Dienstag, 12. November 2019

Josaphat Kunzewitsch

St. Barbara, griechisch-katholisch und ukrainisch-unierte Gemeinde, Wien 1
hier wurden die Reliquien des hl. Josaphat zw. 1916 und 1949 aufbewahrt

 
Josaphat Kunzewitsch, Erzbischof und Märtyrer. Josaphat wurde 1580 in Wolhynien geboren, das ist das heutige Volynskaja Oblast in der Nordukraine. Er stammte von orthodoxen Eltern und trat als junger Mann in Wilna zur ruthenisch-unierten Kirche über, im Jahre 1604 wurde er Basilianermönch und 1618 Erzbischof von Polozk. Er bemühte sich eifrig um Reformen in seinem Orden und um die Ausbreitung der ruthenischen Kirche. Josaphat erkannte klar, dass die Kirche nicht ohne Einheit mit dem Heiligen Vater in Rom das Evangelium fruchtbar verkünden konnte. Seine Ausstrahlung als Prediger und Beichtvater war bedeutend, seine pastoralen Erfolge waren beachtlich, sodass aufseiten der orthodoxen Hierarchie großer Neid und Hass entbrannte. Der unierte Erzbischof wurde daher am 12. November 1623 auf einer Visitationsreise zu Witebsk im heutigen Weißrussland mit einer Kugel niedergestreckt und mit einer Axt erschlagen. Josaphat Kunzewitsch wurde 1643 selig und 1867 heilig gesprochen. Seine Reliquien wurden 1916 nach Wien in die Barbarakapelle und 1949 nach Rom übertragen, heute ruhen sie in einem Glasschrein im Petersdom.
(Martyrologium Sancrucense)



Ikonostase



St. Barbara, Wien, Wien

Montag, 11. November 2019

Bischof Martin - im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte

Der hl. Martin als Bischof, Saint Martin, Tours

Diese wunderbare Erzählung kann man in Krisenzeiten, in denen sogar im Vatikan Götzen verehrt werden, nicht oft genug hören:
(hier dargestellt in der Kathedrale Saint Gatien, Tours)


Ein andermal hatte er in einem Dorf einen uralten Tempel zerstört. Er war eben im Begriff, eine Föhre, die ganz nahe beim Heiligtum stand, umzuhauen. Da widersetzen sich die dortigen Oberpriester mit der ganzen Schar der Heiden. Während der Zerstörung des Tempels hatten sie sich auf Gottes Geheiß ruhig verhalten. Den Baum wollten sie jedoch nicht auch noch fällen lassen. Martinus redete ihnen eindringlich zu, der Baum berge nichts Heiliges in sich; sie sollten sich lieber dem Gott anschließen, dem er selbst diene; der Baum müsse gefällt werden, weil er dem bösen Geist geweiht sei.

Da sprach einer aus ihrem Kreise, der verwegener war als die andern:
"Wenn du etwas Vertrauen hast zu dem Gott, den du zu verehren vorgibst, so laß uns den Baum umhauen und du mußt ihn im Sturz aufhalten. Ist dein Gott, wie du sagst, mit dir, so wirst du unverletzt bleiben". Martinus sagte das zu; denn er kannte keine Furcht und vertraute fest auf Gott. Die ganze Heidenschar war jetzt mit dieser Bedingung einverstanden; gern wollten sie ihren Baum fallen sehen, wenn sie nur durch seinen Sturz auch den Feind ihrer Heiligtümer erschlagen sähen. Die Föhre stand nach einer Seite geneigt. Es war klar, nach welcher Seite sie beim Umhauen fallen mußte. Martinus ließ sich fesseln und nach dem Willen der Heiden gerade dorthin stellen, wohin nach jedermanns Überzeugung der Baum stürzen mußte. Alsbald begannen sie in unbändiger Freude damit, die Föhre umzuhauen. Eine neugierige Schar schaute von ferne zu. Schon fing die Föhre an zu wanken und drohte umzustürzen. Die Mönche standen schreckensbleich in einiger Entfernung und waren voll Entsetzen, da die Gefahr näher kam; sie hatten alle Hoffnung und alles Vertrauen aufgegeben und warteten nur mehr auf den Tod des Martinus. Der aber harrte voll Gottvertrauen furchtlos aus.

Schon krachte die Föhre, sie neigte sich, sie sank, sie fiel schon auf ihn, da erhob Martinus seine Hand gegen sie und setzte ihr das Zeichen des Heiles entgegen. Wie von einem Wirbelsturm erfaßt, wurde sie da zurückgeworfen und stürzte nach der entgegengesetzten Richtung. Beinahe hätte sie dabei die Heiden, die sich dort sicher glaubten, zu Boden geschlagen. Durch lautes Schreien gaben die Heiden ihrem Staunen über das Wunder Ausdruck. Die Mönche aber weinten vor Freude. Alle priesen zusammen den Namen Christi.
Es zeigte sich klar, daß dieser Tag jener Gegend Heil gebracht habe. Denn kaum einer war unter dieser großen Heidenschar, der nicht um die Handauflegung gebeten, den Irrwahn des Heidentums aufgegeben und an den Herrn Jesus geglaubt hätte. Bevor Martinus gekommen war, hatten in diesen Gegenden nur wenige, fast niemand, das Christentum angenommen.

Durch die Wundermacht und das Beispiel des Heiligen erstarkte das Christentum so sehr, daß sich jetzt dort kein Gau findet, der nicht mit vielbesuchten Kirchen oder stark bevölkerten Klöstern ganz besät wäre. Martinus hatte nämlich die Gewohnheit, überall dort, wo er Heidentempel zerstörte, sofort Kirchen oder Klöster zu bauen.
(Vita sancti Martini, 13)




Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin

Bischof Martin in der Auseinandersetzung mit dem Heidentum, Saint Martin, Tours

Saint Martin, Tours

Was hätte der hl. Bischof Martin mit den Darstellungen der Pachamama gemacht?

hier:

und ich helfe mit:





und los gehts


Sonntag, 10. November 2019

Gott ist kein Gott von Toten


Auferweckung des Lazarus, Kathedrale von Malaga


Da sagte Jesus zu ihnen:
Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten.

 
35 Die aber, die gewürdigt werden,
an jener Welt
und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben,
heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten.
 

36 Denn sie können auch nicht mehr sterben,
weil sie den Engeln gleich
und als Kinder der Auferstehung
zu Kindern Gottes geworden sind.
 

37 Dass aber die Toten auferstehen,
hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet,
in der er den Herrn
den Gott Abrahams, den Gott Ísaaks und den Gott Jakobs nennt.
 

38 Er ist doch kein Gott von Toten,
sondern von Lebenden;
denn für ihn leben sie alle.


(Aus dem Evangelium des 32. So im Jahreskreis, Lesejahr C)

Kathedrale von Malaga

Freitag, 8. November 2019

Johannes Dun Scotus

Duns Scotus, Mansfield College, Oxford


Johannes Duns Scotus, Franziskanertheologe. Johannes Duns Scotus ist der Begründer der berühmten Schule der Skotisten, die im Mittelalter vor allem von Franziskanertheologen getragen wurde. Er wurde um 1270 geboren, sein Geburtsort ist wahrscheinlich Duns in Schottland. Er trat mit 20 Jahren bei den Franziskanern ein und erhielt 1291 die Priesterweihe. Nachdem er in Paris studiert und „doctor theologiae“ geworden war, kehrte er nach England zurück und lehrte in Cambridge und Oxford. 1307 wurde er zum Unterricht seiner Brüder nach Köln gesandt.
Johannes Duns Scotus hat zahlreiche Schriften hinterlassen. Für die Dogmenentwicklung wurde vor allem seine Lehre von der Unbefleckten Empfängnis Mariens von Bedeutung, da er das Anliegen der Thomisten erfüllt, indem er die Gottesmutter sehr wohl unter die Erlösungstat Christi stellt. In der Art der Erlösung unterscheidet sich Maria jedoch von den anderen Kindern Evas: Sie wird von der Erbsünde nicht erst befreit, sondern schon immun bewahrt. Darüber hinaus hat Duns Scotus zahlreiche Schriften hinterlassen, darunter Kommentare zu Aristoteles und den Sentenzen des Petrus Lombardus.
Wegen seiner spekulativen Kraft gab man ihm den Beinamen „Doctor subtilis“. Die Franziskanertheologie wurde durch ihn so sehr befruchtet, dass sie nach ihm die „skotistische Schule“ genannt wurde. Duns Scotus starb in Köln am 8. November 1308, er war nur 38 Jahre alt geworden. Sein Leib wurde in der Minoritenkirche begraben. Eine Verehrung des einflussreichen Theologen lässt sich durchgehend bezeugen, jedoch wurde Duns Scotus, den Martin Heidegger als den „Philosophen der Zukunft“ bezeichnet hat, erst 1994 von Johannes Paul II. selig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)


?


Vor allem hat er (Dun Scotus) über das Geheimnis der Menschwerdung nachgedacht, und im Unterschied zu vielen christlichen Denkern seiner Zeit hat er behauptet, dass der Sohn Gottes auch dann Mensch geworden wäre, wenn die Menschheit nicht gesündigt hätte. Er erklärt in den „Reportata Parisienses": 
„Zu denken, dass Gott auf ein derartiges Werk verzichtet hätte, wenn Adam nicht gesündigt hätte, wäre völlig unvernünftig! Ich sage also, dass der Sündenfall nicht die Ursache für die Vorherbestimmung Christi gewesen ist, und dass in dieser Hypothese - auch wenn keiner gefallen wäre, weder Engel noch Mensch - Christus noch immer in derselben Weise vorausbestimmt gewesen wäre" (In III Sent., d. 7, 4).
 Dieser vielleicht ein wenig überraschende Gedanke entsteht, da für Duns Scotus die Menschwerdung des Sohnes Gottes, die Gott von Ewigkeit an in seinem Plan der Liebe beabsichtigt hat, die Erfüllung der Schöpfung ist und es jedem Geschöpf möglich macht, Gott zu loben und zu preisen in Ewigkeit. Obwohl sich Duns Scotus bewusst ist, dass uns Christus tatsächlich aufgrund der Erbsünde mit seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung erlöst hat, betont er, dass die Menschwerdung das größte und schönste Werk der ganzen Heilsgeschichte ist und sie durch nichts Kontingentes bedingt ist, sondern die ursprüngliche Idee Gottes bildet, endlich die ganze Schöpfung mit sich selbst in der Person und im Fleisch des Sohnes zu vereinen.

Als treuer Jünger des heiligen Franziskus liebte es Duns Scotus, das Geheimnis des heilbringenden Leidens Christi zu betrachten und zu verkündigen, Ausdruck der unendlichen Liebe Gottes, der mit höchstem Großmut die Strahlen seiner Güte und seiner Liebe mitteilt (vgl. Tractatus de primo principio, c. 4). Und diese Liebe offenbart sich nicht nur auf dem Kalvarienberg, sondern auch in der allerheiligsten Eucharistie, welcher Duns Scotus sehr hingegeben war und die er als das Sakrament der Realpräsenz Jesu und als Sakrament der Einheit und der Gemeinschaft sah, das uns dazu veranlasst, einander zu lieben und Gott als das höchste gemeinsame Gut zu lieben (vgl. Reportata Parisiensia, in IV Sent., d. 8, q. 1, n. 3).

Liebe Brüder und Schwestern, diese stark „christozentrische" theologische Sicht öffnet uns für die Kontemplation, das Staunen und die Dankbarkeit: Christus ist der Mittelpunkt der Geschichte und des Kosmos, er ist es, der unserem Leben Sinn, Würde und Wert gibt!
Wie dies Papst Paul VI. in Manila tat, möchte auch ich laut zur Welt rufen:
„(Christus) ist der Offenbarer des unsichtbaren Gottes, er ist der Erstgeborene aller Geschöpfe, er ist der Grund aller Dinge; er ist der Lehrer der Menschheit, er ist der Erlöser; er ist für uns geboren worden, gestorben und auferstanden; er ist der Mittelpunkt der Geschichte der Welt; er ist jener, der uns kennt und liebt; er ist der Gefährte und Freund unseres Lebens... Fast kann ich nicht mehr aufhören, von ihm zu sprechen" (Predigt, 29. November 1970).
(Papst Benedikt XVI., 7. Juli, 2010) 



Der verherrlichte Erlöser der Welt lädt uns ein
Mansfield College
zum himmlischen Gastmahl

Mansfield College, Oxford
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