Dienstag, 13. Juni 2017

Am Grab des hl. Antonius von Padua

auf dem Weg zur Kirche des hl. Antonius

die Basilika des heiligen Antonius in Padua

Der Bau der Basilika zur Ehren des hl. Antonius wurde 1232 begonnen und war gegen Ende des 13. Jh. nahezu vollendet


Antonius von Padua, Franziskanerpriester und Prediger. Antonius war Portugiese, er hieß Fernandez Martin de Bulhorn und wurde als Adeliger 1195 in Lissabon geboren. Er war zuerst Augustiner-Chorherr. Fernandez trat aber 1220 bei den Minderbrüdern zu Coimbra ein und nahm den Namen des Klosterpatrons Antonius an. Von 1227 an war Antonius als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial in der Emilia Romagna mit Sitz in Padua. Franziskus ernannte ihn zum Lektor der Theologie für die Minderbrüder an der Universität in Bologna.
1230 legte er, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder und lebte eine Zeit lang auf einem Nussbaum bei Padua. Seine Fastenpredigten in Padua im Jahre 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, die Predigt musste ins Freie verlegt werden. Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.
Die Gnaden hatten ihren Preis: Antonius starb im selben Jahr 1231 am 13. Juni erschöpft im Alter von nur 36 Jahren zu Arcella bei Padua. Die Heiligsprechung erfolgte schon 11 Monate später, Antonius ist damit der am raschesten kanonisierte Heilige. An seinem Grab ereigneten sich zahllose Wunder. In Padua wurde die Basilika San Antonio als Grabkirche errichtet, seine Gebeine wurden 1236 dorthin überführt. Schon Bonaventura meinte: „Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!“
Er ist der meistverehrte Heilige in Italien, in Portugal und in den von Portugiesen missionierten Gebieten. Antonius von Padua wird als jugendlicher Franziskaner mit Jesuskind und Lilie dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Die Grabkapelle des hl. Antonius befindet sich im Querhaus links.  Sie stammt aus der Renaissance (begonnen um 1500, Fertigstellung um 1600). An den Wänden finden sich neun Marmorreliefs mit Szenen aus dem Leben des hl. Antonius. In der Mitte steht der Grabaltar, ein Werk von Tiziano Aspetti (1594).





Das erste Relief zeigt die Einkleidung des hl. Antonius, (1512)

Gäubige verehren das Grab des hl. Antonius





Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid

Zwei massive Silberleuchter flankieren das Grab des hl. Antonius












Antonius predigt vom Nußbaum herab, Fresko von Pietro Annigoni (1985),
Fresko auf der Fassadeninnenwand über den Haupteingang

Glasmalerei mit dem hl. Antonius  in der Mitte

Zu Christus hin schlägt unser Herz;
dem König sei heut froher Dank,
der zu des Himmels Herrlichkeit
Antonius so hoch erhob.

Er wollte wie Franziskus sein,
dem Vater gleichen immer mehr,
ward wie ein Bach, der Wasser führt
aus einem frischen, klaren Quell.

Solch einem Vorbild folgt er gern,
sich selbst besiegend, nie besiegt,
im Streit für Gott mit festem Halt,
so daß kein Feind ihn je bezwang.

Er hatte für die Not ein Herz.
Wen Schuld bedrängte, niederzwang,
den tröstete der Predigt Wort,
lebend´ges Wasser - Heil des Herrn.

Noch kämpfen wir in gleicher Not,
in der die Väter einst gesiegt:
den Geist des Minderseins bewahr´n
im Gegensatz zum Geist der Zeit.

Dies schenke uns, du Vater-Gott
und auch du Sohn voll Herrlichkeit,
in gleicher Weise auch der Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Hymnus zur Laudes, Franziskanisches Proprium)

 
Relief vom Hl. Antonius, 1932 von argentinischen Katholiken gestiftet anlässlich
des 700. Todestages des Heiligen, Padua

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