was wir für diesen brauchen". Also lief der Eine wol bald zu dem Friedhof und brachte des Mohren Bein; darnach schnitten sie dem Kranken den Schenkel ab und setzten des Mohren Schenkel an die Stelle, und salbten die Wunde mit Sorgfalt; das Bein des Kranken aber taten sie an des Mohren Leib. Als der Mann erwachte und keinen Schmerz empfand, griff er mit der Hand an die Hüfte und fand sie ohne Fehl. Da zündete er ein Licht an und sah, dass nichts Böses mehr an dem Beine war; und hub an zu zweifeln, ob er es selber wäre oder ein anderer. Aber da er wieder zu sich kam, da sprang er in Freuden aus seinem Bett und erzählte den Menschen, was er im Traum hatte gesehen, und wie er wäre geheilt worden. Die sandten eilends zu dem Grab des Mohren und fanden den Schenkel des Mohren abgeschnitten, und den des Geheilten in sein Grab gelegt.
(Legenda aurea, Quelle


Paulus und Cosmas

Petrus und Damian

Verherrlichung von Kosmas und Damian, Deckengemälde

Freitag, 23. September 2016

Eher könnte die Welt ohne Sonne bestehen, als ohne das hl. Meßopfer (P. Pio)

alte Kirche hl. Maria der Gnaden, im Chorgewölbe ein Rundbild mit einer
Darstellung der Heimsuchung, "Magnificat anima mea dominum" - Hochpreist
meine Seele den Herrn, links der Beichtstuhl hinter Glas, wo P. Pio über fünfzig
Jahre die Beichte der Frauen hörte, hier feierte er viele Jahre das hl. Meßopfer

Am Tag der Heiligsprechung von P. Pio, am 16. Juni 2002, hat Kardinal Christoph Schönborn in einer Katechese über die Berufung zur Heiligkeit gesprochen und P. Pio als Beispiel angeführt:


Heute ist ein ganz besonderer Tag. Es ist der Tag der Heiligsprechung von Padre Pio. Ich glaube, es fügt sich gut, dass das letzte Thema unserer Katechesen dieses Jahres das ist, was P. Pio so einzigartig darstellt: die Heiligkeit. "Gerecht gemacht durch Gott" - Berufung zur Heiligkeit. Beides: "Gerecht gemacht durch Gott" (vgl. Röm 8,30), die so genannte Frage der Rechtfertigung, und die Berufung zur Heiligkeit, wird in besonderer Weise durch P. Pio sichtbar gemacht. Ich darf deshalb mit besonderer Freude zuerst etwas über P. Pio sagen. - Nicht, dass Sie nicht besser Bescheid wüssten über ihn! - Ich schließe mich einfach den vielen Hunderttausenden an, die heute in Rom bei der Heiligsprechung von P. Pio durch Papst Johannes Paul II. dabei waren, oder den vielen Millionen, die es über das Fernsehen miterlebt haben. Es ist schon faszinierend, welche Popularität dieser nun heilig gesprochene Kapuzinerpater aus Pietrelcina, der den Großteil seines Lebens in dem kleinen Kapuzinerkloster in S. Giovanni Rotondo bei Foggia verbrachte, heute hat. Mehr Pilger gehen heute an das Grab des P. Pio als nach Lourdes, 7 Millionen schätzt man im Jahr. Überall in Italien, besonders in Italien aber auch weltweit, begegnet man einer großen Liebe zu P. Pio.

Ich hatte selber das Glück, P. Pio zu sehen, zu erleben bei einer Wallfahrt mit unserer Heimatpfarre im Jahr 1961. Ich war damals sechzehnjährig und eher kritisch allen diesen Phänomenen gegenüber, wie man halt mit sechzehn eher zurückhaltend ist, wenn es um so begeisterte süditalienische Frauen geht, die an der Tür der Kirche sich streiten, wer den ersten Platz haben kann und hinein stürmen in die Kirche unter Hintanstellung jeglicher Formen der Nächstenliebe, wenn man das sieht und dann die vielen Devotionalien, die rund um dieses Kloster damals schon zu finden waren, P. Pio mit Schnee und P. Pio auf dem Thermometer und P. Pio überall. Als wir dann aber in der Kirche waren sehr früh am Morgen und die Messe begonnen hat - ja, ich glaube ich kann sagen, ich habe nie in meinem Leben mehr so eine Messe erlebt, so zelebrieren gesehen wie P. Pio dieses eine Mal, wo ich dabei sein konnte. Das war wohl für zahllose Menschen der unvergessliche Eindruck dieses einfachen Kapuzinerpaters, wie er die hl. Messe gefeiert hat. Wenn man ihn gesehen hat, beim Offertorium, der Darbringung der Gaben, bei der Wandlung, bei der Kommunion, hatte man den unwiderstehlichen Eindruck: Das ist absolut wirklich, was da geschieht, das ist nicht ein äußerer Ritus, an dem jemand äußerlich teilnimmt, sondern das Geschehen. Was das Sakrament bezeichnet, das geschieht: das Opfer Christi, das er in den Stigmaten, den Wundmalen, an seinem eigenen Leib mit gelebt hat und das er in der Feier der Messe so deutlich sichtbar gemacht hat.
Beichten gehen konnte ich nicht bei ihm, denn man musste italienisch können, und das konnte ich damals nicht. Aber ich habe von vielen Berichte gehört, die bei ihm beichten waren, und auch da das Unvergleichliche seiner Aufmerksamkeit, seines Humors aber auch seiner unerbittlichen Strenge, wenn es um die Bekehrung ging, um die Reue, und seine grenzenlose Barmherzigkeit, wenn er auch nur eine Spur von Reue gespürt hat.
Die Stigmaten, die Wundmale, hat er fünfzig Jahre lang an seinem Leib getragen hat. Er ist zwei Tage nach dem fünfzigsten Jahrestag seiner Stigmatisierung gestorben, im Jahr 1968. Sicher war das ein Grund, warum Menschen neugierig waren, nach S. Giovanni Rotondo zu gehen. Aber es war noch etwas anderes: die erschütternde, bewegende und zur Umkehr aufrüttelnde Begegnung mit der Liebe Christi.
Dann seine intensive Liebe zu den Armen und zu den kleinen, die Ströme an Spendengeldern, die zu ihm kamen, hat er verwendet, um ein riesiges Spital zu bauen, "Casa sollievo della sofferenza", das "Haus zur Erleichterung der Leiden", ein prachtvolles Spital, das immer noch vergrößert wird, mit den besten Ärzten, eines der besten Italiens. Er wollte, dass die Armen dort behandelt würden wie Christus selber, mit der größten Zuvorkommenheit und mit der besten medizinischen Pflege.
Dann die vielen Zeichen seiner Nähe, die so viele Menschen erfahren haben, die Erfahrung, dass der Himmel nahe ist, dass die Heiligen bei uns sind, außerordentliche Phänomene immer wieder erlebt, der Duft, der seine Gegenwart angezeigt hat, seine Erscheinungen, seine vielfach bezeugten Bilokationen aber auch vor allem die vielen, vielen Erfahrungen konkreter, einfacher, täglicher Hilfe des Himmels. Alles das ist Grund zu großer Freude und zu Dankbarkeit, dass Gott uns auch heute Zeichen seiner Nähe schenkt. (....)


Wie sieht der Weg zur Heiligkeit aus? Ich danke dem Internet, das es mir möglich gemacht hat, die Predigt, die der Heilige Vater heute in Rom zur Heiligsprechung von Padre Pio gehalten hat, schon zu kennen. Und so darf ich ihn befragen. Was hat der Heilige Vater heute am Petersplatz zur Heiligkeit des P. Pio gesagt? Er hat vier Elemente genannt, und ich glaube, sie haben universale Gültigkeit, auch wenn sie unterschiedlich in den verschiedenen Lebensständen zu leben sind.

Erstens: "Nehmt mein Joch auf euch und folgt mir nach, denn mein Joch ist sanft und meine Last, meine Bürde ist leicht" (Mt 11,30). Mit diesen Worten des Evangeliums von der heutigen Heiligsprechung hat der Heilige Vater begonnen. Und er sagt: P. Pio zeigt durch sein Leben, dass Jesu Joch tatsächlich "dolce", süß ist, sanft, leicht. Jesu Joch ist "dolce". P. Pio hat das in seinem Leben gezeigt: Nehmt mein Joch auf euch, es ist leicht. Verglichen mit vielen anderen Jochen, die Menschen, die wir auf uns nehmen, ist Jesu Joch leicht. Und er erklärt weiter: Aber dieses Joch ist das Kreuz, das Kreuz Jesu. P. Pio habe in seinem Leben eine immer größere Gleichförmigkeit mit dem Gekreuzigten gesucht und verwirklicht, und das nicht aus Liebe zum Leiden, sondern aus Leidenschaft für das Erlösungswerk Christi, um teilzunehmen am Erlösungswerk Jesu Christi. Das hat P. Pio motiviert, das war seine Leidenschaft, dafür hat er gelitten und gelebt, um Menschen die Gnade Christi zu schenken, zu erwerben, zu verdienen. Im Plan Gottes ist das Kreuz das wahre Instrument des Heils für alle Menschen. Es ist der Weg, den Jesus ausdrücklich seinen Nachfolgern vorgeschlagen hat. Nur auf diesem Weg der Selbstverleugnung und des Kreuzes können wir Christus ähnlich werden, sagt der Papst heute Vormittag in Rom. Wenn man ihn anschaut, dann wird das alles gleich sehr konkret und sichtbar, wie sehr er selber das lebt.

Das zweite Kennzeichen von P. Pio gilt zweifellos für alle, die den Weg der Heiligkeit suchen: Gottes Barmherzigkeit. Ich glaube, es gehört zu den großen Kennzeichen der Heiligkeit im 20. Jahrhundert, dass wie kaum zuvor Gottes Barmherzigkeit verkündet und gelebt wird: die kleine hl. Theresia, noch im 19. Jahrhundert, die hl. Sr. Faustina und ganz besonders P. Pio. Eine geradezu Maßlosigkeit der Barmherzigkeit Gottes, sie kommt aus der Gleichförmigkeit mit dem Kreuz Christi. Je mehr er sich Christus, dem Gekreuzigten, genähert hat, desto größer ist sein Erbarmen geworden. Ich könnte manche Anekdote aus dem Leben des P. Pio erzählen, die mir berichtet würde über diese grenzenlose Barmherzigkeit. Vor allem, wenn er das Messopfer gefeiert hat, hat man das gespürt, für alle Menschen. Wenn er die Patene hochgehalten hat bei dem Offertorium, das oft lange gedauert hat, hat man gewusst, für wie viele Menschen er jetzt da ist und ihnen die Barmherzigkeit Gottes erfleht. Dann vor allem in der Beichte.
Freilich, P. Pio konnte auch sehr streng sein. Mir hat jemand erzählt, der das selber erlebt hat, dass er sich während der Messe, die noch zum Altar zelebriert wurde, plötzlich umgedreht, jemand in der Kirche gesucht und ganz laut gerufen hat: "Via! Via!" - "Raus! Raus!" Er ist mit hochrotem Kopf aus der Kirche hinausgegangen. P. Pio hat ihn mit den Finger hinausgewiesen und sich erst umgedreht, als er draußen war - Barmherzigkeit Gottes. Offensichtlich wusste P. Pio in seinem Innersten: Dieser Mensch braucht einen Anstoß, den muss man schütteln, dass er sich bekehrt. Er ist auch tatsächlich nach drei Tagen zu P. Pio beichten gegangen, wie mir ein lieber Freund, Priester, Italiener erzählt hat, der die Szene selber erlebt hat - Barmherzigkeit, die Leidenschaft für das Heil, für die Bekehrung, für die Liebe Gottes zu den Menschen.

Drittens, sagt der Heilige Vater heute in seiner Predigt: Der tiefste Grund für den apostolischen Erfolg des P. Pio war seine innigste Verbindung mit Gott im Gebet. Lange Stunden des Gebets, und er pflegte zu sagen: "Io sono un povero frate, qui prega." - "Ich bin ein armer Ordensbruder, der betet." Er hat gesagt: Das Gebet ist die beste Waffe, die wir haben, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet.

Als viertes nennt der Heilige Vater, dass bei ihm das Gebet immer verbunden war mit der Caritas, mit der caritativen Tätigkeit, vor allem mit seiner leidenschaftlichen Liebe für die Armen, die Kleinen, die Notleidenden, konkretisiert in dem großartigen Spital in S. Giovanni Rotondo. Gebet und Nächstenliebe, sagt der Heilige Vater, sind die Synthese des Lebens der Heiligkeit von P. Pio.

Vier Schritte zur Heiligkeit: Kreuzesnachfolge, Barmherzigkeit, Gebet, Nächstenliebe. Das hat der Heilige Vater heute Vormittag am Petersplatz gesagt. Ich möchte schließen mit dem Gebet, mit dem er heute Vormittag seine Predigt beendet hat:

"Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du diese Dinge ... den kleinen geoffenbart hast" (Mt 11,25). Wie geeignet scheinen diese Worte Jesu, wenn wir sie auf dich beziehen, du demütiger und geliebter P. Pio. Lehre auch uns, so bitten wir dich, die Demut des Herzens, damit auch wir zu den Kleinen des Evangeliums gezählt werden, denen der Vater versprochen hat, ihnen die Geheimnisse seines Reiches zu offenbaren. Hilf uns zu beten, ohne jemals müde zu werden, gewiss, dass Gott weiß, wessen wir bedürfen, auch noch bevor wir es ihn gebeten haben. Erbitte uns einen Blick des Glaubens, der fähig ist, in den Armen und Leidenden sofort das Antlitz Jesu Christi selbst zu erkennen. Stütze uns in der Stunde des Kampfes und der Prüfung. Und wenn wir fallen, hilf uns, dass wir die Freude des Sakraments der Versöhnung erfahren. Vermittle uns deine zarte Verehrung für Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter. Begleite uns auf unserer irdischen Pilgerschaft zur ewigen Heimat, wo wir hoffen, auch selber einmal hinzugelangen, um in Ewigkeit die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu betrachten.




Jesus allein kann begreifen, welche Pein es für mich bedeutet, wenn ich die qualvolle Szene des Kalvarienbergs vor mir sehe.
Genauso schwer zu verstehen ist es, welchen Trost es für Jesus bedeutet, wenn man wegen Seiner Schmerzen nicht nur Mitleid mit Ihm verspürt, sondern wenn Er eine Seele findet, die aus Liebe zu Ihm nichts für sich selbst um Hilfe bittet, sondern darum, Seine Schmerzen mit Ihm teilen zu können.
(132, dieser und die folgenden Texte sind dem Buch "Guten Tag", Gedanke von P. Pio für jeden Tag des Jahres entnommen)

Kelch und Patene von P. Pio, die er bei seiner letzten hl. Messe am 22. September 1968 verwendete

In der heiligen Messe erneuere deinen Glauben und bedenke, wer das Opferlamm ist, das sich für dich der göttlichen Gerechtigkeit darbietet, um sie zu versöhnen uns uns wieder gewogen zu machen.
Wenn es dir gut geht, hörst du die Messe. Wenn es dir schlecht geht und du nicht an ihr teilnehmen kannst, bist du es, der die Messe feiert. (133)

P. Pio werden 1931 alle Amtsbefugnisse entzogen, zwei Jahre lang durfte er die
hl. Messe nur privat ohne Teilnahme von Gläubigen feiern.

Während der Feier der hl. Messe hänge ich mit Jesus am Kreuz und erleide alles, was Jesus auf dem Golgota erlitten hat, so weit das einer menschlichen Natur möglich ist. (Derobert, P. Pio, 720f)




Albe, Zingulum und Stola von P. Pio

In diesen so traurigen Zeiten, in denen der Glaube erloschen ist, in denen die Gottlosigkeit ihren Triumpf feiert, ist die eucharistische Speise das sicherste Mittel, um sich von dieser tückischen Krankheit, die uns umgibt, frei zu halten.
Und das wird denen schwerlich gelingen, die monatelang dahinleben, ohne sich von dem Unbefleckten Fleisch des Gotteslammes zu sättigen. (135)


In Erinnerung an seine Priesterweihe

Aber mein Vater, wohin eilen meine Gedanken, während ich dies schreibe? Zu dem schönen Tag meiner Priesterweihe! Morgen, am Fest des hl. Laurentius, ist auch mein Festtag. Ich spüre aufs neue die Freude jenes für mich so heiligen Tages. Seit heute morgen schon erlebe ich den Vorgeschmack des Paradieses...
Wie wird es erst sein, wenn wir es auf ewig genießen werden!? Ich vergleiche die Ruhe des Herzens, die ich an jenem Tag empfunden habe, mit der Ruhe des Herzens, die ich heute am Vortag des Festes verspüre, und ich kann keinen Unterschied feststellen.
Der Tag des hl. Laurentius war der Tag, wo ich mein Herz am meisten von der Liebe zu Jesus entbrannt fühlte. Wie glücklich war ich, wie habe ich jenen Tag genossen!

(P. Pio an P. Augustino,  am 9. August 1912, in: P. Pio v. Pietrelcina, Briefe I, 355)


Grabeskapelle von P. Pio von Pietrelcina

Mein Jesus, rette alle;
ich biete mich für alle zum Opfer an:
gib mir Kraft;
nimm mein Herz,
erfülle es mit Deiner Liebe
und befiehl mir dann,
was Du willst. (137) 

Donnerstag, 22. September 2016

Die Wallfahrtskirche Maria Himmelskönigin und Pfarrkirche zum hl. Mauritius

hl. Mauritius, Pfarrkirche Oberleis

Mitten im Weinviertel liegt eingebettet in die Leiser Berge die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Oberleis. Sie ist dem hl. Mauritius und der Himmelskönigin geweiht. Die ursprüngliche Marienkirche wurde auf Anordnung von Kaiser Joseph II. abgerissen, das Patronat auf die bestehende Pfarrkirche übertragen. Die Gnadenstatue Maria mit dem Kind auf der Säule ist aus der ursprünglichen Wallfahrtskirche.
Am 22. September gedenkt die Kirche des hl. Märtyrers Mauritius, ein römischer Offizier, der mit seiner ganzen Legion umgebracht wurde, weil er sich weigerte, die Christen zu verfolgen und den falschen Göttern zu opfern.



vlnr: hl. Mauritius, Gnadenstatue, hl. Leopold

Mauritius, Pfarrkirche Oberleis

Gnadenstatue Maria mit dem Kind, Oberleis

Mittwoch, 21. September 2016

Heute feiert die Kirche nicht nur den Apostel Matthäus

Ninive, Seesturm, Jona wird ins Meer geworfen und von einem großen Fisch verschlungen

sondern gedenkt auch des alttestamentlichen Propheten
Jona. Über den historischen Propheten Jona lesen wir im 2. Buch der Könige: Er war Prophet im 8. vorchristlichen Jahrhundert und prophezeite König Jerobeam II. die Rückeroberung der Gebiete bis zum Toten Meer (2 Kön 14,25). Der Name des Jona wurde dann für den fiktiven Helden der Lehrerzählung aus dem 4. Jahrhundert verwendet, die ein eigenes Buch im Alten Testament bildet. Demnach wurde Jona von Gott beauftragt, der Stadt Ninive den Untergang vorauszusagen. Die Ruinen Ninives sind bei Mosul im Irak erhalten.
Jonas will seiner unangenehmen Berufung als Unheilsprophet zunächst entkommen, wird auf der Flucht vor Gott von einem Seeungeheuer verschluckt und letztlich doch von Gott gerettet; als sich schließlich Ninive tatsächlich bekehrt, ist er damit wieder nicht zufrieden und hadert gegen die Barmherzigkeit Gottes. Im Neuen Testament wird Jona, der drei Tage im Bauch des Seeungeheuers war, zum Vorausbild für Christus, der drei Tage in der Finsternis des Grabes war.
(Martyrologium Sancrucense)

Jona wird ans Land gespien, Lincoln College, Oxford

Die Gestalt des biblischen Jona hat viele Menschen immer wieder interessiert, unter ihnen die Theologen, insbesondere die Bibliker und Ethiker, auch die Künstler. Nach dem altbundlichen Prophetenbuch weigert sich Jona, die heidnische sündige Stadt Ninive zur Umkehr zu rufen. Er will nicht, dass Gott vergibt und verschont. Können wir das nachempfinden?

An der Vergebungsbereitschaft Gottes zweifeln wir nicht. Uns ist bewusst, dass sie allein unsere Hoffnung begründet. Und aus langer christlicher Gewöhnung ist uns der Heilsuniversalismus, der auch die Nichtchristen einschließt, vertraut. „Gott will, dass alle Menschen selig werden“ (1 Tim 2,4).

Vielleicht ist uns dies schon so sehr zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir kaum noch spüren, wie unfassbar und staunenswert die unaufhörliche und grenzenlose Vergebungsbereitschaft Gottes ist.
Verborgen gibt es womöglich auch die Versuchung, Grenzen zu ziehen: „Das Heil kann doch nicht billig sein“. Und im Namen der Gerechtigkeit erwarten wir, dass über die schweren Verbrechen Gericht gehalten wird. Es kann doch nicht sein, dass es am Ende gleichgültig ist, ob ganze Völker, vielleicht über Generationen, unter der Bosheit von Menschen gelitten haben. Dann kommt uns der Gedanke zu Hilfe, dass die Vergebung doch auch Reue und Umkehrwillen verlangt, wenigstens das. Hoffentlich aber setzen wir unser Vertrauen auf Jesu Sühnetod.

Nein, an Gottes Vergebungsbereitschaft und Heilswillen wollen wir nicht zweifeln. Aber zur Umkehr rufen, wie Jona es – mehr von Gott genötigt als aus Neigung – tat, oder mit Strafe drohen, wie der Prophet es tat, wagen wir kaum. Weniger, weil wir Bekehrung und Vergebung nicht wünschten, sondern weil wir Bußpredigt und Drohung für wirkungslos halten, vielleicht sogar für kontraproduktiv.

Wir haben unsere Erfahrungen, meinen wir. Im Erleben unseres eigenen Umfeldes und über Jahre und Jahrzehnte. Es gibt Menschen, die können sich offensichtlich nicht mehr bekehren. Dann stellen wir resignierend alle Bemühungen, sie zur Einsicht und Reue zu bewegen, ein. Das kann Einzelne betreffen.

Oder wir haben geschichtliche Erinnerungen. Wie war es, als große Mehrheiten in einer Gesellschaft mit ihren ideologisch begründeten Absichten über Völker herfielen und vernichten, wenigstens unterwerfen wollten, wie in einem Rausch wüteten und nicht mehr zu belehren waren? Kollektive Irrtümer, die Furien entfesselten? Müssen da erst die große Katastrophe und der völlige Zusammenbruch kommen? Aber auch dann wachsen ja nur langsam die Einsicht und der Wille zur Umkehr.

Dabei ist es schwer zu verstehen, dass jemand Böses will auch in der Erkenntnis, dass das Gewollte böse ist. Ja, dass einer Böses verursacht, weil er einen größeren Wert drangibt, um einen kleineren zu gewinnen (eine vorübergehende Lust, einen persönlichen Vorteil), kennen wir aus eigenem Erleben. Auch dass einer im Irrtum befangen bleibt. Aber dass einer am Bösen festhält, auch wenn er es erkennt? Dass einer an seiner Gottferne festhält, an seiner eigenen Hölle, erscheint uns unbegreiflich. Mysterium iniquitatis!

Gerade, weil es so unbegreiflich ist, wünschen wir vielleicht, dass es trotz allem irgendwann am Ende doch eine Apokatastasis gäbe, eine allgemeine Versöhnung und Erlösung. Die Kirche hat in ihrem Lehramt aber verbindlich entschieden, dass nicht geglaubt werden kann und darf, dass die Hölle zeitlich, nicht ewig sei.
So bleibt zu fragen: Gibt es eine so schwere Schuld, eine solche Verstrickung in Sünde und eine solche Verstockung im Bösen, dass eine Bekehrung ausgeschlossen ist? Fehlhaltungen, die gar nicht mehr zu beheben sind?

Bei Dante heißt es einmal: „Das ist die Strafe deiner Sünde, dass du sie nicht mehr als Sünde erkennst“. Bedeutet dies Aussichtslosigkeit? Oder mildernder Umstand?

Auch wenn wir an der kirchlichen Lehrentscheidung festhalten, dass die Hölle ewig ist, dürfen wir doch hoffen, dass auch der schlimmste Sünder sich von der Liebe Gottes bewegen lässt, sich Gott anzuvertrauen. Können wir das auch hoffen?

Hier ist unser Glaube an die Vergebungsbereitschaft und unser Vertrauen darauf gefragt: die Vergebungsbereitschaft, die den Propheten Jona nach Ninive sandte (und wenn das Buch Jona auch keine geschichtliche Erzählung ist, ist sie doch Verkündigung!), Vergebungsbereitschaft, die in ihrem Grund und Maß in Jesus von Nazareth offenbart worden ist.

In Wort und Tat Jesu begegnet doch auf Schritt und Tritt die Botschaft von Gottes grundloser Vergebungsbereitschaft. „Grundlos“ darf im doppelten Sinn verstanden werden; einmal: Gott will verzeihen, ohne dass der Sünder etwas anderes tut, als dass er im Glauben Verzeihung und Vergebung annimmt; und im anderen Sinn: die Vergebungsbereitschaft Gottes reicht so tief, dass sie nie auf einen Grund kommt und erschöpft sein könnte.

Jesus selbst hat als Gottes Sohn Sünden vergeben und Sünder mit Gott versöhnt. „Deine Sünden sind dir vergeben“, sagt er, auch wenn ihm das den Vorwurf der Lästerung einbringt. Am Kreuz noch möchte er Vergebung: „Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun“. (Unsere Neugier mag fragen: Und wenn sie es wüssten? Wäre das dann die unvergebbare „Sünde wider den Heiligen Geist“? Aber so fragen wir. Der Evangelist zielt auf eine andere Botschaft.)

Ich wage noch in Kürze anzufügen, was Hans Urs von Balthasar immer wieder vorgetragen hat: ist der Höllenabstieg Jesu, den wir im Credo bekennen, nicht die Botschaft, dass Jesus den Verlorenen in der tiefsten Gottesferne begegnet und ihnen dort die unergründliche Liebe Gottes erlebbar macht, dass sie sich dem Barmherzigen zuwenden und gerettet werden können? Sollten wir nicht darauf hoffen dürfen, dass der Verstockteste aufsteckt und sich dem Barmherzigen anvertraut, wenn neben ihm der einzig Schuldlose noch schmerzlicher unter der Gottesferne leidet als er selbst?

Aber mit diesen Fragen bewegen wir uns auf dem Feld theologischer Überlegungen und nicht mehr in der Interpretation kirchlich verbindlicher Glaubenslehre. In der Heiligen Schrift gibt uns aber kein Wort so viel Vertrauen wie das Wort, das der Apostel an die Gemeinde von Rom schreibt: „... wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“ (Röm 5,20).

Liebe Mitbrüder, Jona wurde nach Ninive gesandt, um die heidnische sündige Stadt zur Umkehr zu rufen. Ihm behagte dies nicht. Auf dem Hintergrund dieser Vorstellung wird es gerade zur großen Überraschung, dass Ninive sich zum Gott Israels bekehrt und Gott verschont und verzeiht.

Wenn wir im Glauben daran festhalten, dass Gottes Vergebungsbereitschaft nie endet, werden wir zur Umkehr rufen, auch wenn die Früchte ausbleiben. Dann werden wir den vergebungsbereiten Christus so verkünden, dass er für alle Generationen „zum Zeichen des Jona“ werden kann, das Jesus angekündigt hat. Amen.

(Sterzinsky, Predigt  bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK, 13.2.22008)


Jesus erwiderte: "Ihr seid ein schlimmes, verdorbenes Pack! Ihr fordert eindeutige Zeichen: jemand,
der Umkehr predigt, wie der Prophet Jona es getan hat. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte
im Bauch des großen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im
Herzen der Erde sein. (Mt 12,40)
Übersetzung: Berger/Nord

Samstag, 17. September 2016

Die älteste bekannte Darstellung von Hildegard von Bingen


O du herrlicher Vater!
Wir eilen in glühendem Eifer zu dir,
wir seufzen nach dir in liebender Reue,
die wir von dir empfingen.

O Christus, so herrlich und überaus schön,
du bist die Auferstehung zum Leben.
Hilf uns beharrlich zu bleiben,
um mit dir uns zu freuen.

Lass uns doch niemals getrennt sein von dir!

(Walburga Storch, Gebete der hl. Hildegard von Bingen)


Zur Kirchenlehrerin erhoben
Der Hildegardis-Schrein in Eibingen
Der Hildegardis-Altar in der Binger Rochuskapelle
Hildegard-Gedächtniskirche auf dem Rupertsberg in Bingerbrück


Hildegard von Bingen, 1237, (Chronica regia coloniensis),
Wallfahrtskapelle des hl. Rochus zu Bingen am Rhein

Freitag, 16. September 2016

Die Weite Seiner Liebe


Das Sichausspannen Christi, das die vier Richtungen des Kreuzes sinnbilden, ist der geheimnisvolle Ausdruck unserer eigenen Zerrissenheit und macht uns ihm gleichförmig (J. Danielou).
Der Schmerz ist im letzten Ergebnis und Ausdruck des Ausgespanntseins Jesu Christi vom Sein in Gott bis in die Hölle des "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Wer seine Existenz so ausgestreckt hat, daß er gleichzeitig in Gott eingetaucht ist und eingetaucht in die Tiefe des gottverlassenen Geschöpfes, der muß gleichsam auseinanderreißen - der ist wirklich "gekreuzigt".

Von hier aus könnte wohl der wahre Grund sinnvoller Passionsfrömmigkeit sichtbar gemacht werden und auch deutlich werden, wie Passionsfrömmigkeit und apostolische Spiritualität ineinander übergehen. Es könnte sichtbar werden, daß das Apostolische, der Dienst an den Menschen und in der Welt sich mit dem Innersten christlicher Mystik und christlicher Kreuzesfrömmigkeit durchdringt. Beides hindert einander nicht, sondern in seiner wahren Tiefe lebt je eines vom andern.

Damit sollte nun auch deutlich sein, daß es beim Kreuz nicht auf eine Summierung physischer Schmerzen ankommt, als ob in der größtmöglichen Summe von Qualen sein Erlösungswert bestünde.
Wie sollte Gott an der Qual seiner Kreatur oder gar seines Sohnes Freude haben oder womöglich gar darin die Valuta sehen können, mit der von ihm Versöhnung erkauft werden müßte?
Die Bibel und der rechte christliche Glaube sind weit von solchen Gedanken entfernt.

Nicht der Schmerz als solcher zählt, sondern die Weite der Liebe, die die Existenz so ausspannt, daß sie das Ferne und das Nahe vereint, den gottverlassenen Menschen mit Gott in Beziehung bringt. Sie allein gibt dem Schmerz Richtung und Sinn.

(J. Ratzinger, Einführung in das Christentum, 239f)

Maria am Gestade, Wien

Donnerstag, 15. September 2016

Am Grab der hl. Katharina von Genua




Katharina von Genua wurde am 5. April 1447 in Genau geboren. Sie entstammte dem Geschlecht der Fieschi, einer berühmten Adelsfamilie. Im Alter von 13 Jahren erwachte in ihr der Wunsch, es ihrer Schwester Limbania gleichzumachen und auch in das Kloster einzutreten. Allerdings wurde dies von der dortigen Oberin abgelehnt, das Katharina noch als zu jung galt.
Gegen ihren Willen musste Katharina aber wenige Zeit später bereits im Alter von 16 Jahren einen tugendlosen Mann, der ein ausschweifendes Leben führte, heiraten. Die Ehe war für sie eine harte Zeit. Die ersten Jahre wurde ihr zur Hölle. Am 22. März 1473 erlebt Katharina eine ganz tiefe Bekehrung im Rahmen einer Beichte. Sie wurde innerhalb eines Augenblicks auf eine unverstellbare Weise von der Liebe Gottes erfüllt. Ihr Lebensmotto ab diesem Zeitpunkt war: "Meine Liebe, nicht mehr die Welt und keine Sünde mehr!" ("Amor mio, non piú mondo, non più peccati!")

Später hatte sie auch ihre erste Christusvision. In einer inneren Schau erschien ihr der menschgewordene Gottessohn Jesus Christus, vom Kopf bis zu den Füßen ganz von Blut überronnen, beladen mit dem Kreuz, das er auf der Schulter trug. In der Vision sagte Christus: "Siehst du dieses Blut? Es ist ganz und gar aus Liebe zu dir und zur Sühne für deine Sünden vergossen worden."
Ab diesem Zeitpunkt empfing sie täglich die heilige Kommunion, was selbst bei Mystikern und Heiligen, die im selben Zeitraum lebten, ungewöhnlich war.
Die Zeit zwischen 1473 und 1477 wurden für Catharina eine Phase der Läuterung und der Reinigung. Sie war richtig von der Liebe Gottes "betrunken".
Im Zeitraum 1477 bis 1499 fand die zweite Phase ihres geistlichen Lebens statt, der eine Phase der Erleuchtung war. Von den Mystikern wurde dies als eine "geistliche Verlobung" bezeichnet. In dieser Zeit verloh auch ihr Gatte kurze Zeit sein ganzes Geld verlor - kein zufälliges Ereignis für die gottesfürchtige Frau. Auch ihr Ehemann bekehrte sich daraufhin. In dieser Zeit begann Katharina auch das große soziale Engagement für die Kranken, bei dem ihr bald darauf ihr Ehemann half. Vor allem während zwei Pestepedemien leistete sie Außerordentliches. Sie übernahm 1489 auch die Leitung des Spital Pammatone. 1497 starb ihr Ehemann.

Ab 1499 folgte dann die dritte Phase, die "Einigung mit Gott". In dieser Zeit entstanden die großen mystischen Werke von Catharina, darunter ihr Traktat über das Fegefeuer ("Trattato del Purgatorio), der Geistliche Dialog ("Il Dialogo spirituale") oder das "Wechselgespräch zwischen der Seele, dem Leib, der Eigenliebe, dem Geist, der menschlichen Natur und Gott dem Herrn." Ihr Hauptthema war die Liebe Gottes, sie gilt aber auch als Theologin des Fegefeuers. Marabetto bzw. der Verfasser der ersten gedruckten Biographie der Hl. Katharina, schrieb über die Heilige: "Catharina war in sich so gereinigt, so erleuchtet, so mit Gott verbunden, so in Gott, ihre Liebe, umgestaltet, dass sie gar nicht mehr mit menschlicher, sondern vielmehr mit engelgleicher, ja eigentlich mit göttlicher Zunge sprach.... Sie hatte so eine tiefe Einsicht in die höchste Vollkommenheit, zu der Gott seine Auserwählte erhebt, dass man sie nicht ohne Staunen davon reden hören konnte. Sie selbst war schließlich so voll von Gott, ihrer Liebe, dass nichts anderes mehr in ihrem Herzen Platz hatte."

Während vieler Jahre hindurch lebte sie in der Fastenzeit nur von der heiligen Kommunion. 1501 wurde sie von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Ärzte und Betreuer, die sie damals behandelten, diagnostizierten, dass dies eine übernatürliche Krankheit war und man nichts mit natürlichen Mitteln dagegen tun könne. Die letzten zwei Jahre lag Katharina nur mehr im Bett. Körperlich wurde sie immer schwächer, die Liebe Gottes in ihr wurde aber immer stärker. In der Nacht von 14. auf 15. September 1510 starb sie.
Sie wurde durch Papst Clemens X. 1675 selig- , durch Papst Clemens XII. am 16. Juni 1737 zusammen mit Vinzenz von Paul, Franz Regis und Juliana Falconieri heiliggesprochen und liegt in der Kirche S. Caterina della Santissima Annunziata di Portoria (Chiesa di Santa Caterina) Genua begraben. (Quelle: Kathpedia)





Sarkophag der hl. Katharina von Genua in der rechten Seitenkapelle, Chiesa di Santa Cat





Die Überlegungen Katharinas zum Fegefeuer, durch die sie insbesondere bekannt wurde , ist in dem Buch zusammengefasst, das ich eingangs erwähnt habe: dem „Traktat" über das Fegefeuer mit dem Titel: „Dialogo tra l'anima e il corpo". Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Katharina mit ihrer mystischen Erfahrung keine besondere Vorstellung vom Fegefeuer oder seinem Ort verband. Trotzdem haben die inspirierten Schriften unserer Heiligen im Vergleicht zum Kontext ihrer Zeit eine ganz besondere Art und Weise in der Beschreibung. 
Der erste originelle Zug der Äußerungen betrifft den „Ort" der Läuterung der Seelen. Zu ihrer Zeit wurde dieser vor allem durch an Raumvorstellungen gebundene Bilder dargestellt. Man dachte an einen bestimmten Ort, an dem sich das Fegefeuer befand.

Bei Katharina aber präsentiert sich dagegen das Fegefeuer nicht als ein Element der Landschaft des Inneren der Erde. Für sie ist das Fegefeuer kein äußeres, sondern ein inneres Feuer. Die Heilige sprach vom Weg der Läuterung der Seele hin zur vollen Gemeinschaft mit Gott. Dabei geht sie von der Erfahrung des tiefen Schmerzes über die begangenen Sünden angesichts der unendlichen Liebe Gottes aus (vgl. Vita mirabile, 171v).
Wir haben gesehen, das Katharina im Augenblick ihrer Bekehrung eine brennende Flamme in sich spürte, als sie die unendliche Distanz zwischen ihrem Leben und der Güte Gottes wahrnahm. Das ist die Flamme die reinigt, die innere Flamme des Fegefeuers.
Auch dabei handelt es sich um etwas im Vergleich mit ihrer Zeit Originelles. Sie beginnt nicht etwa mit einem Jenseits, um die Qualen des Fegefeuers zu erzählen - wie es zu ihrer Zeit üblich gewesen war - und dann den Weg der Läuterung oder der Umkehr zu weisen. Vielmehr hebt unsere Heilige  sie mit der inneren Erfahrung des Menschen an, der unterwegs zur Ewigkeit ist.
Die Seele - so erklärt es Katharina - präsentiert sich dort noch in dem Moment, da sie an das Verlangen und die Qual gebunden ist, die der Sünde entstammten. Dies macht es ihr unmöglich, in den Genuss der seligmachenden Schau Gottes zu kommen.
Katharina bekräftigt, dass Gott so rein und heilig sei, dass sich die Seele nicht mit ihren Makeln der Sünde in Gegenwart der göttlichen Majestät zeigen kann (vgl. Vita mirabile, 177r). Aber auch wenn wir uns dieses Abstandes bewusst sind, solange wir noch von so vielem voll sind, können wir Gott nicht schauen. Die Seele ist sich der unendlichen Liebe und der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes bewusst und leidet folglich daran, dieser Liebe nicht in vollendeter Weise entsprochen zu haben. Gerade die Liebe Gottes aber läutert sie von den Schlacken der Sünde.
In Katharina spürt man die Gegenwart von theologischen und mystischen Quellen, die zu ihrer Zeit gängig waren. Insbesondere finden wir ein typisches Bild, das dem Denken des Dionysius Areopagita entstammt. Dabei handelt es sich um das Bild des goldene Fadens, der das Herz des Menschen mit Gott selbst so inniglich verbindet, dass der Mensch von „allem was außer ihm ist geläutert wird".
Wenn also das Herz des Menschen geläutert werde, so werde es von der Liebe Gottes erfüllt, der zum einzigen Führer und Motor seines Daseins wird (vgl. Vita mirabile, 246rv).
Diese Situation der Erhebung zu Gott und der Hingabe an seinen Willen, die mit dem Bild des Fadens zum Ausdruck gebracht wird, benutzt Katharina, um das Wirken des göttlichen Lichts auf die Seelen im Fegefeuer" zu verdeutlichen. Eines Lichts, das reinigt und zum Glanz der hellen Strahlen Gottes erhebt. (vgl. Vita mirabile, 179r).
Liebe Freunde, die Heiligen erlangen in ihrer Erfahrung der Einheit mit Gott erreichten ein derart tiefes „Wissen" um die göttlichen Geheimnisse, in dem sich Erkenntnis und Liebe durchdringen, dass sie so den Theologen in ihrem Engagement für das Studium, die „intelligentia fidei" der Vertiefung der Geheimnisse des Glaubens, so im Falle des Fegefeuers zur Hilfe werden.

Mit ihrem Leben hat Katharina uns gelehrt, das wir um so tiefer in der Erkenntnis seiner Liebe und unseres Herzens fortschreiten, desto inniglicher wir im Gebet mit Ihm verbunden sind. Indem sie über das Fegefeuer schreibt, hat unsere Heilige uns eine grundlegende Glaubenswahrheit in Erinnerung gerufen, die für uns zur Einladung wird, für die Verstorbenen zu beten, auf dass sie zur seligmachenden Schau Gottes in der Gemeinschaft der Heiligen gelangen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1032). Der demütige, treue und großzügige Dienst im Hospiz Pammatone, ist ein leuchtendes Beispiel der Liebe für alle und eine Ermutigung besonders für die Frauen, die für Gesellschaft und Kirche mit ihrem wertvollen Werk, das durch ihre Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber dem Ärmsten und Bedürftigsten bereichert wird, einen wichtigen Beitrag leisten". Vielen Dank!
(Papst Benedikt in der Generalaudienz am 12. 1.2011)





Kard. Newman hat in dichterischer Form im "Traum des Gerontius" Katharinas Traktat miteinfließen lassen. Dort fleht die gerettete Seele bei der Begegnung mit dem höchsten Richter selbst darum, fortgeschafft und geläutert zu werden. Sie erträgt es keinen Augenblick länger, mit ihrer Finsternis in das göttliche Licht zu treten. 
"Unsere Seelen verlangen doch selbst nach einem Läuterungsort und würde uns nicht das Herz brechen, wenn Gott zu uns spräche: "Zwar stinkt Dein Atem, mein Sohn und Deine Lumpen triefen von Schlamm und Dreck; aber wir sind hier nachsichtig, und keiner wird Dir das vorhalten oder von Dir abrücken. Tritt ein in die Freude".
Würden wir nicht erwidern: "In aller Ergebenheit, Herr, und falls dem nichts entgegensteht - ich möchte lieber erst gesäubert werden". "Es könnte aber wehtun" -"trotzdem, Herr".
Ich nehme an, daß die Reinigung für gewöhnlich Leiden mit sich bringen wird, aber ich denke nicht, daß die Leiden der Zweck der Läuterung sind. Ich kann sehr wohl glauben, daß Leute, die weder sehr viel schlechter noch sehr viel besser sind als ich, weniger leiden werden als ich, oder mehr. Die Behandlung wird sich nach dem richten, was man braucht, ob sie nun viel oder wenig schmerzt."





 
Was kann ich anders verlangen, mein Gott,
als dass mein Herz vor Liebe brenne,
und ich für Dich auf Erden verzehrt werden möge?
Ich will nur Dich und werde keine Ruhe finden,
bis ich in deinem göttlichen Herzen versenkt und verborgen bin,
in welchem alles Erschaffene verschwindet. Amen.




O Erde! Was wirst du den Menschenkindern, die du alle verschlingst, als Ersatz einst geben?
Wenn die Seele verloren und der Leib in Staub zerfallen sein wird, bleibt nichts übrig als ewige Qualen. Beherzige diese Wahrheit, meine Seele, und lasse deine kostbare Zeit nicht entschwinden, die dir zur Vermeidung dieses Unheils gegeben worden, da du einen so gütigen Gott hast, der so sehnlich dein Heil wünscht, der dich sucht und mit unendlicher Liebe ruft.





Litanei für die Verstorbenen und zum Trost der Armen Seelen
Herr, erbarme Dich der Verstorbenen!
Christus, erbarme Dich ihrer!
Herr, erbarme Dich ihrer!
Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!

Gott Vater im Himmel, erbarme Dich ihrer!
Gott Sohn, Erlöser der Weit, erbarme Dich ihrer!
Gott Heiliger Geist, erbarme Dich ihrer!
Heilige Dreifaltigkeit ein einiger Gott, erbarme Dich ihrer!

Heilige Maria, bitte für sie!
Heilige Gottesgebärerin, bitte für sie!
Heilige Jungfrau der Jungfrauen, bitte für sie!
Du schmerzhafte Mutter Gottes, bitte für sie!
Du Mutter der Barmherzigkeit, bitte für sie!
Du Pforte des Himmels, bitte für sie!
Du Trösterin der Betrübten, bitte für sie!

Alle Heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für sie!
Heiliger Johannes der Täufer ,bitte für sie!
Heiliger Josef, bitte für sie!
Alle heiligen Apostel und Evangelisten, bittet für sie!
Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für sie!
Alle heiligen unschuldigen Kinder, bittet für sie!
Alle heiligen Märtyrer, bittet für sie!
Alle heiligen Bischofe und Bekenner, bittet für sie!
Alle heiligen Kirchenlehrer, bittet für sie!
Alle heiliger Priester und Diakone, bittet für sie!
Alle heiligen Mönche und Einssiedler, bittet für sie!
Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, bittet für sie!
Alle heiligen Gottes, bittet für sie!

Sei ihnen gnädig, verschone sie, o Herr!
Sei ihnen gnädig, erlöse sie, o Herr!
Von allem Übel, erlöse sie Herr!
Von Deinem Zorne, erlöse sie Herr!
Von der Strenge Deiner Gerechtigkeit, erlöse sie Herr!
Vom nagenden Wurm des Gewissens, erlöse sie, o Herr!
Von der tiefen Traurigkeit, erlöse sie Herr!
Von der harten Gefangenschaft, erlöse sie, o Herr!
Vom verzehrenden Feuer, erlöse sie, o Herr!
Von der schmerzlichen Sehnsucht, erlöse sie, o Herr!
Von allen Strafen, erlöse sie, o Herr!

Durch Deine wunderbare Menschwerdung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine heilige Geburt, erlöse, sie Herr!
Durch Deinen heiligen Namen, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine Taufe und Dein heiligen Fasten, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine Tiefe Demut, erlöse sie, o Herr!
Durch Deinen vollkommenen Gehorsam, erlöse sie, o Herr!
Durch Leine äußerste Armut, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine Geduld und Sanftmut, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine unsagbar große Liebe, erlöse sie, o Herr!
Durch Dein bitteres Leiden, erlöse sie, o Herr!
Durch Deinen heiligen Angstschweiß, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine Gefangennahme, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine schmerzliche Genesung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine schimpfliche Verspottung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine ungerechte Verurteilung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine mühevolle Kreuztragung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine grausame Kreuzigung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine qualvolle Verlassenheit, erlöse sie, o Herr!
Durch Deinen heiligen Opfertod, erlöse sie, o Herr!

Durch Deine heiligen fünf Wunden; erlöse sie, o Herr!
Durch Dein durchbohrtes Herz, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine glorreiche Auferstehung, erlöse sie, o Herr!
Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, erlöse sie, o Herr!
Durch sie Sendung des hl. Geistes, erlöse sie, o Herr!
Durch die Verdienste und die Fürbitte Deiner heiligen Mutter, erlöse sie, o Herr!
Durch die Verdienste und die Fürsprache aller Deiner Heiligen, erlöse sie, o Herr!

Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns!
Daß du die leidenden Seelen im Fegefeuer verschonen wollest,
Daß Du sie aus ihren Peinen und Qualen erretten wollest,
Daß Du sie aller guten Werke der Christenheit teilhaftig machen wollest,
Daß Du unser Gebet für sie allezeit erhören wollest,
Daß Du sie durch den heiligen Erzengel Michael und Deine heiligen Engel trösten und zum ewigen Licht führen wollest,
Daß Du sie bald mit Deiner beseligenden Anschauung beglücken wollest,
Daß Du unseren verstorbenen Eltern ,Geschwistern und Wohltätern die ewige Seligkeit verleihen wollest,
Daß Du dich jener Armen Seelen. an die auf Erden niemand mehr denkt, mildreich erbarmen wollest,
Daß Du allen Christgläubigen barmherzige Liebe zu den Armen Seelen einflößen wollest,
Daß Du den Seelen aller verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest,
Sohn Gottes König der ewigen Herrlichkeit,
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Weit, verschone sie, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre sie, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hin die Sünden der Weit, erbarme Dich ihrer, o Herr!

Lasset uns beten!
Gott, Du Herr über Leben und Tod, erzeige Deinen Dienern und Dienerinnen, die an Dich geglaubt und auf Dich gehofft haben Deine unendliche Barmherzigkeit. Schenke ihnen Nachlaß aller Schuld und Strafe und erlöse ihre Seelen aus der jenseitigen Läuterung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herren. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihnen.
L
ass sie ruhen in Frieden. Amen.


Heilige Katharina, bitte für uns und für die Armen Seelen im Fegefeuer!
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