Mittwoch, 24. Januar 2018

Franz von Sales als Seelsorger in einer Diözese mit fast 600 Pfarren

Die von 1941 bis 1952 entstandenen zwölf Glasfenster der Heimsuchungsbasilika von Annecy zeigen Lebensstationen der hl. Johanna Franziska von Chantal und des hl. Franz von Sales.

1. Fenster rechts: Die Jugend von Franz von Sales
2. Fenster rechts: Franz von Sales als Priester und Missionar
3. Fenster rechts: Franz von Sales als Bischof von Genf
4. Fenster rechts: Franz von Sales als geistlicher Schriftsteller


a) Das fünfte Fenster zeigt Franz von Sales als Seelsorger seiner Diözese. Mit Hilfe eines Maultiers visitiert er von 1605 bis 1609 die 600 Pfarren seiner Diözese. Er segnet die Gläubigen und spendet das Sakrament der Firmung.

b) Bildmitte: im September 1609 durchquert der Bischof Genf, um seine Pfarren in der Grafschaft Gex zu besuchen. Erstaunt beobachten die Menschen den Bischof in der völlig protestantisch gewordenen Stadt.

c) Links unten: Franz von Sales trifft 1619 in Paris seinen Freund, den hl. Vinzenz von Paul, und setzt ihn als Oberen der Heimsuchungsschwestern im Pariser Kloster ein. Dieser Aufgabe wird der hl. Vinzenz über vierzig Jahre nachkommen.



d) Die große Bildszene: Von November 1618 bis September 1619 hält sich Franz von Sales in Paris auf, um die Heirat von Prinz Victor Amadeus von Savoyen, dem er freundschaftlich verbunden war, mit Christine von Frankreich, der Schwester Ludwigs XIII., anzubahnen.

Heinrich von Gondi (Henri de Gondi) Kardinal von Retz, Bischof von Paris, bot dem Bischof von Annecy wenigstens dreimal die Würde eines Kodadjutors an.
"Sie wissen", sagte er zum Heiligen, "wie beliebt sie bei den Parisern sind und welchen Segen Sie hier stiften könnten, so wie Sie das bereits getan haben. Es geht hier einzig um die Ehre Gottes!"
"Ich weiß mich meiner kleinen Herde verpflichtet", war die Antwort des Bischofs in der Hauptsache. "Ich glaube nicht, sie wegen eines so bedeutenden Angebots verlassen zu dürfen; stehe ich doch bereits an der Schwelle des Greisenalters und bin großer Gebrechlichkeit unterworfen. Offengestanden fühle ich mich nicht einmal stark genug, die Last meines eigenen Bistums zu tragen; um wieviel weniger könnte ich da eine Stadt übernehmen, die eine Million Seelen zählt".



Je ne crois pas devoir changer une pauvre femme pour une riche.
Ich werde nicht eine arme Gattin (Diözese) gegen eine reiche auswechseln

Am Tag nach diesem Angriff vertraute Franz seinem Freund, dem Präsidenten Favre, an: "Meine Seele bereitete mir gestern großes Vergnügen, da sie diese Vorschläge nicht nur nicht in Erwägung zog, sondern sie verachtete und davon nicht mehr Aufhebens machte, als hätte meine Todesstunde bereits geschlagen, in der einem ja die ganze Welt wie Rauch anmutet." Anton Favre riet ihm trotzdem, auf das Angebot einzugehen, weil er in der Hauptstadt mehr Gutes wirken könne. Doch da erhielt er zur Antwort: Würden Sie etwa ihre Gattin gegen eine andere eintauschen, wie reich sie auch wäre?" - "Das gewiß nicht", meinte dieser. -""Nun, warum verlangen Sie dann, daß ich die meine auswechsle"?
(Etienne-Jean Lajeunie, Franz von Sales, 563f)

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