Montag, 23. Januar 2017

Heinrich Seuse

Heinrich Seuse, Ordenspriester und Mystiker. Heinrich Seuse wurde um 1295 geboren, wahrscheinlich in Konstanz. Er entstammte dem Rittergeschlecht von Berg. Heinrich Seuse wurde Dominikaner und war Schüler Meister Ekkeharts zu Köln. Der begnadete Mystiker und viel gesuchte Seelenführer kam auf seinen rastlosen Predigtreisen durch Schwaben, die Schweiz und die Lande am Rhein bis zu den Niederlanden. Sein „Büchlein der Ewigen Weisheit“ wurde ein weitverbreitetes Andachts- und Betrachtungsbuch. Seit 1348 lebte Heinrich Seuse in Ulm, wo er am 25. Jänner 1366 starb.
(Martyrologium Sancrucense)

Heinrich Seuse sieht das Jesuskind im Rosenstrauch, aus: Lechner, Schütz, Mit den Heiligen
durch das Jahr, 27.

Sosehr seine gefühlvolle Predigt und seine anmutige Sprache die Herzen der Menschen gewinnt, so fruchtbar sein seelsorgliches Wirken vor allem auch bei den Schwestern seines Ordens ist, so bleiben ihm doch Bedrängnis, Verdächtigung, Verfolgung und Leiden nicht erspart. Er hat die Verfolgung Eckharts miterlebt, er muß selber aus Konstanz später weichen und wird in das Kloster nach Ulm versetzt. Aber das äußere Ungemach hindert nicht die inwendige Freude.
Der Rosenstrauch, in dem er Christus erblickt, der Kranz von Rosen, mit dem ihn Christus bekränzt, bedeuten hier beides: schöne Freude und bitteres Leiden. In einer großen Leichtigkeit schwebt Christus im Rosenstrauch, wie von der Hand Seuses getragen.
(Lechner, Schütz, w. o., 27)

Dich, Heinrich Seuse,
Prediger und Beter,
Diener der Weisheit,
Freund der Freunde Gottes,
preisen im Bunde 
herzlicher Gemeinschaft
Brüder und Schwestern.

Früh in der Jugend
dir der Sinn erwachte,
hungernd und dürstend
Wahrheit zu erstreben.
Durchbruch des Geistes,
Gottgeburt der Seele
hast du erfahren.

Mit allen Fasern
deines zarten Herzens
hingst du an Jesus,
der dich Weisheit lehrte;
der sich dir hingab, 
ihn hast du verkostet
im Mahl der Liebe.

Spott und Verleumdung
konnten dich nicht brechen.
Was du erlitten,
machte dich gelassen.
Vom Kreuz her schenke
Christus uns die Gnade,
Leiden zu lindern.

Göttlicher Minne
nimmermüder Sänger,
alle Geschöpfe
ludst du ein zum Lobe.
Laß uns verkünden,
was du schon empfangen:
Gottes Erbarmen.

Ehre dem Vater,
Schöpfer aller Dinge,
Ehre dem Sohne,
der die Welt errettet,
Ehre dem Geiste,
der den Herzen einhaucht
Liebe und Weisheit. Amen.

(Proprium des Predigerordens, 193f)

Sonntag, 22. Januar 2017

Am Grab des sel. Ladislaus Batthyány-Strattmann in Güssing



Ladislaus Batthyány-Strattmann, Arzt und Seliger. Ladislaus Batthyány wurde als sechstes Kind einer uralten ungarischen Adelsfamilie 1870 in Ungarn geboren. Er war 6 Jahre alt, als seine Familie nach Kittsee im heutigen Burgenland übersiedelte. Während seines Medizinstudiums in Wien führte er ein ausgelassenes Leben und hatte zahlreiche Affären, aus denen ein uneheliches Kind hervorging.
Dies änderte sich jedoch schlagartig, als er die tiefgläubige Gräfin Maria Theresia Coreth heiratete, mit der er eine überaus glückliche Ehe führte, die mit 13 Kindern gesegnet war. Zwei Jahre nach seiner Promotion zum Doktor der Medizin, gründete Battyány 1902 in Kittsee ein Privatkrankenhaus und wirkte dort selbst als Arzt. 1915 erbte er neben dem Vermögen seines Onkels auch dessen Titel „Fürst“ und den Namen „Strattmann“. Battyány-Strattmann übersiedelte nach Körmend und richtete in einem Flügel seines nunmehrigen Schlosses sofort wieder ein Krankenhaus ein.
Mittlerweile wurde er als Augenarzt im In- und Ausland geschätzt, wollte jedoch vor allem Arzt für die Armen sein, die er umsonst behandelte. Als „Preis“ bat er die Patienten nur um ein Vaterunser. Er sorgte sich auch so um das geistliche Wohl seiner Patienten und betete vor jeder Operation mit den Kranken. Zur Entlassung gab er ihnen ein Gebetsbildchen und eine religiöse Schrift mit dem Titel „Öffne die Augen und sieh!“ Doktor Ladislaus Battyány-Strattmann, der täglich mit seiner Frau die Heilige Messe besuchte und abends mit der ganzen Familie den Rosenkranz betete, wurde schon zu Lebzeiten für einen Heiligen gehalten.
Seine christliche Gesinnung bewies er auch in der langwierigen Krebskrankheit, der er schließlich im 61. Lebensjahr am 22. Jänner 1931 in Wien erlag. Er wurde in der Familiengruft in Güssing bestattet. Der 1944 in Wien eröffnete Seligsprechungsprozess wurde vor allem unter dem ersten Bischof von Eisenstadt Stefan Laszlo eifrig betrieben. Johannes Paul II. sprach den „Arzt der Armen“ schließlich im Jahre 2003 als ersten Burgenländer selig.
(Martyrologium Sancrucense)

Basilika Mariä Heimsuchung, Franziskanerkloster, Güssing

Eingang zur Batthyany-Gruft an der Südseite



„Ich liebe meinen Beruf, der Kranke lehrt mich Gott immer mehr lieben, und ich liebe Gott in den Kranken, der Kranke hilft mir mehr als ich ihm! (…) Da kann man so viel Wärme des Herzens austeilen, die armen Kranken suchen ja so viel Liebe! Gott gebe mir, dass ich zu Seiner Ehre recht vielen helfen kann. Recht viele trösten, ihre Herzen zu Gott führen!“
Diese Zeilen notierte Ladislaus Batthyány-Strattmann 1926 in sein Tagebuch.


Bronzestatue des sel. Ladislaus mit der Inschrift: "Wenn ihr glücklich sein wollt,
macht andere glücklich" - DR. LADISLAUS PRINCIPES DE BATTHYANY-
STRATTMANN - Augenarzt - 1870 +1931, Seliggesprochen am 23. März 2003



„Als eine der Hauptaufgaben meines Lebens“ schreibt er in seinem Testament, „habe ich mir zum Ziel gesetzt, mit meiner ärztlichen Tätigkeit der leidenden Menschheit zu dienen und auf diesem Wege Dinge zu vollbringen, die Gott wohlgefällig sind.“
Papst Johannes Paul II. sagte über den neuen Seligen: „Das reiche Erbe seiner adeligen Vorfahren verwendete er, um die Armen unentgeltlich zu behandeln und zwei Krankenhäuser zu errichten. Sein größtes Interesse galt nicht materiellen Gütern; ebenso wenig waren Erfolg und Karriere Ziele seines Lebens. Dies lehrte und lebte er in seiner Familie und wurde so der beste Glaubenskünder für seine Kinder (…) Sein Beispiel des Familienlebens und der großherzigen christlichen Solidarität sei allen eine Ermutigung, dem Evangelium treu zu folgen.“



Grüß Gott!
Ladislaus Batthyany-Strattmann (1870-1931 ist der erste SElige, der auf dem Gebiet des heutigen Burgenlandes gewirkt hat. Als selbstloser Arzt, gütiger Familienvater und frommer Christ legte er ein Zeugnis für den lebendigen Christus ab.
Am 23. März 2003 sprach Papst Johannes Paul II. den "Arut der Armen" selig. Seitdem pilger Gläubige aus Ungarn und Österreich zu seinem Reliquienschrein. Der selige Ladislaus hilft, Brücken in einem gemeinsamen Europa zu bauen.

Seliger Ladislaus, bitte für uns!

Grab des Seligen Ladislaus in der Klosterkirche Güssing, Künstler H. Ebner



fidelitas - Treue, Zuverlässigkeit



caritate - Nächstenliebe


Basilika Mariä Heimsuchung, Güssing




Seinen Dienst am Kranken beginnt und beendet er mit einem Besuch beim Allerheiligsten in der Hauskapelle. Eine Tante hat einmal eine rührende Begebenheit aufgeschrieben: „Ein armer Handwerker hatte sich beide Augen schwer mit Kalk verbrannt – ein Auge war gleich verloren, das zweite schien unrettbar. Nun betete Laci (Ladislaus) und seine zahlreiche Familie für die Rettung und der liebe Gott erhörte sein Gebet. – Als Laci von dem geheilten Mann Abschied nahm, kniete sich der Kranke nieder, darauf Laci auch - und so fanden wir die beiden gegenüber am Boden Gott dankend. Es war sehr rührend, Laci holte dann noch aus seinem eigenen Kasten Schuhe und Wäsche und so schieden sie.“


Hochaltargemälde Heimsuchung Mariens
vlnr: König Stephan, Franz von Assisi, Antonius v. Padua, König Ladislaus, um 1650

links hinten unten dem Chor ist das Grab des sel. Ladislaus




Die Töchter besuchen den kranken Vater

Franziskaner beim Grab des Seligen (Bildschirmaufnahme)



Sein Glaube ist innig, tief, lebendig und kindlich. Sein religiöses Leben, das ganz in seinem Alltag aufgeht und sich dort entfaltet, ist geprägt von einer innigen Verehrung der Mutter Gottes und von einer Liebe zur heiligen Eucharistie. Gott ist hier nicht irgendeine abstrakte Idee oder Vorstellung, sondern ganz real und gegenwärtig. Besonders gerne betet er den Rosenkranz. Ich habe viele Fotos von ihm gesehen, wo man, wenn man es weiß, sieht, dass er gerade den Rosenkranz betet – dabei aber hält er seine Hand ganz verborgen, so dass man es ja nicht sehen kann. Im Gebet sieht er eine Macht, die den Menschen lieben lehrt und mit Gott verbindet. Seit dem Kommunion-Dekret Papst Pius X. von 1905 empfängt er täglich die hl. Kommunion.
Und in sein Tagebuch schreibt er : „Gottlob! Am heutigen Marienfesttage konnte ich wieder in die hl. Messe und zur hl. Kommunion gehen. Es ist ja so kein richtiger Tag, wenn wir dies nicht tun können. Und die hl. Kommunion ist ja das Schönste am ganzen Tag!“ 
Sein Pfarrer schreibt über ihn: „Für den Fürsten bedeutete die Eucharistie keineswegs nur eine Andachtsübung, sondern die tatsächliche Gegenwart Jesu, zu dem er geht, den er sieht und hört und den er voll Glückseligkeit anbetet. Seine finanziellen Angelegenheiten und alle familiären Sorgen vertraute er dem heiligen Josef an. So schrieb er einmal in der Not der Kriegsjahre ein Gebet auf ein Bildchen des heiligen Josef und ernannte ihn liebevoll zu seinem „Finanzminister“.
(Quelle)

Die Statue des hl. Josef neben dem Grab stammt von seligen Ladislaus

Samstag, 21. Januar 2017

Agnes von Rom

Agnes von Rom, Our Lady and the English Martyrs, Cambridge


Schon schaue ich, wonach ich mich sehnte,
schon besitze ich, was ich: 
Den ich auf Erden von Herzen geliebt,
mit dem bin ich im Himmel vereint.
(Benediktus-Antiphon)


Am Grab der hl. Agnes von Rom

Emerentiana, die Milchschwester der hl. Agnes

S. Agnese in Agone, die Hinrichtungsstätte der hl. Agnes



Maria, Königin der Engel, bitte für uns! w.o.

Dienstag, 17. Januar 2017

Antonius von Ägypten

Antonius, St. Mary Aldermary, London


Antonius, Mönchsvater. Antonius wurde um 251/252 in Kome in Mittelägypten geboren und war der Sohn wohlhabender christlicher Eltern. Als er bei einem Gottesdienst den Satz aus dem Matthäusevangelium hörte: „Wenn du vollkommen sein willst, verkaufe alles, was Du hast, und gib es den Armen“, veränderte dies sein Leben. Er entschloss sich zur radikalen Christusnachfolge, verkaufte allen Besitz und wurde Einsiedler in der ägyptischen Wüste.
Die Schweine, mit denen er dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen: Nach der Überlieferung erschien ihm der Teufel in Gestalt von Schweinen oder schönen Frauen; in den Versuchungen wurde er mit Krallen, Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging, schließlich in die Lüfte gehoben. Antonius hielt stand. Schon bald wurde der geistvolle Einsiedler verehrt, sodass er auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete. Hier sammelten sich nun immer mehr Jünger um ihn, es entstanden kleine Unterkünfte und zahlreiche Einsiedeleien. Antonius steht am Anfang des zönobitischen Lebens, er wird mit Recht „Vater des Mönchtums“ genannt. Doch das Leben in Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch weltfremd gemacht. Mehrfach verließ er die Wüste: Um 311 half er den unter Kaiser Maximinus verfolgten Christen in Alexandria. Nach der konstantinischen Wende stand er mit Kaiser Konstantin in Kontakt. In Briefen an dessen Sohn versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden. Auf Bitten des hl. Athanasius hin reiste er schon hundertjährig nach Alexandria und predigte gegen den Arianismus. Antonius starb im Alter von 105 Jahren. Sein Freund Athanasius hat seine Lebensbeschreibung verfasst, die die Begeisterung für das monastische Leben auch in den Westen trug. Im Abendland wurde Antonius besonders seit dem 14. Jahrhundert als Viehpatron populär.
(Martyrologium Sancrucense)





Als der Altvater Antonius einmal in verdrießlicher Stimmung und mit düsteren Gedanken in der Wüste saß, sprach er zu Gott: "Herr, ich will gerettet werden, aber meine Gedanken lassen es nicht zu. Was soll ich in dieser meiner Bedrängnis tun? Wie kann ich das Heil erlangen?"
Bald darauf erhob er sich, ging ins Freie und sah einen, der ihm glich. Er saß da und arbeitete, stand dann von der Arbeit auf und betete, setzte sich wieder und flocht an einem Seil, erhob sich dann abermals zum Beten; und siehe, es war ein Engel des Herrn, der gesandt war, Antonius Belehrung und Sicherheit zu geben.
Und er hörte den Engel sprechen: "Mach es so und du wirst das Heil erlangen." Als er das hörte, wurde er von großer Freude und mit Mut erfüllt und durch solches Tun fand er Rettung.
(Weisung der Väter, Apophtegmata Patrum, 15)
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