Donnerstag, 13. Juni 2013

Die Marienminne des hl. Antonius von Padua

I. Erwählung (Dei mater electa)

Dieser Titel aus einem Gebet des Sermo in Purificatione BMV kann als Schlüsselbegriff oder wenigstens als Ausgangspunkt für eine Entfaltung der mariologischen Gedanken des hl. Antonius verstanden werden.

Erwählt (electa)

Zwei wesentliche Aussagen, mater und electa, werden beide auf Dei bezogen, unabhängig wie man übersetzt. Der folgende Satz bezeichnet diese Erwählung genauer: "... Gott Vater wollte sie für Seinen eigenen, Ihm wesensgleichen, vor Zeiten geborenen Sohn als Mutter."
Gott Vater hat Maria (1.) erwählt. Er hat sie (2.) als Mutter (3.) für Seinen wesensgleichen, vor Zeiten gezeugten Sohn gewollt. Das Erwählen ist ein Wollen Gottes. Weil Er sie wollte, wählte er sie. Das "Erwählen" und "Wollen" wird erhärtet und konkretisiert durch einen weiteren Begriff aus Röm 1,4: "... vorherbestimmt ist sie als Mutter Gottes in Macht nach dem Geist der Heiligung." So wie Christus vorherbestimmt und eingesetzt ist als Sohn Gottes, so ist Maria ebenfalls vorherbestimmt als Mutter Gottes.

Als Mutter (mater)

Immer aber geht ihre Bestimmung, ihr Erwähltsein und Gewolltsein auf Mutterschaft hin. Diese Mutterschaft ist der Sinn und die Mitte ihres Daseins, der Grund und das Ziel ihrer Erwählung. Ihre Mutterschaft ist herrlich und eingesetzt in Macht; Maria wird bezeichnet als Thron der Herrlichkeit des Vaters, die Christus ist, insofern dieser aus Maria Fleisch annimmt: "Maria also war der Thron der Herrlichkeit, nämlich Jesu Christi..." Christus selbst hat sich diesen Thronsitz erwählt nach dem Willen des Vaters, der sie als Mutter Gottes und als Thron der Herrlichkeit bestimmt hat: "Ich, der ich in den Höhen beim Vater wohne, habe den Thron in einer armseligen Mutter erwählt." Gerade das Bild vom Thron (thronum, solium) bezeichnet Maria besonders im Hinblick auf ihre königliche Mutterschaft.

(aus: Johannes Schneider OFM, Mariologische Gedanken aus den Predigten des heiligen Antonius von Padua, 53f)

Thronende Muttergottes mit Kind von Giusto de´Menabuoi, Antoniusbasilika

Wir bitten dich, unsere Herrin, unsere Hoffnung,
leuchte du uns als Meeresstern auf diesem stürmischen Meer,
denn wir sind in Bedrängnis geraten.

Leite uns hin zum Hafen und beschütze uns im Tode durch deine Gegenwart,
damit wir aus dem Gefängnis sicher herauskommen
und zur unendlichen Freude und Wonne gelangen dürfen.

(Antonius, Sermones I 163,3ff.)

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